Probleme bei Erziehung eines JRT Welpen

  • Hallo,

    bin neu hier im Forum und würde mich über nützliche Tipps von euch freuen.
    Ich habe auch schon viel zum Thema hier im Forum gelesen, doch die Meinungen schweiffen mir zu sehr auseinander.
    Wir sind seit einer Woche stolze Hundeeltern einer Neunwöchigen Jack Russell Dame, ihr Name ist Lilly.
    Die Stubenreinheit trainieren wir aus unserer Sicht schon sehr erfolgsorientiert aber dennoch mit leichten Rückschlägen, das eine oder andere Malheur passiert hin und wieder mal.
    Unser Problem ist, dass unsere Lilly beim spielen und übermäßiger Freude oft in die Hände und Finger beisst, hinzu kommt, dass wenn man sich auf den Boden legt um mit ihr zu spielen, kommt sie an und versucht ins Gesicht und in die Ohren zu beissen.
    Ein weiteres Problem ist, dass Sie sich so gut wie garnicht über ein Lob freut wenn Sie draussen ihr kleines und auch grosses Geschäft verrichtet hat, am Anfangwar die Freude im Gegensatz zu Jetzt riesengross, ein Leckerli nimmt Sie zwar, aber auch hier bewegt sich die Rute so gut wie garnicht.
    Wenn Sie die Anzeichen in der Wohnung zum Lösen zeigt, nehmen wir Sie und gehen sofort runter mit Ihr (3.OG).
    Desweiteren reagiert Sie auf ein "Pfui" oder ein "Aus" auch kaum und macht begeistert mit dem Fehlverhalten weiter.
    Unsere Strafe dafür ist: "Ab ins Körbchen" für 5 minuten, aber selbst da versucht Sie auszubüchsen, wir nehmen Sie dann und setzen Sie wieder rein.

    :hilfe: :hilfe:

    Wir wären erfreut, wenn uns jemand gute und nützliche Tipps für einen Primastart einer guten Hunde-Mensch-Beziehung geben kann. :smile:

  • Literaturtip: "Das andere Ende der Leine." Tolles Buch um sich grundsätzliches Wissen darüber anzulesen, wie Hunde uns "verstehn". Am besten gleich noch "Liebst du mich auch" von der selben Autorin mit dazu in den Warenkorb. Das ist gut investiertes Geld.

    JRTs sind fix und clever, tolle Hunde :)

    Grundsätzlich ist es erst mal komplett normal für einen Hund, grade einen jungen Hund seine Zähne beim Spiel zu benutzen. Dass das nicht gut ist, muss er erst lernen. JRTs sind pfiffig, die begreifen schnell. Deshalb empfehle ich euch dringend(!) euch eingehend über das Lernverhalten von Hunden zu informieren, denn ich wette sie wird alles sehr fix übernehmen. Auch Dinge, die ihr gar nicht vermitteln wolltet.

    Clickern kann da ein guter Ansatz sein.

    Wenn sie also bei Spielen die Zähne benutzt, "Au!" Spiel abbrechen. Nicht lange. Nur ein paar Sekunden. Dann geht´s ganz normal weiter. Drauf achten, dass sie nicht meint, das wär Teil des Spiels sondern merkt, wenn ich beiße, dann hört der Spaß mit meinen Menschen auf.

    Auch Pfui und Aus ist entgegen landläufiger Meinung nicht im Betriebssystem eines Hundes automatisch mit drin ;) "Aus", also "spuck aus was du im Mund hast" lässt sich super erclickern, indem man eben immer bestätigt, wenn sie irgendwas ausspuckt, es mit dem Kommando verbindet und lobt.

    Das was du "Pfui" nennst ist vermutlich das "Nein" bei uns - lässt sich prima mit Impulskontrolle aufbaun. Also Lecker auf die Hand, wenn sie dran will "Nein" (ruhig), Hand schließen. Erst wenn sie ruhig bleibt, nicht versucht das Lecker zu nehmen, kommt ein Freigabesignal. "Nimms" zum Beispiel. Dadurch verbindet sie mit "Nein" ein "da bleibt die Nase weg".

    Ins Körbchen bringen ist ne dämliche Strafe. Das Körbchen soll doch ihr Rückzugsort sein. Das kann es aber nicht, wenn damit erzwungene soziale Isolation verbunden ist. Außerdem ist der Hund mit 9 Wochen imho gar nicht geistig so weit da, dass man irgendwas bestrafen müsste. Alles, was sie jetzt (noch) falsch macht, hat sie einfach nur noch nicht gelernt. Mehr nicht.

  • Danke erstmal für deine Tipps. ;)
    Ja Jack Russel Terrier sind wirklich clever das merken wir jeden Tag. Im prinzip versteht sie ja was wir von ihr wollen aber manchmal testet sie eben ihre Grenzen aus, was ja auch völlig normal ist für einen Welpen. Sie lernt auch von Tag zu Tag dazu also wissen wir das wir auf dem richtigen Weg sind. Manchmal macht man sich als Frauchen und Herrchen eben zu viele Gedanken. :D

    Das mit dem Leckerli werden wir mal versuchen und sehen was sie macht, und das clickern werden wir uns auch mal durch den Kopf gehen lassen.

  • Der Hund ist eine Woche bei euch und mit seinen 9 Wochen noch ein richtiges Baby.ästubenrein kann er jetzt rein lörperlich schon nicht sein und eure Kommandos muss er erst lernen. Woher soll er denn wissen was ihr woll wenn ihr aus oder nein sagt?
    Und woher soll er wissen das er im Körbchen zu bleiben hat? Das kann ein Welpe auch nich nicht lange weil sie sich nur kurz auf eine Sache konzentrieren können.
    Lasst euren Hund erstmal ankommen und in Ruhe die Welt kennenlernen.

  • Hier mal ein Zitat einer Verhaltensbiologin, das ich wirklich sehr ernst nehmen würde:

    Der Anker eines jeden Hundes und die grundsätzliche Basis, die ihn formt und leitet ist die Bindung zu Ihnen. Unterschätzen Sie das niemals. Körperkontakt, Spiel, Lob, all das sollte ihm in den ersten Wochen nach seiner Ankunft so selbstverständlich zur Verfügung stehen wie Wasser und Luft. Für einen Hund ist die soziale Bindung so wichtig wie das Atmen.
    Nun wird man Ihnen vermutlich raten, den Hund so früh wie möglich an "Rangordnung" und "Disziplin" zu gewöhnen. Hierzu finden Sie mehr Informationen im Bereich "Der erwachsene Hund". Mein persönlicher Rat: lassen Sie Erziehung und alles andere liegen, solange bis Sie eine stabile und ungetrübte Bindung und ein tiefes Vertrauensverhältnis zu Ihrem Hund aufgebaut haben. Das erscheint Ihnen zunächst wie verschwendete Zeit, in der man wunderbar schon Sitz und Platz hätte einüben können. Aber es wird sich vielfach auszahlen. Ein Leckerli lockt Ihren Hund. Aber für den Menschen, mit dem er eine Bindung eingegangen ist, wird er alles tun.
    http://www.beziehung-statt-erziehung.de/der_welpe.html

  • Noch etwas zu dem "Pfui" und "Aus":

    Welpen sind sehr aktiv. Wie ich schon geschrieben habe, haben sie ständig etwas im Maul, sei es die Hände des Menschen, Dinge, die sie zerkauen.

    Du solltest nicht von morgens bis abends 50 mal "Aus" rufen. Das nutzt sich nur ab und ist für den Welpen völlig unverständlich, weil sie verhält sich völlig natürlich.
    Gib ihr Sachen aus der Natur, die sie zerpflücken darf: Zweige, Blätter, Zapfen.
    Räume alles Wichtige in der Wohnung weg.

    Ich habe mehrfach Welpen groß gezogen und habe nur selten ein Abbruchsignal genutzt.
    Nur bei gefährlichen Sachen habe ich ein "kssst" von mir gegeben. Dann haben die Welpen sofort abgelassen. Wenn man Welpen dagegen alle 5 Minuten etwas wegnimmt, verstört man sie nur. Woher sollen sie wissen, dass Schuhe und dergleichen für uns wertvoll sind? Die muss man wegstellen.

  • Zitat


    Desweiteren reagiert Sie auf ein "Pfui" oder ein "Aus" auch kaum und macht begeistert mit dem Fehlverhalten weiter.
    Unsere Strafe dafür ist: "Ab ins Körbchen" für 5 minuten, aber selbst da versucht Sie auszubüchsen, wir nehmen Sie dann und setzen Sie wieder rein.

    Zitat

    Im prinzip versteht sie ja was wir von ihr wollen aber manchmal testet sie eben ihre Grenzen aus, was ja auch völlig normal ist für einen Welpen.

    Dein Welpe zeigt kein Fehl -, sondern ganz normales Welpenverhalten, was noch durch liebevolle Konsequenz und Erziehung in richtige Bahnen gelenkt werden muss.
    Verstehen, was ihr mit "Aus" und "Pfui" meint, kann sie nicht, denn das muss erst, wie schon geschrieben wurde, einem Hund beigebracht werden, aus ihrer Sicht sprecht ihr Chinesisch mit ihr.

    Haltet euer Gesicht so, dass sie nicht hineinschnappen kann, ansonsten Spielabbruch und die Kleine nicht zur Strafe ins Körbchen schicken, damit ist sie überfordert, versteht die Zusammenhänge nicht, da sie aus ihrer Sicht alles richtig macht, unabhängig davon, dass ihr Korb etwas Schönes und keine Strafecke sein sollte.

    Insgesamt viel Ruhe hereinbringen, den Welpen nicht so arg aufdrehen und gelassen reagieren, je weniger ihr handelt, desto weniger agiert und reagiert der Hund.

    Nicht vergessen, es ist ein Hundebaby, es kann und weiß es nicht besser, den Welpen einfach auch Welpe sein lassen, einiges muss man mit einem Schmunzeln hinnehmen.

    Viele Grüße!

  • Also erstmal knabbert sie in der Wohnung nur an ihren Spielzeugen, an ihren Pfötchen oder an unseren Händen.
    Draussen spielen wir meistens mit Stöckchen das blüht sie richtig auf.
    "Aus" sagen wir wirklich nur wenn es zu brenzlich für uns oder für sie wird.

    Und nur nochmal für alle: ich verlange von meiner kleinen KEINE Wunder ich weiß selbst das sie alles erst lernen muss und das dies seine Zeit dauert. Geduld habe ich mit ihr und wenn sie was anstellt dann ist das eben so.
    Wir schicken sie nicht jeden Tag ins Körbchen weil se nicht hört ja...manche tun so als würde sie den ganzen Tag im Körbchen sein.... :headbash: :headbash:

    Ich wollte nur ein paar nettgemeinte Tipps haben und keine Vorwürfe...weil genau deswegen habe ich gefragt wie ich es am besten mache ;)

  • Wie hast du der Kleinen denn beigebracht was Nein und Aus bedeutet? Was ist für
    dich der Unterschied zwischen den beiden Kommandos? So einem jungen Hund das
    in einer Woche sicher beizubringen war sicher nicht einfach oder sie hat es noch gar
    nicht wirklich verstanden. Was ich für wahrscheinlicher halte, ohne dich jetzt beleidigen
    zu wollen .
    Humor ist bei Welpen immer angebracht aber auch klar sein. Benutzt nie eure Hände und
    Füße als Spielzeug, falls ihr das macht. Der Mensch ist tabu als Beute.
    Kleine Rückschritte wird es immer mal geben, einfach abhaken. Das hat nichts damit zu
    tun, dass ihr was falsch gemacht habt. Das gilt ganz besonders für die Stubenreinheit,
    lass dich nicht durch irgendwelche Berichte verunsichern, wo behauptet wird, dass
    Welpen quasi über Nacht stubenrein waren.

  • Zitat

    Ich wollte nur ein paar nettgemeinte Tipps haben und keine Vorwürfe...weil genau deswegen habe ich gefragt wie ich es am besten mache ;)

    Aber Du hast hier von Deinen Problemen geschrieben. Wir haben geantwortet und die Tipps sind alle nett gemeint. Vorwürfe sollen das nicht sein. :smile:

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