Entertainment an der Leine

  • Hallo zusammen,

    seit einigen Wochen tummelt sich in meiner Kleinfamilie (2 Kater und meine Wenigkeit) auch eine Miniatur-Hundedame (Yorkie, Minimalteser, irgendwas in der Größenordnung). Wir gehen selbstverständlich regelmäßig Gassi und wo immer die Zeit es erlaubt, versuche ich, neue Routen zu finden, sodass die Spaziergänge uns beiden nicht zu langweilig werden. Bei der ersten Runde morgens um halb sechs und der letzten Abends um halb elf, beschränken wir uns aber doch auf die Nachbarschaft und da sie noch nicht zuverlässig auf mich hört, geht sie da an der Leine. Frage ist jetzt: Was kann ich denn bei diesen Spaziergängen mit ihr anstellen, um sie ein wenig zu fordern und ihr Abwechslung zu bieten? Ich probiere es immer mal wieder mit Gehorsamsübungen. Problem dabei ist allerdings, dass sie "draußen" nicht wirklich an Leckerlis interessiert ist. Wenn sie mal eines nimmt, wird es nicht aufgefuttert, sondern fein säuberlich am Wegesrand unter einigen Blättern deponiert. Ich vermute, es gibt da einen geheimen Leckerli-Ring mit den Hunden aus dem Viertel ;o).

    Bälle werfen funktioniert an der Leine gar nicht, lossprinten funktioniert bei mir gesundheitlich nicht, plus ich hätte echt Schiss, aus Versehen auf sie zu treten, wenn ihr plötzlich in den Kopf kommt, mir vor die Beine zu laufen. Um Stöckchen rangeln ist kurzfristig mal interessant, nach zehn Sekunden und zwei mal werfen, verliert sie aber auch da eher das Interesse, weil ein zwei Meter weit geworfenes Stöckchen wahrscheinlich schlicht lahm ist.

    Habt Ihr noch tolle Ideen, was wir anstellen können?

    Viele Grüße
    Hasret

  • Zitat


    Ich probiere es immer mal wieder mit Gehorsamsübungen. Problem dabei ist allerdings, dass sie "draußen" nicht wirklich an Leckerlis interessiert ist.

    Ja und? Oder ist deine Gehorsamsübung fressen :???: Gehorsamsübungen wären für mich ordentlich an der
    Leine laufen, sich dabei an mir und meinem Tempo orientieren. Sitz, Platz und Steh üben. Rückruf üben.
    Schau üben (also dass sie sich anschaut wenn du sie ansprichst. So was in der Art eben. Fressen wäre nicht
    dabei.

    Apportieren kannst du an einer langen Leine üben, wenn sie das mag. Nimm etwas, was sie gut tragen kann.
    Stöckchen sind da nicht ungefährlich, würde ich drauf verzichten. Es gibt auch kleine Dummys, mujßt du halt
    versuchen ob sie die am Anfang schön trägt.

  • Es kommt auf die Art deines Lobes an. Meine Hunde freuen sich mehr über ein wirkliches Lob als über 3 kg Futter.

    Es gibt viele Sachen, die man mit einem Hund auch in der Stadt machen kann. Du übst z.B. das an der Leine laufen und drehst mal einen Kreis um Laternen, Mülltonnen oder was immer deinen Weg kreuzt.
    Du kannst Leckerchen, Spielzeug etc ein Stück weiter im Gras oder im Herbst unter Laub verstecken.
    Mein Hunde lasse ich ab und zu gelernte Tricks machen. Der Hund soll sich um die eigene Achse drehen oder ich lass den Hund ein Stück rückwärts laufen etc.

    Wenn dein Hund noch nicht aufmerksam ist, würde ich am Blickkontakt arbeiten.

    Was auch sehr schön ist, das ist Nasenarbeit. Vielleicht wäre ja die "Weg zurück Suche" etwas für euch. Du verlierst auf dem Weg etwas für den Hund interessantes, gehst ein Stück weiter und lässt ihn auf dem Rückweg das Teil suchen.

  • Ich weiß jetzt nicht genau wie dein Tagesablauf aufgebaut ist aber wenn du ausser früh morgens und spätabends mit ihr ins Feld gehst und sie dort ohne Leine beschäftigst, ist Beschäftigung an der Leine vielleicht gar nicht nötig.

    Lino und Ich gehen morgens meistens 15 Minuten in den Park und er wird da von mir nicht groß beschäftigt. Er schnüffelt an der (Flexi) Leine, markiert und latscht neben mir her.
    Aktion und Beschäftigung gibt es bei uns eher mittags oder spätnachmittags bei einem ausgiebigen Wald oder Feldspaziergang. Oder wenn wir in die Hundeschule oder zum Mantrailing gehen.
    Ich bin kein Freund von ständiger Bespaßung =)

  • Sehe es wie Lisa88.

    Ich würde auch nicht zu viel machen. Ich glaube die Kleine muss vielleicht auch erst mal ankommen.
    Meine Hündin hat anfangs draußen auch nicht gefressen. Zum Einen war die Umgebung interessanter, das "Ankommen", zum anderen war sie bestimmt auch unsicher und wollte Stress vermeiden, da immer ein anderer Hund kommen könnte, während sie frisst (Große Sachen frisst sie draußen noch immer ungern).

    Was geholfen hat: Zeit, kleine(!) Ein-Haps Leckerchen, die besonders toll schmecken (habe damals Pansen klein gemacht) und Futterbeutel.

    An der Leine kann man übrigens trotzdem kleine Suchspiele machen, Fußlaufen üben (auch mit Richtungswechseln und Rückwärtslaufen, sowie plötzliches Stehenbleiben, Drehungen auf der Stelle etc), Pfötchen/High Five etc.

    Aber wenn sie draußen noch unaufmerksam ist, würde ich ihr erst mal ein wenig Zeit geben und sie nicht überfordern.
    Trotzdem könntest du klare Regeln einführen wie "Sitzen bevor wir die Straße überqueren" und das konsequent durchziehen, um da einen Einstieg zu finden, Grundgehorsam mit immer größeren Reizen zu üben.

  • Ja einen bestimmten Grundgehorsam fordere ich auch. Dazu gehört gesittet Laufen je nachdem was verlange, Fuß oder eben ohne zu zerren bei mir.
    Sitzen wenn wir anhalten usw. Das bauen wir automatisch mal mit ein.

  • Wie alt ist Dein Hund denn und kann er, wenn er erst mal gut genug hört, später auch ohne Leine laufen?

    An der Leine trainiere ich nur, was an der Leine wichtig ist. Fuß, Sitz, Platz etc. Und da Devlin da so drauf abfährt und sonst unterwegs alles einsammelt, geb ich ihm ein Spielzeug, das er tragen kann. Aber direkt beschäftigen an der Leine möchte ich ihn nicht, denn er soll ja irgendwann mal auch unangeleint laufen und da werden dann Spiele gemacht beim Spaziergang, aber er soll schon lernen, dass an der Leine nicht gespielt wird. Denn wenn er erst mal älter ist, darf er ja beim Waldspaziergang ohne Leine laufen. Die Leine ist gedacht für Hundebegegnungen, wo man erst klären muss, ob die Hunde klarkommen. Oder für kurze Einkäufe in der Stadt etc. An der Leine soll er später brav nebenher laufen, daher spiele ich bewusst nicht mit ihm, wenn er angeleint ist. Gespielt wird zuhause im Garten oder unterwegs im Wald, wenn weit und breit nichts und niemand zu sehen ist und ich dann ableinen kann kurz.

  • Hui gar nicht so einfach, danke Euch für die vielen Antworten!

    Aaaalso. Frau Idefix ist etwas über zwei Jahre alt und ja, ankommen ist definitiv noch ein Thema. Sie hatte schon einige Vorbesitzer und taut erst so nach und nach auf. Einer der Gründe, warum ich mich mit ihr beschäftige, wo immer es geht. Bindungsaufbau halt.

    Unser Tagesablauf ist in etwa wie folgt:
    05:30 Aufstehen - erste Gassirunde, entweder um den Block (etwa 30 Minuten) oder in die Rheinwiesen

    Den Tag über (etwa ab 09:00) ist sie bei meiner Nachbarin, die mit ihr Gassi geht und meist zwei mal etwa eine Stunde unterwegs ist.
    Ansonsten gibt es da Frühstück, Kuscheln/Schlafen auf der Couch und Spielen, je nach Lust, Laune, Wetter etc.

    Ca. um 17 Uhr bin ich wieder da, dann kläre ich kurz ab, wie viel Bewegung sie schon hatte und je nachdem (auch wie heiß es zum Beispiel ist, Hitze findet sie schrecklich, Regen ist OK, solange man durch Pfützen preschen darf) geht es dann kurz raus und um den Block, oder alternativ in die Rheinwiesen, zum Stall oder ins Neusser Umland. In den Rheinwiesen darf sie ohne Leine durch die Gegend zockeln, da spielen wir dann auch mal mit dem Ball oder ich verstecke mich hinter einem Baum oder, wenn wir ein ruhiges Plätzchen finden, üben wir Sitz und Platz. Am Stall ist sie ebenfalls ohne Leine, bei neuer Umgebung und Touren um den Wohnblock nicht.

    Abends ist natürlich immer unterschiedlich. Mal Couch mit den Katern, mal Balkon (mit den Katern), mal tummelt sich das vierbeinige Volk gemeinsam oder getrennt auf den Sofas / dem Bett während ich Haushalt oder Arbeit am PC fröhne.

    Um zehn, spätestens halb elf ist dann die letzte Runde (etwa 30 Minuten) und danach lese ich meist noch im Bett und kraule sie dabei.

    Einen Dummy habe ich auf die schnelle noch nicht bekommen, statt dessen habe ich gestern Abend dann mal eine der kleineren Stoffmäuse mitgenommen. Klappte eine Obedience Übung, wurde die Maus geworfen und danach durch die Gegend getragen. Ließ sie sie fallen, verschwand die Maus erst mal wieder in der Tasche und ein paar Minuten später gab es dann halt wieder ein "Sitz". Ich verstehe aber auch den Gedanken, dass Hund an der Leine bedeuten kann "hier wird nicht getrödelt".

    GANZ toll wäre natürlich, sie irgendwann ohne Leine laufen lassen zu können, dabei aber zu wissen, dass sie nicht auf die Straße läuft und ich sie abrufen kann, wenn ich denke, dass es Not tut. Wenn sich aber herausstellt, dass wir das nur in den Rheinwiesen hinbekommen, kann ich damit auch leben. Momentan geht es mir erst mal darum, wirklich einen Draht zu ihr zu bekommen und zu schauen, womit wir beide uns am wohlsten fühlen.

  • Zitat


    GANZ toll wäre natürlich, sie irgendwann ohne Leine laufen lassen zu können, dabei aber zu wissen, dass sie nicht auf die Straße läuft und ich sie abrufen kann, wenn ich denke, dass es Not tut.

    Hi, damit wäre ich allgemein sehr vorsichtig. Ich habe es leider selbst schon erlebt, dass Hunde, die offline an der Straße laufen, einfach mal (m)einen Hund auf der anderen Straßenseite ankläffen und dabei nicht auf Autos achten.
    Generell sind alle Hunde, die ich kenne, die ohne Leine an der Straße laufen, eher solche Hunde mit tiefenentspannten Frauchen, die ganze Sätze mit dem Hund redet wie "Ach Fifi, bleib bitte auf den Bürgersteig" und generell glauben, den friedfertigsten Hund der Welt zu haben, ohne ihn als Hund tatsächlich wahrzunehmen.

    Es gibt bestimmt auch andere Beispiele. Ich kann mir vorstellen, dass es auf den Hund ankommt. Aber generell würde ich davon ausgehen, dem Hund nie 100%ig vetrauen zu können.
    Beispiel: Eine Katze oder ein Karnickel fegen über die Straße, der beste Hundekumpel wedelt freudig da drüben, der schlimmste Erzfeind kläfft von der anderen Straßenseite aus oder was ganz Banales: Eine Eichel fällt neben deinem Hund von einem Baum, der Hund erschreckt sich und macht einen Satz auf die Straße.
    Also ich wäre da vorsichtig, aber das liegt vielleicht an meinem schreckhaften Hund, der auch gerne vor Fußgänger oder Fahrräder läuft, weil die bestimmt anhalten :ugly: . Im Forum gibt es ein paar, die das ganze auch lockerer sehen.

    Generell klingt das nach ganz schön Programm für deinen Hund. Wie schon geschrieben, wird vieles mit der Zeit von allein kommen.
    Was wir zum Bindungsaufbau gemacht haben: Kuscheln mit Körperkontakt, draußen gemeinsames Raufen oder Fangen spielen, Futtersuchspiele. Habe mich draußen auch öfter versteckt und Leckerchen auf dem Boden/in der Baumrinde vereilt und so getan, als würde ich dort auch suchen. Hundi kam und wir haben gemeinsam das Futter gesucht. Das hat vor allem viel geholfen, als sie in der Anfangszeit ohne Leine zwar gehört hat, aber sehr unaufmerksam war.

    Ich habe in einem Buch auch gelesen, dass es für die Bindung sehr förderlich ist, aus Hundesicht ein souveräner Führer zu sein. Heißt zum Einen, immer gleich und konsequent zu handeln, zum Anderen (bei uns auch wichtig), zB einem unsicheren Hund Führung und Sicherheit zu vermitteln.

    Ich hoffe das hilft dir irgendwas :) Ansonsten weiterhin viel Erfolg und Spaß mit deiner Kleinen und dass ihr ein tolles Team werdet. :gut:

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