Ich muss mich mal abreagieren....

  • Liebe Leute,

    es tut mir echt Leid, aber ich muss hier mal Dampf ablassen, bin mit den Nerven komplett am Ende.

    Nachdem unsere alte Hündin an einem Unfall gestorben ist, haben wir uns vor knapp einer Woche Jonna geholt (9 Wochen, BC). OH MEIN GOTT ICH HATTE VERGESSEN WIE SCHRECKLICH WELPEN SIND!!! Nein, ich meine - Jonna ist super. Sie ist neugierig, süß. lernt schnell, kann schon ihren Namen und sitz, ist draußen meist super usw. Aber manchmal...

    Gerade hatte sie mal wieder ihre fünf Minuten und ich habe echt keine Ahnung, was ich machen soll. Klar, ignorieren, ruhig bleiben, souverän auftreten und so weiter und so fort. Aber nach vier Stunden Schlaf und wenn sie zum zehnten Mal die Palme angreift KANN ich nicht mehr ruhig bleiben. Ich bin dann einfach innerlich so angespannt, dass jeder Depp das bemerken würde. Ich habe dann meinen Freund gebeten, sie kurz mal auf den Schoß zu nehmen und sanft festzuhalten. Damit meinte ich, sie mal ein bisschen körperlich zur Ruhe zu Bringen und zB zu massieren. Das ist dann allerdings darin ausgeartet, dass er sie auf den Boden gedrückt und sonst irgendwie festgehalten hat, der arme Welpe hat gefielst, um sich gebissen, gejault usw. - klar kein Wunder. Mein Freund wollte allerdings nicht auf mich hören. Dann hat er sie mit rüber in ein anderes Zimmer genommen und da anscheinend weiter gemacht, toll. Zusätzlich zu diesen sinnlosen Maßnahmen war sie dann auch noch von mir getrennt (sie klebt ziemlich an mir). Ich wollte da dann aber auch nicht rein und ihm den Hund aus den Armen reißen, das hätte ja alles nur noch schlimmer gemacht. Außerdem konnte ich nicht mehr so wirklich klar denken. So, also der Hund war dann drüben, irgendwann hat er sie dann raus gelassen und gemeint, sie würde jetzt schlafen wollen und hat sich selber in dem Zimmer verkrochen, der Hund war bei mir. Nix da schlafen - weiter ging die Party (kein Wunder, wenn sie von einem zum anderen gereicht wird und keinen Plan hat was abgeht - totale Überforderung nach dem ganzen Trara vorher schon). Ich hab wieder versucht das zu ignorieren. Sie hat dann vor lauter Stress noch in die Küche gepinkelt. Zwischendurch ging es dann, sie hat auf meinem Schoß brav an einem Kalbsohr gekaut, ich am Heulen. Dann gings weiter, keine Ahnung warum. Ich bin zwischenzeitlich immer mal aus dem Zimmer gegangen, hat sie aber auch nicht interessiert. Das Ganze ging jetzt über eine halbe Stunde, jetzt endlich schläft sie mal, nachdem mein Freund sich bequemt hat mal aus seinem Zimmer zu kommen, wo er entspannt irgendwelche Filme schaut. Ich hab echt sooooooo einen Hals! Der schreit den Welpen auch dauernd an, weil er anscheinend irgendwie nicht rafft, dass sie halt zufällig Kommandos wie "lass das" oder so noch nicht kennt wie unsere alte Hündin, die man nur mal streng anschauen musste, damit sie aufgehört hat. Naja, ist ja eigentlich auch nicht Thema hier.

    Ich weiß echt nicht, was man in so Situationen am besten macht. Anscheinend habe ich auch irgendwie verdrängt was wir bei unserer letzten Hündin am Anfang so gemacht haben, ich kann mich echt partout nicht mehr dran erinnern und weiß nur noch, dass sie auch diese Phasen hatte.

    Ich meine: Wenn man dem Hund eine Alternative anbietet, während er tollwütig die Zimmerpflanze zerreißt, kann das ja als eine Art Belohnung gesehen werden. Wenn man alles ignoriert, gehen unter Umständen Möbel kaputt und der Hund denkt, es wäre völlig okay Kissen zu zerfetzen und Stuhlbeine zu zernagen. Wenn man versucht Ruhe reinzubringen durch auf den Platz schicken oder festhalten, wird alles nur noch schlimmer und der Hund verliert das Vertrauen. WTF BLEIBT DANN NOCH ÜBRIG????

    Ich habe echt plötzlich so Angst, den Hund zu versauen. Ich hab auch immer Angst, sie allgemein zu überfordern. Ich meine - wenn man alle zwei Stunden kurz raus geht kommt man schon locker auf 3 - 4 Stunden von 24 an denen man irgendwie draußen ist. Bleiben nur noch 20. Davon mindestens eine Stunde Durchdrehen und 4-5 Stunden wach sein (Spielen, Fressen, Kuscheln...). D.h. sie schläft nur ca. 15 Stunden, was ja laut Optimum viel zu wenig für einen Welpen ist. Aber wie soll man das denn anders regeln?

    Außerdem frage ich mich, warum ich gerade so gnadenlos überfordert bin. Eigentlich hatte ich das ja alles schon mal und dabei raus gekommen ist auf wundersame Weise ein top erzogener, souveräner Hund. Nur WIE?

    Sorry, dass das so lang geworden ist... Vielleicht mag ja trotzdem jemand was dazu schreiben.

  • Hallo erstmal

    Das wichtigste: Versuch zur Ruhe zu kommen ;) und spann deinen Freund auch mit ein, es ist doch genau so gut sein Hund und da hat er gefälligst auch seinen Arsch hochzubekommen und zu helfen. Versuch dir ein Zeitfenster für dich zu schaffen, wo du ohne Hund bist, so dass du zur Ruhe kommst. Und versuch locker an die Sache heranzugehen. Je verkrampfter du bist, desto aufgeregter oder überdrehter ist der Hund. Entspann dich. Du hast noch so viel Zeit. Eine Baustelle nach der anderen. Bring deinem Hund Nein bei. Weißt du wie man clickert? Versuch es doch einmal damit. Und denk mal zurück, wie lange es gedauert hat, bis dein alter Hund souverän war ;) Das ging doch auch nicht von heute auf morgen, oder? Und geige deinem Freund die Meinung. Mein Freund und ich haben uns immer abgewechselt, gerade mit dem nachts aufstehen. Und das mit dem Festhalten würde ich ihm ganz schnell austreiben. Drück ihm doch mal ein Buch über Hundeerziehung in die Hand, oder weil er doch so gerne Filme guckt, eine DVD :smile:

    Das wird schon

  • Unsinn, wenn Du alle 2 Stunden KURZ raus gehst, kommst Du doch da nicht auf drei bis vier Stunden. Das würde ja bedeuten, dass du jedes mal ca. 20 Minuten draussen bist mit der Kleinen.
    Setz Dich nicht so sehr unter Druck und Stress. Du schaffst das! :)

  • Wer sagt dir denn dass du das Verhalten ignorieren sollst? Was der Welpe nicht darf, darf er nicht und das von Anfang an. Sag einmal streng NEIN, wenn er ned aufhört gehst du auf ihn zu, wiederholst das NEIN damit er von der Pflanze weg geht. Wenn er das getan hat, lobst du ihn und gibst ihm nen Kauknochen, auf dem er sich abreagieren kann. Das würde ich bei sämtlichem Verhalten tun bei dem er Möbel usw. anknabbern will. Border Collies neigen eher zum aufdrehen und müssen Ruhe erst lernen, genauso wie unser Sheltie die konnte das auch nicht von Anfang an. Kauft euch ne große Box und packt ihn da rein wenn er partout nicht zur Ruhe kommen will, dann muss er schlafen und wird das auch dankbar annehmen.

    Mach dir nicht so einen Stress. Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.

  • Erstmal: Tiiieeef durchatmen!
    Ich würde mir an Eurer Stelle so einen hier

    besorgen.
    Wenn Ihr den positiv aufbaut, fühlt der Hund sich nicht bestraft wenn er dort rein muss, hat die komplette Rundumsicht und bekommt eine Auszeit und zur Ruhe - genau wie Ihr.
    Natürlich geht es nicht darum, den Hund stundenlang wegzusperren - klar, aber das versteht sich ja von selbst.
  • Hast du schon versucht ihren Raum zu begrenzen? Indem du ihr einen Raum schaffst, in dem sie wüten kann, hast du die Möglichkeit sie auch mal zu missachten und auf ihre Spielchen nicht einzugehen. So haben wir das mit unserer Kleinen gemacht. Sie hatte nicht sofort alle Zimmer zur Verfügung, sondern hat sich nach und nach den Raum erobert. Bei unserem ersten Welpen hatten wir, da er selber auch sehr klein war, sogar den Raum noch mit Gittern verkleinert, zu seinem eigenen Schutz. Und dort war nichts, aber auch gar nichts, was er nicht zerstören durfte. So konnte er sich gar nicht erst daran gewöhnen Zimmerpflanzen, Bücher oder Inventar zu zerstören.*

    Außerdem haben wir auch in dem Alter mit dem Boxentraining angefangen, um Ruhephasen zu etablieren (bei unserem ersten Hund zwingend notwendig, bei Dakota überflüssig, sie braucht die Box nur noch, wenn wir in der Fremde sind).

    Und ganz davon ab:
    Ruhig Blut.

    Das ist ein Baby, was du da hast. Die haben nur Blödsinn im Kopf. Und wenn sie müde sind, dann davon noch viel mehr. Nicht umsonst heißt es Nach müde kommt blöd!

    Sprich dich mit deinem Freund ab, was ihr in welcher Situation machen wollt. Erstellt euch einen klaren Plan welches Verhalten ihr ignoriert, wann sie bespielt wird, wann sie Ruhe halten soll, wann sie euch nachtigern darf und wann sie in ihre Spielecke kommt (da kann sie auch ihre dollen fünf Minuten bekommen, ohne dass du Angst haben musst). Und mach dir keine Sorgen, wenn sie anfänglich häufiger draußen ist, die berühmte 5-Minuten-Regel bezieht sich auf reines Laufen, nicht auf das Erkunden der Wiese und das Lösen.

    Apropro Strubenreinheit:
    Wenn dir die zwei Stunden zu hektisch sind, dich zu sehr belasten oder dir den Schlaf rauben - nimm sie nicht zu ernst. Es wird auch so immer was daneben gehen, bis die Kleine so alt ist, dass ihr Körper überhaupt erst in der Lage ist einzuhalten (was zwischen der 14 und 16 Woche eintreten sollte). Bis dahin kann sie nicht einhalten, selbst wenn sie wollte. Und sie lernt durch Lob (draußen) und Ignoranz (drinnen), dass die Wohnung kein Ort fürs Geschäftliche ist. Für die Nacht empfielt sich eine Box, Welpen melden sich (meistens), weil sie ihr Nest nicht beschmutzen wollen. So wirst du nicht zu häufig aufstehen und deinen Welpen provisorisch rausschleppen, obwohl der noch schläft. Wenn sie muss, wird sie sich melden.

    Nimm die Welpenzeit etwas gelassener. Dann schreit auch keiner den Knirps an. ;) Zurechtweisen ist gut, Überschnappen nicht. Da sie als BC sicherlich vorallem Ruhe lernen soll, würde ich auch darauf mein Hauptaugenmerk legen: Boxentraining (wenn sie Nachts darin schläft, dann ist das quasi Training - alles andere bitte überdacht und am besten unter Anleitung ;)). Aktive Spielzeiten und Ruhezeiten, in denen ihr darauf nicht eingeht.

    Aber lasst sie einfach auch mal toben, die überschüssige Energie muss irgendwohin.

    *Die Kleinen sind natürlich nicht den ganzen Tag in der Spielecke und auch nicht immer gleich lange bzw. die Lösung des begrenzten Raumes wird je nach Individuum in unterschiedlichem Maße von uns genutzt.

  • Zitat

    Wer sagt dir denn dass du das Verhalten ignorieren sollst? Was der Welpe nicht darf, darf er nicht und das von Anfang an. Sag einmal streng NEIN, wenn er ned aufhört gehst du auf ihn zu, wiederholst das NEIN damit er von der Pflanze weg geht. Wenn er das getan hat, lobst du ihn und gibst ihm nen Kauknochen, auf dem er sich abreagieren kann. Das würde ich bei sämtlichem Verhalten tun bei dem er Möbel usw. anknabbern will.

    Guter Tipp. Biete dem Knirps Alternativen. Spielzeug, mit dem er wüten kann, Knochen die er zernagen darf. Der Nagedrang wird noch schlimmer, wenn der Welpe zahnt und du ersparst dir womöglich einiges, wenn er dann schon an Kauspielzeug gewöhnt ist und sich nich selber Möbelstücke aussucht.

  • Danke für eure aufmunternden Worte, manchmal hilft auch das schon ein wenig, damit man einfach mal ein bisschen runter kommt.

    @ Castro: Ja, ich will eigentlich auch meinen Freund einspannen, nur leider vertraue ich ihm da nicht so (was ja nach solchen Aktionen wie der geschilderten auch nicht so verwunderlich ist). Ich bin mega nervös, wenn ich dem Jonna für ne Stunde aufs Auge drücke und dann beim Rausgehen oder so schon wieder irgendwelche Rumgeschreie höre... Und wenn ich dem was erklären will, streiten wir nur. Aber gut, das müssen wir irgendwie unter uns klären und das hat ja eigentlich nichts mit dem Hund zu tun. Immerhin liest er gerade was über Welpentraining. :gut: "Nein" kennt Jonna eigentlich schon ein bisschen, allerdings ist sie in diesen Momenten echt null ansprechbar. Bzw. wenn sie aufhört und man sie belohnen will, schnappt sie sich entweder das Leckerlie und ist dann wieder weg oder wenn ich sie mit sinnvollem Spiel belohnen will, dreht sie dabei so ab, dass sie dann an Ärmeln und Händen hängt. AHRGH!

    @ WhipIt: Da wir in einer Wohnung wohnen und keinen eigenen Garten haben, sind wir schon jeweils 15-20 Minuten draußen. Ich trage sie ca. 5 Min. insgesamt hin und zurück, dann sind wir meist 10 Minuten auf der Wiese wo sie sich löst und wir noch ein bisschen rumsitzen und manchmal kurz spielen oder üben. Ab und zu setze ich mich auch länger mit ihr auf die Wiese, damit sie sich alles mögliche anschauen kann und lernt bei mir zu bleiben wenn Menschen vorbei laufen usw. Dabei bewegt sie sich ja nicht sonderlich, aber man kommt eben auf 3-4 Stunden... Ich will ja auch, dass sie viel kennenlernt, damit sie umweltsicher wird.

    @ Friesling: Ich lese das mit dem Ignorieren irgendwie dauernd irgendwo. Das soll angeblich bewirken, dass der Hund zur Ruhe kommt, weil er keine Resonanz bekommt. Aber wie gesagt - ich halte das auch für etwas merkwürdig. So wie du es beschrieben hast, mache ich es auch meistens. Allerdings steht Jonna dann 10 Minuten später wieder beim Baum/Stuhlbein/sonstwas. Da hab ich auch den Eindruck, dass der Lerneffekt gleich null ist... Ja, ich weiß dass Border zum Aufdrehen neigen (ist nicht mein erster..) und gerade deshalb mach ich mir ja auch so Sorgen... :???:

    @ HHler Dackeline: Ich hatte bis jetzt immer keinen Bock auf Kennel, aber vielleicht kaufe ich diesmal doch einfach einen und probier es mal. Wenn wir nicht mit klar kommen, lass ich es halt wieder ;-)

    @ RuDako: Ja, Ruhig Blut, was würde ich dafür geben :D Eigentlich ist Jonna nur im Wohnzimmer und in der Küche (weil da ihre Näpfe stehen), also insgesamt ca. 50 qm. Ist das auch noch zu viel? Dann müsste ich sie nur in die Küche bringen. Vielleicht versuche ich das einfach nächstes Mal, danke für den Tipp! Und das mit den Alternativen machen wir von Anfang an, bringt nur leider nichts, da lustige Töpfe mit Erde drin und nette Stoffe zum dran Zerren langfristig anscheinend doch irgendwie interessanter für Jonna sind....

  • Wir wohnen auch nur in einer Wohnung ohne Garten. Vielleicht war es ja ein Vorteil, dass der Weasley ein Winterwelpe ist, denn unsere "Pipipausen" sahen wirklich so aus: Runter tragen (bzw. Aufzug fahren und die 15m bis vors Haus selber laufen), vorm Haus auf das 1m x 1m große "Grün" machen, und dann nichts wie wieder rein in die gute Stube.

    Ich könnte mir vorstellen, dass wenn die kleine Maus wirklich erst 9 Wochen oder so alt ist, sie von den ganzen vielen Eindrücken, die sie während der kurzen Draussen-Phasen hat, überfordert ist und deshalb aufdreht?! Ist das möglich?

    Mit dem Weasley war ich anfangs nur ein bis max. zwei Mal am Tag etwas länger draussen zum "Welt schnuppern" (gut, es war auch arschkalt!), danach war er immer platt und hat geschlafen. Aber gut, er hat eh die meiste Zeit geschlafen, von daher stellte sich bei uns die 2-Stunden-Problematik erst gar nicht.
    Gehst Du nachts mit ihr raus, weil sie muss (also ist sie wach?) oder weckst Du sie dafür?

  • Danke, dass du dir so viele Gedanken machst!
    Naja, Kürzer als 10-15 Min. geht gar nicht. Alleine um aus der Wohnung zur Grünfläche zu kommen braucht man knapp 5 Min. und dann nochmal knapp 5 Min. zurück, also sagen wir mal insgesamt 7 Minuten, dann pinkelt Jonna ja auch nicht immer sofort, dann da nochmal mindestens 5 Minuten, da ist man schon etwa bei ner Viertelstunde. Länger mit ihr da sitzen mache ich auch nur so 2x am Tag, öfter wäre mir auch zu viel. Oder soll ich das besser auch sein lassen? Nein, nachts wecke ich sie nicht, sie wird dann irgendwann wach und ich oder mein Freund bringen sie halt raus. Das ist im Normalfall auch nur ein mal gegen drei, das letzte Mal gehen wir ca. um 12 und das erste Mal zwischen 7 und 8. Nur tagsüber muss sie andauernd...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!