Aggressiv nur weil er bellt?

  • Natürlich baut der Hund so Stress ab (oder auf ;) ) ändert aber nichts daran, dass das auch unter Hunden dem fremden Gegenüber kein höfliches oder souveränes Verhalten ist. Das kann man drehen und wenden wie man will und dazu muss man kein Hund sein, um zu wissen, was sie denken, sondern nur Hunde beobachten (können). - Ich gehe mal davon aus, dass du dich in deiner Aussage, das wäre kein unhöfliches Verhalten auf mein Posting bezogen hast. ;)

  • Hey

    Zitat

    Natürlich baut der Hund so Stress ab (oder auf ;) ) ändert aber nichts daran, dass das auch unter Hunden dem fremden Gegenüber kein höfliches oder souveränes Verhalten ist. Das kann man drehen und wenden wie man will und dazu muss man kein Hund sein, um zu wissen, was sie denken, sondern nur Hunde beobachten (können). - Ich gehe mal davon aus, dass du dich in deiner Aussage, das wäre kein unhöfliches Verhalten auf mein Posting bezogen hast. ;)

    Ja, das ist richtig, da du es so behauptest, habe ich es auf deinen Beitrag hin, bezogen.

    Man kann es drehen und wenden, wie man will, da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Es ist ein sehr menschliches Denken, zu glauben Hunde wären unhöflich oder nicht souverän, wenn sie hundliches Verhalten zeigen würden.
    Menschen neigen dazu alles verstehen und erklären zu wollen, ob sie es verstehen, oder auch nicht, da ist ihrer Fantasie keine Grenze gesetzt.

    Gäbe es keine Wissenschaften, würden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, heute noch in Höhlen sitzen, alles nur beobachten und daraus munter überwiegend falsche Schlüsse ziehen.


    Die Wahrheit liegt innerhalb eines kleinen bestimmten Kreises, doch der Irrtum ist immens (Henry St. John).

  • Jetzt hört doch mal auf zu streiten, was nun "hundliches" Verhalten ist und was nicht.

    Hier geht es um einen älteren Hund, der noch nicht viel kennengelernt hat. Er ist an der Leine und plärrt rum. Aus seiner Sicht wahrscheinlich zu Recht, denn er kann ja nicht dahin, wo er hin will (ob das nun ein Versteck ist oder der "gegnerische" Hund das sei mal dahingestellt).

    Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn auch ich habe einen Belgier-Mix aus Zwingerhaltung im Alter von 4 Jahren übernommen. Leika bellte zu Anfang auch alles an, was ihr neu und unheimlich war - das waren andere Hunde, Menschen, Kinder, Kinderwagen, Radfahrer, Rollstuhlfahrer....... Das ging uns (als Menschen) natürlich gegen den Strich, denn wir leben ja nicht in einer abgeschlossenen Welt, sondern treffen täglich auf diese "Störfaktoren".

    Also begannen wir, Bögen zu laufen, um die Distanz zu vergrössern. Nach und nach wurden die Bögen flacher, die Stressbellerei legte sich weitgehend. Aber auch heute noch, nach fast 7 Jahren, gibt es Situationen, in denen Madame sich lautstark mitteilen muss. Ganz werden wir dieses Verhalten also nicht wegtrainieren können.

    Bei uns kam noch dazu, dass der Border Collie in ihr das Fräulein auch schon mal zu kleinen Schnappereien verleitete.

    Was wir nun tun:
    Im Wohnumfeld trägt Leika eine Maulschlaufe wegen der Schnappversuche. Das Bellen können wir nur teilweise eindämmen, also vermeiden wir Gassigänge am sehr frühen Morgen oder späten Abend. Da wir wissen, dass sie z. B. im Treppenhaus gerne bellt, wenn unsere Nachbarn vorher mit ihren Hunden dort unterwegs waren, wird dort (wenn wir das mitbekommen haben) schon mal Raumspray eingesetzt, um den Geruch der Nachbarn zu überdecken, ebenso im Aufzug. Draussen versuchen wir, sie absitzen zu lassen, wenn sie einen "Anfall" bekommt.

    Wir haben in unserem Fall das Bellen und nach vorne gehen als Unsicherheit interpretiert. "Da ist was, was ich nicht kenne bzw. nicht leiden mag, also muss ich da meinen Kommentar zu geben". Eine wirkliche Aggression ist es nicht - aber genau da liegt das Problem: Nicht-Hundekenner können das nicht unterscheiden. Und da wir nicht in einem Vakuum leben, müssen wir um des lieben Friedens willen etwas tun, um die Beeinträchtigung der Mitmenschen und -hunde so klein wie möglich zu halten.

    Liebe TS - ich habe nicht bewusst gelesen, wie lange der Hund schon bei Dir ist, aber glaub mir, dass es mit der Zeit besser wird. Versuche, sehr ruhig zu bleiben, wenn Du mit dem Hund unterwegs bist und gib ihm dadurch das Gefühl, dass Du die Situation im Griff hast. Das ist nicht immer einfach, denn natürlich gerät man auch selbst in Stress. Aber man kann es weitgehend lernen.

    Gruss
    Gudrun

  • Wie schon geschrieben wurde, kann niemand mit Sicherheit sagen warum der Hund in dieser Situation bellt. Was mich allerdings sehr an manchen Hundehalteraussagen stört ist die Ansicht, dass egal was der Hund gerade macht und wie er reagiert, das wird schon richtig sein.
    Meine Meinung ist, wer sich einen Hund anschafft, der muss sich auch mit ihm und seinem Verhalten beschäftigen. Schon alleine damit die Sicherheit der anderen Personen, Jogger, Kinder usw. gegeben ist. Dies ist meiner Ansicht nach keine reine Privat- und Ansichtssache. Ein Hund kann sehr gefährlich werden, egal ob er im Zweifelsfall einmal aus Aggressivität, Angst oder Unsicherheit beisst. Ich vermute mal das die meisten Hunde im Tierheim landen oder sogar eingeschläfert werden weil sie aus Angst oder Unsicherheit einmal gebissen haben. Vermutlich war dies dann sogar ein ganz normales hündisches Verhalten, indem er einfach mal einen Menschen der ihm zu nahe gekommen ist gezwickt hat. Das ändert aber nichts daran das man dagegen arbeiten muss, dass so etwas passiert. Sorry, es ärgert mich gewaltig wenn man nicht mal den Versuch unternimmt das Verhalten seines Hundes zu ändern. Warum liegen an den Spazierwegen immer wieder Giftköder? Sicher nicht wegen den niedlichen Hunden, die wohlerzogen neben dem Herrchen herumlaufen, sondern weil Halter ihre Hunde nicht im Griff haben oder sich zu fein sind die Scheisse aufzusammeln!
    Wer meint sein Hund muss immer noch Hund sein und sich nicht an den Menschen und die Gesellschaft anpassen, der muss seinen Hund in einem grossen Garten halten und darf eben nur mit Maulkorb und Leine spazieren und das am besten weitab jeglicher Menschenansiedlungen. So machen das ja auch viele...

    Wir haben zwar "nur" einen Labbi, aber der hat, als wir ihn mit 1,5 J bekommen haben auch wenig Erfahrungen sammeln dürfen. Hat jeden Spaziergänger und Hund angebellt und angesprungen. Wir wollten das nicht haben Bücher gewälzt eine gute Hundetrainerin gefunden und mittlerweile ist das alles kein Problem mehr.
    Und! ich bin mir sicher der Hund fühlt sich nun ohne Leine und ohne den ganzen Stress bei weitem wohler als wenn man alles so gelassen hätte.

    Aber, klar! Das ist natürlich reine Ansichtssache. Ich wünsche mir dringend einen Hundeführerschein.

  • @Tanzbärin

    Ich hab nicht gestritten, was "hundliches Verhalten" ist. Alles Verhalten vom Hund ist hundlich. Und jeder Hund tut immer genau das, was er für richtig hält. Das steht ja gar nicht zur Debatte.

    Nur: Natürlich gibts höfliches und unhöfliches Verhalten unter Hunden. Und das kann auch passieren, wenn ein Hund das nie lernen durfte. Ich hab schon so einige Hunde (und auch Belgier und Belgiermixe) erlebt, die nicht viel kennen gelernt haben oder hauptsächlich Falsches kennen gelernt haben: aber es ist nie nett, angeschrien zu werden - weder unter Menschen, noch unter Hunden. Und grad unter Hunden ist frontale Annährung (oder der Versuch) mit hoher Erregung kein konfliktlösendes, freundliches Verhalten. Nur nicht jedes aufgeregte Bellen ist Aggression. Das wäre natürlich eine falsche Pauschalisierung. Aber das darf natürlich jeder Hundeversteher anders sehen. ;)

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