Zusammenführung mit neuem Welpen im Haus - wie am besten?
-
-
Hallo zusammen,
brauche mal eurer Ratschläge als erfahrene Hundehalter, da man zwar im Netz viel über Hundezusammenführung Erst- und Zweithund, mit Katzen etc findet, aber unsere Situation doch eine etwas andere ist, weil die beiden Hunde nicht direkt zusammenleben werden, aber wir gerne möchten, dass sie "Freunde2 werden
.Wir wohnen in einer kleinen Mehrfamilienhausanlage und bei uns lebt seit ein paar Monaten eine ca 2,5 Jahre alte Pointerhündin aus dem Auslandstierschutz. Ein paar erziehungstechnische Baustellen haben wir mit ihr noch (vor allem Anti-Jagdtraining und Impulskontrolle), aber sie ist wirklich eine tolle, super liebe Hündin. Mit anderen Hunden ist sie auch sehr sozialverträglich, einzige kleine Einschränkung: Gasthunde bei uns zu Hause sind nicht so gerne gesehen, wobei bei den wenigen Gelegenheiten immer mehr Hündinnen ein Problem waren als Rüden. Die werden dann schon mal angeknurrt -nicht gebissen-, vor allem wenn sie sich ihrem Futternapf, Wassernapf, Spielzeug oder uns nähern wollen. Klassische Ressourcenverteidung halt, die sicher auch durch die lange Tierheimvergangeheit kommt, nach dem Motto "jetzt will ich mein Revier und meine Menschen für mich haben".
Wir hatten auch das Glück, dass unsere Nachbarn sie von Anfang an toll fanden und insbesondere eine Nachbarin, mit der wir uns sowieso sehr gut verstehen und öfter mal gemeinsam grillen, ein Glas Wein trinken etc. Sie hat auch desöfteren auf unsere Hündin aufgepasst, wenn wir abends oder über Nacht nicht da waren, die beiden kennen und lieben sich also auch und unsere Hündin war auch schon oft bei ihr in der Wohnung und im Garten.
Besagte Nachbarin ist nun seit gestern stolze Besitzerin eines zuckersüßen Labradorwelpens (gute 2 Monate alt, Rüde). Jetzt überlege ich, wie wir das erste Kennenlernen der beiden am besten gestalten und wann der beste Zeitpunkt ist - der Kleine soll ja auch erst mal etwas ankommen, auf der anderen Seite sollen sie sich so früh wie möglich kennenlernen.
Uns ist wirklich wichtig, dass das mit den beiden gut klappt, weil wir uns ja auch in Zukunft gerne wechselseitig mit Betreuung aushelfen und gemeinsam mit dann beiden Hunden etwas unternehmen wollen.
Habt ihr da gute Tipps für uns zum wann, wo und wie oder auch Dinge, die wir vermeiden sollten?
Lieben Dank schon mal!
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Aber gern doch:
- niemals im Revier von einem der beiden kennenlernen, also eher mal irgendwohin fahren ins Grüne, das keiner der beiden kennt und als Revier beanspruchen würde. Nehme an, nachdem Deine Hündin bei der Nachbarin schon öfter war, daß sie dort evtl. auch anfangen könnte, deren Wohnung und Garten als ihr Revier zu sehen, daher besser irgendwo außerhalb.
- Wenn man dort ist, erstmal die Hunde aus den Autos rausnehmen und anleinen, dabei aber noch nicht zusammenlassen. Dann losgehen mit etwas Abstand. Dann sieht man schon die Reaktion. Normalerweise sollte die auf beiden Seiten halbwegs gesittet und freundlich bis desinteressiert ausfallen. Wenn alles normal verläuft, also friedlich, dann kann man nach ner Weile gemeinsamen Laufens die beiden mal loslassen und schauen, wie sie miteinander agieren. Und wenn das alles ok ist, dann würde ich mit beiden Hunden zusammen ins Haus der Nachbarin gehen. Dieses vorher entsprechend vorbereiten: jedem Hund einen festen Platz zuweisen, kein Spielzeug oder Futter rumliegend (Ressourcenverteidigung!). Der Hündin gleich klarmachen, wo sie zu liegen hat (mit einer eigenen Decke o.ä.), alles Andere ist das Reich vom Gastgeberwelpi bzw. der Gastgeberin. Wichtig: den Welpen dann von diesem Platz fernhalten, damit sie nicht anfängt, ihre Decke zu verteidigen!
Deine Hündin darf sich wehren (in seine Richtung schnappen, grummeln, was auch immer), wenn der Kleine zu aufdringlich wird; oft führt es dann zu Schreianfällen beim Welpen, wenn sie dann korrigiert werden vom erwachsenen Hund: die können supergut "schauspielern"..... *gg Hört sich dann an, als würden sie grad bei lebendigem Leib aufgespießt! Nicht ins Bockshorn jagen lassen, meist ist gar nichts passiert, als daß der Kleine sich für sein freches Verhalten angemessen eine "eingefangen" hat! Ob die Hündin überreagiert, sieht man nomalerweise recht schnell: wenn der Welpe in der nächsten Viertelstunde etwas vorsichtiger geworden ist, sich ihr aber weiterhin nähert, war die Korrektur der Hündin adäquat. Verkriecht er sich unterm Bett und kommt nimmer raus, hat sie wohl etwas übertrieben. Dann lieber nochmal angucken, daß der Zwerg nirgends verletzt ist oder nen Kratzer hat.
Wenns der Hündin zu viel wird mit Bedrängen, nehmt sie raus und haltet den Welpen etwas fern.
Beim ersten Mal würde ich vielleicht auch nur zusammen ne Runde gehen, und dann beim zweiten Mal anschließend alle zusammen zur Nachbarin gehen. So gewöhnen sie sich langsam aneinander.
Am wichtigsten sind halt klare Regeln wie die mit dem eigenen Platz für die Hündin bei der Nachbarin- und alles außer diesem Platz gehört der Nachbarin selbst, hat sie nicht zu beanspruchen. Und eben keinen Grund geben, Ressourcen zu verteidigen, indem man mögliche Streitpunkte vorher wegräumt.
-
Gute Tipps! So würde ich es auch machen.
Zum Zeitpunkt: der Welpe sollte erstmal eine neue Bindung und Vertrauen zur Nachbarin aufbauen. Diese ersten Tage gehören beiden allein, jeder andere Mensch oder Hund stört nur. Je nachdem sich das entwickelt, war bei meinen Hunden nach etwa einer Woche die Zeit reif, ihnen neue Leute/Hunde vorzustellen.
Was vorher vielleicht noch ginge, wäre ein Tuch mit Welpenduft, das die Hündin sich an den neuen Geruch im Haus gewöhnen läßt.
Bei der Zusammenführung wäre ich anfangs eher vorsichtig. Nicht alle Hündinnen sind von fremden Welpen begeistert. Meine Rüden waren da deutlich toleranter als meine Hündinnen.
-
Lieben Dank euch beiden schon mal für die vielen tollen Tipps
Die vorgeschlagene Vorgehensweise von BieBoss hört sich nach einem super Fahrplan an! Ich bin echt gespannt, inwiefern sie den Welpen korrigieren wird. Grundsätzlich "wehrt" sie sich bei anderen Hunden ja nie wirklich, sondern zieht sich eher zurück, wenn ihr einer auf die Nerven geht. Das trifft sowohl auf größere als auch kleinere Hunde zu. Bei Welpen, die man so mal beim Gassi gehen trifft, freut sie sich immer einen Ast ab, aber keine Ahnung, wie das mit einem Welpen ist, der näher dran ist und ggf als Rivale angesehen werden könnte...
Was ich noch vergessen habe: gesehen hat meine Hündin den Kleinen insofern schon, dass man von unserem Wohnzimmer (grosse Glasfront) und Balkon genau in ihren Garten schaut. Immer wenn sie ihn da rum laufen sieht, wedelt sie total aufgeregt mit dem Schwanz und kommt zu mir gerannt wie um zu sagen "guck mal, da unten ist er". Für mich sieht es nach Freude/ Neugierde aus, zumal sie bei unliebsamen Besuchern im Garten der Nachbarin wie Katzen schon mal auch oben das Knurren anfängt. Auf der anderen Seite freut sie sich ja draußen auch erst mal immer über jeden Hund und sie hat sicher noch nicht realisiert, dass er jetzt immer da sein wird
.Quarus - danke auch für den Tipp mit dem Tuch, das werden wir auch machen!
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!