Kontakt-Tiere bei Sarkoptes-Räude
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Hallo,
habe mich in diesem Forum registriert, da ich an Eurer Meinung zu folgendem Problem interessiert bin:
Meine derzeitige Freundin (ohne Hund) lebt in einer WG, in der bei den dort lebenden 2 Hunden Sarkoptes-Räude diagnostiziert wurde. Mein eigener Hund ist auch von Zeit zu Zeit mit den Hunden in Kontakt gekommen.
Ich habe jetzt meinen Hund per Antikörpertest auf Räude untersuchen lassen, der aber negativ verlaufen ist. Zudem hat mein Hund keinerlei Symptome wie Kratzen etc.
Der TA der infizierten Hunde besteht nun darauf, dass ich meinen Hund mit Ivermectin behandele. Mein TA rät dringend davon ab, einem symptomfreien Hund dieses starke Mittel zu geben. Da mein Hund schon öfter empfindlich reagiert hat, möchte ich ihm diese Behandlung auch unbedingt ersparen.Habe vor 4 Wochen schon einmal prophylaktisch Advocate gegeben, aber dieses Mittel reicht nach Meinung des anderen TA nicht aus...
Mein Hund (bzw. ich) hat jetzt solange Hausverbot, bis ich in die Ivermectin-Behandlung einwillige...
Ist denn Advocate bzw. sind die üblichen hygienischen Maßnahmen hier nicht völlig ausreichend ?
Wie lange bleibt denn ein Hund ein Kontakt-Tier ?
Ich sitze da jetzt komplett zwischen 2 TA-Meinungen ...LG
vom Canoiden
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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Hi Canoiden,
was für ein Ivermectin-Präparat soll denn gegeben werden?

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Moin,
das Problem ist, dass sich die Milben auf jedem Hund befinden können und solange das Immunsystem stark genug ist, bricht die Räude auch nicht aus. D.h., dass dein Hund theoretisch die Milben übertragen kann, selbst wenn sein Test negativ ist. Hier ist auch mal zu hinterfragen, wie das Labor das Testergebnis ausgibt. Negativ kann nämlich auch bedeuten, dass ein ganz schwach positiver Titer vorhanden ist, der sich aber noch unterhalb der Grenze zum eindeutig positiven Titer befindet.
Wir hatten einen Rüden der Sarcoptesräude hatte. Ziemlich schlimm sogar. Er wurde auch mit Ivermectin (das Medikament hieß damals Ivomec oder so ähnlich) behandelt. Unsere Hündin zeigte keinerlei Symptome und auch der Test war bei ihr negativ. Deshalb haben wir sie nicht behandeln lassen, nur den Rüden. Leider ist er bei ihm die Räude nach kurzer Zeit immer wieder ausgebrochen. Wir hatten dann den Verdacht, dass unsere Hündin die Überträgerin ist und haben dann beide mit Ivermectin behandeln lassen. Und erst dann war Ruhe.Sarcoptesräude ist leider hochgradig ansteckend. Da kann es ausreichen, dass sich ein Hund nur durch den Kontakt mit dem Fell eines infizierten Hundes ansteckt bzw. zum Überträger wird. Insofern ist der TA, der zur Behandlung deines Hundes rät nur vorsichtig, weil er die Ausbreitung der Räude verhindern will. Unsere TA hat unsere beiden Hunde damals die Spritzen in unserem Auto verabreicht, damit sie nicht in die Praxis müssen. Sie wollte schlichtweg verhindern, dass unsere beiden andere Tiere anstecken.
Hat man denn eine Ahnung, wie sich die anderen Hunde mit Räude infiziert haben könnten?
Wenn Du 100% sichergehen willst, dass sich dein Hund nicht ansteckt, dann solltet ihr die Räume der WG solange meiden, bis die beiden Hunde erfolgreich behandelt wurden. Das kann einige Wochen dauern.Viele Grüße aus HH
Silke -
Hallo Silke,
vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich bin mir schon im Klaren, dass auch ich meinen Hund behandeln sollte (incl.Schlafplatzreinigung etc.), aber ich scheue mich halt mehrfach Ivomec spritzen zu lassen, da es nach Aussage meines TA sehr leberschädigend sein soll und ev. ein intaktes Immunsystem herunterfährt. Ist denn Advocate in diesem Fall nicht ausreichend, laut Bayer ist die Erfolgsquote bei Räude über 98 %.
Leider ist bei dem ersten infizierten Hund die richtige Diagnose erst nach mehreren Monaten (!) gestellt worden, von daher war ausreichend Zeit die Milben zu verbreiten. Alle Hunde sind öfter auf dem Land und könnten sich theoretisch auch über Füchse angesteckt haben.LG aus HH
Werner
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Zitat
Hallo Silke,
vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich bin mir schon im Klaren, dass auch ich meinen Hund behandeln sollte (incl.Schlafplatzreinigung etc.), aber ich scheue mich halt mehrfach Ivomec spritzen zu lassen, da es nach Aussage meines TA sehr leberschädigend sein soll und ev. ein intaktes Immunsystem herunterfährt. Ist denn Advocate in diesem Fall nicht ausreichend, laut Bayer ist die Erfolgsquote bei Räude über 98 %.
Leider ist bei dem ersten infizierten Hund die richtige Diagnose erst nach mehreren Monaten (!) gestellt worden, von daher war ausreichend Zeit die Milben zu verbreiten. Alle Hunde sind öfter auf dem Land und könnten sich theoretisch auch über Füchse angesteckt haben.LG aus HH
Werner
Hallo,
bei meinem Rüden wurde die Räude leider auch erst sehr spät diagnostiert, weil der TA zuerst eine Futtermittelallergie vermutete. Deshalb mussten wir dann auch gleich mit Ivomec behandeln, weil die Räude schon weit fortgeschritten war.
Ich kann dir leider nicht beantworten, ob Advocate ausreichend ist. Wenn es als Präparat gegen Sarcoptesräude zugelassen ist, dann musst du es ausprobieren. Als unser Rüde damals den ersten Rückfall hatte, haben wir es mit Stronghold probiert. Angeblich sollte das auch gegen Sarcoptesräude helfen. Tat es aber nicht. Allerdings war mein Hund auch nachweislich erkrankt. Deiner scheint ja gesund zu sein und es geht nur darum ggf. vorhandene Milben abzutöten.
Ich kann verstehen, dass Du deinen Hund nicht mit Ivomec behandeln lassen willst, denn das ist eine echt Chemiebombe und ja, es geht auf die Leber. Man kann zusätzlich was zur Unterstützung der Leber geben wie z.B.Mariendistel. Wenn dein Hund nicht täglich den Kontakt zu diesen Hunden haben muss, würde ich, wie schon geschrieben, eher für eine gewisse Zeit auf den Kontakt ganz verzichten.Viele Grüße aus HH
Silke -
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Was würde der behandelnde TA der Sarcoptes-Hunde denn machen, wenn du einen MDR1 -/- Hund hättest?
Da geht überhaupt kein Ivermectin-Präparat. Advocate allerdings schon und das ist, wenn ich mich recht erinnere, in diesem Fall auch das Mittel der Wahl.Obwohl meine Collies nur +/- sind, würde ich ihnen auch kein Ivermectin verabreichen. Es gibt Advocate, warum also?
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