Guten Rat! Mein Hund bellt meinen Vater an.

  • Um die Situation besser verstehen zu können, hätte ich da noch einige Fragen:

    Wie alt ist Wotan? Seit wann ist er bei dir/euch?
    Bellt er deinen Vater (bzw. meidet er ihn) auch an, wenn es nicht "um die Treppe geht"? (Also wenn sie z.B. gemeinsam im Wohnzimmer, im Garten, etc. sind) Oder ist es immer nur die Situation mit der Treppe und ansonsten ist Frieden?
    Hat Wotan schlechte Vorerfahrungen gemacht? (nicht unbedingt mit deinem Vater, auch andere?)
    Wie verhält er sich generell anderen Menschen gegenüber?

  • Da es zu diesem Problem beireits einen Thread gibt, und das Thema von damals immer noch aktuell ist,
    habe ich mir die Freiheit herausgenommen und beide Threads zusammengefügt.
    So können die User auch besser nachverfolgen, was seit damals so einiges getan hat.

    Nur, damit sich niemand am Ende wundert.


    Gruß
    SheltiePower

  • Hallo,

    ich habe sehr viel mit Wotan geübt, er ist knapp 2 Jahre alt und ungefähr Knie hoch.

    Ich habe so viel gemacht und nichts bringt etwas. Ich habe ihn zunächst in sein Körbchen geschickt und dann habe ich ihn immer gelobt wenn er ruhig war. Allerdings ging es kurz danach wieder los. Das habe ich so sehr lange gemacht, aber es bringt einfach nichts, dadurch das er immer bellt kann man sich nicht einmal kurz unterhalten, was echt stört. Ich habe auch versuch mich vor ihn zustellen um ihm zu zeigen, dass ihm nichts passiert. Ich weiß echt nicht mehr weiter.

    Mit freundlichen Grüßen

    Philipp

  • Ich glaub dass das "ins Körbchen schicken" schon der richtige Weg ist. Vielleicht sind die Zeitabstände zwischen den einzelnen Situationen aber zu lang und der Hund kann deshalb kein Lernverhalten aufbauen.

    Versuch doch mal gezielt mit deinem Vater und deinen Brüdern zu trainieren. Du hörst sie auf der Treppe und sagst "auf deinen Platz" und in dem Moment fliegt ein Leckerli ins Körbchen. Während er ruhig ist fliegen wieder Leckerlis ins Körbchen und dein Vater hält Abstand und ignoriert den Hund.

    So wird er es irgendwann bestimmt lernen. Nur Geduld. Ich denke, dass das bei deinem Hund viel mit Unsicherheit zu tun hat. Dann macht er einfach auf laut, weil er gelernt hat, dass die Leute ihm dann fernbleiben. Wirklich wichtig ist, dass dein Vater oder deine Brüder den Hund auch wirklich in Ruhe lassen, wenn er auf seinem Platz ist. Er soll sich dort sicher fühlen und zur Ruhe kommen.

    Hat meiner auch eine Zeit lang gemacht aber jetzt kennt er die Regel "ich gehe oder bleibe auf meinem Platz, da bin ich sicher".

    Den Rat deines Trainers würde ich nicht beherzigen. Den Hund zu nehmen und in den Flur zu nehmen schafft zu viel Dynamik. Du willst ja Klarheit und Ruhe. Außerdem hat der Hund dann die Erwartungshaltung das jetzt gleich was passiert, weil der Vater kommt. Du willst ihm ja beibringen, dass gar nix passiert, sondern nur ein paar feine Happen fliegen. Die Leckerchen reduzierst du natürlcih mit fortschreitendem Training.

  • Super :smile:

    Mir fällt gerade ein, dass letzten Samstag eine Folge von Martin Rütter wiederholt wurde, in der er zeigt, wie das Training mit dem Hundekorb aufgebaut wird. Vielleicht wäre es für dich interessant, dir das mal anzusehen.

    Gibts noch bis Samstag bei voxnow unter "Der Hundeprofi" kostenlos zum angucken. So, genug Schleichwerbung gemacht :lachtot:

  • Die wichtigste Frage wäre für mich: Wie steht dein Vater zu dem Hund?
    Hat er Angst? Oder kein Interesse? Dann ists schwierig.
    Meine Erfahrung ist leider: Was viele unter "nicht beachten" verstehen, kommt bei einem Hund total bedrohlich rüber. (Steife Körperhaltung, Hund immer verstohlen im Auge behalten usw). Was positiv wirkt: In die Hocke gehen, mit freundlicher Stimme sprechen, nicht verkrampft sein, Hund nicht anstarren, nicht schnell und frontal auf den Hund zugehen, Hund nicht zur Kontaktaufnahme zwingen, aber positive Annäherungsversuche bestätigen. Das Problem ist, das muss von Herzen kommen und kann nicht "geschauspielert" werden.
    Versucht ihr, eine positive Beziehung zwischen deinem Vater und dem Hund herzustellen? Gemeinsam spazieren gehen, draußen spielen etc? Dein Vater soll ja im Optimalfall nicht ewig wie ein "Fremder" behandelt werden.
    Geht der Hund zu deinem Vater hin oder hält er Abstand?

  • Wir kennen das Problem und konnten es lösen:


    Unser Schäfi-Mix war zum ersten Mal zu Besuch bei meinen Eltern. Ellis kannte sie schon vorher. Jedoch Oma und Opa nicht. Oma - kein problem, obwohl sie panische Angst vor Hunden hat. Opa baute sich aber vor ihr auf, sprach sie an und es ging los mit Flüchten und Bellen.

    Ich sollte wohl dazu erwähnen, dass sie aus sehr schlechter Haltung bei einer alkoholkranken Türsteherin stammt - wir vermuten, ihre angst vor großen, breiten Männern könnte daher kommen....

    Von da an hatte mein Opa kontinuierlich Leckerlies in der Hand, wenn sie kam. Käse, also was ganz feines. Er durfte sie nimmer direkt anschauen, oder direkt auf sie zugehen oder sich über sie beugen. Einfach dastehen, weiter mit anderen leuten reden und das leckerlie anbieten.

    Mit der zeit taute sie immer weiter auf, aus dem Bellen wurde ein unterschwelliges Wuffen und mittlerweile absolute Ruhe. Sie lässt sich sogar teilweise von ihm streicheln oder legt sich auf seine Füße unterm Tisch.

    Vielleicht würde sowas funktioneiren, falls nicht schon probiert.

  • Das Problem habe ich auch (auch wenn es sich bei uns zum Glück ohnehin jetzt erübrigt, weil wir umziehen). Wohnen im Moment im selben Haus wie mein Vater, und wenn der in die Wohnung kommt (oder am Fenster vorbeiläuft), macht unsere Hündin auch Stress bzw. hat Angst. Sie kommt aus Rumänien und ist schon grundsätzlich ein eher unsicherer Hund. Und meinen Vater kann sie z.B. einfach nicht richtig einschätzen und hat daher eher Angst, glaube ich. Alle anderen wickelt sie immer um den Finger, alle freuen sich, sie zu sehen, nur mein Vater steht eben nicht auf Hunde oder überschwängliche Begrüßungen ;) Er hat dann glaube ich auch etwas Angst, wenn sie so vor ihm steht und ihn anbellt, und wirkt wohl ungewollt (durch steife Haltung) bedrohlich auf sie.
    Hört sich bei dir erstmal ähnlich an. Hier kamen ja schon einige Vorschläge, die ich nur unterschreiben kann, also zum Beispiel - wenn dein Vater mitmacht, worauf meiner keine Lust hätte - dem Hund Leckerlies zu geben oder auch eine weniger bedrohliche Haltung einzunehmen (so wie doglovinging es beschreibt). Unsere Hündin lenken wir ab, indem wir ihr z.B. eine Kaustange geben, mit der sie ein Weilchen zu tun hat. Das wäre auch noch eine Übergangslösung, löst aber eben das Problem nicht. Ich denke, dein Vater muss dem Hund einfach zeigen, dass er keine Bedrohung darstellt :)

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