"Angsthund" & mehr Probleme

  • Hallo ihr Hundefreunde! Ich bin neu hier & lege direkt mal los! :hilfe: Ich hoffe der ein oder andere hat einen Rat für mich & ich werde nicht zerfleischt, wenn ich Fehler mache :gott: :smile:


    Aaaaalso, mein Hundemädchen ist relativ jung, aber für viele Sachen vllt schon "zu alt" (ich meine evtl Erziehungssachen). Sie ist fast 3 Jahre alt und ich habe sie vom Tierschutz als Pflegestelle aufgenommen und behalten. Sie wurde aus einer Familie rausgeholt, die Welpen verkaufte, als wären es Plüschtiere. Eine Mutter gab es irgendwie nicht mehr & sie war die einzige, die gesund war. Sie war ca 8 Wochen alt. Die ganzen Dinge wie an der Leine gehen, Sitz & Platz machen, Herkommen und auf den Platz gehen waren wirklich eine Herausforderung, aber mit viel liebe & Zuneigung hat es geklappt! Sie kennt manchmal den Unterschied zwischen Sitz & Platz nicht - es stört mich zwar nicht, es wundert mich nur. Wir haben es nicht gleichzeitig erlernt.

    Leider hat sie viele andere "Probleme", mit denen ich nicht weiß umzugehen.

    1. Sie hat vor aaaalllem generell erstmal Angst. Alles was groß ist und Geräusche machen kann (Wäscheständer, Wäschekörbe, Flaschen, Tüten, Müllsäcke, Geschirr, Staubsauger usw) Wenn mir ausversehen was runterfällt rennt sie mit eingezogenem Schwanz so schnell wie möglich weg & es ist auch schon vorgekommen, dass sie dann aus Panik gepinkelt hat. Ich würde ihr sooo gerne diese Angst nehmen!

    2. Wenn es bellt, egal wann und auch egal wo wir sind (ob nun bei Freunden oder meinen Eltern & zu hause erst recht) fängt sie richtig hysterisch an zu bellen und gegen die Flurtür zu springen. Ob ich da nein oder aus sage oder was auch immer - ich komm nicht weiter.

    3. Wenn sie frisst (aus ihrem Futternapf der ständig an derselben Stelle steht, der stand nie woanders & ich meine auch, der steht in einer ruhigen Ecke wo nie jemand außer ihr ist - seidenn ich sauge oder wische) darf ihr niiiiemand zugucken. Wenn mein Freund oder ich dann hingucken, hört sie auf zu fressen und bleibt da stehen und wartet bis wir weggucken. Trinken geht ganz normal.

    4. Wir haben für sie einen Kennel. Erst hatten wir einen großen, nun einen kleineren und das ist ihre Höhle wo sie sich wohlfühlt und machmal garnicht rauskommt weil sie sich darin rumlümmelt. - Das wollte ich nur kurz erwähnen, als Information, weil sie hier alles zerflücken würde wenn wir weg wären oder schlafen würden und sie einen ganzen Raum zur Verfügung stehen hätte.


    5.Wenn wir auf der Straße oder wo auch immer beim Spazieren andere Hunde treffen, will sie grundsätzlich an dem anderen Hund schnuppern, mag es aber fast nie, wenn ein Hund an ihr schnuppern will. Unter Umständen will sie dann auch beißen. Grad der Hund meiner Schwiegereltern ist total lieb und will nur an ihr Schnuppern, aber sie will es nicht, verkriecht sich in der letzten Ecke und wenn der Hund ihr zu nahe kommt, beißt sie. Das letzte mal musste ich sie wegnehmen, weil der Hund fast zurückgebissen hätte, und der ist um einiges größer, da hatte ich Angst er könne sie tot beißen.

    Ja. Ich glaub das war es erstmal mit Problemchen. Ich bin mir darüber im klaren, dass ich evtl mit diesen Sachen zu tun habe & kann versichern, dass ich es mit meinem Hund nie schlecht meine. Ich wäre dankbar für Ratschläge und Tipps, damit mein Hund entspannter leben kann!

    Achso: Ansonsten hat sie einen relativ klaren Tagesablauf. Morgens spazieren gehen, Mittags spazieren gehen, Abends spazieren gehen. Sie kennt ihre Zeiten so genau dass sie immer schon wartet wenns mal 10 Min. später werden. Wir haben auch ein Intelligenzspielzeug was hier und da mal zum Einsatz kommt und sonst sehen wir zu, dass sie sich sehr gut austobt & ausgelastet ist. Allerdings versteht sie auch manches nicht. Wenn ich irgendwo hinzeige dann schaut sie zb. auf meinen Finger und nie auf die Stelle die ich meine. Meine anderen Hund die ich hatte / und auch fremde Hunde haben es verstanden. Ich weiß nicht ob es " Standard " ist , dass ein Hund das versteht. Oder sie versteht nicht, wenn ich ihr was gebe (Kauknochen etc) dass sie es auf ihren Platz bringen soll. Also ich gebe es ihr und sag ihr sie soll auf ihren Platz gehen dann lässt sie das fallen und geht dann auf ihren Platz , beides zusammen geht irgendwie nicht. Und was noch so ein Thema ist: Sie nimmt von mir immer fressen an von meinem Mann jedoch nicht !? Sie schaut ihn dann an, kann es nicht annehmen, und wenn doch, kaut sie nicht sondern behält es einfach im Mund...

    :headbash: ich weiß, das war jetzt ganz schön viel ... aber wie gesagt: vllt. hat jemand wertvolle Tipps für mich & meine kleine!

    Danke !!! :gott:

  • Hallo,

    vorweg, ein Hund ist nie zu alt, um zu lernen und mit 3 Jahren ist Dein Hund noch jung. Sie wird noch ganz viel lernen.

    Wie lange ist sie schon bei Dir?
    Wurde sie überhaupt sozialisiert oder lebte sie bei dem "Züchter" total abgeschottet?

    Hast Du mal KOntakt zu einem HUndetrainer aufgenommen?

    Dass sie vor allen fremden Dingen Angst hat, zeigt, sie hat in der Prägephase und als Junghund nicht viel kennen gelernt und muss das jetzt lernen wie ein Welpe, wobei das natürlich nicht so leicht ist
    Wie verhältst Du Dich, wenn sie so panisch reagiert?

  • Hallo Conny!

    Danke dir erstmal für deine Antwort :gut:

    Ich habe sie mit ihren 8 Wochen aufgenommen, sollte nur als Pflegestelle fungieren, habe sie dann aber behalten.
    Eigentlich habe ich mir ziemlich mühe gegeben, sie an alle Dinge zu gewöhnen. Alles ging aber totaaal schwer bei ihr, irgendwie. Alles hat viel länger gedauert als bei den anderen Hunden. Dann das an der Leine gehen üben war ein Theater. Hatte erst total Angst vor der Leine, aber ich habe, wie bei den meisten ihrer Ängste, nicht darauf reagiert weil ich denke, dass es das nur verschlimmert. Hinterher haztte sie keine Angst mehr vor der Leine, sondern hat sie immer selber geschnappt und ist dann quasi mit sich selbst spazieren gegangen. Da hab ich nichts gegen gemacht, fand es besser als vorher :/ Inzwischen klappt es ja. Aber SITZ und PLATZ war alles seeehr schwer für sie. Also es auszuführen ging, aber das am nächsten Tag nochmal zu machen, war wieder schwer. Alles vergessen? :fear:

    Naja, sozialisiert... ich weiß nicht. Wir waren oft bei meiner Nachbarin und da hat sie mit dem Hund gespielt, aber sie war der dominante Part. Wie bei meinen Eltern auch. Die haben auch ne kleine Rasse und da ist sie auch der Rudelführer sozusagen. Bei dem (Schäfer-)hund meiner Freundin dasselbe. Katzen mag sie eigentlich - die Katzen sie aber nicht. Mein Bruder hatte auch 2 Ratten und eine hat er mal "laufen lassen" aufm Boden, zwischen seinen ausgestreckten Beinen, meine Hündin ist dann hingegangen - dran geschnuppert & zack - wollte sie zubeißen. Zum Glück nix passiert. Aber immerhin.

    Kontakt zu einem Hundetrainer habe ich noch nicht aufgenommen, weil ich glaub das würde mächtig ins Geld gehen :verzweifelt:

    Und ich finde, sie hatte viel Kontakt, z.B. ist sie auch viel im Auto und Zug mitgefahren, war oft draußen und nicht nur dieselben Wege und auch am See usw.
    Gerade fällt mir noch auf, dass sie auch zuhause ständig unruhig ist und erst ruhiig wird, wenn man ihr das Kommando gibt auf ihren Platz zu gehen oder sich hier oder da hinzulegen - von alleine kann sie sich nicht entspannen. :hilfe:

    Liebe Grüße

  • Was mir gerade einfällt: Wenn wir spazieren gehen, dann rastet sie VOLLKOMMEN aus wenn Hunde einfach an ihr vorbei gehen oder sie nicht auf die andere Straßenseite kann. Ich geh dann meistens einfach weiter und sag NEIN oder AUS und manchmal wenn es sich ergibt gehe ich dann in die entgegengesetzte Richtung - ob das richtig ist, weiß ich nicht :P

  • Hast du schonmal die Schilddrüse kontrollieren lassen?. Diese Angst- und Panikattacken hören sich sehr nach massiven Schilddrüsenproblemen an.

  • Zitat

    Hast du schonmal die Schilddrüse kontrollieren lassen?. Diese Angst- und Panikattacken hören sich sehr nach massiven Schilddrüsenproblemen an.

    Diese Möglichkeit solltest Du in Betracht ziehen, Lorie.

    Die anderen Probleme sind schon sehr massiv und ich denke, das Sinnvollste ist es, einen Hundetrainer kommen zu lassen.

    Zitat

    Wie bei meinen Eltern auch. Die haben auch ne kleine Rasse und da ist sie auch der Rudelführer sozusagen


    Bist Du Dir da sicher oder geht Deine HÜndin nach vorne, dem Motto nach "Angriff ist die beste Verteidigung"?

  • Der Hund ist ja nicht schlecht sozialisiert, er hat den Großteil der Prägungsphase bei ihr verbracht.

  • Zitat

    Der Hund ist ja nicht schlecht sozialisiert, er hat den Großteil der Prägungsphase bei ihr verbracht.


    Die Prägungsphase ist zwischen der 4. und 7. Lebenswoche
    Die Sozialisierungsphase beginnt mit der 8. Woche

  • Was nicht unbedingt viel bedeuten muß.
    Wurde der Hund in den ersten acht Wochen "behütet" beim Züchter gehalten,
    sprich immer im Gehege, egal ob Wohnung und Garten, und sonst nichts, kann der auch nicht so viele Verknüpfungen bekommen.

    Gerade da sind Züchter gefordert.
    Ab einem bestimmten Alter raus zum Gassi gehen, raus in die Stadt, raus aufs Land.
    Besucher kommen lassen, Kinder toben lassen.

    Geräusche, die normal sind, in der Wohnung Staubsauger, Fön und Co,
    und draußen halt die Autos, LKWs, Motorräder und so weiter.

    Mal auf, natürlich ausgesuchten, aber immerhin andere Plätzen mit den Kleinen.
    Autofahren, und das nicht nur zum Tierarzt.


    Werden die Welpen, wie man es schon mal so hört, nur in einem Verschlag, wie Pferdebox, aufgezogen und quasi bis zur Abgabe da drin gehalten, so fehlen ihnen bestimmte Verknüpfungen, die man später schwer "reparieren" kann, selbst wenn man sofort mit der 8. Woche, also sobald der Hund da ist, anfängt.


    Schilddrüse kann tatsächlich eine Ursache sein.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

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