Junger Labrador tickt bei Besuch total aus

  • Zitat


    Kannst du mal ein Beispiel geben, was es heißt ihn körperlich zu begrenzen und ihm Alternativen zu zeigen? Also Besuch kommt und er würde ihm am liebsten auf den Arm springen. Ich halte ihn unten und dann? Wenn ich ihn loslasse rennt er wieder hin und versucht hoch zu springen.


    Naja.
    Das ist sehr umfrangreich. Erziehung besteht nicht aus einem Kommando, oder einer gezielten Bewegung, so wie gewisse Hundetrainer im TV uns das gerne glauben machen wollen.
    1. Ich würde mit dem Besuch vorher sprechen. Ich würde sie genau instruieren, und ihnen sagen, Hund ist tabu, der wird ignoriert. Nicht anfassen, nicht ansprechen, nicht anschauen. Egal was er macht.
    Schon alleine durch diese Maßnahme könnte sich sein Verhalten nach einigen Besuchen stark abmildern.
    2. Beuge dich nicht zu dem Hund runter und fummel an ihm rum, das bestätigt ihn nur in seinem tun. Ihn zu blockieren heißt, mit den Beinen. Also du stehst gerade, und stellst dich ihm in den Weg, lässt ihn nicht vorbei. Wenn er dich verdutzt anguckt, sprichst du ihn freundlich an. Erst wenn er sich entspannt, widmest du dich deinen Gästen.
    3. Festhalten hat nichts mit Kommunikation zu tun. Es ist lediglich eine Erste-Hilfe-Maßnahme. Fang an, in ablenkungsarmen Situationen mit ihm Blickkontakt einzustudieren, welchen er immer länger halten muss. Wenn er das kann, fügst du einfache Kommandos hinzu, wie Sitz, oder Platz, oder Pfötchen.
    Alternativverhalten kann vieles heißen. Viele lassen den Hund Sitz machen. Dieses Kommando muss allerdings irgendwann wieder aktiv aufgelöst werden. Wenn es zu lange dauert, löst der Hund es selbst auf, und es klappt dann immer schlechter.
    Bei mir heißt Alternative eben das Gegenteil von "rumstressen". Also entspannt sein. Daliegen, dasitzen, von mir aus lässig durch die Gegend trotten. Ein bisschen auf dem Spielzeug rumkauen. Sich ruhig streicheln lassen. Der Hund soll abwarten, bis er an der Reihe ist, und man sich mit ihm beschäftigt. Jegliches ruhige Verhalten wird belohnt, durch Lob oder Leckerli.
    4. Führe gezielt Situationen herbei, am besten draußen, in denen er seine "verrückten 5 Minuten" so richtig ausleben kann. In denen er das darf. Und zwar mit dir zusammen. Tolle mit ihm herum, animiere ihn zum rennen und toben.

  • Danke, das klingt doch schon gut :-)

    Der Besuch, der ihn ignoriert, fehlt leider :evil: da wird dann auch noch animiert oder auch beliebt: Ach, das macht mir nichts aus :|

    Ich muss mal schauen, wen ich hier aus
    der Gegend dazu überreden kann, das mit uns zu üben.

    Wir bekommen auch nicht übermäßig viel Besuch, daher ist es auch schwierig da Routine rein zu bekommen.

    Er flippt auch beim Postboten aus. Da bin ich dazu übergegangen ihn in einem anderen Zimmer zu lassen. Wenn ich unterschreibe, pass ich nicht auf, also rennt er zu ihm hin und zieht sein Programm ab. Aber natürlich hat der Postbote nicht die Zeit darauf zu warten, dass er sich beruhigt.

    Dieses Verhalten war auch der Grund, warum ich ihn nicht mehr mit zur Arbeit nehmen kann. Aussitzen geht im Büro leider nicht, da stresst ihn auch jeder Kollege, der reinkommt.

    LG


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    Der Besuch, der ihn ignoriert, fehlt leider :evil: da wird dann auch noch animiert oder auch beliebt: Ach, das macht mir nichts aus :|


    Ach, woher kenne ich das bloß. :roll:
    Neh, aber das ist echt wichtig, setz dich bei deinen Angehörigen durch, und fordere ein, dass sie dich aktiv und ernsthaft bei der Erziehung deines Hundes unterstützen. Ansonsten können se halt nicht mehr kommen.

    Zitat


    Er flippt auch beim Postboten aus.


    Och, Postboten sollten aber leicht zu instruieren sein. Habe mal ne Sendung gesehen, wo zumindest die Briefträger richtig Kurse bzgl. Hunde bekommen haben. Interesse dürfte also da sein. Weil, viele Tipps vom entsprechenden Hundehalter sind ja dann auch auf andere Hunde anwendbar.

  • Unser üblicher Postbote ist echt toll, der mag unseren Hund und hat soweit ich das beurteilen kann auch kein Problem mit seiner stürmischen Art. Dennoch möchte ich ihn auch nicht unnötig aufhalten. Ist ja nicht sein Job.

    Heute hatten wir wieder Besuch. Ich empfand es dieses Mal als gar nicht so schlimm. Ich hab ihm wieder was zu kauen gegeben und ihn teilweise auch mal vor der Tür geparkt, aber er war längst nicht so wild wie den tag davor, wenn er dann mitten im Geschehen war.

    Ich muss mir wirklich jemanden überlegen, der das mit uns übt, könnte auf Dauer tatsächlich besser werden. Wäre dann nur noch die Frage, ob er das z. B. auf andere überträgt oder ob die eine Person dann wieder ok ist und alle anderen trotzdem noch hoch interessant.

    Bei uns wedelt er zwar mit dem schwanz und freut sich, aber längst nicht so. Uns kennt er ja. Das glaubt uns niemand, dass er bei uns lieb und entspannt ist und einen gewissen Grundgehorsam hat, wenn sie sehen, dass er draußen vor lauter Erregung nicht mal ein Sitz hinbekommt.

    LG

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  • So, das Buch kam heute an, werde gleich mal beginnen zu lesen.

    Haben noch ein weiteres Problem. Ich gebe ihn ab und zu zum Hundesitter. Höchstens einmal die Woche. Das Ganze geht noch nicht sehr lange. Bei uns ist er stubenrein (bis auf wenige Ausnahmen, wenn z. B. die Erregung bei Besuch zu groß ist), aber dort macht er dauernd rein. Dabei geht sie super oft mit ihm raus und beschäftigt sich ganz toll mit ihm. Er wird auch schon ruhiger, aber pinkelt halt dauernd. Das ist vermutlich auch auf Stress zurück zu führen, oder? Was kann ich dazu beitragen, dass es besser wird? Möchte sie ungern als Sitter verlieren, aber ich befürchte, dass es sie schon arg nervt.

    LG

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  • Hallo,
    ich habe mit unserer Labrador/Schäfermix Hündin ähnliche Probleme. Shakira ist jetzt 6 Monate alt, ich geh mit ihr seit sie 11 Wochen ist in die Hundeschule und vieles kann sie schon ganz gut. Aaaaaaaber wehe es kommt Besuch vor allem mit Hund oder wir besuchen jemanden mit hund. Sie tickt dann total aus und will mit den Hunden nur spielen und toben.Nur die meisten der Hunde wollen das nicht. Erwachsene Hunde bkommen sogar Angst vor ihr. Ich nehme sie dann andie Leine , damit sie wieder runter kommt. Hört das denn irgendwann auf?
    Gruß Ute

  • Gerade das zusätzliche Problem was du beschreibst, deutet auch daraufhin, dass dein Hund sich nicht "freut". Er wedelt, Lefzen gezogen, der ganze Hund wackelt - es sieht auf den ersten Blick nach Freude aus. Es ist purer, negativer Stress. Dem Hund geht es schlecht damit. Ich habe genau das schon bei vielen Labbis erlebt - jeder denkt es ist Freude. Aber er ist halt ein Labbi, da sieht auch negativer Stress schon mal ähnlich aus. Die Augen verraten es meist. Und vermehrtes Pinkeln ist auch ein Symptom von Stress. Es könnte also gut zusammenhängen, dass der ganze Hund mal im Stresslevel runtergeholt werden muss, dass er ruhig sein kann und entspannen kann.

  • Ja, das dachte ich mir schon. Er ist, was das angeht, wirklich sensibel. Sie denken, er versteht das mit der Stubenreinheit nicht, aber wie gesagt, bei uns funktioniert es. Ich denke eher, dass er uns kennt, uns vertraut und sich entspannen kann.

    Aber gut, ich muss eben arbeiten. Ich bin schon froh, dass ich viel von Zuhause machen kann. Im Büro war er ja genauso aufgedreht.

    Wir hoffen, dass es durch etwas Routine besser wird. Wenn er öfter da war, kann er sich dort vielleicht auch entspannen.

    LG

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  • Hallo,

    hast du mal überlegt, eine Hundeschule zu besuchen? Letztlich macht es Sinn, dem Hund in solch einem Fall keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Allerdings würde ich mir hier noch ein paar Tipps von einem Profi geben lassen.

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