Erziehung ängstlicher Hund

  • Guten Tag

    Dies ist einer meiner ersten Beiträge hier, bin auch relativer Hundeneuling.

    Nun kurz ein informativer Teil:
    Vor 7 Wochen habe ich meine jetzige Hündin zum ersten mal im Tierheim getroffen. Sie ist 1,5 Jahre jung, ein Podenco-Mix und kommt ursprünglich aus Portugal. Was genau dort war weiß ich nicht, ich denke einfach sie lebte relativ abgeschottet von Menschen und menschlichen Geräuschen.
    Anfang November kam sie also in besagtes Tierheim, mit ihrem 8-köpfigem Nachwuchs vom Juni diesen Jahres. Sie kannte bis dahin wohl weder Leine noch sonst irgendwas, gewöhnte sich aber recht flott daran. Anfassen war für sie zu diesem Zeitpunkt etwas, was sie über sich ergehen ließ. An der Leine lief sie von Anfang an ohne zu ziehen, Nase ist halt sehr viel am Boden.
    Im Tierheim selber bemerkte man schnell, dass sie a) bei Panik aus dem Halsband schlupft (deshalb hat sie ein 2. zur Sicherung an) und b) dass sie sowohl sehr hoch springen, als auch klettern kann. Für sie wurde auf einem der Ausläufe ein Dach gebaut, sodass sie eben auch noch raus konnte (die Zäune waren höher als 2m).
    Nundenn, als ich sie kennenlernte war sie also schon recht brav an der Leine (außer bei Panik, da springt sie eben nach hinten). Ich ließ mir etwas bedenkzeit, es zögerte sich auch seitens des Tierheims etwas hinaus.
    Nachdem wir dann einmal eine Einheit in der dortigen Hundeschule mitmachen konnten bekam ich sie - trotz meiner mangelnden Erfahrung und ihrer Ängstlichkeit.
    Ich denke man kann mir zu Gute halten, dass ich durch jahrelange Pferdeerfahrung recht konsequent bin und auch weiß, was ich einem Tier gestatten kann und was nicht.
    Seit dem 13. Dezember ist sie nun bei mir, ist sehr ruhig, alleinebleiben klappt super, Stubenreinheit ebenso. Sie hört auf ihren Namen (eben so, wie man das nach 3 Wochen sagen kann), hört auf "hier" (also neben mir laufen, anschauen) und ranpfeifen klappt auch. Ich habe vor 1 Woche dann eine 5m Schleppleine dazugenommen, auch hier - sie lässt sich auch auf Mäuselöcherwiesen gut abrufen (dort erst recht, da hat sie dann richtig Spaß in den Backen :D ) und scheint recht zufrieden zu sein.
    Dass Schleppleine und Halsbänder nicht die Beste Kombi sind ist mir bewusst, allerdings habe ich "nur" am Geschirr Angst, dass sie mir doch mal rausschlupft.

    Nun allerdings zu unsren nächsten Schritten. Natürlich möchte ich, dass sie auch die Grundkommandos erlernt. Angefangen beim Sitzen.
    Ich habe bisher versucht sie ins Sitz zu füttern - Hund geht mit der Nase zum Leckerlie, aber wenn es höher/nach hinten geht, dreht sie sich einfach weg und ignoriert das Futter. Sonderlich verfressen ist sie nämlich nicht ;)
    Als Alternative hatte ich mir überlegt sie zu beloben, sobald sie sich setzt und eben das Kommando dazu geben. Jetzt sitzt mein Hund zwar öfter kreuz und quer herum, meist ist sie aber durch das Stimmkommando verunsichert, sodass sie wieder aufsteht, bevor sie überhaupt einen Keks bekommen könnte :rollsmile:

    Habt ihr da Ideen für mich?

    Meine Hundeschule ist wegen Studium 100km entfernt, möchte aber wenigstens 1-2x im Monat dort hin, weil ich von der Trainerin wirklich begeistert bin.

    LG
    Isa mit Anhang Oona :)

  • Zitat

    Dass Schleppleine und Halsbänder nicht die Beste Kombi sind ist mir bewusst, allerdings habe ich "nur" am Geschirr Angst, dass sie mir doch mal rausschlupft.

    Es gibt spezielle ausbruchsichere Geschirre, da solltest du dich mal informieren. ;)
    Schleppleine am Halsband ist wirklich ein No Go.

  • Ohh danke dir, da werde ich möglichst schnell eins bestellen - wirklich zufrieden war ich mit dieser Notlösung nämlich selber nicht ;)

  • Lob ist in Ordnung, die andren Kommandos sind ja auch auf Stimme.
    Sie ist eben nur verunsichert, wenn sie grade was von selber macht und ich mich dann "einmische". Z.B. auch was das Körbchen angeht. Ich möchte ja, dass sie da irgenwann auf Kommando reingeht, wenn ich das Kommando gebe wenn sie gerade reinstorcht, unterbricht sie das und kommt zu mir oder geht woanders hin :hust:

  • Huhu :)

    Ich wollte nur kurz und voller Stolz verkünden, dass sich das "Problemchen" gelöst hat, Ooni sitzt nun schon relativ zuverlässig auf Handzeichen :gott:
    Ein Sicherheitsgeschirr ist bestellt, sodass wir auch mit der Arbeit an der Schleppleine bald weitermachen können :)

  • Juhu, bin gerade über den Fred gestolpert. Da ich auch eine Schissbüchse hatte...interessiert mich das Thema immer brennend.

    Als erstes...gratuliere ich dir zu deinen Neuzugang. Als zweites, rate ich dir wirklich zu einen Geschirr, hierzu hast du ja schon Vorschläge erhalten, denn in Verbindung mit einer Schleppleine ist das Tragen eines Halsbandes unverantwortlich. Zweitens...wenn ein Hund kein Leckerli aufnimmt...kann es auch daran liegen..das der Hund solche Angst hat oder gestresst ist, dass er es einfach gar nicht aufnehmen kann.

    Es freut mich auch zu lesen, dass dien Hundine nun Sitz kann...Training ist gut und wichtig, aber bitte ohne Druck.
    Gerade bei ängstlichen Hunden sollte man nicht gleich in den 1 Monat alles beibringen wollen. Mir wäre ersteinmal ein richtiges Ankommen wichtiger. Egal woher sie stammt...es prasseln so viele Eindrücke auf sie ein...das muss ersteinmal verarbeitet werden.

    Bitte arbeite vorerst nicht an den Schleppleinenthema bis ein Geschirr da ist...gerade ängstliche Hunde die Fluchtcharakter nach hinten haben, knallen oftmals in die Schlepp, was wirklich arge Schmerzen und Verletzungen hervorbringen kann.

    Auch wegen den Kommandos, deine Stimme scheint sie zu verunsichern, ich würde da eher vorerst mit was neutralen arbeiten wie z.b. einen Softclicker und einen Marker einführen.

  • Hallo Mythopea, vielen Dank für deine Antwort :)

    Wie du oben sicherlich lesen konntest, habe ich das mit der 5m-Schlepp schon an den Nagel gehängt und ein Geschirr geordert ;) Wenn das dann da ist, werden wir die Arbeit damit fortsetzen.

    Sie nimmt Leckerlies aus der Hand, sowohl drinnen als draußen, sie sucht den Kontakt und sie findet Stimmlob super - soo verunsichert scheint sie mir nicht zu sein xD Auch sonst ist sie sehr ausgeglichen, erschreckt nicht mehr viel und ist einfach nur ein Schmusetier.

    Alle Kommandos von jetzt auf gleich wollte ich so oder so nicht in sie Reinprügeln, das wäre wirklich deutlich zu viel ;) Allerdings bestärke ich Dinge, die sie schon von selber macht, wie z.B. beim Sitzen. Das hören auf den Namen und der Abruf waren mir aber von Anfang an äußerst wichtig, weil sie draußen in gewissen Situationen (Hundebegnungen mit großen Hunden, die zum "Hallo sagen" kommen müssen :tropf:) doch mal Kopflos werden kann und ich sie dann wieder runterbringen möchte.

    Ich hoffe ich konnte einigermaßen erläutern, dass ich nicht vorhabe die Maus zu drillen bzw. das Schleppleinentraining ohne Geschirr fortsetzen will.

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