Kreuzbandriß-Erfahrungsberichte

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    Huhu!
    Da sich meine Maus (11, DSH-Mix) letzte Woche ihr Kreuzband im linken Knie gerissen hat wurde sie vor 4 Tagen in München-Haar operiert. (TTA)
    Ich möchte hier gern Erfahrungsberichte von Leuten sammeln, die das Ganze schon hinter sich haben im Sinne von:
    Welche OP-Methode?
    Gab es Komplikationen?
    Wie lange dauerte die Rekonvaleszenz?
    Was war mit dem anderen Knie (Langzeitberichte)?
    etc.pp.


    Freue mich auf Eure Geschichten! :)

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  • Ein Bekannter von mir hat vor 3,5 Wochen seinen Hund operieren lassen. Bei ihm ist der Kreuzband-Riss aber schon 2 Jahre alt. Er darf 6 Wochen nur wenig Gassigehen. Der Hund humpelt nach wie vor und scheint Schmerzen zu haben, da er nicht spazierengehen will. Laut TA soll er aber kurze Strecken gehen.

  • Wir sind Leidensgenossen!


    Wir haben Nova im September letzten Jahres uebernommen. Ca zwei Wochen nach der Uebernahmen haben wir das linke Knie roentgen lassen, weil sie es nach dem Rennen manchmal entlastete. Die Diagnose waren arthritische Veraenderungen im Knie, vermutlich auf einen alten Kreuzbandriss zurueckzufuehren. Wir haben zwei Orthopaeden konsultiert, die beide erst mal konservativ (Entzuendungshemmer und Einschraenken der Bewegung) behandeln wollten, weil es sich ja um eine vermutlich Monate zurueckliegende Verletzung handelte.


    Im Weihnachtsurlaub hat Nova sich dann das rechte Kreuzband auch noch gerissen. Das wurde im Notfall mit Previcox / Tramadol anbehandelt, zum Glueck waren beide Menisken unbeschaedigt. Wieder zu Hause, nach Konsultation weiterer Orthopaeden und einigem Hin- und Herueberlegen (welche Methode, wer soll's machen, beide Beine gleichzeitig oder nacheinander?) haben wir sie dann am 5 Februar operieren lassen - TTA beidseits. Die OP ist bei uns also gut fuenf Wochen her.


    Die ersten zwei Wochen sollte sie ueberhaupt nichts machen ausser kurz zum Pinkeln raus, in der 2 bis 4 Woche die Gassirunden an der Leine langsam von 5 auf 20 Minuten steigern. 4 - 8 Woche weiter langsam steigern, aber weiter die Bewegung kontrollieren und den Hund nicht von der Leine lassen. Acht Wochen post op sollen wir nochmal nachroentgen, und danach wenn alles gut verheilt ist auf normales Bewegungspensum steigern, aber vorerst enge Wendungen und so weiter vermeiden (also nicht: klick, von der Leine lassen und Hasen jagen).


    Die Klammern wurden am 12 Tag post op entfernt (hab ich selbst gemacht), und 15 Tage post op mit ganz sanfter Physotherapie und Laserbehandlung angefangen. Wir gehen einmal die Woche zur Physiotherapeutin, und letzten Samstag (4,5 Wochen) kam sie das erste Mal fuer 10 Minuten aufs Unterwasserlaufband. Wir tragen sie immer noch Treppen hoch und runter, und lassen sie nicht vom Sofa oder Bett springen.


    Das linke Bein ist deutlich besser als das rechte. Sie belastet es gut und moechte auch deutlich mehr machen, als wir ihr erlauben. Das rechte Bein ist das "Sorgenkind" und macht immer noch ein bisschen Probleme. Beim Traben (darf sie mittlerweile ein bisschen) tritt sie zwar auf, ist aber deutlich lahm, und auch auf dem Unterwasserlaufband tritt sie rechts ganz deutlich kuerzer. Ich habe sie drei Wochen post op mal nachroentgen lassen, weil ich dachte, dass moeglicherweise was nicht stimmt, es war aber alles soweit ok (die Bilder sind im Fotothread, seite 10 http://www.dogforum.de/max-novas-fotothread-t158609-90.html ). Auch eine Schublade ist auf beiden Beinen nicht mehr auszuloesen. Das rechte Bein scheint aber auf dem Roentgenbild langsamer zu heilen als das linke.


    Ich habe mich im Zuge dieser ganzen Geschichte ganz gut eingelesen und mich mit vielen Tieraerzten, Orthopaeden, Physiotherapeuten, und wer auch immer sonst noch seinen Senf dazugeben wollte, unterhalten. Anscheinend ist es nicht ungewoehnlich, dass die Heilung phasenweise vorangeht. Viele Hunde belasten gleich nach TPLO / TTA recht schnell wieder, aber in Verlauf der Heilung gibt es immer wieder Phasen, wo sie lahmen - moeglicherweise, weil es ihnen gut ging und sie zu viel gemacht haben. Ich bin ehrlich gesagt momentan ein bisschen frustriert, weil ich seit bestimmt zwei Wochen keine grosse Verbesserung sehe, aber n der 7./8. Woche sollen wohl die meisten Hunde nochmal einen grossen Schritt machen. Also geduldig weitermachen... :)


    Extrakapsulaere Stabilisation, Tight-rope etc sind wohl anfangs deutlich schmerzhafter und dauern etwas laenger in der Rekonvaleszenz.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Danke ihr beiden!
    @ Geheimwichtel, wurde das Bein denn mal nachgeröntgt? Das hört sich schwer so an, als wäre da mehr kaputt im Knie (Meniskus?!) oder es wär nicht anständig zusammengewachsen..


    @ Regula: Danke für diesen ausführlichen Bericht, hab mir grad die Bilder angeschaut. Bin wirklich froh, dass das Omchen so genügsam ist und die meiste Zeit des Tages einfach pennt. Klar, ne ordentlich Gassirunde mit Mäuseschnüffeln und Leckerlis suchen wär viel toller, aber zumindest scheint sie nicht allzu frustriert zu sein...noch!
    Wie alt ist Nova denn?
    Oh weh, gleich beide Knie, das find ich ja ganz schön arg! Was wiegt sie denn? Ich kann Jule nicht tragen, aber wir behelfen uns mit Rucksack unterm Bauch und Riemen nach oben, so hat das Hinterteil quasi "Henkel" ;)
    Ich hab Deinen Bericht eben gerade erst gelesen und war vorher noch Gassi und vielleicht waren es geringfügig mehr als 5 Minuten... :ops: Bei uns ist das eher ein Geh-und Steh-Gassigehen, ich hab sie auch nicht an der Leine, weil sie immer brav im Schritt läuft oder irgendwo schnuppert und so sind wir grad mal um den Acker marschiert und haben uns noch ne Wühlmaus zum Abschluss gegönnt :hust:
    Ich gelobe aber Besserung, nicht dass das nicht richtig verheilt alles.
    Auch wir streben nämlich einen wanderfähigen Hund bis Ende April an...hmmm. Dann wärens 7 Wochen und ich hoffe, dass sie dann bereits wieder 1-2 Stündchen mitlaufen kann.


    Vor der OP wurde mir eine laterale Fadenzügelung nach FLO empfohlen, aber nach Rücksprache mit Jules Physiotherapeutin hab ich die Idee wieder fallenlassen. Vor allem wegen der langen Rekonvaleszenz, die Du auch angesprochen hast. Und weil ich einfach keine Lust hab, sie nochmal operieren zu lassen, wenn doch was reißt.

  • Meine ersten beiden weissen Schäferdamen hatten beide einen Kreuzbandriss.
    OP und Heilung verlief bei beiden gut. Die erste Hündin war leicht und zierlich, die haben wir Anfangs noch die Treppe hochgetragen was bei der 2. Hündin mit Ihren 36kg nicht ging. Hier haben wir lediglich hinten mit einem Handtuch unterstützt.
    Ich fand erstaunlich, wie gut die beiden jeweils damit zurecht gekommen sind. Ist bei uns schon eine Weile her, aber ich habe dass alles recht unkompliziert in Erinnerung. Wir hatten kein Physio (gab und gibt es bei uns nicht) - bei beiden war danach das Gangbild nicht mehr so ganz sauber - kein Hinken, aber leicht unrund (blöd zu beschreiben :???: )
    Allerdings hat meine 2. Hündin dann später - so ab ca. 8 Jahren - Probleme mit Athrose in dem operierten Knie bekommen. Lt. meinem Physiotherapeuten neigen operierte Gelenke zu Athrosen - er empfiehlt bei Menschen daher - je nach Befund - erstmal abwarten.
    Es gibt auch einen Erfahrungsbericht eines WS-Halters, der seinen Hund auch nicht hat am Kreuzband operieren lassen - falls es dich interessiert - hier der link http://www.royal-scouts.com/kreuzbandriss_beim_hund

  • Zitat von "Kräutli"

    @ Regula: Danke für diesen ausführlichen Bericht, hab mir grad die Bilder angeschaut. Bin wirklich froh, dass das Omchen so genügsam ist und die meiste Zeit des Tages einfach pennt. Klar, ne ordentlich Gassirunde mit Mäuseschnüffeln und Leckerlis suchen wär viel toller, aber zumindest scheint sie nicht allzu frustriert zu sein...noch!
    Wie alt ist Nova denn?


    Ungefaehr zwei. Wir sind uns nicht 100% sicher, weil sie ja ein Fundhund war, aber "jung erwachsen" kommt gut hin. Sie hat noch ordentlich Energie und geht daheim grade ein bisschen die Waende hoch :( :


    Zitat

    Oh weh, gleich beide Knie, das find ich ja ganz schön arg! Was wiegt sie denn?


    Ziemlich genau 22kg. Wir haben auch nur drei Stufen zur Haustuer, die Hunde sind nur im Erdgeschoss, und sie laesst sich gut tragen. Wir heben sie auch ins Auto und auf Couch / Bett. Das geht ganz gut.


    Das mit den beiden Knien gleichzeitig habe ich mir auch lang ueberlegt vorher. Es wird hier in Nordamerika relativ oft gemacht, in Europa fast gar nicht. Heftig war / ist es natuerlich schon. Da kamen einige Faktoren zusammen, die mich letztendlich dazu bewogen haben:
    - nur einmal Anaesthesie und Rekonvaleszenz (Nova hat ein leichtes Herzgeraeusch, deshalb hat sie ein erhoehtes Narkoserisiko)
    - weil ja schon beide Kreuzbaender gerissen waren hatte ich Angst, dass evtl der Meniskus des unoperierten Knies durch die zusaetzliche Ueberbelastung nach der OP Schaden nimmt
    - logistisch: wir sind fuer die OP ca 1000km nach Washington gefahren, und ich habe mir nach der OP zwei Wochen frei genommen. Bei zwei OPs waeren wir die Strecke doppelt gefahren, und mein Chef haette hochstwahrscheinlich bei vier Wochen auch gemeckert (obwohl der wirklich verstaendnisvoll ist). Die dritte und Haelfte der vierten Woche, bis Nova aus dem Groebsten raus war, hat eine Freundin tagsueber auf sie aufgepasst. Hundetagesstaetten hatte ich angerufen, aber die lassen die Hunde alle in der Gruppe laufen und nehmen gar keine kranken Hunde. Ist denen wahrscheinlich auch zu heiss mit der Haftung, falls was passiert.


    Ob ich's nochmal so machen wuerde weiss ich nicht... es ist aergerlich, dass das rechte Bein jetzt so viel schlechter ist als das linke, aber wie's rausgekommen waere wenn ich eins nach dem anderen haette operieren lassen weiss ich auch nicht.


    Zitat

    Auch wir streben nämlich einen wanderfähigen Hund bis Ende April an...hmmm. Dann wärens 7 Wochen und ich hoffe, dass sie dann bereits wieder 1-2 Stündchen mitlaufen kann.


    Wir sind ja auch noch nicht bei 7 Wochen, drum kann ich nicht sagen, wie's bei uns ist, aber 1-2 Stunden Wandern nach 7 Wochen finde ich sehr ambitioniert. Ich waere schon gluecklich, wenn sie 8 Wochen nach der OP sauber laeuft und eine normale Spazierrunde an der Leine mitmacht, bis Juni/Juli wieder Wandern geht und im Sommer auf ein - zwei Ausritte mit kann.


    Zitat

    Vor der OP wurde mir eine laterale Fadenzügelung nach FLO empfohlen, aber nach Rücksprache mit Jules Physiotherapeutin hab ich die Idee wieder fallenlassen. Vor allem wegen der langen Rekonvaleszenz, die Du auch angesprochen hast. Und weil ich einfach keine Lust hab, sie nochmal operieren zu lassen, wenn doch was reißt.


    Ja, ich habe mir die anderen OP Methoden auch ueberlegt, bin aber letztendlich zum gleichen Schluss gekommen wie Du.

  • Zitat von "Kräutli"


    Welche OP-Methode?
    Gab es Komplikationen?
    Wie lange dauerte die Rekonvaleszenz?
    Was war mit dem anderen Knie (Langzeitberichte)?


    -TTA
    -Es gab eine Entzuendung an der Naht, vermutlich Unvertraeglichkeit des Nahtmaterials in Kombi mit Laeufigkeit.
    -Nach Ziehen der Naehte sollte gleich mit Unterwasserlaufband angefangen werden, durch Laeufigkeit und Entzuendung der Naehte musste es leider verschoben werden. Nach 8 Wochen ging sie wieder ganz normal und durfte dann auch wieder ohne Leine laufen. Am Anfang haben wir sie in einen Bollerwagen gepackt, sie in den Wald gefahren und da durfte sie dann ein wenig laufen und ihre Geschaefte verrichten. Die Zeit wurde dann halt gesteigert. Kessy musste von Anfang an die 8 Stufen in unsere Wohnung laufen, die ersten Tage haben wir sie hinten unterstuetzt, aber das hat sie ehr noch behindert. Kessy belastete ziemlich schnell wieder, heute ist alles gut, nur normales Gehen (halt so ne Medium-Gehgeschwindigkeit findet sie nicht so gut, entweder geht sie langsam oder recht schnell, ich kann mich bloss nicht erinnern, ob das vorher auch so war. Wie auch immer, sie huepft rum wie ein junges Rehlein, und niemand will glauben, dass sie schon 7 ist und beidseitig KBR-operiert.
    - Das zweite Kreuzband riss nach ca. 1/2 Jahr, unser TA hatte uns schon vorrausgesagt, dass das recht haeufig passiert.


    Das zweite Knie wurde auch per TTA operiert. Das einzige was man noch sieht (aber auch nur wenn mans weiss ist eine kleine (ca. 50ct. Stueck grosse) kahle Stelle, es war eine Druckstelle vom Verband, wo nicht genug gepolstert wurde. Nervt zwar, aber es beeintraechtigt nicht, also hab ich mich daran gewoehnt.
    Das erste Knie war die 100ste TTA-OP meines TAs (Kleintierklink Hannover), bei 2 Hunden von diesen 100 gab es Komplikationen, einer davon war wie Kessy ein Cane Corso.
    Falls es interessiert, wir haben pro Knie insgesamt ca. 2000 Euro inkl. Physio und allem gezahlt. Zum Glueck hat Kessy ueber die Agila eine Krankenversicherung, die haben alles anstandslos bezahlt (minus unsere 20% Selbstbeteiligung) und ich war (und bin) sehr zufrieden mit denen.

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