Welpen richtig sozialisieren

  • Angestoßen von diesem Beitrag...

    Zitat

    Ich finde, dass auch Hunde im Tierschutz optimal aufgezogen werden sollten. Kann man ja über Pflegestellen gewährleisten

    Mir liegt es eben sehr am Herzen Hunden zeitlebens Stress zu ersparen. Viele Dinge wären für Hunde kein Problem, wenn in deren ersten Lebenszeit mal einer den Arsch hochbekommen hätte.

    Das zählt für mich übrigens auch unter Tierschutz, den Hund vor Dinge bewahren, die ihm ansonsten Leid bringen könnten.


    Quelle: https://www.dogforum.de/welpen-langer-….html#p11124668

    ...wollte ich mir hier ein paar Tipps holen.
    Ich bin Pflegestelle für acht Welpen und ihrer Hundemama.
    Es wurde und wird versucht eine Pflegestelle zu finden die Erfahrung hat, bis jetzt hat sich aber nichts ergeben, es sind halt alle voll und/oder haben zu wenig Zeit.

    Die Welpen sind morgen fünf Wochen alt und das haben sie bisher erlebt:

    - so ab Mitte der dritten Woche waren sie das erste mal draußen, ab der vierten Woche jeden Tag.
    Dort können sie frei rumlaufen und schnuppern, spielen, erkunden wie sie wollen
    - auf verschiedenen Untergründen haben sie gespielt: Fliesen, Kiesel- u. Pflastersteine, Sand und Laub
    - wenn ich das Zimmer wische und sauge sind sie dabei und gucken zu
    - sie haben verschiedene Spielzeuge zur Verfügung: Rassel-Ball, Teddybär, Duschschwamm ( Paprolle, Plastikflasche, Müllbeutel - die einfachsten Dinge finden sie am besten :D )
    - Radio und Fernsehen haben sie auch 'gehört'
    - an Menschen haben sie bis jetzt mich, meine Mutter, die 'Kontrolleurin' der Orga, und meinen Vermieter kennengelernt, wie Welpen halt so sind immer furchtlos und aufgeschlossen

    Wenn sie wach sind, sind sie immer am Erkunden, sie spielen miteinander oder kommen zum kuscheln.
    Habe aber natürlich auch schon einiges gelesen und auf manchen Züchter Seiten stehen ja die wildesten Dinge. Da lernen die Welpen quasi ALLES kennen. Kuhstall,Altenheim,Bahn fahren, Kindergarten, Stadtzentrum etc.
    Ist mein Programm bis jetzt viel zu wenig?

    Ich möchte natürlich nichts falsch machen und auch nichts versäume und hätte deswegen gerne Tipps, Anregungen und auch konstruktive Kritik? :)

    - was müssen sie die nächsten Tage/vielleicht Wochen unbedingt kennen lernen?
    - wie ist das mit Kontakten zu anderen, fremden Hunden, ab welcher Woche ist das sinnvoll/nötig?

    Liebe Grüße !

  • Wichtig ist, dass Hunde möglichst viele Erfahrungen sammeln, die sensible Phase geht bis zu 12ten Woche. Bis dahin sollten die Welpen aber ja vermittelt sein oder? Dann können auch die neue Besitzer ihnen noch Dinge in dieser wichtigen Phase zeigen. Es geht hauptsächlich darum, dass Hund nicht in total Isolation (z.B. TH-Zwinger) aufwachsen, weil sie dann dauerhaften Schaden nehmen können. Google nach Deprivationsschaden.
    Ich finde du machst das vernünftig. Mach dich nicht verrückt.
    Mir fällt noch ein, was du sinnvoll machen könntest (mit einem Rudel Welpen kann man eben nicht mal ins Altenheim :D)
    - laute/plötzliche Geräusche, also ein Besen der umfällt oder ein Buch das auf den Boden fliegt. Es gibt auch CDs oder auf youtube Audio-Desensiblisierungen, mit Gewitter usw.
    - Autofahren
    - Körperkontakt, hochnehmen, in den Ohren, oder Maul rumdoktoren usw.

  • Ich würde darauf achten, daß sie was haben, wo sie klettern und balancieren können, also feststellen, daß es Höhenunterschiede gibt. Hab mal irgendwo gelesen, daß die, wenn die das nicht als Welpen lernen, später mit sowas nicht umgehen können mit "3D" *gg Weiß da vielleicht von Euch jemand mehr dazu?

    Ansonsten: verschiedene Futterformen (TroFu, Naßfutter, Fleisch) kennenlernen, damit der künftige HAlter selbst entscheiden kann, was er füttern möchte.

    Evtl. kannst sogar schon nen Pfiff für den Abruf etablieren, indem Du immer pfeifst, wenn die Welpen unterwegs an die Futterschüssel kommen. Kostet Dich weder Zeit noch Arbeit, legt aber einen wichtigen Grundstein für später.

    Kontakt zu anderen Hunden: nur zu vollkommen gesunden, da die Welpen ja noch keinen kompletten Impfschutz haben, und wahrscheinlich das Immunsystem eh im Streß ist dadurch, daß die Welpen zu Dir kamen von einem anderen Ort. evtl,. dann halt nur mit Deinen eigenen Hunden Kontakt haben lassen, und das halt auch kontrolliert, und eingreifen, wenn einer mit denen zu wild wird.

    Kinder und andere Tiere können sie später noch kennenlernen - wen Dir welche zur Verfügung stehen, die damit umgehen können, umso besser.

    Bahnfahren und Autofahren können hilfreich sein, wenn sie später abgeholt werden - dann muß sich da keiner der künftigen Halter Gedanken drum machen, daß der Hund dadurch Streß kriegen könnte. Evtl. auch Transportboxen kennenlernen (vielleicht bringen künftige Halter bei ihrem Besuch eine mit und lassen sie da bis zur Abholung des Welpen?).

    Halsband/Geschirr/Leine kennenlernen.

    Nässe (nasses Gras oder ein mini-Planschbecken).

    KiGa und Stadtzentrum wär mir jetzt echt zu viel - das sollen dann die künftigen Halter selbst machen, wenn die Welpen eingewöhnt sind und Vertrauen haben, daß sie vom neuen Halter beschützt werden, soooo viele neue Eindrücke..... ;-)

    Und natürlich die Stubenreinheit - sprich, wenns vom Wetter her möglich ist, Terrassentüre offen lassen und unterstützen, daß die rausgehen, wenn sie mal müssen (zumindest loben, wenn sie draußen pieseln - wenn man net hinterherrennen kann. Weiß nicht, inwiefern das machbar ist, hinter 8 so Flöhen herzurennen, wenn die mal müssen *gg).

    Hund mal ne Runde spazierentragen - kann hilfreich sein, wenn der Hund sich später mal unterwegs verletzt und er zum Auto zurück getragen werden muß.

    Anfassen lassen (ich denk da an Tierarzt-Spielchen wie Abtasten und Gebiß angucken, oder auch an Pflegearbeiten wie Kämmen, Scheren, Nägel angucken). Schermaschinen/Kämme kennenlernen. Zeckenhaken o.ä. kennenlernen.

    Mehr fällt mir grad net ein..... Reicht das? *gg

  • Zitat

    Wichtig ist, dass Hunde möglichst viele Erfahrungen sammeln, die sensible Phase geht bis zu 12ten Woche.

    Stimmt so nicht mehr. Man hat herausgefunden, dass ziemlich wahrscheinlich schon bis zur ca. 8. Wochen der "erste wichtige Schub" durch ist. Daher sind ja die Züchter gefragt.

    Da das obige Zitat ja von mir stammt: In meinem Thread zu meinem zwei Würfen habe ich darin immer mal was geschrieben, da ist auch das Alter der Welpen dabei. Gib in die Suche über dem Thema einfach mal ein paar Stichworte ein, dann landest Du bei Beiträgen von mir, wo ich was dazu sage und Du auch nachlesen kannst wie alt sie da waren.

    https://www.dogforum.de/topic56470.html

    Ich habe übrigens zwei Würfe so großgezogen - eine Rasse, die bekannt ist für ihre "Alltagsprobleme" wegen Sensibilität. Die einen Hundekinder sind jetzt fünf Jahre, die anderen 20 Monate - und ich bin zufrieden :smile:

  • Vielen Dank für die Antworten!

    Zitat


    - laute/plötzliche Geräusche, also ein Besen der umfällt oder ein Buch das auf den Boden fliegt. Es gibt auch CDs oder auf youtube Audio-Desensiblisierungen, mit Gewitter usw.
    - Autofahren
    - Körperkontakt, hochnehmen, in den Ohren, oder Maul rumdoktoren usw.

    Autofahren ist wichtig, stimmt. Das werde ich bald in Angriff nehmen!
    Körperkontakt haben die genug, ich kann manchmal einfach nicht aufhören an denen herumzufingern...

    Zitat

    Ich würde darauf achten, daß sie was haben, wo sie klettern und balancieren können, also feststellen, daß es Höhenunterschiede gibt. Hab mal irgendwo gelesen, daß die, wenn die das nicht als Welpen lernen, später mit sowas nicht umgehen können mit "3D" *gg Weiß da vielleicht von Euch jemand mehr dazu?


    Ich würde sagen das ist schon erledigt, sie wissen z.B das man vom Schoß fallen kann und nachdem sie das erste mal die Stufe vom Hof ins Beet geplumst sind (keine Sorge, nur so um die 15cm) können sie Höhe bereits ein bisschen besser einschätzen. Mächtig stolz schienen sie auch als sie die Stufe dann wieder hoch geklettert sind :D

    Zitat

    Ansonsten: verschiedene Futterformen (TroFu, Naßfutter, Fleisch) kennenlernen, damit der künftige HAlter selbst entscheiden kann, was er füttern möchte.


    Okay, das werde ich aufnehmen.

    Zitat

    Evtl. kannst sogar schon nen Pfiff für den Abruf etablieren, indem Du immer pfeifst, wenn die Welpen unterwegs an die Futterschüssel kommen. Kostet Dich weder Zeit noch Arbeit, legt aber einen wichtigen Grundstein für später.


    Sie reagieren bereits auf Stimme, aber den Pfiff werde ich einführen!

    Zitat

    Kontakt zu anderen Hunden: nur zu vollkommen gesunden, da die Welpen ja noch keinen kompletten Impfschutz haben, und wahrscheinlich das Immunsystem eh im Streß ist dadurch, daß die Welpen zu Dir kamen von einem anderen Ort. evtl,. dann halt nur mit Deinen eigenen Hunden Kontakt haben lassen, und das halt auch kontrolliert, und eingreifen, wenn einer mit denen zu wild wird.


    Ich glaube leider das wird mein größtes Problem, ich weiß einfach nicht mit welchem Hund.
    Vielleicht kannst du mein Problem ein bisschen verstehen, habe nämlich 'n Terrier...
    Lulu hat die Welpen bis jetzt gar nicht zu Gesicht bekommen, wenn ich mit denen draußen bin muss er im Haus bleiben und ins Zimmer darf er auch nicht rein, ich hab nämlich irgendwie Angst dass er den Jagdmodus anschaltet.
    Mit Welpen ab acht Wochen kam er immer bestens klar und auch mit Kleinsthunden. Generell hat er ein sehr gesundes Sozialverhalten aber die Welpen bei mir sind vielleicht gerade größer als ein Meerschweinchen und wenn sie dann so rumstolpern oder quietschen. Ich weiß einfach nicht ob ich das mit Lulu wagen sollte. Am liebsten hätte ich einen ausgewachsenen Chihuahua mit gutem Sozialverhalten mit dem ich sie mal zusammenlasse, aber wo finde ich den ? :fear:

    Zitat

    Und natürlich die Stubenreinheit - sprich, wenns vom Wetter her möglich ist, Terrassentüre offen lassen und unterstützen, daß die rausgehen, wenn sie mal müssen (zumindest loben, wenn sie draußen pieseln - wenn man net hinterherrennen kann. Weiß nicht, inwiefern das machbar ist, hinter 8 so Flöhen herzurennen, wenn die mal müssen *gg).


    Also das ist auch so ein Ding, bis jetzt machen sie einfach überall hin(nur nicht in ihr 'Nest'). Ich habs mit Handtüchern versucht, auch mit Katzenklo aber das wird nicht angenommen. Terrassentür gibt es leider nicht bzw. nicht an dem Zimmer in dem die Welpen sind. Wenn ich dabei bin versuche ich sie raus zu setzen, aber besonders Nachts bzw. wenn ich morgens ins Zimmer komme ist es komplett voll gemacht.
    Jemand 'ne Idee?

    Zitat

    Hund mal ne Runde spazierentragen - kann hilfreich sein, wenn der Hund sich später mal unterwegs verletzt und er zum Auto zurück getragen werden muß.

    Anfassen lassen (ich denk da an Tierarzt-Spielchen wie Abtasten und Gebiß angucken, oder auch an Pflegearbeiten wie Kämmen, Scheren, Nägel angucken). Schermaschinen/Kämme kennenlernen. Zeckenhaken o.ä. kennenlernen.


    Anfassen, hochheben, festhalten, tragen - das klappt zum Glück alles prima von Anfang an !

    Zitat

    Mehr fällt mir grad net ein..... Reicht das? *gg


    Definitiv! :D

    Zitat

    Da das obige Zitat ja von mir stammt: In meinem Thread zu meinem zwei Würfen habe ich darin immer mal was geschrieben, da ist auch das Alter der Welpen dabei. Gib in die Suche über dem Thema einfach mal ein paar Stichworte ein, dann landest Du bei Beiträgen von mir, wo ich was dazu sage und Du auch nachlesen kannst wie alt sie da waren.


    Hab mich mal durch den Thread geklickt, deine kannten in dem Alter also schon mehr.
    Ansonsten Wert auf Alltagssituationen legen. Deswegen stehen Autofahren, fremde Hunde, Geschirr und ein Ausflug in die Stadt jetzt ganz oben auf meiner Liste.
    Klingt bei dir wirklich nach einer tollen und entspannten Aufzucht =)

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