Theorie und Praxis: zwei verschiedene Welten!
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Iboella89 -
13. Juni 2013 um 09:47
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Hallo ihr Lieben!
Ich bin seit knapp zwei Wochen stolze Besitzerin einer Labradorwelpin
Ich hab mich seit über einem halben Jahr im Voraus informiert, Bücher gewälzt und Internetseiten quasi auswendig gelernt. Und dann kam Feli am ersten Juni endlich zu mir und alles war anders
Da es mein erster Hund ist, bin ich etwas verunsichert, was verschiedene Aspekte angeht und vielleicht könnt ihr mir praxisnahe Ratschläge geben. In der Literatur wird alles immer so rosig dargestellt und das hilft mir nicht weiter.
Ich hätte ein paar Fragen und vielleicht hat jemand gute Antworten darauf, dass würde mich sehr freuen!1. Wie oft sollte ich mit der Kleinen spazieren gehen? Ich bringe sie immer zum Lösen raus und wir toben in der Wohnung, ich habe aber das Gefühl, dass sie nicht richtig ausgelastet wird. Ich weiß, dass Welpen pro Lebensmonat nur ungefähr 5 Minuten am Stück an der Leine gehen dürfen. Aber sollen sie das auch? Und falls ja, nur ein Mal am Tag oder auch drei Mal, damit sich der Welpe daran gewöhnt und ausgelastet ist? Oder reicht da das toben in der Wohnung?
2. Wenn wir um den Block gehen, ist es ziemlich trist. Deshalb würde ich gerne auf die Grünflächen hier in der Nähe gehen, aber dort sind häufig auch viele andere Hunde. Überfordert sie das oder ist es gut, wenn sie direkt viel Kontakt zu Artgenossen bekommt? Ich mache mir Sorgen, dass sie bei zu vielen anderen Hunden hinterher bleibende negative Eindrücke bekommt.
3. Abends dreht sie meist nochmal richtig auf, ich habe gelesen, dass das häufig bei überforderten Welpen der Fall ist. Aber im Prinzip gehe ich mit ihr momentan nur zum Lösen raus und spiele in der Wohnung. Wir üben auch Kommandos (das macht ihr richtig Spaß) und ich war schon zwei Mal eine kleine Runde um den Block. Ich konnte aber nicht feststellen, dass sich das irgendwie auf ihre abendlichen Aktivitäten auswirkt.
Wie ihr merkt, bin ich noch etwas unsicher, ich bin bemüht alles richtig zu machen und ihr einen guten Start ins Zusammenleben mit Hunden und Menschen zu geben. Heute Nachmittag gehen wir zum ersten Mal zur Welpenspielgruppe, dort bekomme ich hoffentlich auch noch ein paar Tipps.
Das war jetzt wahrscheinlich recht viel und ich wäre sehr dankbar für Antworten
Liebste Grüße,
Yvonne
- Vor einem Moment
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Hi,
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Huhu und Willkommen im Welpenwahnsinn

Oft ist alles anders als vorher geplant, ja, alles normal so.
1. etwa alle 2h raus gehen, man sagt ja grob, nach Schlafen, Fressen oder Spielen
Welpen brauchen nicht "ausgelastet" werden
nimm ihn mit und zeig ihm die Welt
neue Eindrücke machen einen Welpen von ganz alleine müde *g*
was die Leine angeht, ist es Ansichtssachefür mich muss ein Welpe nicht vernünftig an der Leine gehen
ein paar Schritte und dann wird gespielt, gelobt und er darf wieder schnüffeln
daher kann ich da nix zu sagen2. Kontakt zu Artgenossen ist nie verkehrt, allerdings finde ich kontrollierte Kontakt mit sozial verträglichen Artgenossen besser als eine Hundewiese, wo die Tiere unkontrolliert rum toben
3. Welpen haben auch ihre 5min, wenn sie nicht überfordert sind
darüber wird dir fast jeder Welpenhalter was erzählen können
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Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs!
Ich versuche mal, deine Fragen nach bestem Gewissen zu beantworten.
1. 5 Minuten pro Lebensmonat ist schon richtig, zählt natürlich pro Spaziergang. Wenn du alle 2-3 Stunden (je nachdem, wie oft sie muss) mit ihr raus gehst und und dich dabei an diese "Regel" hällst, sollte das kein Problem sein. Ein Welpe muss nicht ausgelastet werden. Die Kleine ist so damit beschäftigt, ihre Umwelt kennen zu lernen - sie ist eben noch ein Baby. Du kannst natürlich spielerisch mal mit Kommandos anfangen, muss aber nicht sein. Sie muss sich ja auch erstmal daran gewöhnen, was sie darf und was nicht. Das ist für so einen, kleinen Knopf schon mehr als ausreichend.
Welpen neigen zum überdrehen, wenn sie zu viele Eindrücke bekommen. Viele Leute interpretieren das dann falsch als "unausgelastet sein". Wenn ein Welpe/Junghund zu viel Programm bekommt, dreht er genau so hoch, als bekäme er zu wenig. Generell muss man dazu aber sagen, dass Welpen kaum "zu wenig" haben können. Klar wollen sie ihre Welt kennenlernen und auch mal spielen, aber das reicht eben völlig aus.
2. Hundekontakt ist in diesem Alter sogar wichtig und gut für die Kleine! Sozialkontakte können nie früh genug gelernt werden und toben mit anderen Hunden ist für viele Welpen sowieso das Größte. Sie sollte also sogar Hundekontakte haben. Natürlich musst du da schaun. Wenn deine Kleine überfordert ist, setz' ihr nicht zu viele Hunde gleichzeitig vor die Nase, aber das merkt man schnell und Welpen gewöhnen sich auch an große Hundegruppen oft seeehr fix. Negative Erfahrungen wird sie so oder so machen, aber wenn die Hunde dort gut sozialisiert sind, ist das in der Regel absolut kein Problem und - wie gesagt - eher förderlich und spaßig für die Kleine.

3. Ist oft auch ganz normal. Welpen bekommen ihre "Fünf Minuten" noch deutlich öfter als erwachsene Hunde und drehen dann noch mal hoch. Muss natürlich nicht gleich überforderung sein. Aber du kannst gerne mal schreiben, wie lange und was du am Tag genau mit ihr machst.
Im Großen und Ganzen lernst du deinen Hund ohnehin sehr schnell lesen - denke ich. Unterforderung kenne ich von Welpen so gar nicht. Aber aufdrehen ist auch nicht immer gleich Überforderung.
Setze die Kleine nicht zu vielen Reizen auf einmal aus und regelten Hundekontakt würde ich auf jeden Fall zulassen. Du siehst ja, wenn die Kleine sich nicht wohl fühlt. Auch dann aber nicht sofort eingreifen & abhauen. Sie muss ja lernen, dass die Hunde ihr nichts tun und braucht da sicherlich ihre Zeit.
Edit: Von Hundewiesen würde ich dir im Übrigen ebenfalls abraten oder sie nur dann besuchen, wenn nur 1-2 Hunde auf der Wiese sind. Dort wird gerne mal nicht auf die Hunde geachtet und... nun ja. Die Erfahrungen in die Richtung sind sehr gespalten.
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Also generell stimme ich Sammaja zu...
allerdings finde ich, dass du mit dem Hund ruhig mehr machen darfst,
als diese fünf Minuten, solange du dem Hund genug schlaf als Ausgleich gibst!
Was ich nicht gut finde, ist dass Maanu sagt, es nicht wichtig, dass der Welpe gut an der Leine geht,
aber ich finde man sollte dem Hund von anfang an auch schon als Welpe
Grenzen und Regeln aufzeigen und mit an der Leine gehen kann man mit einem Welpen schon anfangen
und hat später einen gut neben dir hertrottetem Hund
Wichtig ist:
Gib deinem Baby keine "Schonfrist" in der Wildniss gibt es sowas auch nicht und denk dran dass dein
Hund ein Vorfahre des Wolfes ist und behandele ihn bitte auch so...
Denk dran, wenn du deienm Welpen von Tag 1 an,zeigst dass du weißt wos lang geht und der Rudelführer
bist, damit tust du deinem Hund und dir einen großem Gefallen! -
Zitat
Was ich nicht gut finde, ist dass Maanu sagt, es nicht wichtig, dass der Welpe gut an der Leine geht,
aber ich finde man sollte dem Hund von anfang an auch schon als Welpe
Grenzen und Regeln aufzeigen und mit an der Leine gehen kann man mit einem Welpen schon anfangen
und hat später einen gut neben dir hertrottetem Hund
Grenzen und Regeln haben für mich nichts mit Welt erkunden zu tunich kann dem Hund 2-3 Schritte anfangs erklären, was ich beim Begriff "Ran" oder so von ihm möchte
aber ein Welpe hat noch keine Geduld, mehrere Minuten konzentriert neben dem Menschen her zu laufen
ich erarbeite sowas lieber spielerisch nach und nach
zumal mir Umwelterleben wichtiger ist, denn was ich da verpasse, kann ich später nie wieder nachholenLeine Laufen kann ein Hund auch lernen, wenn er 6 Monate und älter ist

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Sorry war vielleicht falsch verstanden beiderseits...
aber ich glaube das ein Spaziergang ausgewogen sein sollte...
also mit Disziplin und Welterkunden...man kann z.B. sagen, dass der Welpe sich die ersten 100 Meter konzentrieren soll und dann darf er spielen, aber dabei sollte auch darauf geachtet werden dass der Welpe
nicht an der Leiner herumzieht und sich das angewohnt...hatte ich bei meiner letzten Hündin...
ich war noch ein Kind und hab als sie klein war an der Leine eig alles zugelassen was sie meinte tun zu müssen...
jap...sie war dann 10 Jahre alt, als wir es geschafft haben, dass sie wieder gut an der Leine geht!
Deswegen meine ich man sollte einem Welpen nur weil er süß klein und unbedarft ist
trotzdem nicht alles erlauben und ihm seine Grenzen zeigen auch beim Weltentdecken, gibt es nämlich jemanden am anderen Ende der Leine! -
so, wie man sieht, es gibt unterschiedliche Meinungen
mein nächster Welpe wird auf dem Spaziergang lernen, die Welt zu erkunden am Geschirr und zwischendurch auch mal, sich zu konzentrieren
aber ich fange da weder mit 5min noch 100m an und variiere es (wird also nicht am Anfang sein, etc)
aber so hat jeder seine Vorstellung, was Prioritäten hat
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Zur Leinen-Sache:
Es kommt ja auch immer drauf an, was ich unter "korrekt an der Leine gehen" verstehe.
Maja hat von Anfang an gelernt, dass es "Ziehen" nicht gibt. Das war's aber auch. Sie hatte lange Leine, durfte schnuppern wo sie lustig war und wenn sie in der Leine stand, bin ich stehen geblieben. Ab und zu hab' ich sie mit Futter (keine Leckerlies) neben mich gelockt und wenn sie 2-3 Schritte so gelaufen ist, gab's Bestätigung.
Ich erwarte von einem Welpen nicht, dass er "akkurat" an der Leine geht, aber lernen, dass es kein Ziehen gibt und es nicht voran geht, wenn die Leine auf Spannung ist, tut mein Hund von Anfang an.
Meistens lief (und läuft) sie sowieso frei und konnte somit überall schnuppern und die Welt entdecken. So übte sich auch das Ranrufen direkt.
Ist aber - wie Maanu schon sagt - einfach auch 'ne Einstellungssache. -
Zitat
Abends dreht sie meist nochmal richtig auf, ich habe gelesen, dass das häufig bei überforderten Welpen der Fall ist. Aber im Prinzip gehe ich mit ihr momentan nur zum Lösen raus und spiele in der Wohnung. Wir üben auch Kommandos (das macht ihr richtig Spaß) und ich war schon zwei Mal eine kleine Runde um den Block. Ich konnte aber nicht feststellen, dass sich das irgendwie auf ihre abendlichen Aktivitäten auswirkt.
Jack hatte bei seiner letzten Gassirunden immer seine 5 Minuten.
Aber ab 20 Uhr wird hier nicht mehr getobt,
da mein Vermieter um 5 Uhr morgens aufstehen muss.
Was da half ist, ein kleines Denkspiel/Suchspiel in der Wohnung.
Manchmal hat das nicht geholfen,
dann musste er in seine Box.
In seiner Box kam und kommt er heute noch schnell zu Ruhe Abends,
wenn er aufdreht.
(Die Box bleibt bei uns immer auf. An erster Stelle, weil ich ihm die Box nicht als was böses "verkaufen" möchte
und da er sich darin wohl fühlt und wir es so geübt haben,
dass er erst raus darf, wenn ich ihn rufe, funktioniert das auch sehr gut.)Achso, ich habe ihm die Quitschis "weg genommen".
Dadurch ist er auch am Tag richtig aufgedreht.
Zum beschäftigen hat er einen 2 Snackbälle, Kauknochen und den Kong.
Das beschäftigt ihn Sinnvoll und macht ihm spaß.
Aber dennoch haben wir Seile und er hat noch einen Teddy.
(Seine Quitschis habe ihm mittlerweile wieder gegeben, er dreht jetzt nicht mehr so auf.)
Die Seile, Bälle und sein Teddy gibt es bei uns nur noch draußen ;-)Was in der Wohnung auch sehr gut ist,
ist einen Snackbeutel zu verstecken und ihn zu dir bringen lassen.
Das macht Jack sehr gerne. -
Ich erzähle mal wie ich es mache (12 wochen Welpe)
Wir gehen (neben Pipimachen) 2-3 mal am tag für 20 Minuten bis 45 Min raus (so ca.). Möglichst an verschiedene Orte. Ich lasse den Kleinen viel frei laufen, renne mit ihm um die Wette und sehe zu, dass er merkt, dass er auf mich achten muss - sprich, wenn er nicht nachfolgt, renne ich weg. So Sachen halt, dann wirds einfacher, wenn der Folgetrieb nachlässt. Wir sitzen zusammen auf der wiese rum, buddeln Löcher usw. laufen auch mal zügig ein Stück mit und ohne leine.
Leine dran heisst, es wird nicht gezogen und ich entscheide, ob wir stehen bleiben. M.E. ziehen Hunde, weil sie es als Welpe lernen. Damit meiner das gar nicht erst lernt, lasse ich mich also niemals ziehen - ich gehe stur meinen Weg weiter bzw. bleibe stehen. Wichtig ist mir, dass Tempo und Richtung von mir vorgegeben werden un ich geradeaus laufe, nicht zickzack. Der Hund muss aber noch nicht auf einer Seite laufen oder so, allerdings schon selber gucken, dass er mir nicht vor die Füsse läuft.
Anfangs waren es nur 1-2 Meter Sequenzen, und auch in der Wohnung geübt. Inzwischen klappt es schon recht gut. Viel viel Lob dabei natürlich.Wenn der Kleine sich hinsetzt, weil er müde wird, oder ihm etwas Angst macht, trage ich ihn. Das wären nicht die richtigen Momente zum üben.
Viele verschiedene Orte sind spannend und sorgen für Umweltsicherheit. Friseur, Pferdestall, Innenstadt (da war er viel auf dem Arm), Wald, Wohngebiet... Abwechslung machts. Auch bei den Hundesittern (Freunde von mir) war er schon zweimal alleine für 2 - 3 Stunden. Wir hatten Besuch, fahren immer mal Auto usw.
Andere Hunde: spannend. Einfach hinrennen mag ich aber gar nicht, und Hunde, die am besten noch bellend an der Leine auf uns zu stürzen, auch nicht. Ich gehe meist in die Hocke (schütze den Kleinen) und checke die Lage mit ihm gemeinsam. Wenns passt, darf gespielt werden, sobald ich frei gebe.
Welpengruppe mache ich auch, aber mit gemischten Gefühlen. Mal sehen wie es weitergeht. Kontakt zu erwachsenen Hunden ist m.E. wichtiger... aber besser regelmässige Kontakte statt jeden Tag andere. Ich persönlich würde nicht auf eine Hundewiese mit vielen Hunden auf einmal gehen. Ich gebe zu, dass ich sehr sehr vorsichtig bin. Leider kann eine blöde Erfahrung in diesem Alter sehr prägend sein. Nicht umsonst fangen die meisten Erzählungen von Leinepöbler-Besitzern so an: "Als er klein war, wurde der mal von xx gebissen...". Viele Besitzer sehen auch leider nicht, wann spiel stressig wird.
In der Wohnung ist Ruhe erste Bürgerpflicht. Es wird gekuschelt und schon auch gespielt, aber nicht wirklich getobt. Dafür gehen wir raus. Ich gehe immer zur "5 Minuten Zeit" raus, da kann er rennen wie er will. In der Wohnung ist mir wichtig, dass der Kleine einfach mal in seiner Box bleibt (ohne eingesperrt zu sein! - Konsequenzübung) und sich generell entspannt. Er soll mir nicht überall nachlaufen. Ich hatte Glück mit dem Kerl, der ist sehr entspannt und bleibt völlig ungestresst alleine (das längste war bisher ne gute Stunde). Schläft tief und fest wenn ich wiederkomme.
Bissel Sitz und Platz üben wir auch, das halte ich aber nicht für wichtig. Im Moment stehen für mich der Rückruf und das Mitlaufen im Vordergrund und die Ruhe in der Wohnung, damit das Alleinebleiben gut wird.
Und viel viel viel Schlafen. viel heisst mehr oder weniger fast den ganzen Tag. - Vor einem Moment
- Neu
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