Unsicherer und kontrollsüchtiger Rüde?

  • Hallo zusammen ! (:

    Ich habe mich hier registriert, in der Hoffnung auf Rat..

    Ich heiße Kevin und habe einen 3 Jahre alten, kastrierten Rüden namens Sam.. Ein super Freund, hört gut, ich bin alles in allem sehr zufrieden mit ihm..
    Jedoch gibt es da einen Punkt welchen ich nicht in den Griff bekomme, es treibt mich zur Weißglut.

    Ran an den Speck:

    Er ist an und für sich ein sehr unsicheres Seelchen.. Wenn ich alleine bin, sprich Single, sonst niemand da, benimmt er sich, wufft ab und an in dem Gedanken "Da könnte ich doch etwas gehört haben.", aber sonst ist alles in Butter..
    Wenn nun jemand weiteres bei uns lebt scheint er den "Kontrollfreak" raushängen lassen zu wollen.. Er entspannt sich nur wenn wir beide zusammen auf der Couch/im Bett liegen, sonst scheint er stets unter Strom zu stehen.
    Sobald sie aus dem Raum geht fängt er an zu knurren und zu wuffen. Er weiß genau dass er das nicht soll, denn er schrickt danach sofort auf, Ohren anlegen, Kopf senken - als ob ich ihm jeden moment eine scheuern würde. Weil ich (aus meiner unerfahrenen Sicht) natürlich mit ihm schimpfe.

    Er muss immer direkt mit, selbst wenn man nur aufsteht und in die andere Seite des Raumes geht. Wie gesagt, er entspannt sich nie..
    Dass ein Hund wufft oder knurrt wenn er draußen im Hausflur etwas hört finde ich vollkommen legitim. Nur so macht es mich auf dauer fertig..

    Der super Hundeerzieher der ich bin habe ich es schon mit eine Sprühflasche probiert, einer Flasche mit Schrauben welche ich raschel oder in seine Richtung werfe.. Selbst ein Anti Bell Halsband mit Sprühfunktion (Mehrfamilienhaus, wenn er alleine bleiben musste) wurde getestet..
    Anfang verjagt er sich, jedoch ist er ja kein dummer Kerl, er merkt dass ihm nichts passiert und lässt sich nicht beirren weiter zu machen..

    Ich habe echt keinen schimmer was ich tun kann, hat jemand hier Erfahrungen in dieser Richtung? Ahnung davon?
    Ich wäre über Ideen wirklich sehr dankbar ! (:
    Jede weitere Frage zu der Situation beantworte ich natürlich gerne ! (:

    Vorab, vielen vielen Dank fürs lesen, ich hoffe dass es mir weiterhilft. (:

    Beste Grüße aus dem schönen Hannover.

  • Vorab, lass die Finger von solchen Sachen wie Sprühflasche, Rapperdose und Co.
    Sowas verlangt zum einen ein genaues Timing und zum anderen muß man dem Hund
    statt dem unerwünschten Verhalten ein Verhalten anbieten das er stattdessen
    ausführen soll.
    Hat dein Hund einen eigenen Liegeplatz, Körbchen, Decke oder sowas? Geht er
    dort hin wenn du ihm das sagst? Bleibt er dort bis du ihm sagst er darf wieder
    raus kommen? Wenn nicht würde ich da anfangen das zu üben. Wichtig dabei
    ist, dass du immer völlig ruhig und geduldig bleibst. Niemals rumschimpfen oder
    ungeduldig werden wenn dein Hund zum 100. Mal deinen Befehl alleine aufhebt.
    Und mache kleine Schritte, Hund hinschicken, geht er rein sofort loben, aber so,
    dass er durch dein Lob nicht animiert wird wieder raus zu kommen.

  • Zitat


    Dass ein Hund wufft oder knurrt wenn er draußen im Hausflur etwas hört finde ich vollkommen legitim. Nur so macht es mich auf dauer fertig..

    Sie mir nicht böse, aber das für mich größere Problem darin sehe ich, dass es den Hund fertig macht.

    Ein Hund braucht Ruhe und Entspannung. Du beschreibst, dass Dein Hund das niemals findet. Das ist ein ziemlich massiver Mangel und hat Auswirkungen auf alles in seinem Leben. Stell Dir vor Du läufst zeitlebens unter Schlafmangel herum...

    Ich könnte mir vorstellen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist und es sinnvoll ist, wenn Du von einem Trainer mal Euer gesamtes Zusammenleben Zuhause unter die Lupe nehmen lassen würdest.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Dass das mit der Sprühflasche und Co. nicht sinnvoll war habe ich im nachhinein erfahren. Aber es hat ihm augenscheinlich auch nicht geschadet, er hat sich in keinster weise verändert.

    Ja, er hat eine Decke. Auf diese schicke ich ihn immer wenn er sich nicht benimmt. Er macht es wiederwillig und langsam, aber er macht es.. Dass mit dem liegen bleiben bis ich es aufhebe hat er noch nicht ganz so raus.. Er versucht ständig gaaaaanz langsam aufzustehen, natürlich sehe ich es und und sage ihm er solle zurück gehen.. Wie lang soll ich ihn den, zum trainieren, dort belassen bis ich es aufhebe?

    Zitat

    Sie mir nicht böse, aber das für mich größere Problem darin sehe ich, dass es den Hund fertig macht.

    Ein Hund braucht Ruhe und Entspannung. Du beschreibst, dass Dein Hund das niemals findet. Das ist ein ziemlich massiver Mangel und hat Auswirkungen auf alles in seinem Leben. Stell Dir vor Du läufst zeitlebens unter Schlafmangel herum...

    Ich könnte mir vorstellen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist und es sinnvoll ist, wenn Du von einem Trainer mal Euer gesamtes Zusammenleben Zuhause unter die Lupe nehmen lassen würdest.

    Viele Grüße
    Corinna

    Ich habe keinen Hund der dermaßen seelisch gestört ist, dass es ihn ununterbrochen fertig macht. (;
    Er versucht einfach die Kontrolle über alles zu behalten.

    Ich schreibe hier in einem Hunde Forum, um mir Rat zu holen, was man denn tun könnte..
    Geschichten wie ich solle einen "[...] Trainer mal Euer gesamtes Zusammenleben Zuhause unter die Lupe nehmen lassen." finde ich unangebracht. (:

    Dankefein, aber das hilft mir nicht.

  • Die Decke als Strafe einzusetzen ist nicht gut. Es soll für deinen Hund eine Ruheplatz sein, an dem er entspannt. Entsprechend muß auch deine Stimme und Körperhaltung
    sein wenn du ihn dort hinschickst. Ihn nicht bedrängen, nicht lauter oder strenger
    mit der Stimme werden. Je ruhiger du bist umso lieber wird auch dein Hund dort hingehen.

    Zu Anfang hebst du das Kommando auf, bevor dein Hund es tut. Aber du hast immer
    das letzte Wort.

    Das was Corinna sagt ist absolut richtig, dieses Problem wird auch sonst in eurem
    Alltag bestehen. Dein Hund wird generell ein Problem damit haben mit Frust umzugehen.
    Das ist auch nichts schlimmes, das müssen alle Hunde erst lernen. Das hat nichts mit
    gestört zu tun. Selber merkt man das oft gar nicht, weil es sich so eingespielt hat.
    Aussenstehende haben da einen klareren Blick.

  • Auch ich gebe Corinna Recht. Es macht Hunde wirklich fertig, ständig "die Kontrolle haben zu müssen". Das sie das nicht brauchen, muss man ihnen erst klar machen.

    Es ist sehr wichtig für den Hund auch mal länger am Stück zu schlafen und nicht die ganze Zeit zu meinen, dass sie das Haus bewachen müssen.
    Vielleicht stresst es ihn einfach mehr, wenn zwei Menschen anwesend sind, aber ich denke es ist ähnlich zu dem, wenn du allein bist.

    Von daher würde ich allgemein an seiner Entspannung arbeiten, ihm feste Ruhephasen/-plätze verordnen und ihn nicht die ganze Zeit alles bewachen/dir hinterherrennen lassen.

  • Zitat

    Ich habe keinen Hund der dermaßen seelisch gestört ist, dass es ihn ununterbrochen fertig macht. (;
    Er versucht einfach die Kontrolle über alles zu behalten.

    Ich schreibe hier in einem Hunde Forum, um mir Rat zu holen, was man denn tun könnte..
    Geschichten wie ich solle einen "[...] Trainer mal Euer gesamtes Zusammenleben Zuhause unter die Lupe nehmen lassen." finde ich unangebracht. (:

    Dankefein, aber das hilft mir nicht.


    Und da wir ein Hundeforum sind, geben wir Dir auch Rat. (Und manchmal sind es halt Tips, die ein Hundehalter nicht gerne hört...)

    Wenn Dein Hund völlig unruhig und unsicher ist, sobald eine weitere Person mit in der Wohnung ist, dann MACHT ihn das fertig.....

    Da du dich ja so gegen einen Hundetrainer aussprichst:

    Wo ist seine Decke? Flur? Wohnzimmer?

    Wenn jmd zu Besuch kommt, wie verhält er sich da? Rennt er zur Tür? WILL er unbedingt den Besuch als erstes begrüßen? Was machst Du dann?

    Wie verhält er sich draußen? Eher unsicher? Passt er da auch auf?

    Ich hab schon eine kleine Vermutung, woran es liegen könnte, aber dafür brauche ich mehr Details.

  • Zitat

    Ich schreibe hier in einem Hunde Forum, um mir Rat zu holen, was man denn tun könnte..
    Geschichten wie ich solle einen "[...] Trainer mal Euer gesamtes Zusammenleben Zuhause unter die Lupe nehmen lassen." finde ich unangebracht. (:

    Dankefein, aber das hilft mir nicht.

    Tja, schade dass ein hilfreicher Tipp Dir nicht hilft. Das lädt ja wirklich dazu ein, sich mit Deinem Problem zu beschäftigen :verzweifelt:

  • Naja Unsicherheit und Kontrollsucht ist bei Rüden häufig zusammen. Das Beste ist natürlich, wenn deine Mitbewohnerin auch Hunde mag und sich mit ihm beschäftigt. Du musst deinem Hund natürlich zeigen, dass sie nun auch zum Rudel gehört und er sie dulden muss^^ So Rasselsachen find ich draussen okay wenn er jeden Jogger anbellt, aber in seinem Revier sollte er sich nicht unsicher fühlen. Dies verschlimmert die Situation noch mehr...

  • Also, nur um das mal zu klären. :D Ich spreche mich nicht partou gegen einen Hundetrainer aus, wieso auch? Sie haben Ahnung von ihrem Gebiet und das ist an und für sich auch eine super Sache. Ich habe mich auch schon darüber informiert, nur leider kommt das für mich nicht in frage. Die Hundetrainier welche ich hier bei mir gefunden habe wollen für eine Analyse des Problems, eine "Anamnese" so zusagen, 50€ aufwärts. Mit einem Auszubildendengehalt ist das einfach nicht drin.. Das wäre auch die einfachste Möglichkeit, natürlich. Könnte ich es tun würde ich hier auch nicht fragen. (: Es war nicht so gemeint wie es rüberkam, 'tschuldigt bitte dafür..

    Nun..
    Zu deinen Fragen Tarlancriel.

    Seine Decke ist im Wohnzimmer, ich denke mir dass das wohl nicht der optimalste Platz dafür ist, aber ich glaube auch nicht dass ich sie so ohne weiteres "nicht im Blickfeld von uns" platzieren könnte. :D Bzgl. "wuffen weil ich nicht das bekomme was ich will."..

    Wenn Besuch kommt, naja. Wenn es klingelt bellt er. Möchte auch zur Wohnungstür, aber da stoppt ihn die Wohnzimmertür. Er prescht aber auch nicht immer vor zur Wohnzimmertür, desöfteren läuft er dann einfach (unsicher, wie es mir scheint) im Wohnzimmer umher, knurrt und bellt..
    Wenn ich dann die Tür aufmache und den Besuch reinlasse belass ich ihn meist im Wohnzimmer. Wenn ich ihn dann kommen lasse sieht er den Besuch, bellt er im ersten Moment und stürmt auf ihn zu. Ist aber sehr freundlich, nur verdammt aufgedreht..

    Draußen benimmt er sich. Läuft ohne Leine, hört auf mich. Keinerlei der Anzeichen von Zuhause.


    Zu dir, BloodredPoetry.
    Meine Mitbewohnerin mag ihn sehr, sie spielen viel, schmusen viel.. Er hört auch auf sie.. Es scheint mir nicht so als würde er sie nicht dulden. (:

    Ich danke euch im übrigen sehr, dass ihr euch mit meinem Problem beschäftigt. (: Mir viel wert.

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