seltsame Krampfanfälle - benötige dringend einen Rat

  • Hallo zusammen,

    Balu ist nun 3,5 Jahre alt und hat seit 1,5 Jahren Krampfanfälle.
    Den ersten Krampfanfall hatte er im Dezember 2012 und das dauerte ca. 2-3 Minuten.
    Wir sind sofort in die Tierklinik gefahren; dort sagte man uns das sei wohl Epilepsie und
    gab uns Diazepam mit, falls er noch mehr Anfälle hat.
    Im Mai 2013 hatte er den nächsten Anfall, der ca. 10 Minuten dauerte. Hierbei zappelte er nicht, sondern stand stock steif da. Erst als das vorbei war, fing er an zu hecheln. Diazepam wirkt bei ihm wohl nicht, denn der Anfall geht nach der Medikamentengabe noch minutenlang weiter.
    Nun hatte er seitdem noch 4-5 Anfälle, die alle so ca. 10 Minuten dauern. Danach ist mein Hund wirklich platt; hechelt nur noch und kann erst einmal nicht mehr aufstehen. Nach ca. 30 Minuten ist er wieder normal.
    Wir waren jetzt bei 3 verschiedenen Tierärzten. Alle machten nur Blutbilder, die nichts besonderes ergaben, außer dass er etwas mehr trinken sollte. Die letzte Tierärzte verschrieb uns dann Pexion. Hiervon geben wir seit Januar 2014 morgens und abends jeweils eine Tablette. Leider hat er trotzdem noch sehr lange Anfälle. Vor zwei Wochen bekam er einen im Auto. Gestern hatte er hintereinander 2 Anfälle.
    Es gibt bei ihm zwei verschiedene Anfallsarten: einmal funktionieren plötzlich seine Hinterbeine nicht mehr. Es sieht dann aus als würde er sich strecken wollen und fällt dann ins Sitz. D bleibt er steif sitzen und schmatzt die ganze Zeit und streckt dabei die Zunge ab und zu raus. Die andere Art von Anfall sieht so aus: er liegt auf der Seite und rudert mit den Beinen und den Armen; er guckt mich dabei hilflos an. Nach diesen Anfällen muss er oft brechen und hechelt danach sehr stark.
    Ich habe nun am Freitag bei einer anderen Tierklinik einen Termin ausgemacht und hoffe, dass man mir dort weiterhilft. Denn ich bin fast der Meinung, dass dies keine epileptischen Anfälle sind, da er vom Kopf her klar zu sein scheint.
    Mir wurde nun geraten zusätzlich noch zu einer Tierheilpraktikerin zu gehen.
    Was meint ihr zu den Anfällen?
    Könnt ihr mir vielleicht noch einen Tipp geben wer uns helfen kann oder was für Krämpfe/ Anfälle das sein könnten?

    Vielen Dank!
    LG
    Sandra

  • Das klingt sehr deutlich nach epileptischen Anfällen.... Epileptische Anfälle äußeren sich durchaus unterschiedlich, nicht immer zappelt der Hund dann dabei wie verrückt.
    Meine Hundedame hat Epilepsie, sie krampft in dem sie umkippt und dann komplett steif wird, verkrampft.

    Ich würde unbedingt zu einem versierten TA raten! Einer, der Erfahrung mit dem Thema hat!

    Zum Thema Medikamente: wir haben auch mit Pexion angefangen, aber unter Pexion entwickelten sich bei Jule Serien. So haben wir dann - unter Anleitung unseres TA Pexion langsam ausgeschlichen und sind parallel auf Luminal umgestiegen. Das ist für uns deutlich besser! Seitdem eine deutliche Verringerung der Frequenz und auch der Stärke!

    Ich würde auch - ehrlich gesagt- nicht zu lange ohne Medis rumexperimentieren. Wichtig ist, die Häufigkeit zu reduzieren! Jeder Anfall bereitet den nächsten Anfall vor!

  • Hallo Patti,
    vielen Dank für deine Antwort!
    Ist es denn auch normal, dass die Anfälle so lange dauern? Von vielen habe ich nur was von 2-3 Minuten gehört.
    Bei Balu ist es so lange, dass ich jedes Mal Angst habe, dass der Anfall gar nicht mehr aufhört.
    LG
    Sandra

  • Da ist ja auch noch nicht viel gemacht worden.
    Auch medikamententechnisch würde ich auch schauen, ob man den Hund auf was anderes umstellt (z.B. Luminal).

    Unter Umständen ist auch weitere Abklärung sinnvoll, wie ein MRT vom Kopf.

    Ich wünsche euch gute Besserung und dass die Klinik euren Fall sauber aufarbeitet!
    Was auch helfen kann (besonders bei idiopathischer Epi ist ein Anfallstagebuch um Muster zu erkennen, die Anfälle bei deinem Hund auslösen können).

  • Moin,

    ich würde Dir unbedingt raten, hierher zu gehen http://www.epiforum.de/forum/portal.php dort treffen sich Betroffene und tauschen sich aus.

    Es gibt ganz viele Infos zu allen möglichen Behandlungsarten, Tipps für fast alle Lebenslagen und dort herrscht ein netter Ton, ich bin auch da, weil Malik mal Anfälle hatte und wir Medikamente bekommen haben, unter denen er sein ganzes Wesen verändert hat und weil Lucas Anfälle hat, denen wir noch auf der Spur sind.

    Epi ist eine Ausschlzßdiagnose, d-h. der ganze Hund wird komplett auf den Kopf gestellt und wenn man nichts findet, also keine organischen Ursachen etc. dann geht man davon aus, das eine Epi vorliegt. Meiner Meinung nach verschreiben die meisten TÄ zu schnell Meikamente, noch bevor sie wissen, was da los ist. Nicht, weil sie böswillig sind, sondern weil sie glauben, das wir Tierbesitzer zufrieden sind, wenn es keine Anfälle mehr gibt.

    Lucas hatte im Nov. und Dez. je einen Anfall und neulich, nach beinahe 5 1/2 Monaten wieder einen, auch er scheint klar und ist hinterher nicht desorieniert (wie Malik es gewesen ist), ihm hilft es, wenn ich ihm körperliche Nähe gebe. Falls ein neuer Anfall kommt, einfach mal filmen, Handykamera hilft, den Ärzten hilft das weiter.

    Falls Dein Hund aus dem Süden kommen sollte, auch durchaus einen erneuten Mittelmeercheck in Betracht ziehen, weil machen Krankheiten sehr lang brauchen, um sich zu entwicklen und lange vor Ausbruch die Antikörper im Blut nachweisbar sind.

    Für Krampfanfälle kann es durchaus auch organische Ursachen geben und da kann man häufig etwas tun.

    Alles Gute für Euch
    Sundri

  • Ein Anfallstagebuch habe ich bereits angefangen und werde das bis zu meinem Termin in der Klinik auch noch vervollständigen. Leider fehlen mir Angaben darüber, was er beispielsweise gefressen hat oder an diesem Tag erlebt hat.

    Sundri, ich stimme dir vollkommen zu. Ärzte verschreiben teils viel zu schnell Medikamente. Balu bekommt das Pexion nun 5 Monate; in dieser Zeit sind die Anfälle noch genauso wie vor der Medikamentengabe. Ich wäre froh gewesen, man hätte erst einmal alles durchgecheckt. Habe schon von vielen gehört, dass man solche Anfälle teils mit ganz einfachen Mitteln bekämpfen kann, da die Ursache häufig nicht im Gehirn liegt und somit Pexion nichts bringen würde.
    Ob das so zu 100% stimmt weiß ich nicht, denn ich bin kein Experte. Daher bin ich auch so gespannt auf den Termin.

    Drückt mir die Daumen, dass am alles gut klappt und ihm endlich geholfen werden kann! :-)

  • Moin,

    nun ja, ob die Anfälle noch genauso oder weniger sind? Das kann man so auch schwerlich sagen, Fakt ist, das Du das Gefühl hast, das die Medikamente nicht helfen....

    Tierklinik, auch da ist es leider so, das nicht alle einen Facharzt für diesen Bereich haben - ist mir so gegangen, ich hab so unsagbar Angst um meinen Malik gehabt, der zwei heftige Anfälle an einem Tag hatte - das ich mich gar nicht weiter informiert hab und die Medikamente einfach gegeben hab. Die Veränderung von meinem Hund war allerdings so erschreckend, das ich wusste, das wollen wir nicht und das halten wir auch nicht aus - so haben wir sie dann ausgeschlichen und er hatte nie mehr einen Anfall. Jedenfalls nicht so. Heute denke ich, vielleicht war es etwas ganz anderes - wer weiß.

    Überdenke also bitte das Ergebnis und schau im Epiforum vorbei, bevor Du zu schnell eine Entscheidung triffst. Meine jetzige TÄ meint, solange die Anfälle von Lucas in dieser Form ablaufen und nicht häufiger werden, solagen würde sie gar nichts machen.... dem stimme ich, nach allem, was ich nun weiß, durchaus zu. Aber ich hab meinen Hund sehr gut im Blick.

    Ich wünsche Euch alles Gute
    Sundri

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