Zwang-Gewalt-Strafe

  • Donnerwetter, Strafe?

    Wo hört "körperlich werden" auf und wo fängt "Gewalt" an?

    Ich mag Pipi Langstrumpf, die sich die Welt macht, wie sie ihr gefällt.

    Und hey ja, ich habe auch gestern geblockt ;)
    einen Rüden, der Luna immer wieder bedrängt hat, die bei mir Schutz suchte

  • Ich meinte genau die Konsequenz im Sinne von "Folge auf etwas", die auch positiv sein kann. Genau.
    So wie in diesem Beispiel etwa:

    Zitat

    Deshalb nutzt man in der menschlichen Verhaltenstherapie oder auch Erziehung/Pädagokik nicht STRAFE! sondern Verhaltens-KONSEQUENZ und Kontingenzmanagement. Niemand muss sich daher überlegen, wie HART eine STRAFE sein muss, sondern wie WIRKSAM die negative oder positive Konsequenz sein muss, um ein Verhalten dauerhaft zu verändern...zum BESSEREN hin.

    Ich suche noch nach den Beispielen, die ich meinte, habe aber dabei entdeckt, dass Liv den Begriff selbst gar nicht mehr nutzen wollte. Das habe ich verpasst, sorry. :ops:

  • Beim Welpen und Junghund ist natürlich für das Befolgen oder Ausführen von Hörzeichen immer Lob die Konsequenz.
    In dieser Zeit des Lernens gibt es keine Strafe, sondern Umlenkung von unerwünschtem Tun und Lob, wenn das befolgt und angenommen wird.

    Ein erwachsener Hund wird von mir aber für die "normale" Gehorsamsleistung nicht mehr gelobt. Ein Steh an der Straße, ein Sitz, nicht an der Leine ziehen usw. sind Selbstverständlichkeiten.

    Gelobt wird mit aller Konsequenz, wenn nicht alltägliche Leistungen erbracht werden. Beim Training im sportlichen Bereich z. B.

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

  • Hier ist noch mal ein längeres Zitat, auf das sich meine Frage an Liv bezog:

    Dann habe ich aber gemerkt, dass ich das Beispiel unglücklich gewählt hatte, weil sie davon schon abgekommen war. Ein anderes Beispiel ist das Beharren auf dem Unterschied zwischen Kommunikation und Strafe (beim Blocken.)
    Wie kann man das so einfach auseinanderhalten? Das einzige, was mir momentan klar zu sein scheint ist die Deutungshoheit des Bestraften. Immerhin. :lepra:

  • Konsequenz ist doch eigentlich nur nen Begriff für die Reaktion auf eine Aktion des Hundes
    neutral belegt, da sie positiv so wie auch negativ sein kann

    Positive Konsequenz: Ich habe dem Kind versprochen, dass es ein Pony bekommt, wenn es eine 1 schreibt und bei geschriebener 1 gibts das Pony.
    = Eltern sind berechenbar und konsequent

    Negative Konsequenz: Wenn das Kind eine 5 schreibt, gibt es kein Taschengeld. Und so passiert es auch
    = Eltern sind berechenbar und konsequent

    Berechenbar bedeutet, es erfolgt nix unfaires, unangekündigt

    - Kind kommt mit ner 5 nach Hause, die sonstigen Noten hat die Eltern nie interessiert. Eltern interessieren sich plötzlich, schreien das Kind an und streichen das Taschengeld.
    Kind ist irritiert, weil es solchen Konsequenzen nicht bewusst war und verunsichert.
    Eventuell wird es zukünftigt was verheimlichen aus Angst von der Unberechenbarkeit der Eltern.


    Auf Hunde lässt es sich genau so übertragen.
    - auf gleiches Verhalten erfolgt immer angekündigte Konsequenz

    Unberechenbarkeit und zu starke negative Konsequenz lässt Hunde meiden.
    Will ich einen meidenden Hund und bin mir meiner Methoden bewusst, ok.

    Ansonsten sollte ich mir ernsthaft Gedanken machen, was ich tue und ob ich es will.

  • Zitat

    Auf Hunde lässt es sich genau so übertragen.
    - auf gleiches Verhalten erfolgt immer angekündigte Konsequenz

    Bei mir z.B. nicht. Ich baue, wie alle hier (?) Lob konsequent ab. Eher unkonsequenter als andere, aber trotzdem. Damit folgt dann nicht immer auf jedes Verhalten die erwartete Konsequenz. Du schreibst ja "angekündigte Konsequenz" und meinst damit wohl hauptsächlich Warnung und Strafe. Ist denn je nach Sensibelchen nicht schon die Warnung eine Strafe?

    Auch verstehe ich den Vergleich mit dem Kind nicht. Das bekommt ja nicht bei jeder 1 ein neues Pony. Und dem Kind kann ich das erklären. (Da es ja offensichtlich schon schulreif ist.) Dem Hund nicht. Bin ich deshalb jetzt unberechenbar?

  • Nur jetzt mal die Frage: Wie kriegt man das hin?
    Klar, in der Theorie oder abends auf dem Sofa kann ich mir auch überlegen, ich mache jetzt nur noch XY wenn Hund Z macht. Aber in dem Moment hat man vielleicht ne Reaktionszeit abzüglich der Schrecksekunde von 1 Sekunde. Also ich kann das nicht, ich handle dann intuitiv. Wenn das bei manchen Menschen die genau vorher überlegte Sache ist, Bingo. Aber irgendwie scheinen nicht alle Menschen diese Gabe zu haben.
    Beim Kind hat man ja wenigstens ein paar Monate bis Jahre Zeit sich das zu überlegen, aber auch jedes Kind ist wieder anders und man überlegt sich dann nen Plan wie z.B. Taschengeld streichen, diesem Kind macht das aber nichts aus, vielleicht weil es nichts hat, was es sich kaufen will, weil es schon alt genug ist, sich was dazuzuverdienen oder weil es nicht begreift, wie es von weniger Taschengeld besser in der Schule werden soll...

  • Zitat

    Bei mir z.B. nicht. Ich baue, wie alle hier (?) Lob konsequent ab. Eher unkonsequenter als andere, aber trotzdem. Damit folgt dann nicht immer auf jedes Verhalten die erwartete Konsequenz.


    ich baue kein Lob ab
    tolles Verhalten soll sich immer lohnen
    wieso auch nicht?


    Zitat

    Du schreibst ja "angekündigte Konsequenz" und meinst damit wohl hauptsächlich Warnung und Strafe. Ist denn je nach Sensibelchen nicht schon die Warnung eine Strafe?


    je nach Hund ist die Intensität selbstverständlich unterschiedlich

  • Zitat

    Nur jetzt mal die Frage: Wie kriegt man das hin?
    Klar, in der Theorie oder abends auf dem Sofa kann ich mir auch überlegen, ich mache jetzt nur noch XY wenn Hund Z macht. Aber in dem Moment hat man vielleicht ne Reaktionszeit abzüglich der Schrecksekunde von 1 Sekunde. Also ich kann das nicht, ich handle dann intuitiv. Wenn das bei manchen Menschen die genau vorher überlegte Sache ist, Bingo. Aber irgendwie scheinen nicht alle Menschen diese Gabe zu haben.
    Beim Kind hat man ja wenigstens ein paar Monate bis Jahre Zeit sich das zu überlegen, aber auch jedes Kind ist wieder anders und man überlegt sich dann nen Plan wie z.B. Taschengeld streichen, diesem Kind macht das aber nichts aus, vielleicht weil es nichts hat, was es sich kaufen will, weil es schon alt genug ist, sich was dazuzuverdienen oder weil es nicht begreift, wie es von weniger Taschengeld besser in der Schule werden soll...

    Ich gehe davon aus, dass - wenn es erst mal verstanden ist :ops: - man es erlernt und das Verhalten dann in Fleisch und Blut übergeht. So war es zumindest in meiner Pferdezeit. Vor ca. 15 Jahren hatte ich mir die Sachen mit klassischer und operanter Konditionierung etc. schon einmal angelesen und sobald das erfolgreich in Praxis umgesetzt wurde wird es zu einer Selbstverständlichkeit. Hilfreich war aber schon, zwischendurch mal jemanden von außen drüberschauen zu lassen, da sich immer Fehler einschleichen können, wenn sich etwas verselbstständigt. :D

    Maanu: Da käme ich gar nicht durch den Alltag. Wenn ich z.B. die Leinenführigkeit über Lob aufgebaut hätte, dann müsste ich ja den ganzen Weg zum Park loben. :???: Ist deshalb die Erziehung über Strafe manchen lieber?

  • Zitat


    je nach Hund ist die Intensität selbstverständlich unterschiedlich

    Klar. Ich könnte mir nur bei meinem Hund z.B. vorstellen, dass jede Warnung, die sie durch Erfahrung mit einer eventuellen positiven Strafe verknüpft, für sie schon ein Grund zum Fürchten wäre. Somit würde mir die Möglichkeit der Warnung ohne Strafe fehlen. Oder nicht?

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