Echte Wölfe und blöde Fragen

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  • Ah, okay. Ich hätte so mit zwei pro Herde gerechnet (aufgeteilt in circa drei Herden bei 1.000 Schafen). Dadurch kam ich eben nur auf die Hälfte plus vielleicht ein bis zwei als "Ersatz" bei Krankheit und dergleichen.


    Aber kann mir vielleicht noch jemand erklären, warum sie dann doch noch züchtet, obwohl die bereits vorhandenen Hunde an sich zu teuer sind?

    Ich hab tatsächlich nachgeschaut und sie ist eingetragene Züchterin.

    Nach Herdenschutzkriterien sind 3 HSH die Mindestbesetzung - egal, ob da 10 oder 100 Schafe stehen. 3 Hunde brauchts, um die effiziente Arbeit der Hunde erst möglich zu machen. 1 Hund bleibt immer bei der Herde und 2 arbeiten am Zaun.

    Dann geht die Rechnung für die Förderungen so weiter, dass pro 100 Schafe 1 Hund gefördert wird.
    Sprich, für 1000 Schafe brauchts pauschal 10 Hunde.
    Werden die in unterschiedliche Herden aufgeteilt - mindestens 2, besser 3 Hunde pro Herde.

    Und dann kommen noch die Special-Effects:

    Wie gross ist der Wolfsdruck?
    An eine Herde, die von 2 Rudeln mit je 12 - 16 Wölfen umgeben ist, brauch ich keine 2 HSH stellen, das ist zu wenig, auch wenns nur 20 Schafe sind.

    Wie ist die Fläche?
    Ich kann 10/20 ha haben, die ein mittig liegender Hund samt Umfeld problemlos im Blick halten kann und ich kann 1 ha haben, der ungünstig geschnitten, "buckelig", mit Gebüsch umgeben ist, wo ich für effektiven Herdenschutz weit mehr Hunde brauche.

    Was für HSH hab ich?
    Hab ich erfahrene Hunde oder habe ich Youngster dazwischen.
    Hab ich besonders druckvolle Rassen (Kangal, Sarplaninac, Owtscharka z. B.) oder habe ich etwas weichere Rassen (Pyri, Estrela Berghund, z. B.) .
    Habe ich ein bereits eingespieltes Hunde-Team oder nicht.

    Dazu noch die "Ersatzbank", wenn Hunde wegen Verletzungen, Trächtigkeit, Wurfaufzucht, Läufigkeit ausser Dienst genommen werden müssen.

    Die Zahlenangaben bzgl. HSH stammen aus den Förderprogrammen.
    Die haben mit tatsächlichem Herdenschutz nicht viel zu tun.

    Die Zucht mit guten Hunden ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Kosten für den Herdenschutz wieder ein wenig hereinzubekommen. Gute Hunde werden dringend gebraucht - und wenn es nach mir ginge, müssten besondere Zuchtbetriebe Sonderförderungen bekommen, indem sie auch erwachsene Hunde mit durchziehen, die für Neu-Einsteiger als Ersthunde/Mentorhunde eingesetzt werden können.

    Übrigens ist Lammfleisch in der Regel ein Fleisch, dass recht tiergerecht erzeugt wird im Gegensatz zu anderen Fleischsorten ...

    Deshalb ist Lamm neben Wild das Fleisch, das ich am ehesten esse.

  • Weil's komplett OT ist im Spoiler - Schaffleischkunde :klugscheisser:

    Spoiler anzeigen

    Sie denken bei Lammfleisch an so was:

    Das ist ein Milchlamm, 8 Wochen bis maximal sechs Monate.
    Danach heisst's Mastlamm, das darf nicht älter als ein Jahr sein.
    Sobald es älter ist, ist's ein Jungschaf, das bleibt es bis es zwei Jahre alt ist.
    Hammel gibt's auch noch, das sind kastrierte männliche oder aber auch weibliche Schafe welche nie Nachwuchs hatten, aber nicht älter als zwei Jahre.


    Kann sein dass es bei Euch anders ist, wer hier Lamm verkauft und das Tier war älter als ein Jahr, ist ein Betrüger. Unsere Kontrolleure kennen da wenig Gnade.

    Menschen essen ganz viel was nicht wirklich sinnvoll ist :ka: das ist einfach so.
    Und es ist den meisten komplett egal, ob sie satt werden an einem Milchlamm oder nicht, Hauptsache das Fleisch ist hell und fast geschmacksneutral :mute:

    Was ich noch sagen wollte schon ganz lange :ugly:
    Das Zäunchen das mit dem Squad gepflanzt wird, ist auch irgendwie ein Scherz, nicht?
    Macht bestimmt Spass aber ob das Wölfchen sowas als Grenze erkennt?
    Ich habe ziemliche Zweifel.

  • Was macht es für einen Unterschied, ob man ein adultes Tier, ein junges Tier oder ein "Babytier", egal von welcher Tierart isst?

    Für mich macht das dahingehend einen Unterschied, dass das ältere Tier bei entsprechender Haltung ein Leben hatte und schlichtweg an einem "Babytier" einfach nix dran ist, für 2 x Reinbeissen mag ich kein Tier geschlachtet wissen.


    Danke @Chris2406 für die ausführliche Erklärung!

    Dazu noch - Welpen zählen nicht mit, auch Hunde bis mindestens 1 jahr sollten nicht mitzählen, tun sie aber meist schon (was für mich weit mehr ein Tierschutzproblem ist als der Kram mit den Hütten - die andauernde Überforderung von viel zu jung voll eingesetzten HSH).
    Also können da 2 - 3 erwachsene Hund plus 4 Youngsters/Azubis laufen - offiziell zählen sollte man aber nur die 2 - 3 erwachsenen Hunde. Die stauchen die Welpen sogar eher zusammen, wenn die mitmischen wollen.

  • Nein nein nein, das ist bestimmt falsch. Weil: Wölfe gehen nicht an Pferde und Rinder. Das haben die Experten gesagt!

    Wenns nicht so traurig wäre... Das ganze Drumherum, die dämliche Förderung die viel zu spät kommt und viel zu unpassend ist, die Experten denen ich liebend gerne gesunden Menschenverstand einschütteln würde und die Politiker... Ne, ich sag nix mehr.

  • Hier kann man mal noch was über die "Thüringeti" lesen, wo der Riss stattfand - unschützbar aufgrund der Flächengrössen, was für eine Katastrophe.
    Agrar Crawinkel GmbH

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  • Ich durfte ja letztes Jahr die Thüringeti kennenlernen. (Dort fanden zwei Meisterschaften für Border Collies statt.) Als ich das Gelände gesehen habe, habe ich mich ehrlich gesagt schon gefragt, warum die Wölfe dort noch nicht zugeschlagen haben. Ich vermute, dass die Fluchtmöglichkeiten und der Zusammenhalt der Herden das bisher verhindert haben und auch zukünftig der beste Herdenschutz in diesem Fall sein werden. Die Tiere leben "halbwild" und werden entsprechend agieren - zumindest die Pferde und Rinder. Mit der Schafherde sieht das ja anders aus. Die ist auch nicht auf der großen Fläche.

  • Ich frage mich manchmal, ob die Zäune - also jene welche nur wegem Wolf hingestellt werden müssen - nicht eher das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich sollten.
    Der kleine niedrige Zaun (neulich das Video mit dem Squad) hält doch niemals einen Wolf ab - aber hindert doch durchaus die Schafe an der Flucht.

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