Bellen bzw. hinterherjagen bei Passanten und Fahrradfahrern

  • Hallo ihr Lieben,

    nachdem ich mich kurz vorgestellt habe, hier nochmal eine kurze Einführung zu unserem Hund und dem "Problem".

    Wir haben einen ca. 2-4 jährigen Schnauzer-Deutsch Drahthaar Mix aus einem polnischen Tierheim seit Anfang Dezember bei uns. Wir haben ihn durch eine Vermittlerseite im Internet ausfindig gemacht und nach kurzer Korrespondenz haben wir uns das Tier angesehen und entschieden es zu uns zu holen.

    Amon, ein Rüde ist nach relativ kurzer Eingewöhungsphase sehr freundlich,umgänglich, stubenrein (das muss er vorher schon gelernt bekommen haben) läuft an der Leine ohne Anzeichen von Agressionen gegen die Leine, fährt sehr gern im Auto mit, hat eine unsagbare Angst gegenüber lauten Geräuschen (Silvester war grausam für ihn) und gegenüber Autos / bzw. Fahrradfahrern.

    Da ich mit Hunden groß geworden bin und mein Partner ebenfalls "Hundeerfahrung" mitbringt, hoffe ich das wir in den Anfangswochen nicht wirklich etwas falsch gemacht haben.
    Am ersten Tag nach dem Tierheim haben wir ihn gleich zu einer Tierärztin gebracht die seine Papiere kontrolliert hat, ihn gechipt und untersucht hat und uns einige Hinweise gegeben hat. er hat momentan noch ein bischen zu wenig auf den Rippen, er wurde entwurmt und bekommt bald noch eine Nachholimpfe.Ansonsten sei er gesund und sie schätzte ihn viel jünger als im Tierheim angegeben (dort 4 Jahre, sie sagte max. 2-3 Jahre.
    Wir haben ihn in den ersten Tagen nach dem Tierheim viel Zeit gegeben sich einzugewöhnen, d.h. ihn in Ruhe gelassen und er ist zu uns gekommen, wurde dafür auch belohnt, gestreichelt. Wir haben ihn in jedem Raum ein Plätzchen gegeben, an Futter und Wasser kommt er jederzeit heran. Die ersten Gassierfahrungen mit ihm waren auffällig unaufällig, soll heissen, er hat zwar an der Leine gezogen, sich aber nie gegen sie gewehrt oder aggressives Verhalten gezeigt.
    Wir trainieren mit ihm jeden Tag in einer großen Runde seinen Namen, das herkommen und mitkommen und er klappt sehr gut, er ist sehr gelehrig.
    Sind wir jedoch mit ihm in der Stadt, zeigt er ein auffälliges Verhalten gegenüber Autos, Menchen und vor allen Dingen Fahrradfahrern.
    Es geht soweit, das er sobald ein lautes Auto oder ein Fahrradfahrer in seine/ unsere Nähe kommen er anfängt laut zu bellen (nicht knurren) und auf das Auto oder den Fahrradfahrer hinstürmen will.

    Da ich das von unseren früheren Hunden gar nicht kenne, oder so noch nie erlebt habe und es doch immer wieder lese, möchte ich nichts falsch machen.
    Wir wissen ja auch gar nichts über sein Vorleben, also ob er vielleicht schlechte Erfahrungen damit gemacht hat bzw. ob er überhaupt mit solchen Dingen in Kontakt gekommen ist.

    Ich möchte ihm das sukzssive abgewöhnen und wir haben angefangen ihn an einem ruhigen Platz und mit der Hilfe von Verwandten mit Fahrrädern zu konfrontieren. Sprich wir haben ihn an einem Weg an der Leine und lassen immer wieder Fahrräder vorbeifahren und beschwichtigen ihn dann mit "ruhig" oder "nein"...und versuchen die Konzentration auf uns zu lenken.
    Ich habe mich selbst auf ein Fahrrad gesetzt und er hat relativ schnell gemerkt das er mich nicht anbellen kann, weil "ich" es ja bin, habe ihn auch mit an das Fahrrad genommen und sind schiebend zusammen an dem Rad gelaufen, keine Reaktion.

    Nun sind wir wieder in der Stadt und alles von vorn.

    Nun meine Frage, ist es besser ihn mit Leckerlis von der Situation abzulenken, also wenn ich Autos/ Räder sehe ihn absitzen zu lassen (das kann er gut) und ihn abzulenken oder ihn, wenn er bellt zu maßregeln, also mit Worten bzw. ihm ein Würgehalsband anzulegen?

    Ich möchte generell sagen das ich mit großen, kräftigen Hunden aufgewachsen bin und diese haben in ihrer Erziehung (Leinenführigkeit usw.) ein Würgehalsband bekommen und meiner Meinung nach dadurch nie geschädigt bzw. agressiv geworden. Mein Opa war zudem Jagdhundeausbilder und ich kann mich an keinen Hund erinnern der dadurch einen Schaden genommen hätte.

    Ich bin unsicher, möchte aber auch das es in erster Linie für ihn entspannter wird. Wir leben in einer recht ruhigen Ecke mit viel Grün und in 5 min. ist ein Wald in der Nähe, jedoch ist der Weg bis dorthin, oft mit 4-5 solcher "Erlebnisse" geprägt.

    Ansonsten klappt es an der Langleine im Wald prima, er kommt auf Rufen oder dem Pfiff sofort zu uns, sitzt ab oder macht Platz.

    Eine Sache möchte ich noch erwähnen die "auffällig" war. Wir haben ihn natürlich ab und an zum üben Leckerlies gegeben und wenn er etwas sehr gut gemacht hat, bekam er auch mal einen kleinen Knochen. Diese Sachen sowie an sein Futter kann ich problemlos wegnehmen, keine Reaktion von ihm. Zu Weihnachten hat er einen riiiiiiiiiiiiiiiiiesigen Knochen geschenkt bekommen, den wir ihm nach "Sitz" und "Platz" gegeben haben, er hat an ihm genagt und als ich mich ihn wie sonst auch genähert habe, fing er an zu knurren (drohen) und dann hat er mich auch angebellt. Wir haben uns dann kurz entfernt, ich habe ihn zu mir gerufen und mein Partner hat den Knochen schnell weggenommen. Wir haben ihn versteckt. Um die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen haben wir ihm einen Maulkorb angelegt, ihm wieder den Knochen gegeben und als ich mich ihm genöhert habe, hat er wieder geknurrt, jedoch bin ich diesmal stehen geblieben und habe zu ihm mehrfach "ruhig" gesagt. Das ging keine Minute und trotz mehrfachem knurren und meinen Worten ist er dann plötzlich aufgesprungen und hat sich an seinen Platz begeben. Ich konnte ihm den Maulkorb abnehmen und wurde freundlich begrüsst. Was haltet ihr davon? Mehrfach üben bis gar kein Knurren mehr kommt und dann ohne Maulkorb versuchen?

    ok, vielen Dank schonmal für das durchlesen und für eure Tips und Ratschläge:O)

    einen schönen Tag euch Allen!

    Liebe Grüße,

    Amon und Nici

  • Moin,

    hmpf, die Sache mit dem Knochen.... er war zu dünn als er kam, ich würde daraus schließen, er hat in seinem Leben ernsthaft hungern müssen. Aus welchem Grund ist es nötig, das er bei SO einem TOLLEN Futterdings nicht knurrt oder es verteidigt? Ich mein, wenn man darum weiß, gibt man es ihm, wenn er wirklich allein ist und es in Ruhe genießen kann oder gar nicht. Meine Meinung dazu.

    Und, wenn er auf dem Land die Dinge kennt und einordnet - muss er mit in die Stadt? Ist der Aufwand das zu trainieren nicht einfach viel zu gewaltig? Stadt bedeutet ja eine Vielzahl von Geräuschen, Gerüchen, Eindrücken - ich kann mir vorstellen, das er einfach und schlicht überfordert ist. Zuviel - alles um ihn herum - zuviel.

    Das geht dann nur mit Geduld und kleinen Schritten, wenn er überdreht zurück gehen, Stress minimieren - jedenfalls würde ich das tun. Mein Diego mochte die Stadt auch nicht, wir leben sehr ländlich (aber extrem Stadtnah) und so hab ich ihn einfach daheim gelassen, wenn wir mal in die Stadt mussten, das war für uns alle entspannender, denn in der Stadt war er einfach nicht ansprechbar - kein Ohrzucken bei nichts.

    Warum legst Du Wert darauf?

    Sundri

  • Hi,

    von mir nur kurz zum Verhalten in der Stadt und dem Anbellen. Das ist aus der Ferne bestimmt nicht einfach und andere haben mehr Ahnung, aber ich denke, es ist "Kulturschock". Unsere Griechin hatte das Verhalten am Anfang auch gezeigt: Jogger, Radfahrer, Autos, Kinderwagen, etc. Sie kannte es vorher halt nicht und vor allem nicht in der Masse, war unsicher und hat sich bedroht gefühlt, hat gebellt und ist in die Leine gesprungen. An der Landstraße zB war es kein Problem, eine große Kreuzung jedoch schon.
    Es ist bei uns viel besser geworden bzw ist kein Thema mehr. Ich würde auf ein Würgehalsband verzichten. Wir sind so vorgegangen:

    1. Anfangs in allen Situationen, in denen sie so reagieren könnte, an die Seite genommen, schon einige Meter (außerhalb des Weges) und absitzen lassen. So konnte sie die ungewohnten Dinge aus der Ferne betrachten und hat sich nicht bedrängt oder bedroht gefühlt. Dann den Abstand immer weiter verkleinert, wenn sie damit klar kam. Wenn sie zu aufmerksam war, mit Leckerlis abgelenkt.
    2. Genügend Auslastung - wenn sie sehr aufgeregt ist, ist sie anfälliger für dieses Verhalten. Anfangs habe ich deshalb sehr lange Spaziergänge gemacht und bin mit ihr an einer Kreuzung zB vorbei(!)gegangen und dann wieder heim. Also nur kurz. Sie war dann eigentlich immer sehr ruhig und wurde belohnt. Dann langsam ausgeweitet, auch mal über die Ampel. Auch mal kurz in die Ubahn und wieder raus etc.
    3. leichte (!) Maßregelung - Sollte sie manchmal wieder in Schema F verfallen (nachdem 1 schon klappt), bellen, sich in die Leine schmeißen, nicht ablenkbar sein, stupse ich sie leicht mit den Fingern in die Schulter. Das reicht meistens, um sie aus der Zone zu holen und ihre Aufmerksamkeit umzulenken.

    Damit war das Thema innerhalb von 2 Wochen bei uns gegessen.

    Ich würde da wirklich nicht gleich zu viel vom Hund erwarten, ihm genügend Eingewöhnungszeit geben und ihn nicht zu sehr oder sofort bedrängen, sondern langsam dran gewöhnen. Zur Not würde ich mich durch einen Trainer unterstützen lassen.
    Hier gibt es aber große Unterschiede. Die erste Trainerin die deshalb bei mir war (und dann nie wieder), hat gesagt, Zoey sei total dreist und leinenaggressiv und hat meine arme Zoey massiv gemaßregelt (in den Bauch gezwickt, sodass sie laut jaulend durch die Luft geflogen ist) und dann noch gesagt, als starke Rudelführerin solle ich kein Mitleid zeigen. :???:
    In meinen Augen war sie einfach aufgeregt und unsicher, das hat sich nach und nach und mit positiver Bestärkung immer mehr gegeben.

    Ich hoffe das hilft euch weiter und dass ihr Fortschritte macht! Ansonsten habe andere bestimmt auch noch wertvolle Tipps :gut:

  • Zitat

    Moin,

    hmpf, die Sache mit dem Knochen.... er war zu dünn als er kam, ich würde daraus schließen, er hat in seinem Leben ernsthaft hungern müssen. Aus welchem Grund ist es nötig, das er bei SO einem TOLLEN Futterdings nicht knurrt oder es verteidigt? Ich mein, wenn man darum weiß, gibt man es ihm, wenn er wirklich allein ist und es in Ruhe genießen kann oder gar nicht. Meine Meinung dazu.

    Huhu

    Hier eingeworfen als klarer Grund, warum ich meinem Hund jederzeit alles entnehmen können muss:

    Giftköder

    Gruss und Respekt
    Fango

  • Erstmal hallo ;-)

    Du hast also 2 Probleme: das Anbellen von Autos und das Geknurre.

    Zum ersten Punkt: das kenne ich von meiner Frieda. Sie ist blind, und wenn anfangs ein lautes Fahrzeug (auch Fahrräder klappern manchmal komisch, Motorräder sind auch "supergefährlich"...) kam, ist sie anfangs volle Kanne in die Leine gesprungen in Richtung Fahrzeug, hat mich damit die ersten Male zu Tode erschreckt! Fast wäre sie dabei mal unters Fahrzeug geraten.....

    Ich hab das so gemanaged, daß ich ihr das Kommando "weiter" beigebracht habe. Immer, wenn sie irgendwo stehenbleiben wollte, einfach mitgenommen mit der Leine (incl laute Schrittgeräusche, damit sie merkt, ich laufe weiter) und dazu "weiter" gesagt, bis sie verstanden hatte, daß das Wort weiterlaufen bedeutet.

    Dann habe ich dieses Kommando immer gegeben, wenn so ein lautes Fahrzeug kam, und sie sich zum Absprung vorbereitet hatte - man sieht das ja deutlich genug und kann darauf achten, wenn man es jetzt weiß. In ganz ruhigem, aufmunterndem Ton gegeben. Ich gehe davon aus, daß so laute Dinger für den Hund einfach erschreckend sind (die hören ja auch tausendmal besser als wir!), und es daher keinen Sinn macht, mit aversiven Methoden zu arbeiten, sondern ihnen einfach anfangs noch das Vertrauen in uns fehlt, das Vertrauen dahingehend, daß wir sie vor diesen "lauten oder komischen Monstern" beschützen.

    Daher kommst Du sicherlich weiter mit einem souveränen "weiter" als einem Würgehalsband - das ist an der Stelle echt nicht angebracht in meinen Augen (ob man sowas überhaupt braucht, laß ich mal dahingestellt, mit dem Vermerk, daß jemand mit 30 Jahren Hundeerfahrung auch 30 Jahre lang Schei.e gebaut haben kann, und auch die Jäger in der Ausbildung nicht unbedingt immer die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Hab neulich erst einen mit nem Stachler getroffen - erst den Dt. Drahthaar auf 43 (! ich hab gefragt!) Kilo hochfüttern, dann mit Stachel gehn, weil man ihn nicht halten kann, statt an der Leinenführigkeit zu arbeiten... Und wenn es eine andere Methode gibt, warum dann gleich zu den harten Sachen greifen??).

    Bis Du das "weiter" etabliert hast, geh einfach nen größeren Bogen, wenn möglich, oder weich an die Hauswand aus und laß den Hund absitzen und stell Dich schützend davor - nicht, daß der Dir mal unter die Räder gerät..... Oder meide Straßen, wo solche Fahrzeuge öfter fahren. Und die Leine dabei natürlich kurz halten, daß er nicht auf die Straße kommt.

    Zum zweiten Problem: das Knurren ist völlig normal. Der Hund ist neu in der Umgebung, kennt Dich nicht und weiß nicht, was er zu erwarten hat von Euch. Dann gibst Du ihm was, und willst es ihm wieder wegnehmen. Will heißen, Du präsentierst Duch ihm da gerade völlig unberechenbar (also ohne jegliche Führungsqualitäten in dem Bereich). Daher muß er Dir mit seinem Knurren sagen (Knurren ist Kommunikation, nicht Aggression!!), daß Du ihm das bitte lassen möchtest. Daß das mit Maulkorb funktioniert hat, ist klar: Du bist stehengeblieben, also nicht gewichen auf das Knurren hin, und hast ihm damit gezeigt, daß es Dir ernst ist, Du willst das Ding haben, bist aber auch erstmal nicht näher dran gegangen, sodaß er sich nicht noch stärker bedroht gefühlt hat, und er nicht nach Dir zu schnappen brauchte (wurde ja auch mittels Maulkorb verhindert, er hatte also keine Alternative, asl zu gehen).

    Er hat sich selbständig entschieden, Dir das Teil zu überlassen und vielleicht daraus gelernt (vielleicht nur, daß Knurren nichts bringt - aber: was kommt dann als Nächstes, wenn das Knurren nicht hilft, den Knochen zu behalten??? Erklärung siehe unten.). Daher eigentlich die beste Variante, wenn man das schon falsch macht *gg.

    Jedoch in meinen Augen nicht die richtige Lösung. Ich habe damals, als Frieda neu kam, nur einmal versucht, ihr nen Knochen wegzunehmen, und konnte dabei die gesamte Warnkette an ihr beobachten: u.a. steif werden, Lefzen hochziehen, in einer Haltung, die ganz klar sagte, wenn Du noch einen Schritt näher kommst und den Knochen anfaßt, pack ich mir den Knochen - bis hin zum Schnappen nach meiner Hand, als ich das ignoriert hatte....

    Ist mir kein zweites Mal passiert. Ich habe dann angefangen, immer, wenn der Hund futterte, mich in der Nähe hinzusetzen, mit ihr zu reden, damit sie mich orten konnte (sie ist blind). Auf Abstand. So daß sie merkte, von mir droht keine Gefahr, auch wenn ich beim Fressen in der Nähe bin. Dann habe ich ihr nach dem Fressen was Leckeres dazugeworfen. Den Abstand hab ich nach und nach verringert, bis ich heute direkt neben der fressenden Frieda stehen kann, und sie weiß genau, ich nehm ihr nix weg. Sie ist vollkommen entspannt, weil sie nichts zu verteidigen braucht, und genau weiß, sie kriegt höchstens noch was dazu von mir, während des Fressens und danach.

    Außerdem Tausch-Training: ich geb ihr was Tolles, sage AUS dazu, und dafür kriegt sie was viel Tolleres:
    mit der Tolleren Alternative vor den Hund stellen, dran riechen lassen, dann wird er das untinteressantere Teil aus dem Maul fallen lassen, weil er das andere haben will. in dem Moment UAS sagen, dann verknüpft der Hund das nach ein paar Malen: AUS heißt loslassen. Und weil er immer was viel Besseres kriegt, wenn er losläßt, wird er jederzeit gerne loslassen. Und daß Du keine Bratwurst o.ä. dabei hast, brauchst Du ihm ja in nem Notfall (Gift auf der Straße, das er UAS lassen soll) nicht gleich dazuzusagen..... *gg So oft kommt das ja nicht vor, daß der Hund nach einem Mal, wo er nichts dafür kriegt, dann nicht mehr AUS machen würde beim nächsten Mal.

    Frieda läßt sich heute problemlos etwas Gefundenes wegnehmen, weil sie so gelernt hat, daß sie von mir nichts unnötig weggenommen kriegt, und wenn ich was nehme, sie dafür was viel Besseres kriegt.

    Generell würde ich aber, bis der Hund gelernt hat, daß bei Euch keiner was wegnimmt, sichern, wenn Besuch da ist o. ä., um einfach zu verhindern, daß einer zu dicht vorbeigeht, und der Hund reagiert. Denn wenn Ihr bis fast ran dürft an ihn, darf ein Besuch das noch lange nicht, und schon ist ein Unheil evtl. vorprogrammiert...

    Das mit dem Knurren und Maulkorb halte ich übrigens deswegen für falsch, weil er so nicht lernt, daß Ihr ihm nichts wegnehmt, und er daher dann nicht mehr entspannt fressen kann. Außerdem wird er dann irgendwann, wenn er gelernt hat, daß sein Knurren nichts bringt (und der Maulkorb wieder ab ist), "weitere Maßnahmen" ergreifen (wenn der mal ein halbes Jahr bei Euch ist, weiß er, wie weit er gehen kann bei Euch, und hat so viel Vertrauen, daß er sich das evtl. leisten kann!). Und wie solche Maßnahmen beim (noch dazu großen) Hund aussehen können, das muß ich glaub ich nicht näher ausführen, oder? ;-)

  • Zitat

    ........ Sollte sie manchmal wieder in Schema F verfallen (nachdem 1 schon klappt), ........


    ......hast Du einen Fehler gemacht und warst zu dicht am Auslöser dran --> Hund wieder rausnehmen aus der Situation, und nächstes Mal den Abstand wieder größer wählen, weil der Hund so dicht dran offenbar noch nicht damit umgehen kann. Strafe wird ihm die Situation nicht angenehmer machen und ist das Dümmste, was man machen kann in dem Moment..... Verunsichert den Hund noch zusätzlich, weil er statt dem benötigten Schutz von Dir auch noch gemaßregelt wird - das Ausmaß, ob leicht oder schwer, ist unerheblich, er braucht Schutz, keine Maßregelung!

  • Zitat

    .......
    ....3. leichte (!) Maßregelung .......
    .....mit positiver Bestärkung .....


    Häh?? Da widersprichst Du Dir aber grad selbst bzw. hast widersprüchliches Verhalten gezeigt.

  • Zitat

    ......

    Hier eingeworfen als klarer Grund, warum ich meinem Hund jederzeit alles entnehmen können muss:

    Giftköder

    .......


    Guter Grund, und unbestritten notwendig, Fango - aber wie man´s aufbaut, da gibt´s genügend positive Wege. Und wenn der Weg das Vertrauen in den Hundeführer ist, ist das doch wesentlich entspannter, als zu üben, daß ich dem Hund immer wieder was wegnehmen kann: wegnehmen=doof= "will ich nicht" beim Hund. Ich nehme dem Hund nichts weg, sondern wecke Vertrauen mit GEBEN, und ich Tausche NUR gegen was Besseres (außer evtl. im notfall, wenn ich MAL nix dabei habe). Geben = TOLL = "Mach ich immer mit" beim Hund.

    So ist ein Wegnehmen, das mal ausnahmsweise nötig wird, ebenso positiv und trotz Wegnehmens entspannter als wenn ich das negativ auftrainiere, indem ich wegnehme und dann auch noch ein Knurren bestrafe/verhindere bzw. nicht darauf reagiere! Einfach ne Frage, welches Verhältnis ich zu meinem Hund möchte....... ;-)

  • Zitat

    Hier eingeworfen als klarer Grund, warum ich meinem Hund jederzeit alles entnehmen können muss:

    Giftköder

    Gruss und Respekt
    Fango


    Klar!
    Aber ein Hund, den man noch nicht lange hat, muss dafür erstmal Vertrauen und Bindung haben!
    Dann kann man auch in aller Ruhe das Abgeben von leckeren Dingen üben, übers Tauschen zum Beispiel!

    Nun mal ein Wort zum Würgehalsband:

    Wenn Du Höhenangst hast und ein kluger Therapeut käme auf die Idee, Dich am Würger einen Kirchturm hochzuschleppen, verlierst Du dadurch Deine Angst?

    Ich bin der Meinung, das der Hund eher eine größere Aversion gegen diese Dinge entwickelt, wenn ihm mit Hilfe von Schmerzen gehorsam angesichts der Radfahrer abverlangt wird!
    Mag sein, das sensible Typen resignieren und meiden, aber bei stärkeren Exemplaren muss man damit rechnen, das sie sich vielleicht bei Gelegenheit "rächen".
    So nach dem Motto: "Immer, wenn ein Radler kommt, wird`s unangenehm, nun ist die Gelegenheit, nun zeig ich`s ihm!"

    Schau doch mal hier: https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html

  • Zitat

    .....
    Das mit dem Knurren und Maulkorb halte ich übrigens deswegen für falsch, weil ......

    Sorry, muß mich mal selbst zitieren, weil sonst zusammenhanglos... ;-)

    Außerdem lernt der Hund, wenn Ihr das so übt, daß Ihr ihm jederzeit was wegnehmen könnt und werdet. Will bedeuten, daß er, wenn er denn mal was Verdächtiges auf der Straße vor Euch sieht, das Teil so schnell verschlingen wird, daß Ihr nicht mehr eingreifen könnt, weil er verhindern möchte, daß ihr ihm weider mal was wegnehmt. Was das bedeutet, wenns um Gift geht, ist klar.... Ein Grund mehr, das eher über GEBEN als über Wegnehmen zu trainieren.

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