Welpen-Austausch Teil II

  • Lysaya und Sus.scrofa, was ihr hier über eure Sensibelchen schreibt, erleichtert mich gerade sehr. Hab nämlich auch so ein verzagtes Welpi hier sitzen, das "draußen" im Allgemeinen gerade nicht so toll findet. Da es dazu noch mein erster Hund ist, zehrt seine Ängstlichkeit teilweise ganz schön an den Nerven, weil ich manchmal einfach nicht weiß, was ich machen soll, um ihm zu helfen. Als wir ihn ausgesucht haben, war er immer vorneweg dabei bei seinen Geschwistern, ist auf jeden Besucher, auch auf uns, freudig zugelaufen. Auch am ersten Tag, als wir ihn zu uns geholt haben, war noch alles toll: fremde Leute hinterm Haus, unbekannte Kinder, alles kein Problem. Nur ins Haus zurück wollte er nicht so richtig. Das hat sich aber schnell geändert: ins Haus gehen ist jetzt kein Problem mehr, aber dafür ist es echt nicht leicht, ihn nach draußen zu bekommen. Manchmal sitzt er dann auch fiepend an einem Baum oder am Zaun und zittert sogar, obwohl zumindest optisch nichts los ist. Ich stelle mich dann daneben und achte gar nicht groß auf sein Jammern. Versuche halt, ihm durch meine Körperhaltung und Nähe Sicherheit zu geben, aber kein großes Tamtam zu machen. Ich vermute, dass seine Scheu nicht zuletzt damit zu tun hat, dass er eine ziemliche Umstellung über sich ergehen lassen musste; geboren ist er nämlich auf dem Dorf (kommt aus dem Tierschutz) und wohnt jetzt mit uns in der Großstadt.
    Ich versuche immer, dem Kleinen Zeit zu geben und ihn ankommen zu lassen, aber es bedrückt mich halt doch etwas, dass seine anfängliche Offenheit auch anderen Leuten gegenüber gerade so in Scheu umgeschlagen ist. Auch wenn wir Besuch haben, verkrümmelt er sich in eine Ecke, lässt auch schonmal ein Angstpfützchen los (obwohl er sonst so gut wie nie rein macht) und kommt auch nach längerer Anwesenheit der Besucher nur mit viel Geduld und besonderen Leckerchen mal näher. Da war ich gestern schon total stolz auf ihn, als er den Besuchern vorsichtig ein Leckerchen abgenommen hat!
    Trotzdem würde ich mich freuen, mal von anderen Erfahrungen zu hören. Kennt ihr das auch mit so einer plötzlichen Scheu? Und haben eure scheuen Welpen ihre Angst irgendwann überwunden? Oder habt ihr Tipps, wie man den Fellzwerg unterstützen könnte, damit nicht immer alles nur Stress für ihn ist?

    Liebe Grüße!

    PS: Fast vergessen, noch ein paar Eckdaten: Der Welpe ist jetzt gut 12 Wochen alt und lebt seit 2 Wochen bei uns.

  • Mit 12 Wochen musste ich Sammy auch noch gut 100 Meter vom Haus wegtragen, er wollte immer in der Nähe seiner sicheren Burg bleiben. Versuch deinen Kleinen auch mal ein paar Meter weiter vom Nest zu tragen.

  • Danke, das probieren wir mal aus. Also, haben ihn jetzt schon öfter mal wenigstens ein paar Schritte rausgetragen, aber vielleicht teste ich das auch mal mit weiteren Entfernungen.
    Heute morgen war es jedenfalls schon wieder ein ziemlicher Aufwand, ihn überhaupt ins Geschirr und an die Leine zu bekommen. Hab gelockt, Leckerlie angeboten etc. Am Ende lief es dann aber doch darauf hinaus, dass ich ihn aus seiner Box rausholen musste, weil er partout nicht freiwillig kam. Draußen war dann auch wieder gleich alles böse, er hat gejammert und gefiept. Hab mich dann auf eine Bank gesetzt und abgewartet; da hat er sich dann auch sofort drunter verkrochen und alles zitternd beobachtet. Ich komme mir manchmal schon echt gemein vor, wenn er dann auch zig Mal in die Leine springt und zum Haus zurück zerrt. In der Hundeschule (gehen mit ihm zur Welpenstunde) hat man uns geraten, das einfach auszusitzen und zu warten, dass er sich beruhigt. Das klappt manchmal gut und relativ schnell, manchmal tobt er aber auch vorher minutenlang rum und wirkt geradezu panisch. Das tut mir dann immer echt Leid :( : Aber es ist nunmal so, dass wir eben in der Stadt wohnen, recht aktiv sind, gern Ausflüge machen, uns mit Freunden treffen etc. Da möchten wir ihn eben auch so oft wie möglich dabei haben. Ich hoffe wirklich, dass sich das legt und er auch nicht mehr sofort total angespannt ist, wenn er auch nur von weitem andere Menschen sieht... :verzweifelt:

    Entschuldigt bitte, falls ich hier über Dinge schreibe oder Fragen stelle, die so oder ähnlich schon x-Mal behandelt wurden. Ich hab über die Suchfunktion keinen Thread gefunden, der wirklich passt. Bin aber auch dankbar für Hinweise zu ähnlichen Themen bzw. zu Teilen des Welpen-Austauschs, in denen sowas schonmal aufgegriffen wurde.

  • @Jadra mach dir keine Gedanken - dafür ist der Welpenaustausch da! :) :streichel:

    Statt auf ne Bank würde ich mich vielleicht eher auf eine Wiese setzen. Eben damit er sich nicht unter der Bank verkriechen kann.

    Habt ihr die Möglichkeit mit dem Auto etwas auswärts zu fahren wo etwas weniger los ist?

    Was du auch versuchen könntest wäre das draußen sein schön zu füttern.

    Sprich es gibt draußen ein mega Leckerchen. Gut anbieten würde sich da Leberwurst zum schlecken aus einer Tube (gibt auch immer wieder auffüllbare) weil schlecken nämlich auch beruhigt.
    Bei einem älteren Hund würde ich sagen nur noch draußen füttern.
    Ob das bei einem Welpen schon machbar ist, weiß ich nicht? Vielleicht kann da wer anderes noch was dazu sagen?

  • @Jadra genau das gleiche habe ich auch durchgemacht! Ich kann dich so gut verstehen! Ich war auch unsicher, bin es teilweise immer noch und wusste nicht so richtig wie ich mit der extremen Angst meines Hundes umgehen sollte. Kiwi hat(te) auch Panik vor Menschen, vor Hunden, vor lauten Geräuschen. Eigentlich vor allem! Inzwischen kann ich problemlos mit ihr durch die Stadt gehen (sie ist jetzt 7,5 Monate alt). Sie kannte das alles einfach nicht. Ich habe sie den Situationen immer wieder ausgesetzt und ihre Panik ignoriert. In der Stadt haben wir uns aber auch an die Seite gehockt und die vorbeilaufenden Leute beobachtet. Dann hat die kleine irgendwann gemerkt, dass eigentlich keiner was von ihr will. Schön gefüttert habe ich übrigens etwas später auch, aber am Anfang ging das gar nicht, weil sie alles ablenkende verweigert hat. Du musst da echt geduldig sein, aber das wird schon!

  • Ach, danke, danke, danke! :bussi: Das tut so gut, hier so nette Tipps zu lesen und von anderen zu hören, dass es ihnen genauso geht/ging! Das mit dem schön füttern versuche ich auch immer wieder, aber wir sind auch noch an dem Punkt, an dem Futter nur höchst selten mehr als kurz beschnuppert wird. Ich werde trotzdem mal ausprobieren, ob es was gibt, worauf Marley auch draußen total abfährt. Und ansonsten bleib ich einfach geduldig und freu mich über jeden noch so kleinen Erfolg! :smile:

  • Ich überlege ob ich mir einen Clicker und eine Pfeife anschaffe, hat jemand Erfahrungen ?
    Da meine Stimme ja durch Emotionen, Schwankungen haben kann, eine Pfeife aber immer gleich klingt.
    Ja und den Clicker weil bei dem Video was ich gesehen haben, man mir suggeriert das, ich damit viel besser den genauen Zeitpunkt erwische um Sammy zu sagen: "Hier hast du was tolles gemacht"
    Würde mich aber gerne eure Meinungen lesen.

  • Ich nutze beides nicht, weil ich sowas grundsätzlich zu Hause vergesse und dann im Wald doof da stehe. :lol:

    Ich kann ziemlich laut zwischen Zungenspitze und Zähnen pfeifen und den Clicker kann man auch mit der Stimme ersetzen, indem man den Moment, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt, immer kurz und hoch "Jip!" sagt. Dem ist es ja wurscht, ob Clicker oder anderes Signal, es muss nur kurz und prägnant sein und das Verhalten korrekt markieren.

    Liegt aber wie gesagt nur an meiner eigenen Vergesslichkeit, dass das mit den zugehörigen Einzelteilen eher nicht so funktioniert. :pfeif:

  • Clicker kann ich sehr empfehlen.
    Man muss sich erstmal dran gewöhnen aber man ist viel schneller als mit der Stimme beim Loben.
    Ich habe bei Lina sehr, sehr viel mit Clicker gearbeitet. Bei Ylvie hab ich jetzt ein Markerwort. Die reagiert da auch super drauf, aber mit nem Clicker bin ich deutlich präziser.

    Pfeife hab ich auch. Allerdings eigentlich für die Dummyarbeit.

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