Wie das "Anfassen lassen" lehren?

  • Liebe Community,

    heute waren wir beim Tierarzt, Janosch hat eine Bindehautentzündung. Als die Tierärztin ihm die Salbe ins Auge machen wollte, hat er um sich geknafft und zwar so, dass er dann einen Maulkorb an bekam.

    Unser "Haustierarzt", zu dem wir normalerweise gehen, hat sich bei einer ähnlichen Situation durchgesetzt, ohne dass er einen Maulkorb nahm.

    Wie ich diese Situation mit Maulkorb deuten soll, weiß ich nicht genau.

    Ich denke, das Hauptproblem ist, dass sich Janosch (4 Monate) nicht anfassen lassen will. Wie bringe ich ihm das jetzt am besten bei? Ich muss zugeben, dass ich hier zu Hause meist den Weg des geringsten Widerstandes gehe und alles, was eben notwendig ist, mache, wenn er sowieso müde ist.

    Bin auf eure Ratschläge und Meinungen gespannt :-)

    Danke und liebe Grüße

  • Das hängt davon ab, was Du mit ihm vorhast. Wenn Du nicht vorhast, mit ihm auf Ausstellungen zu gehen ( da muss der Hund sich von den Richtern anfassen und auch ins Maul sehen lassen), wenn Du nicht vorhast, ihn Kindern begegnen zu lassen, wenn Du mit ihm ansonsten zurecht kommst, dann ist es egal, dann bekommt er beim TA einen Maulkorb und das wars.
    Tust Du ihn denn nicht kraulen, streicheln, miteinander rumschmusen, duschen, bürsten etc?
    Oder lässt er sich nur von Fremden nicht anfassen?

  • Ich bringe meinen Welpen das von Beginn an bei!
    "Äuglein gucken", "Öhrli gucken", "Zähne gucken", danach gibts ein Lecker!
    Pfoten abtrocknen genauso, auch mit Zehen auseinander machen, dann sind sie es im Notfall gewöhnt!
    Wenn es bei mir gut klappt, gehe ich auch mal "nur so" zum TA, damit auch das keine außergewöhnliche Situation ist.
    Mal nur rein und auf die Waage, mal auf den Tisch, mal tastet die Helferin sie ab, anschließend immer Lecker.
    Und meine Tierärztin macht das gerne mit, weil es die Behandlung sehr erleichtert!

  • ganz langsam und mit viel geduld. mach etwas, das für ihn in ordnung ist und hinterher leckerli rein. dann ein klein bisschen mehr, leckerli rein. nochmal was eher angenehmes, leckerli rein. aufhören.
    am nächsten tag wieder. und am übernächsten..

    ich find es wichtig, bei meinem hund alles tun zu können. es gibt immer mal situationen, z.b. unangenehmes stöckchen im maul oder was gefressen oder zecke muss raus oder verletzung im wald ohne maulkorb in reichweite, wo gehandelt werden muss und hundi ruhig halten. daher würde ich das wirklich stetig üben, bis alles in ordnung ist. wichtig ist, dass es wirklich nur kleine schritte sind und positiv aufhört.

  • Danke :-) nein, keine Ausstellungen und fremde Kinder müssen ihm auch nicht in die Ohren gucken. Aber es macht mich trotzdem irgendwie ganz panisch, dass das Schäfchen Janosch beißt. Wir hatten ja schon das Problem, dass er meine Tochter beim Verteidigen eines Knochens schnappte. Das haben wir jetzt gelöst, indem er auf "Stop" alles fallen lässt und wir es ihm wegnehmen können - klappt wirklich gut! Und wir kraulen, schmusen, bürsten (ok, das müssten wir wirklich häufiger) und ich zupf auch mal ein Haar aus den Ohren ... Ich kenne es eben gar nicht ... Unsere frühere Hündin ist beim TA zwar "ausgetickert" vor Aufregung, aber hat nie gebissen! Für Janosch war hinterher auch wieder alles gut. Er hat Leckerlis von ihr genommen und sie durfte ihm dann sogar ins Ohr gucken.

    Hanne, das mit dem "Befehl" und ankündigen finde ich gut. Das ist wirklich eine super Idee mit den TA-Besuchen. Leider ist der Besuch schon mit einem Aufwand verbunden und ich kann jetzt schon voraussagen, dass wir das wahrscheinlich nicht hinbekommen ... aber ich werde es mir auf jeden Fall merken und vornehmen.

  • Purzelchen, ja, so werde ich es üben ...

    Meint ihr, ich soll dann jetzt auch die wachen Momente nehmen?

    Dann wird es wirklich anstrengend (will ich natürlich auf mich nehmen), weil er da ja auch zum Teil spielen will! Letztens haben wir eine Zecke entfernt und eben auch gewartet, bis er seine müde Phase hatte.

  • Zitat

    Purzelchen, ja, so werde ich es üben ...

    Meint ihr, ich soll dann jetzt auch die wachen Momente nehmen?

    Dann wird es wirklich anstrengend (will ich natürlich auf mich nehmen), weil er da ja auch zum Teil spielen will! Letztens haben wir eine Zecke entfernt und eben auch gewartet, bis er seine müde Phase hatte.


    Im Notfall kann man nicht warten, bis der Hund müde ist!

  • Das muss am Namen liegen ;) , MEIN Janosch hasst das irgendwie fixiert werden für Untersuchungen auch wie die Pest.
    Das macht aber nichts - man kann das in aller Ruhe daheim und später auch beim TA üben. Mein Janosch findet es zwar immer noch nicht toll, das merkt man ihm schon deutlich an, aber er hat gelernt, alle möglichen Manipulationen an ihm, egal ob nun von uns oder vom TA, auszuhalten.

    Wir haben das ähnlich gemacht, wie Quo Vadis - im Grunde gibt es für alle möglichen Sachen "Vorwarnworte", so dass der Hund ungefähr weiss, was jetzt kommt. Es wird bei allem in kleinen Schritten angefangen - also nicht gleich alle Krallen an allen Pfoten schneiden, sondern überhaupt erst mal eine Pfote für einen kurzen Moment halten, die Zeitspannen und Intensitäten der Übungen werden nur allmählich gesteigert und dabei und danach wird immer gelobt. Dabei mehr so in der ruhigen "was für ein guuuuuuuuter Juuuuuunge" in der Weihnachtsmannstimme und danach wird sich nen Keks über den tollen tapferen Hund gefreut.
    Manche Hunde müssen auch erstmal das Festgehalten werden an sich lernen - also ganz ohne sonstige "Fummelei".

    Man kann immer Glück haben und der TA und der Hund treffen kaum mal aufeinander - aber ein Hund, der einiges an Manipulationen ohne großen Streß mitmachen kann, hat es sicher deutlich leichter, wenn mal was ist und es ihm eh schon nicht so gut geht.

    LG, Chris

  • Chris ... find ich gut ;-) Ok, ich fasse nochmal zusammen: dem Anfassen einen Namen geben und damit vorwarnen. Kurz üben und Keks rein ... und auch nicht, wenn er wirklich matt in der Ecke liegt, sondern vielleicht an unsere Spiel- und Üb-Runde geknüpft ...

    Ich muss jetzt aber keine Angst haben, dass mein Hund bissig werden könnte? (sorry, weiß nicht, warum ich davor so eine Panik schiebe ..., das wäre meine Horrorvision)

  • Nein! Wenn er schon nicht gerne angefasst wird, und dann auch noch Schmerzen hat, ist es doch ganz normal, das er sich wehrt!
    Und Hunde haben halt keine andere Möglichkeit, als zu schnappen.
    Es gibt auch welche, die es dann still ertragen, aber wenn man einen Hund hat, der ein wenig mehr Temperament hat, sollte man solche Aktionen auch nicht überbewerten.
    Daran arbeiten und gut ist!

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