HILFE! Meine kleine Maus rastet aus!

  • Hallo ihr Lieben!

    Mein Freund und ich haben seit einem halben Jahr eine kleine Cairn Terrier-Dame, die unseren Alltag bereichert. Wir haben die Kleine mit 11 Wochen vom Züchter bekommen. Da es unser erster eigener Hund ist (meine Eltern haben früher Schäferhunde ausgebildet), war das schon eine ziemliche Umstellung und wir mussten vieles selbst erst lernen und ändern.

    Eigentlich hat sich die Maus ganz gut getan, was das Alleine bleiben angeht. Wir haben das sehr langsam und in Ruhe angefangen, erst nur kurz vor die Tür, dann mal länger raus und am Ende dann auch mal gerne 1-2 Stunden zum Einkaufen alleine gelassen.
    Das ging immer gut. Sie hat nix angestellt, hat meistens geschlafen und war brav.
    Seit ein paar Wochen fängt sie jetzt aber an, Dinge anzustellen (liebend gerne im Haus meiner Schwiegereltern). Sie räumt Taschen aus und kaut auf dem Inhalt rum oder frisst ihn. Sie wirft Brillen von Tischen, zerreißt Bücher, räumt Blumentöpfe aus....Sie krabbelt überall hinauf und wirft alles runter. Es ist eine kleine Katastrophe.

    Wir haben Sie über den Tag, während wir arbeiten sind, bei meinen Schwiegereltern. Die haben auch eine Cairn-Dame. Klar, sind Welpen und Junghunde, gerade Terrier, immer sehr stürmisch und kaum zu halten, wenn sie mal loslegen. Aber warum fängt sie jetzt so extrem damit an und wie kann ich das wieder aus ihr raus bekommen?
    Ich habe Angst, dass meine Schwiegermutter iwann die Faxen hat und sie nimmer nehmen will oder womöglich noch in eine Box steckt, wenn sie net daheim is.

    Habt ihr ne Idee oder könnt ihr eure Erfahrungen mit sowas teilen?

    Vielen Dank schonmal!

  • Der Hund ist ein halbes Jahr jung! Er kann daheim alleinbleiben, das ist in dem Alter schonmal eine Leistung.

    Aber in fremder Umgebung (also nicht daheim) dasselbe zu erwarten, da verlangst Du zu viel.

    Hunde lernen Orts- und Situationsgebunden, personenbezogen etc. Was bei Dir klappt, klappt bei Deinem Mann nicht notwendigerweise auch, was daheim im Haus klappt, funktioniert nicht unbedingt auch gleich mi Freien. Alleinbleiben daheim ist was Anderes als Alleinbleiben woanders! Will heißen: Alleinbleiben woanders wil genauso aufgebaut werden wie daheim. Geht sicherlich schneller, wenns der Hund daheim schon kennt - aber er muß erst lernen, daß woanders auch keine Gefahr droht, wenn er alleinbleibt, und bi das klappt, dauert´s halt nochma ein bisserl. Also: erst ganz kurz, dann etwas länger, etc. dassebe Procedere wie Ihr es beim Daheim-Üben halt auch gemacht habt.

    Dann klappt´s auch mit der Schwiegermutter *gg

    Ansonsten kanns auch sein, daß der Hund grad nicht ausreichend beschäftigt ist kopfmäßig - also vielleicht auch ein bisserl "arbeiten" mit ihm, Suchspielchen oder so. Auch das macht den Kopf müde und verhindert gut weitere Flausen, zusammen mit dem Alleinbleib-Training.

  • Erstmal, wie alt ist die kleine jetzt?

    Aber im Allgemeinen: ein junger Hund durchlebt während dem erwachsen werden einige Phasen, sie werden immer selbstständiger und einfallsreicher, dazu kommt die Pubertät, und außerdem immer wieder mal eine Unsicherheitsphase, wo sie sich auf einmal vor Dingen fürchten, die ihnen bisher gar nichts ausgemacht haben.
    Es ist eigentlich ein ganz normaler Verlauf, dass ein Welpe erst immer braver wird, und dann aber während dem erwachsen werden wieder Rückfälle kriegt, also macht euch da keinen Kopf.
    Mein Rüde ist jetzt 1,5 Jahre alt und ich musste in der Zeit das Alleine sein zwei mal von Null weg wieder aufbauen, da er es auf einmal nicht mehr konnte und wieder anfing Sachen zu zerbeißen oder zu heulen. Beim zweiten Mal ging es aber schon viel schneller und er konnte nach zwei Wochen Training wieder 5 Stunden problemlos alleine bleiben.

    Was genau ist bei euch das Problem? Nur das alleine bleiben? Oder macht sie den Radau auch wenn jemand Zuhause ist?
    Wichtig ist, dass ihr das Verhalten nicht einreißen lasst. Ihr sollt Verständis haben für euren pubertierenden Junghund, aber gewisse Regeln müssen trotzdem eingehalten werden.
    Wenn sie das auch macht wenn ihr da seid, dann würd ich mal anfangen das konsequent zu beenden und ihr eine Alternative zu bieten. Wenn sie auf das Abbruchkommando nicht (mehr) reagiert, brecht sie eben "manuell" ab. Keinesfall irgendwie grob, sondern zb ruhig vom Tisch runter nehmen, oder bestimmt zwischen sie und das Objekt stellen das sie gerade gerne vernichten würde und sie weg schicken oder eben weg tragen bzw wenn ihr das nicht wohl ist eine Hausleine dran lassen (so ne leichte 1-2 Meter Leine) und sie daran abführen. WIchtig ist, dass ihr nicht emotionsgeladen an die Sache ran geht sondern ruhig und gelassen bleibt :-)
    Und wenn ihr ihr unerwünschtes Verhalten beendet habt, lasst sie nicht im Regen stehen sondern bietet ihr eine erwünschte Alternative, zum Beispiel einen Kauartikel, und lobt sie wenn sie sich damit beschäftigt.

    Was das alleine bleiben angeht: Baut es neu auf.
    Bleibt sie im Ganzen Haus alleine? Eventuell wäre es klug ihr nur einen Raum zu lassen. Viele Hunde stresst es, wenn sie so viel Raum überschauen müssen. Meiner zb rennt dann ständig hin und her weil er überall gleichzeitig sein will, und das stresst dann natürlich, und dann kommen die üblichen Symptome.
    Sucht ihr am besten ein Zimmer in dem sie so wenig wie möglich anstellen kann. Räumt Sachen weg an die sie rankommt, stellt die Stühle auf den Tisch damit sie nicht hoch kommt. Versucht einfach mal ihr zu helfen alles richtig zu machen, indem ihr erstmal ein paar Risikoquellen entfernt, sonst wird das was sie macht zur Gewohnheit.

    Achja und noch was. Nur weil sie bei euch alleine bleiben kann, muss sie das noch nicht beiden Schwiegereltern können. Hunde lernen ortsbezogen :)

  • Dein Hund ist jetzt knapp 9 Monate alt und er wird erwachsen, so langsam, da verändert sich auch der Anspruch seiner geistigen und körperlichen Auslastung. Er will und braucht mehr und vielleicht ist er nicht genügend ausgelastet, bevor er allein bleiben soll.
    Dann kommt noch dazu, dass er nicht zuhause allein bleiben soll, sondern woanders, auch wenn er den Ort kennt, es ist nicht sein zuhause.
    An diesen beiden Punkte würde ich ansetzen...

  • Hi!

    Vielen Dank schonmal für die vielen Infos, die ihr mir so schnell geben konntet.

    Ja, ich denke, dass die Kleine demnächst in Ihre "heiße Phase" kommen wird und dann noch das unkontrollierbare Pubertäts-Verhalten...da kann einiges zusammen kommen denke ich.
    Wenn Sie sich bei den Schwiegereltern aufhält, ist meist sogar noch eine andere Hündin dabei. Aber die liegt nur rum und lacht sich wahrscheinlich noch ins Hemd, wenn unsere alles kaputt macht :-)

    Ich denke ihr habt Recht, sie hat eigentlich nie richtig gelernt dort alleine zu bleiben. Generell haben wir das nur daheim geübt und gedacht, wenn es da geht, geht es auch woanders. Da hab ich mir garnicht so die Gedanken gemacht. Aber es klingt logisch!

    Ich werd mich jetz mal wieder vermehrt dran machen und mir ihr bisl Klicker-Training machen. Das scheint sie unheimlich gerne zu machen. Nur morgens, bevor ich sie weg bringe, so um halb 7...da isses doch ein wenig schwer schon auf 100% mit der Maus zu trainieren. Das mach ich meist lieber abends :-)

    Eine Bekannte hat mir schon dazu geraten, ein Spray-Halsband zu kaufen, mit dem wir dann per Kamera beobachten können, und im richtigen Moment handeln könnten. Aber ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee wäre. Bin mir da bisl unsicher.

  • Kamera ist eine gute Idee, weil man dann oft genau sehen kann wo das Problem beim alleine bleiben liegt.
    Sprayhalsband ist hingegen eine wahnsinnig schlechte Idee, denn ich denke du willst, dass deine Hündin entspannt alleine bleiben kann und sich nicht vor unberechenbaren Sprayattacken fürchten muss, ganz zu schweigen davon, dass sie es fehl-verknüpfen könnte und dann z.b. den anderen Hund angeht o.ä.
    Wenn ihr das Alleine bleibe sauber aufbaut wird sich ihr Verhalten auch bessern :)

  • Erinnert mich an Shayne in dem Alter, der hat irgendwann die Tapeten abgerissen. Haben eine Kamera aufgestellt und festgestellt, dass er nicht sonderlich gestresst wirkte. Außerdem hat er das auch in unbeobachteten Momenten gemacht, wenn Jemand zuhause war, er liebte die Zerstörung einfach.
    Er hat dann immer ein Spielzeugpaket bekommen. Sachen, die super klasse waren und er NUR haben durfte, wenn er alleine war. Was zum kauen, was zum spielen (Leckerlieball) und was zum zerfetzen (eine leere Klorolle mit Leckerlie drin). Er hat NIE wieder Tapete abgerissen oder sonstigen Unsinn gemacht!

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