mein Hund hat draußen Angst vor uns?

  • Hallo,

    Ich habe folgendes Problem, mein Hund scheint draußen Angst vor uns zu haben. Wenn wir ihn rufen und er nicht kommt, rufen wir ihn lauter. Er kommt dann und bleibt einige Meter vor mir stehen. Wenn ich ihn dann streicheln will und auf ihn zu geh, springt er weg und kommt nicht näher. Ab und an läuft er dann auch weg. Aber auch nur wenn man deutlich ruft. Das macht er immer nur draußen, egal ob im Garten ober beim Gassi gehen.
    In der Wohnung kommt er immer zu mir

    ich verstehe es nicht.... woran kann das liegen? Was kann ich tun?

    Er hört noch nicht so gut. Er ist 9 Monate alt. Wenn er andere Hunde sieht, läuft er hin. Dann kann ich rufen wie ich will. Ich lasse ihn nur noch frei, wenn kein anderer Hund in der nähe ist.
    Was kann ich da machen? Nicht mehr frei lassen?

    Danke

  • So wie du das beschreibst hört ich das nicht wie Angst an, sondern eher als wäre das ein Spiel deines Hunde.
    Das machen viele Hunde, die oftmals verknüpft haben "Herrchen Ruft-ich komme- und werde angeleint". Dann bleiben sie auf Abstand und sehen das "du kommst auf sie zu" dann als nettes Spiel an :) In dem Alter deines Hundes nichts ungewöhnliches :)
    Lobst du nur im Stimme wenn dein Hund kommt? Ansonsten vielleicht einfach mal eine zeit lang mit Leckerlies belohnen, dann wird er vermutlich zu dir kommen um es abzuholen. Außerdem nicht nur rufen wenn er dann angeleint wird sondern auch mal einfach zum Belohnen und gemeinsamen spielen.
    Wenn das garnicht klappt, dann Schleppleine dran, so kannst du den Hund dann zu dir holen wenn er diese Spiele spielt und somit den Rückruf wirklich "durchsetzen".
    Solange er wirklich nicht kommt würde ich die Schleppleine dran lassen, alles andere wäre mir zu gefährlich.

  • Kann es sein, dass du deinen Hund sonst nur gerufen hast um ihn anzuleinen oder weil gerade ein für ihn interessanter Reiz kam? (Jogger etc.)
    Dann ist sein Verhalten kein Wunder. :D
    Ich schließe mich SweetEmma an. Das klingt für mich als wäre es ein erlerntes Verhalten seinerseits. :)
    Sofort die Schleppleine dran, damit er ab sofort keine Gelegenheit hat abzuhauen. Wenn du ein Kommando gibst, musst du es auch durchsetzen. Das funktioniert in diesem Fall nur über die Schleppleine. Die Leine muss man dann langsam wieder abbauen, wenn alles klappt. Dafür verkürzt man sie wieder Stück um Stück.

  • Ich nenne so was immer den "Grabsch-Effekt", mit Angst hat das in dem Sinne nichts zu tun. Hund hat nur gelernt, wenn Mensch ruft und versucht, nach dem Halsband zu grabschen, halte ich besser ne Armlänge Abstand, weil ich weiß, dass sonst der Spaß vorbei ist und ich an die Leine komme.
    Rückruf also leider falsch aufgebaut.

    Was ich machen würde: ohne Ablenkung, eventuell mit Schleppleine, den Hund immer mal rufen, in die Hocke gehen, wenn Hund kommt, dicke Belohnung (verbal oder mit Futter), Hund kurz streicheln und wieder los schicken. So lernt er, dass gerufen zu werden nicht schlimm ist und dass der Spaß trotzdem weiter gehen kann.
    Von 10 Mal rufen würde ich dann auch nur einmal anleinen. Oder einfach zwischendurch mal rufen, anleinen, ein paar Meter gehen, Hund sitzen lassen, Leine ab, Blickkontakt und Hund frei geben.

    Wenn das alles klappt, Ablenkung steigern und der Rückruf funktioniert wahrscheinlich wieder.

  • Danke.
    Für die Antworten. Ich werde jetzt erstmal nur mit schleppleine gehen und mit ihm trainieren.

    Es stimmt schon, dass ich ihn immer anleine, wenn ein jogger oder ein anderer Hund kommt. Ich rufe ihn ab und an aber auch so. Wenn er zum Beispiel zu weit weg ist. Dann bekommt er, wenn er kommt, ein leckerchen und kann dann weiter flitzen.

    Ich würde ihn, wenn er auf Abstand geht, auch gerne streicheln ode4 füttern, aber er kommt nicht näher- nicht mal für ein leckerchen

  • Zitat


    Ich würde ihn, wenn er auf Abstand geht, auch gerne streicheln ode4 füttern, aber er kommt nicht näher- nicht mal für ein leckerchen

    Nicht locken. Das ist der Anfang vom Ende. Erst belohnen, wenn er auch was richtig gemacht hat.

  • Dein Hund liest erst deine Körpersprache. Und die ist bedrohlich. Laut sein, angucken (unbewusst fixiert man dabei den Hund) und nach vorne überbeugen....Das sind alles Drohgesten. Hinzu kommt noch das "grabschen" nach dem Halsband von oben.

    Meinen Hunden habe ich meine "manchmal" gegensätzliche Körpersprache "erklärt"

    Also könntest du dem Hund auch mal Leckerchen zuwerfen, er muss ja nicht unbedingt rankommen....Das übt man natürlich nicht, wenn der Hund kommen soll, weil er sonst in Gefahr gerät, sondern so zwischendurch immer wieder.

    Mir ist das gleiche mit meiner verstorbenen Hündin passiert. Ich rief sie, sie kam, guckte und plätzlich sah sie aus, als sei ich ein Geist, der sie gleich aufisst.
    Ich habe mich einfach kleiner gemacht, dem ganzen nicht viel Bedeutung geschenkt und ihr die folgende Zeit eine ganz kurze Schleppleine rangemacht, so dass ich mich zum Anleinen nicht über sie beugen musste.

    Witzigerweise ist das meist eine pubertäre Phase, wo Angst und "Nö! ich komm nicht, weil ich Bohnen in den Ohren habe" sich abwechseln.

    Also : weitermachen, nicht überbewerten. Schleppleine ist gut. Ich nutze meist nur 1 m oder auch mal 3 oder 5 m, je nachdem. Also du must keine 1m rankknüppern ;)

  • Teddi1004,

    hast du in der Situation mal genau das Gegenteil versucht?
    Wenn der Hund nach deinem Rufen nicht kommt, oder auf einem Meter entfernt stehen bleibt, dann bleib mal ruhig (nicht lauter rufen, nicht auf ihn zu gehen um greifen zu wollen), dreh dich um und geh in entgegengesetzter Richtung weg. Im ersten Moment wird dein Hund zögern, weil er ja erstmal verwundert ist. Aber ich denke, dann wird er hinter dir herkommen, und im Optimalfall komplett an dich ran kommen. Lass ihn aber noch mal laufen und spielen, und nehm ihn erst danach an die Leine.

    Dein Hund muss lernen, dass Ranrufen nicht immer gleich Anleinen heißt. Momentan hat er das nämlich so verknüpft - Frauchen/Herrchen ruft = Leine ran und Spaß vorbei - . Das könnt ihr ändern, indem ihr einfach öfter mal ranruft und dann wieder freigebt.
    Und wenn er eben nicht komplett ran kommt, dann umdrehen und weg gehen, evtl das auch mit einem Kommando wie "Tschüß" belegen, wenn euch das hilft.

  • Zitat

    Er kommt dann und bleibt einige Meter vor mir stehen. Wenn ich ihn dann streicheln will und auf ihn zu geh, springt er weg und kommt nicht näher. Ab und an läuft er dann auch weg.

    Davon abgesehen, dass die anderen mit den Punkten Schleppleine, bedrohlicher Körperhaltung und Stimmlage und der Verknüpfung von Grabschen und Anleinen völlig recht haben: Vielleicht möchte er einfach nicht draußen gestreichelt werden. Ich würde das Streicheln draußen einfach mal weglassen und anders belohnen.

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