Nur noch spielen im Kopf!
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weisserschaefer -
4. März 2014 um 21:31
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Liebe Alle,
ich freue mich jetzt schon auf eure hilfreichen Tipps, aber vorab noch kurz zu meinem Hund:
Schäferhund, Rüde, 16 Monate alt, unkastriert - sehr sportlich & lernwillig - ist gut ausgelastet.Zu meinem "kleinen Problem", welches aus meiner Sicht her eigentlich allmählich mächtig nervig wird: Ich hab ihn seit er 8 Wochen alt ist und die Erziehung war eigentlich sehr simple, da er ständig versucht alles richtig zu machen. Er ist – wenn nur Menschen da sind – sehr besitzerfixiert und weicht selten von meiner Stelle. Sozialisiert habe ich ihn eigentlich gut - er hat nie Probleme mit anderen Hunden und sowohl im Welpenalter als auch danach hatten wir immer viele Hundefreunde.
Doch er hat so seine typischen "Guten Freunde", mit denen er unermüdlich und liebend gerne spielt. Das ist soweit auch vollkommen OK, aber nun beginnt der unangenehme Teil: Er hört nie zu spielen auf. Selbst wenn die anderen Hunde schon hechelnd am Boden liegen und sich nicht bewegen gibt er keine Ruhe. Das hat schon sehr früh begonnen, und ich denke hier liegt der Fehler. Bei einer Grillparty (da war er ca. 6 Monate alt) war einer seiner guten Freunde zu Besuch und sie haben - und das ist kein Spaß - 4 Stunden lang durchgehend gerauft, sich gejagt und sich am Boden gewälzt. Ohne Pause! Und nein, sie sind nicht schnüffelt herumgegangen und haben ab und zu mal gespielt, sondern sie haben das durchgehend gemacht. 4 Stunden lang laufen & raufen. Beide waren schon richtig fertig, sie konnten nicht mehr. Sie sind umgefallen, konnten nicht mehr stehen und dennoch: Sofort wieder auf und weiter geht's. Und nun kann ich dieses Verhalten nicht unterbinden. Gestern Abend waren Freunde zu Besuch und es ging wieder los. Spielen, spielen, spielen. Der andere Hund wollte auch schon gar nicht mehr - aber meiner hört nicht auf. Wenn ich ihn auf seinen Platz schicke und die beiden nicht zu einander lasse, dann fiebt er permanent. Keine Beachtung schenken bringt hier auch nichts. Er hört nicht auf. Sobald ich aufstehe und aufs WC gehe, ist er wieder beim anderen Hund. Da kann ich reden so viel ich möchte, es bringt nix.
Normalerweise ist er anderen Hunden gegenüber sehr aufgeschlossen aber dennoch auch reserviert. Er schnüffelt, rennt bisschen hin- und her und das war es. Aber bei Hunden die bei uns zu Besuch sind und die er kennt: Chaos. Und das kann schon mal echt nerven, weil man die Hunde doch mal wieder vom Garten ins Haus lässt und dann nicht möchte dass die hier herumtoben.
Kurz und bündig: Ich weiß - er ist ein sehr aktiver Hund und mitten in der Pupertät, aber es muss mal Schluss sein. Er muss lernen sich hinzulegen und auf mein Kommando einfach ruhig zu sein. Egal ob hier Hunde sind oder nicht. Der Abend mit Freunden gestern ist förmlich ins Wasser gefallen, wir waren nur damit beschäftigt die Hunde von einander fern zu halten.
Hach... hat wer nen Tipp?
Vielen Dank!
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Konsequenz! Konsequenz! und nochmal Konsequenz!
So lange, wie er immer wieder damit durchkommt, wird sich nichts ändern, im Gegenteil, er lernt nur " Ich muss nur hartnäckig genug sein, irgendwann geben die Menschen schon auf!"
Bei einem Verhalten, das schon längere Zeit gezeigt wurde, und welches man nun abstellen möchte, kommt es gerne zu einer Erstverschlimmerung. Das heißt, er sagt sich "Es ging doch immer, ich muss mich nur mehr anstrengen, dann geht es wieder."
Da muss man halt den dickeren Dickkopf haben! -
Zitat
Konsequenz! Konsequenz! und nochmal Konsequenz!
Da muss man halt den dickeren Dickkopf haben!So sehe ich das auch. Das Problem hast Du kreiert, indem Du das Spielverhalten nicht rechtzeitig kanalisiert und begrenzt hast. Ist aber kein Vorwurf, nur musst Du jetzt da durch, dass entspannte Besuche von Freunden mit Hunden erstmal nicht drin sind. Ihr müsst Euch gemeinsam darum kümmern, dass die Hunde sich ablegen und Ruhe halten ohne zu spielen. Das wird anfangs schwieriger sein als einen Sack Flöhe zu hüten. Aber vielleicht könnt Ihr daraus ein Hundeerziehungsevent machen
. Ein paar leckere Schnittchen und Käsewürfel. Wenn Hund still bleibt gibt es Käsewürfel für Hund und ein Schnittchen für hungriges Herrchen/Frauchen, aber nur dann
. So ein gemeinsames Erziehungsprogramm könnte ich mir durchaus unterhaltsam vorstellen. Da könnte auch spielerische Konkurrenz aufkommen, wessen Hund öfter/länger Ruhe hält. Wäre auch ein Freundeabendprogramm.LG Appelschnut
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Das beschriebene Training ist schon mal sehr gut. Ich würde aber die Schwierigkeit langsam steigern. Erst mal nur draußen mit einem ruhigen Hund spazierengehen, ohne dass er toben will, dann steigern, bis ihr mit dem guten Spielkumpel entspannt gehen könnt. Das ganze dann in den Garten und ins Haus übertragen.
Ich vermute , dass es einfacher ist, wenn er erst mal ruhig nebenher gehen und in Bewegung bleiben kann und ihm das stillsitzen im Körbchen während ein anderer Hund da ist noch extrem schwer Fällen wird. -
Dein Hund durfte bis jetzt Party machen, wie er wollte. Zumindest zu Hause.
Er wird dabei grossen Stress gehabt haben, der mit sicherheit den Körper sofort überschwemmt, wenn Besucherhunde kommen.
Er kennt ja nichts anderes.
Für mich klingt es wahrscheinlich, dass ihr bereits ohne andere Hunde trainieren solltet, und dann in kleinen Schritten weiter machen.Dass er in Anwesenheit anderer Hunde ruhig auf seiner Decke liegt, wird ein Weg, der Sachverstand verlangt und know how.
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Hallo,
DANKE für die vielen Tipps - das klingt sehr vielversprechend. Und ich werde definitiv konsequent bleiben. Das mit der "Erstverschlimmerung" war wohl wirklich der Fall und wird's die nächsten male auch werden, aber da muss ich durch. Ich kenne Hunde die lassen sämtliches Spielzeug liegen und laufen zum Herrchen wenn ein Stück Käse zu riechen ist. Doch bei meinem leider nicht - weder Spielzeug noch Leckerchen sind eine positive Bestärkung die er "sehr gerne mag". Klar isst er sein Leckerchen, aber wenn er wählen könnte zwischen spielen und einem Stück Käse oder seiner Frisbeyscheibe, dann wählt er eher das spielen mit anderen Hunden. Und wenn ich ihn dann auf seinen Platz schicke und ihn belohnen möchte wenn er mal 30 Sekunden ruhig war, dann kann ich ihn die Leckerchen vor die Nase halten - seine Konzentration ist aber nur beim anderen Hund.
Seine Freunde sind überwiegend gleichaltrige auch unkastrierte Rüden. Und ab und zu beim spielen bestiegen sie sich auch gegenseitig. Aber da ist kein Hund böse und rastet aus, sondern sie spielen danach direkt weiter. Ist das ständige spielen ein kleiner Machtkampf? Und soll ich das besteigen unterbringen, oder machen die sich das selbst aus? Kann schwer immer eingreifen, so schnell bin ich nicht.
Wäre dankbar wenn ihr dazu auch paar Tipps habt. Hab mit Hunden Erfahrung, aber der Weiße Schäfer ist echt eine aktive Herausforderung. Eine Herausforderung der ich mich natürlich stelle
Denn sonst ist er ein bezaubernder Hund.Liebe Grüße!
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