Biopsie aufgrund Geschwulst in der Milchleiste

  • O.k., das ist die Standardbegründung. Kenn ich.

    Weißt, was mir aber nicht in den Kopf will. Eine andere Standardmeinung besagt, dass ab einem
    Alter von 2,5 Jahren die Kastration sich nicht mehr positiv auf die Enstehung von Mammatumoren auswirkt. Es bringt einfach nichts mehr.

    Es will mir grad nicht in den Schädel, warum ich meine 4-jährige Hündin dann kann kastrieren soll ???

    Wo ist mein Denkfehler ????

  • Eine Kastration senkt nur in den ersten Zyklen einer Hündin generell das ohnehin niedrige Risiko an einem Mammatumor zu erkranken.
    Sie beugt also einer Tumorerkrankung vor. Allerdings hat ein geringes Gewicht der Hündin im ersten Lebensjahr den gleichen Effekt.

    Anders sieht es aus, wenn ein Tumor da ist.
    Natürlich verhindert eine Kastration jetzt nicht mehr die Entstehung.
    Aber sie verhindert das Wachstum und das Streuen bei Tumoren, die da sind und durch Hormone stark beeinflusst werden. Das trifft nicht auf alle Mammatumoren zu aber auf viele.

  • Zitat


    Es will mir grad nicht in den Schädel, warum ich meine 4-jährige Hündin dann kann kastrieren soll ???

    Wo ist mein Denkfehler ????

    Du hast keinen Denkfehler. Ein Kastration kann Mammatumoren vorbeugen, das gilt aber nicht für alle Mammatumore, sondern nur für hormonabhängige. Das gilt auch nur, wenn vor der ersten Hitze kastriert wird, was dafür aber andere Nachteile hat.

    Dazu schreibt Dr. Niepel:

    Zitat

    Und: Wer weiß z.B. schon, dass Mammatumoren auch bei unkastrierten Hündinnen hormonunabhängig auftreten können und das diese Tumore wesentlich häufiger maligne (bösartig) sind als hormonabhängige der nicht kastrierten Hündin? So ist es z.B. umstritten ob nichtkastrierte Hündinnen, die an Mammatumoren erkranken, zwecks Rezidivprophylaxe kastriert werden sollen. (Schärer, 2002)....”“

    http://www.kromfohrlaender-bremen.de/kastration/

    Es können also kastrierte und unkastrierte Hündinnen Gesäugetumore bekommen.
    Es gibt allerdings etliche Studien, die besagen, dass circa 85 % aller Gesäugetumore gutartig sind. Das kann ich auch aus meiner langjährigen Erfahrung bestätigen.

  • Im zitierten Text ist ein Schreibfehler:

    Zitat

    "Wer weiß z.B. schon, dass Mammatumoren auch bei unkastrierten Hündinnen ...."


    Das soll sicherlich bei kastrierten Hündinnen heissen.

  • Zitat

    O.k., das ist die Standardbegründung. Kenn ich.

    Weißt, was mir aber nicht in den Kopf will. Eine andere Standardmeinung besagt, dass ab einem
    Alter von 2,5 Jahren die Kastration sich nicht mehr positiv auf die Enstehung von Mammatumoren auswirkt. Es bringt einfach nichts mehr.

    Es will mir grad nicht in den Schädel, warum ich meine 4-jährige Hündin dann kann kastrieren soll ???

    Wo ist mein Denkfehler ????

    Dein Denkfehler liegt darin, dass die Frühkastration sich auf die Entstehung der Krankheit auswirkt.

    Darum geht es aber nicht mehr, wenn schon ein Tumor da ist. Denn dieser kann durch Hormone beeinflusst werden. Deswegen wird in vielen Fällen bei menschlichen Brustkrebspatientinnen eine Anti-Hormon-Therapie eingesetzt.
    Beim Menschen bestimmt man, ob das Tumorwachstum durch Hormone stimuliert wird (Hormonrezeptorstatus).
    Ich weiß nicht, ob das bei Hunden auch gemacht werden kann.
    Je nach Ergebnis kann es sehr wohl sinnvoll sein, eine Hündin zu kastrieren, ich würde es bei Vorliegen eines malignen Tumors auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

  • Bei der Hündin kann man nach dem Biopsie-Ergebnis eine Prognose abgeben, ob eine Kastration sinnvoll sein könnte.
    Allerdings haben viele Besitzer das gerne in einem Aufwasch weg, weil eben nur einmal Narkose, nur einmal Schmerzen, nur einmal Wundheilung und geringere Kosten. Dann ist das Vorgehen natürlich auf gut Glück.

  • Bei uns war eine Zahn-OP und dabei hat der TA den Knubbel an der Milchleiste entdeckt und den nach Rücksprache mit mir gleich mit entfernt und zur Biopsie eingeschickt.
    So wussten wir vorher, dass das Ding bösartig ist und welche Sorte Tumor.

    Wenn du dir unsicher bist, dann lass die Geschwulst herausnehmen, untersuchen und dann kannst du immer noch entscheiden, wie du weiter vorgehen willst. Ein ansonsten gesunder Hund verkraftet ohne weiteres mal zwei Narkosen. Ist halt aber eine Kostenfrage......

  • Erst einmal vielen Dank Euch allen für die Antworten. Nach Rücksprache mit dem Züchter, der kein ganz unerfahrener ist ;) (http://www.icebells-kennel.de/) und Euren Aussagen werd ich das Scheißding am Freitag entfernen lassen,
    ohne Kastration.

    Wenn das Ergebnis vorliegt würde ich mich gerne wieder melden.

    Ist er bösartig, dann würde der Züchter auch zur Kastration raten, allerdings mit einem Abstand von mind. 4 Wochen.

    Wie lange würde eine gleichzeitige Kastration den Aufenthalt des Hundes beim TA verlängern ? Wie Aufwendig ist die
    Nachsorge ?

    Es gibt sicher Argumente für beide Varianten, rein gefühlsmäßig schließe ich mich aufgrund der Mentalität und Wesen des Hundes (eher unsicher und ängestlich) der "step-by-step" - Methode an.

  • Eine gleichzeitige Kastration verlängert den Eingriff an sich, also die Zeit in Narkose. Das ist aber bei einem fitten Hund und einer guten Inhalationsnarkose kein Problem.
    In der Praxis bleiben muss der Hund deshalb nicht, auch die Nachsorge wird nicht komplizierter.

    So ganz eindeutig richtig oder falsch gibt es dabei nicht, das ist eine ganz persönliche Entscheidung. ;)

  • Da ich eher zu den Kastrationsgegnern gehöre, würde ich es auch so machen :gut:

    Eine gleichzeitige Kastration verlängert den Aufenthalt beim TA wohl nicht. Nur die Narkose dauert länger.
    Wenn der Hund nach der OP aus der Narkose aufgewacht ist, kann er nach Hause. Vorausgesetzt es verläuft alles normal.
    Zuhause muss man aufpassen, dass der Hund nicht an die Naht kommt. Da macht's wenig Unterschied, ob die Naht groß oder klein ist ;)

    Alles Gute für Freitag, wir drücken Daumen und Pfoten

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