Kontrollfreak oder einfach Bindung?

  • Hallo zusammen,

    also mein Riley nimmt seit neuestem ein Verhalten an, das ich nicht einschätzen kann. Ich weiß nicht ob er gerade zum Kontrollfreak mutiert oder er einfach zu mir eine stärkere Bindung entwickelt. Er ist jetzt knapp 8 Monate alt. Zum Verhalten:

    Er folgt mir sehr oft auf Schritt und Tritt (legt sich zum Beispiel vor die Klotüre etc.), sobald ich die Wohnung verlasse (auch wenn nur kurz) jammert er, was sich dann aber schnell legt. Wenn ich heimkomme dreht er fast durch vor Begeisterung, stärker als bei anderen. Er sucht auch sehr stark den Körperkontakt zu mir, vor allem nachts. Wenn mein Freund mit ihm rausgehen will, tut er das nur, wenn ich ihm "erlaube" zu gehen, d.h. sage "geh". Wenn wir zusammen unterwegs sind, sucht er ständig den Blickkontakt zu mir und schaut ob ich auch ja komme. Er kommt allerdings auch sehr gut zur Ruhe, wenn er schläft ist es ihm auch egal was ich mache und wo ich gerade bin. Wie würdet ihr das einordnen?

  • Meiner ist auch super anhänglich und auf mich fixiert. Jedoch spüre ich keine Kontrolle. Geht er im Wald links herum, gehe ich halt rechts mal den anderen Pfad. Das sieht er dann und kommt _mir_ freudig nach und schaut was es dort tolles gibt.

    Würde er mich kontrollieren wollen, würde er doch sicherlich irgendwie sich bemerkbar machen durch bellen/in den Weg stellen oder sonst wie. Gern versucht er es natürlich mit betteln, aber das gibt sich auch langsam.

    Bin ich im Bad läuft er auch manchmal hinterher, hat aber verstanden das die verschlossene Türe sich nicht schneller öffnet und beschäftigt sich selber.

    Meine Schwester hat er mehrfach versucht zu kontrollieren, da wird er gern mal laut und man spürt das er meckert sowohl mit Körpereinsatz als auch mit der Stimme. Aber nachdem sie sich dann 2-3x durchgesetzt hat, hat er verstanden das sie auch über ihm steht und akzeptiert nun ihre Anweisungen.

    Draußen gibt doch nichts besseres als wenn der eigene Hund alle x Sekunden mal schaut was die Leitperson gerade so treibt und sich daran orientiert. Auch betteln kann nützlich sein, wenn man den Hund etwas mit Ausdauer beibringen möchte.

    Ist halt auch ein Zwiespalt. Drinnen möchte man seine Ruhe vom Hund haben und draußen 110% Aufmerksamkeit. Beides gleichzeitig üben ist wohl nicht leicht ;)

    Mein Tipp: Probier einfach mal aus entgegen seiner Erwartung zu handeln und schau was passiert. Ignoriere ihn bei bestimmten Tätigkeiten und warte ab bis er sich mit sich selber beschäftigt.

  • Hm klingt einleuchtend. :-) Ist mein erster Hund, deswegen bin ich mir bei manchen Dingen einfach nicht sicher. Nein er stellt sich eigentlich nie vor mich, eher hinter mich, z.B. wenn Pöbel-Hunde kommen oder so. Aber manchmal ist es einfach anstrengend. Oder sind das gar Verlustängste?

  • also ehrlich, man kann sich auch Probleme herbeireden.

    Dein Hund hat ne super Prägung auf dich, hat ne super Bindung an dich.....was willst du mehr?

    Hier würde sich manch einer alle zehn Finger danach lecken, dass sein Hund so wäre.

    Nimm es einfach als ein Geschenk und genieße es.

  • ja, schließe mich shivalein an, auch wenn es etwas harsch klingt. Es ist doch einfach wunderbar, dass dein Hund sich so auf Dich konzentriert. Manch einer muss/soll den Blickkontakt etc. erst mühevoll üben!
    Allerdings kann es ja auch sein, dass sich das Verhalten nach dem Flegelalter wieder legt ....

  • Also meine ist nu ca. 1 Jahr und 2 Monate.
    Bei uns verhält es sich ähnlich, immer am liebsten im gleichen Raum sein wie ich, wenn ich da bin bei mir rückversichern ob sie mit dem gehen sol etc..
    Sehe das allerding garnicht als Problem weil ich weiß das sie mich nicht kontrolliert.
    Sie orientiert sich nur an mir und ist nicht gerne alleine...
    Sie "stört" mich ja auch nicht und sie folgt mir zum Beispiel auch nicht wenn sie sich sicher ist das ich nicht weg fahren will (macht aber auch kein Radau wenn ich weg fahre sondern guck nur traurig wenn sie nicht mit darf).
    Wenn sie mit dem Hund unserer Mieter (ihre beste Kumpeline) spielt und ich gehe weg (zum Beispiel rein) kommt sie auch sofort wenn sie merkt das ich weg bin und wartet Notfalls auch vor geschlossener Tür. Das kann durchaus auch ein Vorteil sein.
    Das einzige was mich störte war diese mega übertriebene Begrüßung mit hochspringen etc., das hab ich ihr abgewöhnt. Aber sonst...sieh es positiv solange er dich nicht stört/du dich nicht wirklich von ihm kontrolliert fühlst :gut:

  • Hm, jetzt fühle ich mich so undankbar. Ich genieße es ja auch, aber dieses ständige Suchen von Körperkontakt finde ich extrem anstrengend, gerade im Bett oder auf der Couch (ja er darf auf/in beides), lag aber vorher eher an den Füßen....

  • Naja du musst ja wie gesagt nicht alles mit machen...
    wenn was wirklich stört kann mans ja unterbinden.
    Madame darf zum Beispiel auch mit ins Bett/Sofa, aber nur nach Aufforderung.
    Allerdings versucht sie Momentan auch verstärkt sich immer ein zu nisten. Dann ist sie genau so schnell wieder unten wie sie oben ist bzw wird schon im hochspringen geblockt.
    Kann ganz schön nervig sein ich verstehe was du meinst, ich würde ihn wenn er stört/nervt einfach runter schicken (erstmal) unsere hat so ganz schnell gelernt das man sich ruhig zu verhalten hat. ;)

  • Zitat

    also ehrlich, man kann sich auch Probleme herbeireden.

    Dein Hund hat ne super Prägung auf dich, hat ne super Bindung an dich.....was willst du mehr?

    Hier würde sich manch einer alle zehn Finger danach lecken, dass sein Hund so wäre.

    Nimm es einfach als ein Geschenk und genieße es.


    Danke , besser kann man es gar nicht sagen . ! :gut:
    Besser kann ein Hund gar nicht ausdrücken , das alles stimmt/passt .

    .

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