Angst nach Attacke

  • Hallo zusammen,
    Ich habe mit eurer Hilfe meine Hündin Momo mittlerweile super im Griff (wir hatten am Anfang große Probleme)... Jetzt ist ein Problem aufgetaucht, das glaube ich mehr an mir liegt. Letzte Woche wurde Momo absolut überraschend von einem Collie angegriffen (Momo ist ein Dackelmischling, also sehr klein...). Der Collie kam auf uns zu, kein Herrchen weit und breit. Der Hund gab kein Knurren oder Bellen von sich, raste nur auf meine Kleine zu und begann zu beißen.
    Gott sei dank ist bis auf einige Kratzer nichts passiert, da mir ein Mann zur Hilfe eilte und den Collie mit viel Körpereinsatz vertreiben konnte. Momo hat sich relativ schnell wieder beruhigt, im Gegensatz zu mit.
    Seitdem hab ich furchtbare Angst wenn ich mir ihr rausgehe. Sie ist so ein friedlicher Hund (geworden), wir leben seit kurzem in einer sehr ländlichen Gegend mit vielen großen Hunden, die auch aufs bewachen von Höfen und Häusern getrimmt sind. An fremden Anwesen mit Hund gehen wir ohnehin nicht vorbei... Man muss ja nichts provozieren. Hier in der Gegend scheint aber niemand etwas von Leinen zu halten.
    Habt ihr Tipps für mich, wie ich mit der Situation umgehen kann? Ich weiß und spüre auch, dass meine Angst sich auf die Kleine überträgt, kann sie aber nicht so recht abschalten, Momo ist sehr unsicher wenn sie mit mir unterwegs ist. Mit meinem Freund, der nicht dabei war in dieser Situation und der auch nicht so ängstlich ist, ist sie natürlich ganz entspannt . Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp, wie man damit umgehen kann, wenn sowas nochmal passiert... Dann würde ich mich vielleicht sicherer fühlen. Dachte schon an Pfefferspray, aber damit erwische ich ja dann höchstwahrscheinlich auch den eigenen Hund...

    Wäre euch dankbar für Tipps/Erfahrungsberichte. Danke!

  • Das ist natürlich blöd. :| Ich kann verstehen,dass du ängstlicher geworden bist nach dem Angriff.Das Problem ist,dass dein Hund diese Angst natürlich genau merkt,wie du ja selbst weißt.
    Vielleicht solltest du deinen Gassiweg mal zusammen mit einem Hundtrainer gehen,der dir im Zweifelsfall zeigen kann,wie du Hunde abblocken kannst.
    Darf dein Hund denn sonst Kontakt zu Hunden haben?

    Hier gibt es auch einige Hofhunde und fast alles läuft hier ohne Leine.Ich habe die Erfahrung gemacht,dass Hofhunde sehr selten ihre Höfe verlassen und nur verbellen. :smile:

  • Kannst auch mal versuchen, den Hund dann irgendwo unterzubringen, wo der andere nicht hinkommt - auf ne höhere Gartenmauer stellen, über nen Zaun drüberheben (geht ja mit nem kleinen Hund) o.ä., wenn Du genau diesen Hund wieder heranrennen siehst. Einfach mal den Gassiweg in Gedanken durchgehen und überlegen, wo man den Hund wie sichern könnte, falls der Hund nochmal kommt. Das gibt Dir Sicherheit, und damit hast Du gleich eine ganz andere souveränere Ausstrahlung, die auch Dein Hund wahrnehmen wird.

    Ansonsten würde ich auch mit einem Trainer daran arbeiten, wie Du andere Hunde abblocken kannst. Den Kleinen auf den Arm nehmen kann man sicherlich - ist aber bei größeren Gegnern nicht anzuraten, weil die dann evtl. an Dir auch hochspringen, und beim Schnappen nach Deinem Hund Dich erwischen könnten, das ist gefährlich.-

    Ich machs aber trotzdem mit meiner Frieda, wenn ein anderer Hund ungesichert und ohne Halter in Sicht zu uns kommt, weil die sonst angreifen würde. Aber da weiß ich, daß der andere Hund nicht mit der Absicht kommt, sie zum Frühstück zu verzehren..... *gg

    Evtl. kannst auch erstmal das Gebiet meiden, in dem das passiert ist, weil Du sonst immer an der Stelle nervös werden wirst, aus einem Reflex raus, und das merkt natürlich auch Dein Hund.

  • wenn ich rausgehe und ein fremder hund rast heran, dann fliegt besagtem Hund eine fette Hand voll Folic oder Fleischwurst oder Brühwürstchen oder Trockenfutter entgegen... dann lassen die sich deutlich besser blocken und zurückschicken.

    ansonsten ists alleine für dein selbstbewußtsein vllt nicht übel, dir so ein Pefferspray zuzulegen, allein die Gewissheit, zur Not zu können, kann dich entspannen..

  • Hallo,

    ich kann Dich gut verstehen, mir erging es ähnlich. Ich hatte zwei Erlebnisse, als mein Hund Welpe/Junghund war.
    1.bei der 4 Uhr morgenrunde... noch die Zeit, wo man alle 2 h rausging... totmüde und der Meinung, um diese Zeit wäre keiner unterwegs. Es kam ein Dalmatiner angeschossen und wollte auch direkt auf meinen Hund los, ich habe meine Handvoll Hund geschnappt auf den Arm genommen und mich zur Hauswand gedreht. Der Damatiner ist dann von hinten an mir hochgesprungen - bis zu meinem Kopf ... der Besitzer kam dann schnell an, nahm seinen Hund und ging weiter - ohne ein Wort der Entschuldigung... :mute:
    2. bei einer Nachtrunde kam ein agressiver Schäferhund um die Ecke geschossen und wollte sich auf meinen Kleinen stürzen, Besitzerin nicht zu sehen. Vor lauter Schreck habe ich ihn mit dem Bein abgewehrt und laut "nein" gebrüllt, als die Besitzerin gerade angerannt kam. Sie entschuldigte sich und sagte, ich hätte richtig reagiert... naja, ich war zwar froh, dass meinem Würmchen nichts passiert ist, aber ich hatte trotzdem schlechtes Gewissen wegen dem "Tritt" ...

    ich hatte wirklich Angst, aber ich war zum Glück in der Hundeschule und habe da Selbstvertrauen bekommen und gelernt, die Körpersprache der Hunde relativ gut deuten zu können. Kommt jetzt ein Hund so auf mich und meinen Hund zu, mache ich einen ausladenden Ausfallschritt auf den Hund zu, stampfe auf, bin groß und bedrohlich und sage laut, mit möglichst tiefer, eindringlicher Stimme "nein!" Oder "hau ab!". Das reicht in 99% der Fälle, meiner Erfahrung nach. Für meinen Hund bin ich so anscheinend auch anerkannt als "Regler schwieriger Situationen", denn er kommt sofort hinter mich und läßt mich machen. Auch ist die Bindung ganz stark geworden.

    Meine Tipps wären daher:
    - such Dir eine gute Hundeschule, bei der Du lernst und Selbstvertrauen aufbaust.
    - Achte auf Deine Körperhaltung und Bewegung: sei zielstrebig und gehe aufrecht. Wenn Du aufrecht gehst, atmest Du auch gleich anders und Dein Gefühl verbessert sich auch. Gleichzeitig signalisierst Du Deinem Hund Sicherheit und dass Du weisst, wo es langgeht. Und nicht zuletzt zeigst Du so auch anderen Hunden, dass Du eine unüberwindbare Barriere bist.
    - geh in Auslaufgebiete, wo Du und Dein Hund auf andere gut sozialisierte Hunde triffst und die Erfahrung sammelst, dass das friedliche Miteinander überwiegt... ist in ländlichen Gegenden vielleicht nicht so leicht, aber vielleicht kommen hier ja Leute aus Deiner Gegend, so dass ihr Euch treffen könnt?!

    Das alles ist kein Allheilmittel und es gehört noch viel mehr dazu, aber das kann Dir ein Hundetrainer besser erklären. Es kann trotzdem mehr passieren, auch das musste ich schon - zum Glück nur ansatzweise - erleben und da habe ich mich dann kopflos mit meinem ganzen Körper auf meinen Hund geworfen, um ihn vor einem Afghanen zu schützen... hätte auch schief gehen können... aber wir hatten Glück und bis auf einen riesen Schrecken, ist auch da nichts passiert. Ein anderes Mal reichte der Ausfallschritt auch nicht und ich habe mein Schlüsselbund auf den anderen Hund geworfen, das reichte dann. Dafür wäre aber wichtig, dass Dein Hund sich wegen der kappernden Schlüssel nicht auch erschreckt - sonst gäbe das eine Fehlverknüpfung.

    Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Schock gut verarbeitest und schnell viele gute Erfahrungen sammelst!!!

  • hallo,
    leider wirst du immer in die Situation kommen das irgendein Hund angerannt kommen wird ( und meist vom Herrchen keine Spur oder der ist noch 70 Meter wech).

    Bringe deinem Hund ein konsequentes Sitz bei und dann lass ihn absitzen wenn der andere Hund kommt.
    Dann stellst du dich vor ihn und wehrst den anderen Hund großräumig ab......wenns sein muss mit vollem Körpereinsatz/Stimmeinsatz.

    Ich musste dabei leider auch schonmal einer Bulldogge vor die Brust treten.

    Leider sind die Menschen daran schuld und die Hunde badens dann aus.

    Im Endeffekt musst du wissen wann du welchen Hund ungeblockt an deinen Hund lässt......

    Und wichtig....nur Mut :smile:

  • Danke euch für die lieben Antworten. Ich war gestern das erste mal wieder ein wenig entspannter unterwegs... =)

    zu der Frage, ob mein Hund normalerweise Kontakt zu anderen Hunden haben darf: auf jeden Fall! Ich hatte mit ihr früher Probleme, da sie so ein "typischer kleiner Kläffer" war, mittlerweile ist sie aber super im Umgang mit anderen Hunden. Sie darf jederzeit ohne Leine zu anderen Hunden.

    Die besagte Runde werden wir erstmal nicht mehr gehen. :-) Aber es wird schon... Werde mir Denk ich noch einen Hundetrainer für einige Runden holen, um wieder sicherer zu werden.

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