Mein Mischling hat vermutlich Angst im Dunkeln

  • Liebe Tiermenschen,

    mein Dackel/Terrier Mischling (kastriert und 2 Jahre alt) benimmt sich besonders im Dunkeln oder auch schon in der Dämmerung ängstlich.

    Er wirkt an sich, also tagsüber, augenscheinlich selbstbewusst und überwiegend freundlich. Nur gewisse große Hunde, hauptsächlich unkastrierte Rüden, lassen ihn zum Macker mutieren, leider auch immer mehr Welpen.

    Aber wird es dunkel, sind Busch/Mensch/Hund/Katze/Straßenschild für ihn die große Bedrohung und er bellt, knurrt und zieht an der Leine.

    Tagsüber bellt er keine Wesen und Gegenstände an.

    Ich bin ratlos. Teilt Jmd das Problem? Hat man Tipps für mich?

    Dank an Alle im Voraus!

  • Ich würde an Deiner Stelle mal Deinen TA die Augen des Hundes untersuchen lassen.

    Natürlich kann er Angst haben, aber bevor Du an dieser Diagnose versuchst zu arbeiten und ihm diese Angst zu nehmen, solltest Du erstmal ein organisches Problem ausschließen.

  • Hallo
    *PrinzPoldi* hat hat schon recht mit der Empfehlung, mal die Augen des Hundes untersuchen zu lassen... Es KÖNNTE ein Grund sein, dass er so reagiert - fände ich allerdings recht unwahrscheinlich, weil dein Hund ja noch recht jung ist, und du anscheinend (?) noch keine anderen Symptome bemerkt hast, oder der Hund nun sich plötzlich anders verhält (?)...
    Aber: ich selbst hatte noch KEINEN Hund, der sich nicht in der Dämmerung und vor allem Nachts anders verhielt als tagsüber ( das waren immerhin 31 Hunde ! ) Meine Erfahrung: fast alle Hunde werden mit Einsetzen der Dunkelheit "wachsamer" oder auch "aufmerksamer/unsicherer"...
    Du schreibst: "Er wirkt an sich, also tagsüber, augenscheinlich selbstbewusst und überwiegend freundlich. Nur gewisse große Hunde, hauptsächlich unkastrierte Rüden, lassen ihn zum Macker mutieren, leider auch immer mehr Welpen..." ( die Unterstreichungen stammen von MIR ) =
    Klar: kein Hund ist NUR ein "souveräner Hund" oder ein "Angsthase"... Aber, einiges von dem ( das Unterstrichene ) deutet darauf hin, dass dein Hund nicht ganz so selbstbewusst ist, wie es dir ( tagsüber ) erscheint. KEIN BEINBRUCH = er kommt im All-TAG gut zurecht... ;) ! Im Dunkeln aber - wenn er nicht mehr so gut/schnell erkennen kann, wer/was da ist... reagiert er unsicher.
    Meine 1. Frage wäre: Wie reagierst DU denn in solchen Situationen ? = Z.B.: Bleibst du stehen ? Redest du mit ihm ? Wenn ja, WIE ? Zeigst du ihm ( so gut das machbar ist ) die Dinge, vor denen er sich fürchtet ( durch ruhiges Nähergehen, evtl. Berühren... ) ? ....
    Noch wichtiger: wenn dein Hund schon eine Weile so reagiert, mit welcher "Stimmung" gehst DU dann Abends mit ihm raus ???
    Ich kenne das von meinem Chow Chow ( und weil ich nun sehr zentral in der Stadt wohne ): er ist im Dunkeln sehr misstrauisch, wachsam. Er schaut sich dauernd um, starrt Menschen, die er "suspekt" findet, an, steht stocksteif da, knurrt auch mal, wenn ein Fremder ( was selten vorkommt ) zu nahe herantritt und mich anspricht... = Ich WEISS also schon vorher, dass ich aufpassen muss... ! Ich bin also nicht so entspannt wie tagsüber... Auch DAS spürt der Hund !!!
    2. Frage ( klingt erstmal "blöde" ): singst, summst... du manchmal, wenn du dich gut fühlst und entspannt bist ?
    Alle meine Hunde haben "gelernt", dass, wenn Herrchen, wenn er gute Laune hat/alles Bestens ist...., "so komische Töne von sich gibt" ;) So etwas funktioniert natürlich nicht, wenn du so etwas nun KÜNSTLICH versuchst. Deshalb meine Frage, ob dein Hund dich "so entspannt/locker bis albern" schon kennt !?!
    Wenn Ja, dann kannst/solltest du versuchen: 1. selbst so entspannt wie möglich zu sein, und 2. deinem Hund vermitteln, WIE entspannt du selbst bist ( eben durch solche - dem Hund vertraute - Verhaltensweisen von DIR !
    Bitte dann auch KEINEN Leinen-Ruck, kein "Aus, Nein, Pfui..." ! Auch kein "beruhigendes Einreden auf den Hund".... ! Wenn notwendig, dann gaaaanz ruhig und bestimmt.... Dein Hund fühlt sich unsicher. Er muss also wissen, dass DU dich GANZ sicher fühlst...
    Ich weiß, das ist manchmal schwer umzusetzen. Aber, versuch, den letzten Gang bewusst als "Spaß" zu sehen ( für DICH erst mal, DAS muss dein Hund sehen... ). Baue evtl. etwas ein, was es nur dann gibt...
    Ansonsten: dein Hund verhält sich völlig normal. Du kannst ihm nur helfen, indem DU souverän wie möglich bist... ! Es wird dauern, aber: er wird sich sicherer fühlen an deiner Seite... :smile:
    LG: Manuel

  • Die Augen werde ich untersuchen lassen.

    Ich habe das Glück direkt vor einem großen Park zu wohnen.
    Vor dem abendlichen Spaziergang entspanne ich mich aktiv, damit ich so locker wie nur möglich bin. WEnn er Angst vor einem Gegenstand bekommt, dann mache ich alles behutsame, dass er sich dem Gegenstand nähert. Meist mit Bestechung in Leckerliform. Das klappt immer super. Mein Problem sind eher sich bewegende Gegenstände oder besser Wesen. Denn auf diese kann ich keinen Leckerli legen...

    Ich habe bestimmt schon in jeglicher impulsiven Form reagiert, z.B. and er Leine ziehen und "Aus" sagen, das hat nichts gebracht, also abgehakt. Dann mit leise beruhigen, natürlich auch totaler Quatsch.
    In eine andere Richtung gehen, auch blödsinn. Mich einfach nur mit ihm ohne Ziel in der Dämmerung hingesetzt und die Natur genossen, schon etwas besser.

    Da er nicht bei allen Hunden und Menschen gleich agressiv reagiert, sondern gefühlt jeder 5. , macht die Sache für mich willkürlich und schwer einzuschätzen.

    Mir ist schon klar, dass mein geliebter Macho in Wahrheit ein kleiner Schisser ist.
    Das wird Abends besonders deutlich. Doch am Tage ist es anders, aber auch schwer. Dort bellt er keine Menschen an.
    Mit Hündinnen ist alles OK. Mit einigen Rüden auch. Mit forschen Rüden kann er gar nicht. Und mit einer Gruppe von Hunden kann er ebenso nicht. Er wird immer dann aggro, wenn Hunde entweder zu forsch auf ihn zugerannt kommen und nicht erst nett Guten Tag sagen. Oder eben, wenn es gleich mehrere sind.
    Leider leider auch Welpen. Und meistens bleibt es leider nicht nur bei einer Verwarnung seinerseits, sondern er setzt immer noch nach. Es ist aber noch nichts passiert. TOI TOI TOI

  • Vielleicht auch verspätete Angstphase? Normalerweise ist die so mit 18 Monaten. Unser Hund ist in seinem ersten Winter im Dunkeln auch durchgedreht, die Gassigänge waren der Horror. Hat sich zum Glück wieder von ganz alleine gelegt.

  • Ich teile (fast) das Problem. Unser Spinner macht sowas leider auch und auch tagsüber, aber in der Dunkelheit ist alles viel, viel schlimmer. Beobachte mal, ob du den Moment abpassen kannst, bevor dein Hund knurrbellt. Denn dann kommt sowieso nix mehr an bei dem Hund und man kann nur noch möglichst ruhig und souverän raus aus der Situation.
    Typische Vorzeichen sind zB angespannte Körperhaltung, Fixieren, langsamer steifbeiniger Gang etc. Das ist gar nicht einfach und wird natürlich auch nicht immer gelingen. Aber erst wenn man den Moment vor dem Bellen abpasst kann man wirklich trainieren.
    Wir arbeiten mit verschiedenen Methoden, je nachdem was gerade besser passt bzw teilweise kombiniert:
    - Ausweichen, Bögen laufen, Richtungswechsel und so dem Hund nach Möglichkeit Wohlfühldistanz ermöglichen
    - Schönfüttern von (potenziellen) "Gefahren"
    - Kommando "weiter"
    - belobigen, wenn der Hund Blickkontakt aufnimmt, bzw diesen über "Schau" einfordern
    - und dann noch die Augen-zu-und-durch-Variante: selber ignorieren was des Weges kommt, den Hund kurz und bestimmt führen, evtl. kombiniert mit Bögen laufen und "weiter", aber möglichst ruhig und beiläufig, negative Reaktion vom Hund nicht strafen sondern weiter.

    Den Hund generell ruhig und möglichst souverän führen, so ein Hund ist extrem sensibel für das eigene Auftreten.
    Was auch helfen kann: mal in einer größeren Gruppe laufen, da verhält sich unserer viel souveräner bei "gruseligen" Begegnungen.

    Würde gar nicht erzwingen, dass der Hund an gruselige Gegenstände/Menschen annähert, sondern fördern, dass er ruhig vorbeiläuft und sich an dir orientiert. Wenn er etwas sicherer ist, kannst ihm ja wieder mehr Leine geben und er kann dann selbst entscheiden, ob er sich den "Gefahren" nähern will oder lieber ausweichen oder sich hinter dir verstecken.

    Einzelstunden bei einem guten Hundetrainer sind natürlich auch zu empfehlen, denn das Timing und der richtige Aufbau von Kommandos ist ja immer sehr wichtig.

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