Junghund schnappt plötzlich nach Nachbarn
-
-
Hallo zusammen,
unser French Bully-Mix ist nun 6Monate alt und hat nun zwei Nachbarn "gebissen"...Wir haben ihn mit 10Wochen als Zweithund zu einem 8jährigen Rüden und einem Kater, sowie Kindern von 4-9 bekommen und er wurde meines erachtens recht früh und regelmäßig an allerlei Alltagssituationen gewöhnt (Tierpark, Straßenbahn, einkaufen, angeleint warten (vorm Kindergarten), Auto fahren, andere Hunde, Katzen, immer mal wieder fremde Menschen - dadurch, dass ich ihn bis vor ca. einem Monat (bis er stubenrein war) immer mit in unsere Gemeinde nahm..... etc.). Auch wartet er in seinem Körbchen während wir essen und bekommt erst dann, schläft nicht im Bett oder auf unserer Couch, geht i.d.R. nicht zu erst aus der Tür (außer ich träume mal...) und zeigt außer einem gewissem "Futterneid" kein dominantes Verhalten. Dennoch fing er vor wenigen Wochen an den ein oder anderen Passanten vor der Haustür anzubellen, bei manchen sogar in die Leine zu springen und nun gab es in den letzten drei Tagen zwei Vorfälle, wo er mich wohl "beschützen" wollte.......
Getriggert wurde das wohl, als wir aus der Wohnungstür in den Hausflur kamen, wo gerade eine Nachbarin (die er kennt, weil sie mit ihrem Hund ab und an zu uns in den Garten kam) hochkam. Als er sie sofort anbellte, stellte ich mich quasi dazwischen und sagte "Nein!". Während ich so halb über ihn gebäugt war, kam die Nachbarin von hinten und legte den Arm auf meine Schulter, weil sie mir was tolles erzählen wollte. Bevor ich mich versah, schnappte er ihr ins Schienbein
auwei. Sie rieb sich ihr Bein und winkte ab, aber ich fand das schon heftig. Zwei Tage später kam ich mit ihm von draußen rein in den Hausflur und ein durchaus bekannter Nachbar kam die Treppe runter, der Kleine keifte gleich los, ich zog ihn an der Leine zurück und sagte wieder "Nein!", aber mein Nachbar ging natürlich einfach weiter, er kennt den Hund ja und ahnte nicht, dass er so ausflippt... Schwups, schnappte er ihm im Vorbeilaufen in die Wade
Ich habe gleich geschimpft und seither gab es keinerlei solche Situation mehr. Ich halte ihn auch betont kurz an der Leine und achte penibel genau auf alles um uns herum........ aber mein Vertrauen ist ganz schön angekratzt und ich habe Sorge, wie wir das in den Griff kriegen. Wir kennen ein solches Verhalten von unserem großen Hund überhaupt nicht...
Könnt Ihr mir Tipps (wie angemessen reagieren und dran arbeiten) geben und mir die Sorge nehmen (wir sind durch unsere Arbeit und auch als Bereitschaftspflegeeltern ständig mit fremden Leuten in Kontakt, ein "unberechenbarer" Hund wäre da sehr kompliziert)...
DANKE!
LG,
Dorit - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Schau mal hier: Junghund schnappt plötzlich nach Nachbarn*
Dort wird jeder fündig!-
-
klingt für mich eher nach unsicherheit gegenüber menschen.
-
Aber woher sollte das so urplötzlich kommen, wenn er doch an sich den Umgang mit relativ Fremden gewöhnt ist? Mein Mann meint, es sei vielleicht "übertriebene Mamaliebe" - als er mal spaßig auf mich zu gestürmt kam, flippte Schmidt auch aus und knurrte & bellte, wohl um mich zu beschützen.....?! Keine Ahnung. Ich bin irritiert :-/
-
diverse gründe: hormone, krankheit, eine schlechte erfahrung (welche du vielleicht nicht mitbekommen hast). war der hund alleine irgendwo angeleint, vor der bäckerei oder so?
hm, mit beschützer kenn ich mich nicht aus, hatte ich noch nie. da sind andere bestimmt besser im bild.
ZitatDennoch fing er vor wenigen Wochen an den ein oder anderen Passanten vor der Haustür anzubellen, bei manchen sogar in die Leine zu springen
nur vor der haustüre oder generell draussen? nur bei dir oder auch deinem mann?
-
Hmm, er war ein paar mal alleine vorm Kindergarten kurz angebunden, als ich die Kids abholte... aber das mache ich eher selten, die ersten Male davon blieb immer jemand bei ihm, während ich rein ging, die anderen dreimal vielleicht saß er da kurz (10min) allein... Ansonsten eigentlich nicht möglich... mein Mann geht auch nur im Notfall mal mit ihm raus, wenn ich verhindert bin, ansonsten laufe ich mit ihm (zum nur schnell Pippi machen alleine, zum Runde laufen mit beiden Hunden) oder wir beide zusammen mit beiden Hunden... Manche Menschen wirken durch ihre Stimme oder Gestik bedrohlich auch ihn, das habe ich schon gemerkt. Besonders wenn sich alte Leute so über ihn beugen und seltsam reden (Stimmer verstellen kann er bei meinem Mann auch nicht ab...). Den meisten sage ich das auch, dass sie ganz normal mit ihm reden sollen und dann geht's. So berdrohlich, dass er einfach so schnappt, war's bislang nicht... Diese Bellerei ist meist auf unserer Straße, nicht so sehr unterwegs, aber eben nicht bei jedem, nur bei "auserwählten" (ob die ihn schief angucken?)... gehört das noch zu seinem "Revier"?
-
-
das revier ist von hund zu hund sehr verschieden. eure strasse kann durchaus "sein revier" sein. manche hunde machen sogar ganze gassiwege im wald zu ihrem revier.
wirklich wichtig ist herauszufinden ob er einfach unsicher ist oder dich beschützen will.
und meine persönliche meinung ist auch dass nicht jeder den hund anfassen soll. lieber weniger welche es richtig machen (nicht darüber beugen, nicht frontal auf ihn zugehen) und die beschwichtigungssignale deuten können als mehr welche dann eventuell einen schaden anrichten.
-
Zitat
Hmm, er war ein paar mal alleine vorm Kindergarten kurz angebunden, als ich die Kids abholte... aber das mache ich eher selten, die ersten Male davon blieb immer jemand bei ihm, während ich rein ging, die anderen dreimal vielleicht saß er da kurz (10min) allein.
Never ever den Hund alleine draußen anbinden. Evtl wurde er da geärgert, hat sich durch einen Menschen bedrängt gefühlt oder sonst etwas.
Mal ganz abgesehen davon ist die Gefahr, dass ein Hund in solch einer Situation geklaut wird sehr groß
-
Hmm, schwierig einzuschätzen, warum er so reagiert. Schwierig auch, andere Menschen "fern zu halten", da er natürlich klein und knuffig ist und man kaum die Straße lang gehen kann, ohne das Leute ihn anschauen oder vollquasseln. Anfassen lasse ich ihn aber nicht von jedem x-beliebigen auf der Straße, aber von Freunden und Bekannten schon. Er muss dahingehend einfach auch ein bissl was "abkönnen", alleine schon der vielen Kinder (im Haushalt) wegen ;-) mit denen macht er das mittlerweile auch echt prima, wo anfangs die spitzen Zähnchen doch Schrammen hinterließen, da ist er nun sehr geduldig und vorsichtig. Da unser Großer behindert ist und man ja nicht immer den Hund neben sich hocken hat oder immer ein Auge drauf hat, muss er das an sich lernen, auch mal "unkorrekt" gestreichelt zu werden. Wobei wir natürlich den Hund nie wirklich mit den Kids alleine lassen (aber eben mal in der Küche ist oder aufm Klo usw...) und immer ein Auge und ein Ohr drauf haben, falls es zu doll wird (beim Hund oder beim Kind). Ich hoffe Ihr versteht wie ich das meine? Das man andere Außenstehende jedoch etwas "unterweisen" und auch "einschränken" muss, verstehe ich und versuche es auch umzusetzen... aber einfach so aus dem Blauen raus auf "Angriff" übergehen, geht halt auch gar nicht.
Dafür suche ich noch Tipps, wie man dann angemessen reagiert, wenn man merkt er reagiert unangemessen lautstark oder hängt sich in die Leine und wie man das vielleicht üben kann. Ich habe das GEFÜHL, dass er mittlerweile weit seltener "unbegründet" Leute anbellt, als noch vor zwei Wochen... und versuche auch zu loben, wenn er Fahrradfahrer links liegen lässt bspw. oder nicht sofort den erstbesten anwufft.
Nur diese zwei Begebenheiten im Hausflur waren sehr erschreckend, aber auch da hoffe ich, dass es sich wieder gibt... Tipps höre ich weiterhin gern ;)!
In nirgends anzubinden, wo er partout nicht mir rein darf, ist manchmal nicht so einfach umzusetzen, wenn man ihn doch gerne so oft wie möglich mitnehmen möchte... aber ich verstehe schon...Thx.
-
Ich denke dadurch das Du die Leine noch verkürzt bekommt er den Eindruck das seine Agst begründet ist, denn Du hast ja auch welche.
Ich würde mich so auf die Leine stellen das er den Nachbarn nicht erreichen kann, vielleicht den Nachbarn bitten stehen zu bleiben bis der Hund sich beruhigt hat, denn sonst denkt dieser der Nachbar geht weil er ihn mit dem bellen verjagt hat. Den Hund auch erst dann wieder beachten wenn er sich beruhigt hat. Vor allem aber souverän bleiben und ihm zeigen das Du die Situation unter Kontrolle hast, und es nicht notig ist, dich zu schützen.
Junghunde haben in ihrer Entwicklung eine sog. Angstphase. Gut möglich das er gerade mitten drin steckt.
Bist Du mit ihm in der Hundeschule?
Gerade bei Aggressiven Verhalten finde ich immer den Kontakt zu einem Fachmann wichtig... -
Ehrlich gesagt tu ich mich schwer an einen Schutztrieb beim Bully Junghund zu glauben
Für mich hört es sich nach Überforderung an, gepaart mit der Angstphase.
Möglicherweise muss der Kleine anders / rigider geführt werden, als du es bisher von deinem ersten gewohnt bist.
Das setzt eine gewisse Flexibilität voraus. Überprüfe einfach mal, wie individuell du die Hunde führst oder wieviel Dinge du übernimmst vom Ersthund.Bitte lass den Kleinen nicht allein vorm KiGa warten. Ich weiss, es ist praktisch.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!