Wie am besten vorgehen?

  • Hallo zusammen,

    wie ich schon in meiner Vorstellung geschrieben habe, habe ich einen 4 Jahre alten Cavalier King Charles Spaniel. Nach meinem Studium bin ich an den Bodensee gezogen und mein Hund blieb erstmal bei meiner Mutter (380 km entfernt), da ich nur eine kleine Wohnung habe (28 qm) und jeden Tag 8,5 Std. arbeite.

    Meine Mutter hat ein eigenes Büro und so konnte sie ihn immer mitnehmen, er war eigentlich nie alleine.

    Jetzt ist meine Mutter eine Treppe heruntergefallen und hat sich dabei ziemlich übel verletzt. Sie hat die letzten 4 Wochen komplett im Krankenhaus verbracht, ist jetzt zu Hause (kann aber nicht laufen) und wird wohl demnächst noch ein paar Wochen in Reha müssen. Da mein Freund Lehrer ist und Weihnachtsferien hatte und ich zudem Urlaub hatte ging das eigentlich ganz gut.

    Aber jetzt muss ich wieder arbeiten und ich bin am verzweifeln. Ich arbeite entweder von 5-13.30 Uhr oder von 9.30 bis 18 Uhr. Meine Arbeit ist nur 5 Min von meiner Wohnung zu Fuß entfernt. Ich darf Milo nicht mitnehmen, mein Chef hasst Hunde.

    Ich weiß einfach nicht wie ich das jetzt am besten machen soll. Diese Situation wird noch mindestens 2 Monate andauern.

    Im Moment sieht es so aus, dass ich vor der Arbeit ca. 30 Minuten mit ihm Gassi gehe (wenn ich Frühschicht habe schaffe ich es einfach nicht, NOCH früher aufzustehen). Dann gebe ich ihm ein bisschen Futter und gehe aus der Wohnung wenn er es nicht sieht. Bleibe dann immer noch paar Minuten hinter der Tür stehen um zu horchen was er macht. Manchmal kratzt er an der Tür, ansonsten verhält er sich ruhig.

    Ich fühle mich furchtbar deswegen! Er ist ein sehr verschmuster und anhänglicher Geselle. Wegen dem "einhalten" mache ich mir keine Gedanken (da hatte er noch nie Probleme), eher weil er so lange alleine ist. Ich merke richtig in bestimmten Situationen, dass er Angst hat alleine zu bleiben (In der ersten Woche nachdem meine Mama gefallen war, war er die ganze Zeit alleine (7 Tage), meine Tante kam 2x am Tag vorbei um mit ihm Gassi zu gehen - ich glaube daran erinnert er sich noch)

    Ich könnte evtl. ne halbe Stunde am Tag bei der Arbeit "abzwacken" und dann mit ihm raus, mache mir da aber den Gedanken dass es vielleicht noch verstörender für ihn ist wenn ich komme, kurz mit ihm raus gehe (länger als 15 Minuten würde da nicht gehen) und dann sofort wieder abhaue. Habe auch Angst dass er mir dann das Haus zusammenbellt (darf eigentlich keine Hunde halten in meiner Wohnung) wenn ich wieder gehe.

    Nach der Arbeit gehe ich sofort heim und dann auch sofort mit ihm raus.

    Am Wochenende sind wir immer bei meinem Freund, er hat ein großes Haus und da hat er nicht nur viel Platz zum spielen sondern da gehen wir auch viel mit ihm Gassi und toben herum.

    Habt ihr einen Rat für mich? Ich fühle mich furchtbar deswegen :verzweifelt:

    lg Firith

  • Hat er denn überhaupt gelernt alleine zu bleiben?
    Evtl. wäre ein Gassigeher ja eine Alternative, der vormittags oder mittags, je nach Schicht, mit ihm raus geht.

    Wohnst du denn in einem Mehrparteienhaus? Vielleicht solltest du den Vermieter informieren, dass du ihn übergangsweise da hast. Nicht das du Ärger bekommst, wenn sich ein Nachbar beschwert.

  • Also mein Vermieter weiß dass ich einen Hund habe und auch, dass der manchmal zu Besuch da ist und da hat er noch nix gesagt. Dass er jetzt für länger da ist weiß er allerdings noch nicht (habe da ein bisschen Angst dass er sagt "Das geht nicht" - weil dann wüsste ich gar nicht mehr was ich machen soll).

    Einen Gassigeher kann ich mir leider nicht leisten, darüber hatte ich mich schon informiert... :-(

    Alleine bleiben kann er schon, das ist eigentlich kein Problem. Als ich noch in der Uni war, war er auch öfters mal ein paar Stunden alleine (meistens so 5-6, aber nur 2-3x pro Woche). Nur als ich dann umgezogen bin hat ihn meine Mutter immer überall mit hingenommen (was glaube ich für ihn auch nicht immer soooo toll war.)

  • Also du bist ja nicht der einzige Mensch der einen hund hat und arbeitet....
    Wenn jemand Vollzeit arbeitet ist es normal das er so lange weg ist! Stell ihm doch so eine Box hin wo er sich rein verkriechen kann da hat er seinen Schutz... Ubd die Hunde schlafen eh die meiste Zeit! Wenn du dann mittags einmal zu ihm kommst auch wenn nur für 15 min. Ist es ok... Es ist ja kein Dauer Zustand nur 2 Monate, es kann immer mal sowas geben!

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  • Zitat

    Also du bist ja nicht der einzige Mensch der einen hund hat und arbeitet....
    Wenn jemand Vollzeit arbeitet ist es normal das er so lange weg ist!

    Ja ich weiß. Habe aber ein bisschen gegoogelt und da steht überall dass es "unverantwortungslos" ist, wenn man einen Hund länger als 5 Std. alleine lässt. Deswegen auch das schlechte Gewissen :-)

    Zitat

    Stell ihm doch so eine Box hin wo er sich rein verkriechen kann da hat er seinen Schutz...

    hihi meine Wohnung allein ist schon ne Box ;-) Die ist nur 28 qm groß :???:

    Zitat

    Wenn du dann mittags einmal zu ihm kommst auch wenn nur für 15 min. Ist es ok...

    Da denk ich halt immer - ist es nicht schlimmer für ihn wenn ich komme, kurz bleibe und dann sofort wieder weg bin? Dann hat er 2x Aufregung am Tag?

  • Um deinen Vermieter mach dir mal keine Sorgen, da es nur vorrübergehend ist, kann er nichts machen.
    Ist er nett, würde ich es ihm erzählen, ehe er es von den Nachbarn erfährt weil dein Hund vielleicht jault oder bellt wenn du weg bist.

    Hast du denn keine Freunde oder Bekannte ?
    Oder vielleicht jemanden den du beim Hundespaziergang triffst der in Ordnung ist und dir vielleicht deinen Hund für 2-3 Stunden abnimmt ohne Bezahlung oder für wenig Geld wenn du ihm deine Lage erklärst.

    Ich drück euch die Daumen, das du schnell eine Lösung findest, ich kann mir vorstellen, das der arme Kerl daran ganz schön zu knabbern hat.

  • Warum kann der Hund denn nicht zu deinem Freund? Der wird ja sicher nie so lang am Stück weg sein wie du oder?
    Lehrer arbeiten Nachmittags ja meist zuhause und Konferenzen sind ja auch nicht jeden Tag ;)

  • Also, als allererstes mach Dir mal keine Sorgen wegen der 2 Monate. Das wird der Hund verkraften. Meine Hunde sind auch viel alleine, ich arbeite Vollzeit. An den Tagen, an denen meine Tochter lange Schule hat, sind sie auch den ganzen Tag alleine - und sie leben damit ganz gut. Dafür gibt´s dann abends halligalli, und ich arbeite mit denen viel in Sachen Nasenarbeit (Rettungshundestaffel bzw. Mantrailing). Das reicht denen, die sind daheim vollkommen entspannt.

    Ein Hund schläft/döst ca. 16-18 Stunden am Tag normalerweise, und insofern ist es vollkommen ok, wenn Deiner mal 2 Monate damit leben muß, daß Du nicht so viel da bist. Viel wichtiger ist die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit, denn was hilft´s dem Hund, wenn jemand den ganzen Tag daheim ist, aber der Hund die ganze Zeit nur "nebenher" läuft!

    Ich würde morgens früher aufstehen als normal und ca. eine Stunde mit ihm spazierengehen, adbei leine Aufgaben geben, suchen lassen, über Baumstämme hüpfen oder was auch immer er gern macht, halt bisserl Kopfarbeit unterwegs. Deine Mittagspause wird ja wohl länger als 15 Minuten sein, da kannst Du mit ihm ne Spielrunde mit Pieseln machen, ihn ein bißchen rennen lassen, evtl. 1-2mal eine kleine Suchaufgabe unterwegs, und fertig. Dann bringst ihn ruhig heim (nicht mehr hochdrehen!), gibst ihm was kleines zu futtern (evtl was zum Knabbern), und gehst wieder. Abends hast ja dann genügend Zeit, Dich mit ihm ausgiebiger zu beschäftigen. Dann kommt halt erst mal der Hund, vor der Einkaufstour o.ä., und abends Kinogehen ist für 2 Monate gestrichen ;-)

    Ich würde auf alle Fälle den Vermieter veständigen, daß der Hund nur für 2 Monate da ist - wenn das einer der Mitmieter tut, dann hört sich das an wie ne schlechte Ausrede, wenn Du sagst, der ist doch nur 2 Monate da! Außerdem würd ich nen Anschlag am schwarzen Brett machen - ein Hund ist für nur 2 Monate da, wenn jemand Geräusche hört, sollen sie Dir Bescheid geben (Angabe Handynummer tagsüber, unter der Du erreichbar bist), Du bemühst dich, den Lärmpegel möglichst niedrig zu halten und bedankst Dich für ihr Verständnis. Achja - mit draufschreiben, daß der Vermieter informiert wurde (damit keiner sich "bemühen" und diesen informieren muß - das schreibst aber natürlich net dazu.... *gg).

    Wie gesagt, mach Dir keinen Kopp, entspann Dich, für den Hund ist das nicht so schlimm wie für Dich offenbar *gg Kein Mensch ist ein Tierquäler, wenn er den Hund länger als 5 Stunden alleine läßt, wenns eben nicht anders geht - auch wenn das (auch hier im Forum!) gern mal so hingestellt wird *gg

    Wichtig ist, daß der Hund in der Zeit, in der Du dann da bist, Kontakt zu Dir hat und er ausgelastet wird, und er keinen massiven Streß hat, wenn Du weg bist. Und ein Bisserl Unsicherheit (er kennt ja Deine Wohnung wahrscheinlich nicht so gut bzw. das Alleinbleiben darin) ist für mich kein massiver Streß. Je größer der "Hype" ist, den Du drum machst, desto gestreßter wird Dein Hund sein, weil der merkt, daß Du ihn nur mit schlechtem Gewissen alleine läßt! Und wenn er am Wochenende sowieso "Vollzeitbetreuung" hat, wird ihn das Alleinsein unter der Woche nicht umbringen!

  • Zitat

    Also mein Vermieter weiß dass ich einen Hund habe und auch, dass der manchmal zu Besuch da ist und da hat er noch nix gesagt. Dass er jetzt für länger da ist weiß er allerdings noch nicht (habe da ein bisschen Angst dass er sagt "Das geht nicht" - weil dann wüsste ich gar nicht mehr was ich machen soll).

    Du sollst ihn ja auch nicht fragen, sondern ihm einfach Bescheid geben. Wer viel fragt, bekommt viele Antworten.... *gg


    Zitat

    Einen Gassigeher kann ich mir leider nicht leisten, darüber hatte ich mich schon informiert... :-(

    Da kann ich mir jetzt nen leichten Tadel doch nicht verkneifen: nen Plan B sollte man schon in der Schublade haben als HH..... ;-) Aber der hilft Dir jetzt nicht wirklich weiter, das weiß ich auch *gg

    Zitat

    Alleine bleiben kann er schon, das ist eigentlich kein Problem. Als ich noch in der Uni war, war er auch öfters mal ein paar Stunden alleine (meistens so 5-6, aber nur 2-3x pro Woche). Nur als ich dann umgezogen bin hat ihn meine Mutter immer überall mit hingenommen (was glaube ich für ihn auch nicht immer soooo toll war.)


    Einziges Problem wird sein, daß er das Alleinbleiben, selbst wenn er es kann, in Deiner Wohnung halt noch net gemacht haben wird. Aber da wird er sich dran gewöhnen, denke ich, auch wenn er anfangs unsicher ist, wie Du schreibst.

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