• Guten Morgen ins ferne Deutschland!

    Ich sitze hier in Russland und schiebe gerade massiven Frust.

    Die Spaziergänge mit Carlos sind einfach nur noch schwierig und anstrengend. Grund: Carlos ist ganz wild auf den russischen Müll - und schmeißt sich richtig darauf. Es könnte ja was fressbares sein. Das Problem: er geht daran vorbei (ganz harmlos), nimmt dann aber die Kehrtwende und schmeißt sich voll Karacho auf die Beute - und das sehr unberechenbar. Er hat es sogar geschafft, dass er seinem Herrchen halb die Schulter ausgekugelt und mich gestern umgerissen hat. :headbash:

    Hier liegt leider der Müll überall herum und die *** Menschen schmeißen auch Nahrungsmittel wie Hähnchenknochen weg. Und ich muss euch ja nicht erzählen, wie gefährlich das ist...

    Normalerweise ist Leinenführigkeit bei ihm gar kein Problem. Ich bin mit ihm auch viel mit Kinderwagen unterwegs. Jetzt habe ich Angst, dass er den Buggy mit umreißt. :hilfe:

    Ich bin kurz davor, ihm einen Maulkorb zu verpassen. Habt ihr einen Tipp für mich?? Sein Grundgehorsam an der Leine ist auch passabel - aber wenn er den Müll bzw. Müllspuren riecht ist es vorbei.

  • Cool, wie bist du denn in Russland gelandet und wie lange bleibt ihr da?

    Das Fressenfinden ist natürlich massiv selbstbelohnend, insofern hartnäckig.
    Meine Ideen:
    1. Nein neu aufbauen (findest du hier über die Suche, gibt's einen eigenen Thread zu), evt. auch "Tabu"
    2. Tauschgeschäft bzw. Zeigen und Benennen (s. Thread)
    3. tatsächlich Maulkorb
    4. (nur) mit relativ sattem Hund rausgehen ;)

    zu 2.
    Funktioniert bei meiner Hündin besser als ein normales Aus/Pfui, das ja auch immer erst hinterher, nach Fund, ansetzt.
    Ich hab das per Zufall rausgefunden: "Pfui" und Hündin bekam ein Leckerli, wenn sie das Fundstück liegen ließ. Dann kam sie bald angelaufen, um sich ihr Leckerli abzuholen, wenn sie etwas gefunden hatte, das aber liegen ließ. Und so wurde es praktisch zum "Zeigen und Benennen". Sie zeigt an: Da liegt was und bekommt dafür ein Leckerli.

  • :-) Noch das ist eine lange Geschichte - ist alles in meinem Thread .

    Ja, es ist massiv selbstbelohnend, weil Carlos für Hähnchen töten würde .Tauschgeschaefte kennt er -aber warum sollte man ein Superlecker hergeben?

    Wie hast du Tabu aufgebaut? Bei Sichtung Tabu gesagt, wenn Hunde ohne Probleme vorbei war, belohnt? Sollt ich das erst mit Mk machen, damit er nur durch mich ein Erfolg hat??

  • https://www.dogforum.de/bring-deinem-h…bei-t61351.html
    :smile:

    "Tabu" haben wir damals mit 2 Leuten auftrainiert:
    Einer hält was Leckeres hin, Frauchen sagt "Tabu". Erst wenn der Hund sich vom Leckeren abwendet, bekommt er von Frauchen eine tolle Belohnung (besser als das, was der andere Mensch zuerst hingehalten hat). Und er darf natürlich NIE an das mit Tabu-belegte Leckerli rankommen, das nie aus Versehen kriegen ;)
    Wichtig: Das "Tabu" höchstens 1x wiederholen, ansonsten Hund machen lassen und aufs Timing achten: Sobald er sich abwendet vom Leckerli (Schritt 1) belohnen, später (Schritt 2) das Hinwenden zum Frauchen belohnen.


    Und danke für den Tipp, dass dein Thread wohl lesenswert ist :smile:

  • Zitat


    Ja, es ist massiv selbstbelohnend, weil Carlos für Hähnchen töten würde .Tauschgeschaefte kennt er -aber warum sollte man ein Superlecker hergeben?

    Weil er irgendwann darauf konditioniert ist ;)
    Klingt blöd, aber wenn man es richtig macht und am Ball bleibt, überlegt Hund da nicht mehr groß. Es soll ja auch nicht ewig so aussehen, dass du ihn bestichst, sondern dass er die Erwartungshaltung hat, dass etwas hergeben immer eine lohnenswerte Aktion ist.
    Ich habe Fiete auch schon Bratwürste ausspucken lassen und hatte nicht zufällig ein Pfund Käse in der Tasche, aber das weiß er dann ja nicht - da ist er dann eben der allerbeste Hund und das muss für den Moment reichen, wir trainieren das immer mal so nebenbei, damit es für ihn aktuell bleibt.
    Meist muss er mir etwas Leckeres ausspucken, bekommt dafür etwas Besseres und hinterher auch noch das erste zurück. Es gibt für ihn also generell wenig Grund, es mir nicht zu geben.
    Aufgebaut ist es rein positiv, meint er aber, dennoch testen zu müssen, ob er es nicht ignorieren kann, behalte ich mir auch einen ordentlichen Shitstorm vor :p

    Was BigJoy beschrieben hat, machen wir auch, nur eher nach dem Konzept aus dem Video. Sprich da liegt dann ein Haufen leckeres Zeug vor ihm auf den Boden, nehmen darf er aber nur das, was ich ihm mit "OK" gebe und das passiert erst, wenn er Blickkontakt sucht und hält.

  • ;) Bitteschön BigJoy. Es ist immer sehr zeitaufwendig, die Geschichte niederzuschreiben. Und ich muss doch Hundi und Tochter erziehen... :rollsmile:

    Danke für eure Tipps. Das Video muss ich mir gleich in aller Ruhe zu Gemüte führen. Das große Problem an der Geschichte ist, dass ich meinen Göttergatten ins Boot holen muss. Er meint ja, die Erziehung ist rein meine Sache und er führt den Hund gerne aus, muss aber nichts machen - außer einen guten Eindruck... Ganz schön anstrengend... Und dann höre ich das Genörgel, wenn Carlos nicht "funktioniert" hat. :gott: Und das nervt und macht es für Carlos nicht leichter...

  • Dann gäbe es ja noch die Variante: Maulkorb für den Mann, äh, nein, ich meine Maulkorb, wenn dein Mann mit Carlos rausgeht, um dein Training nicht zu versauen.

    Und den Verweis auf deinen Thread fand ich wirklich gut und fühlte mich Null abgebügelt :smile:

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