Woher kommt sein bellen & wie kann ich es ihm abgewöhnen?

  • Seit Samstag habe ich nun meinen Rumänen bei mir. Django ist jetzt fast ein halbes Jahr alt, wurde mir als Angsthund vermittelt & ich bin jetzt die erste Bezugsperson die er hat. Jedoch ist er garnicht mehr so ängstlich sondern nurnoch ein wenig zurückhaltend, was ja auch völig in Ordnung ist. Er meistert alles mehr als super & ich bin echt begeistert von ihm. Aber seine große Unart kommt jetzt auch zum Vorschein.
    Aber er knurrt & bellt sehr gerne. In der Wohnung und draußen gleichermaßen. Es hat damit angefangen, dass er meinen Mitbewohner angeknurrt hat als er in mein Zimmer geguckt hat während ich geschlafen hab. Die beiden kennen & mögen sich. Er geht sogar von allen zu ihm rüber & holt sich Streicheleinheiten.
    Das führte dann weiter dass er Besucher anbellte/knurrte, er Geräusche in der Wohnung anbellt (zB: mein Mitbewohner hat beim kochen das Radio angehabt & die Küchentür geschlossen. Er stand vor der Tür & bellte/knurrte) und mitlerweile reagiert er schon auf Geräusche aus dem Hausflur, was mehr als nur blöd ist weil wir im Erdgeschoss eines 12-Partein Hauses wohnen.
    Auch draußen pöbelt er fremde Menschen & Hunde an. Aber sobald sie näher an uns heran kommen wird der Schwanz eingekniffen & an mir hochgestiegen. Besonders schlimm ist es wenn ich mit einer Freundin & ihrer Dacke-Chi-Hündin unterwegs bin. Die Kleine (12 Wochen) kläfft auch gern andere Hunde an. Die beiden schaukeln sich meistens gegenseitig hoch. Aber ich hab iwie den Eindruck, dass er mich bzw. uns beschützen will, ob in der Wohnung oder draußen.

    Wie kann ich ihm das bellen am besten abgewöhnen? Bisher verbiete ich es ihm mit einem "Nein!" und rufe ich ihn zu mir, aber das klappt nicht wirklich lange.

  • Hallo,

    die Bellerei kann verschiedene Ursachen haben.
    Diese wirst Du erst einmal für Deinen Hund herausfinden müssen.


    Dein Hund ist gut ein halbes Jahr alt.
    Meist um diese Zeit herum fängt diese sogenannte "Unsicherheitsphase" an.
    Da wird alles an Gegenstände, was schon bekannt war, "plötzlich" zu unheimliche "Monstern".
    Ein Auto vor der Tür? Da hat noch NIE eins gestanden! Unheimlich!
    Mülltonne im Hof? Oh je, wie schrecklich!
    Laternenpfahl? Nimm es bitte weg.
    So was wird schon mal gerne mit Bellen kommentiert.

    Dann kann es auch rassebedingt sein. Es gibt halt Rassen, die viel schneller losbellen,
    und dies auch gerne immer wieder, bei jeder sich bietende Gelegenheit tut.

    Viele Hunde bellen auch gern, wenn sie etwas nicht zuordnen (Geräusche, Gerüche) können, oder weil sie halt nicht wissen, wie sie mit der aktuell aufgetretene Situation umgehen sollen.


    Egal, was nun auch die Ursache ist, bei allen Situationen hat die Bellerei einen "Nachteil" (aus Menschensicht).
    Das Bellen beruhigt einen Hund, und ist auch selbstbelohnend.

    Ich schätze mal, so ganz abschalten, wirst Du die Bellerei nicht können.
    Aber Du kannst Deinem Hund alles zeigen, was okay ist, wo nicht gebellt werden mußt. In Eurem Fall, daß es okay ist, wenn sich der Mitbewohner in der Wohnung bewegt oder Radio einschaltet.
    Und in anderen Situationen könntest Du ein Alternativverhalten zeigen. Zum Beispiel bei Hundebegegnung: bring dem eigenen Hund bei, sich hinter Dich zu stellen, damit Du die "unheimliche Situation" klären kannst. Das gibt Deinem Hund die Sicherheit und er braucht nicht zu bellen.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Zitat

    Aber seine große Unart kommt jetzt auch zum Vorschein.

    Das ist keine Unart, sondern ein Zeichen dafür, dass ihm alles unheimlich ist. Er ist unsicher, kennt wahrscheinlich nicht viel, kennt auch das Leben im Haus nicht.
    Dazu kommt, dass mit 6 Monaten der Wachinstinkt reift.

    Mit einem "nein" und schimpfen bekommst Du das nicht hin.

    Ich verstehe immer nicht, warum Hunde aus Rumänien an unerfahrene Menschen vermittelt werden.

    Wenn Du hier mal im Forum liest, wirst Du viele gute Tipps bekommen.
    Das Thema wird hier oft behandelt.

  • also unsere 6 monate alte tierheimhündin (aus italien) hat zuerst auch alles in der wohnung verbellt. kleinste geräusche und zudem spiegelung (in fenstern, verglasten türen). sie hat aus unsicherheit gebellt. wir haben es ihr gelassen- manchmal sind wir in die ecke gestanden in welche sie gebellt hat. brust raus und schultern breit. nun nach 2 monaten bellt sie schon vielviel weniger. hat sich halt einfach an die geräusche gewohnt.

    was ich nicht machen würde ist hektisch darauf zu reagieren. gibt ihm nur den anschein da wäre wirklich etwas was man beachten kann.

    draussen bellt sie auch alle hunde an- bis sie riechen darf. dann ist sie ruhig. ich denke dass kommt auch von der zeit im tierheim, sie war ja noch ein welpe und musste sich lautstark gegen die grösseren rowdies durchsetzen.

    übrigens: es gibt ein super interessantes buch, es heisst "das bellverhalten der hunde" (animal learn verlag). erklärt die verschiedenen bell-varianten (sogar mit cd :D ) und gibt ratschläge wie man reagieren kann.

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