Wie macht man es am Besten mit dem NEIN?

  • Zitat

    Und im Grunde machen Welpen im Spiel nichts anderes. Und da sagt auch keiner die erziehen sich gegenseitig mit Gewalt.

    Bist Du ein Hund? Kein Mensch kann die Interaktionen, die zwischen Hunden stattfinden, genauso durchführen. Also keine Raufspiele, kein Beschwichtigen und erst recht nicht irgendwelche Maßregelungen a la Schnauzgriff & Co.

    Kneifen ist für mich sehr wohl Gewalt, nicht besser oder "weniger schmerzvoll" als schlagen, auch wenn Dein Hund vllt nicht aufjault.

    Was spricht dagegen, den Hund, wenn Du merkst, er fährt hoch und wird wilder, einfach fest (nicht erdrückend fest) in die Arme zu nehmen und "festzuhalten", bis er sich beruhigt hat und dann einfach weiterzuspielen? Oder aber, wenn er zu wild wird, wortlos aufstehen, in einen anderen Raum gehen und die Tür zu machen, bis der Hund wieder ruhig ist? Warum muss es unbedingt Kneifen sein?

  • Zitat

    Was spricht dagegen, den Hund, wenn Du merkst, er fährt hoch und wird wilder, einfach fest (nicht erdrückend fest) in die Arme zu nehmen und "festzuhalten", bis er sich beruhigt hat und dann einfach weiterzuspielen? Oder aber, wenn er zu wild wird, wortlos aufstehen, in einen anderen Raum gehen und die Tür zu machen, bis der Hund wieder ruhig ist? Warum muss es unbedingt Kneifen sein?

    Sorry, aber wenn das Kneifen für dich Gewalt ist dann ist es das Hochnehmen und festhalten ja ebenfalls.Denn er wird sich bewegen und man müsste ihn fest festhalten, also praktisch einengen. Und weiterhin denke ich aus deiner Antwort rauszulesen, dass du nicht den vollständigen Thread gelesen zu haben scheinst. Denn ignorieren oder weggehen funktioniert ja nicht.

  • Ich habe den vollständigen Thread gelesen, vom ersten bis zum letzten Post. Nachdem, was Du hier schilderst, scheint es mir, als hättet ihr das vllt zwar konsequent, aber nicht lang genug ausprobiert mit dem Ignorieren etc. Der Hund hat es vllt die paar Mal, die ihr das bislang ausprobiert habt, noch nicht richtig verstanden zu haben, was ihr wollt. Evtl. hat er es wirklich so verknüpft "In die Hose beißen - ruhiger werden - belohnt werden".

    Berichtige mich, wenn ich falsch liege, aber für mich kommt es beim Lesen so rüber, als würde alles mal ein bisschen ausprobiert und wenn der Hund es nicht nach dem 5. Mal kapiert, dann wird was Neues ausprobiert - jetzt das Kneifen.

    Und es macht für mich einen Unterschied, ob ich einen Hund nur festhalte, ohne ihm dabei wehzutun (wie eine festere Umarmung), oder ob ich ihn "an mich presse", womöglich die Pfötchen fest zusammenpresse und dadurch die Beine in eine unnatürliche Stellung kommen und ihm dadurch wehtue. Zweiteres wäre Gewalt, ja. Ersteres (für mich) nicht.

    Irgendwann ist der Hund mal größer und wird sich eine Maßregelung durch Kneifen vllt nicht mehr gefallen lassen und geht zum Gegenangriff über. Muss nicht, kann aber.

  • Zitat

    Ich habe den vollständigen Thread gelesen, vom ersten bis zum letzten Post. Nachdem, was Du hier schilderst, scheint es mir, als hättet ihr das vllt zwar konsequent, aber nicht lang genug ausprobiert mit dem Ignorieren etc. Der Hund hat es vllt die paar Mal, die ihr das bislang ausprobiert habt, noch nicht richtig verstanden zu haben, was ihr wollt. Evtl. hat er es wirklich so verknüpft "In die Hose beißen - ruhiger werden - belohnt werden".

    Berichtige mich, wenn ich falsch liege, aber für mich kommt es beim Lesen so rüber, als würde alles mal ein bisschen ausprobiert und wenn der Hund es nicht nach dem 5. Mal kapiert, dann wird was Neues ausprobiert - jetzt das Kneifen.

    Das mit dem ignorieren probieren wir schon länger als dieses Thema hier besteht. Logisch, sonst könnte ich meine Eindrücke dazu ja nicht schildern. Und es it auch teilweise ziemlich ambivalent keine Zerrspiele mit dem Hund zumachen, aber das Zerren an Klamotten zu ignorieren. Spätestens da hört ja das ignorieren auf.
    Und genauso gut kann er ja auch verknüpfen: "wild werden = getragen werden" und ob man später einen 25kg Hnd tragen will, ich weiß nicht. (kann sein, muss aber nicht)

  • ...das sind eben die Gratwanderungen in der Hundeerziehung... ;)

    Kneifen sollte allerdings keine Option sein. 25kg Hund können gut beißen, wenn sie wollen. Letztenendes musst Du wissen, was Du tust, genug Vorschläge hast Du bekommen. Wenn Du meinst, mit Kneifen weiterzukommen, okay, dann wünsche ich Dir, dass es Dein Hund niemals falsch verknüpft und irgendwann gegen Dich geht. :)

    Oh und der Hund ist 12 Wochen alt? Demnach habt ihr ihn maximal vier Wochen. Etwas "lange Zeit auszuprobieren" ist für mich nicht zwei oder vier Wochen, aber da hat ja jeder ein anderes Zeitgefühl. :)

  • Nur mal am Rande:

    Das vielbeschworene Ignorieren verursacht gerade bei Arbeitsrassen oft einen enormen Stress. Sie sind dafür gezüchtet auch selbständig zu entscheiden in ihrem Job und vor allem nicht aufzugeben. Man stelle sich einen Retriever vor, der sofort aufgibt, weil die Ente in unwegsames Gelände gefallen ist und sie sich verhakt hat. Er soll dann solange rumwurschteln und probieren bis er sie hat - egal wie lange es dauert und wie anstrengend es ist! Er soll also aus Frust (entsteht beim Vorenthalten einer Belohnung/etwas, was der Hund möchte!) nicht aufgeben, sondern sich neue Lösungen suchen und weitermachen. Das gilt für alle Arbeitsrassen.

    Im Alltag heißt das, dass er auch in solchen Situationen nicht aufgibt, weil seine Genetik ihm das vorgibt. Der Stress, der dabei entsteht, ist riesig. Meist puschen sich diese Hunde immer weiter hoch, wechseln in ein andere Übersprungsverhalten (was bei der Jagd ja die Lösung sein könnte ;) ) und brauchen ewig bis sie wieder runterkommen...

    Ich rate dazu sich an einen Trainer zu wenden, der nicht über das vielbeschworene Ignorieren arbeitet.

    Viele Grüße
    Corinna

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