Eifersucht? Oder?
-
-
Unser Hund zeigt ein Verhalten, das wir nicht einordnen können.
Er ist fast 6 Monate alt, ein sehr freundliches, ausgeglichenes Tier, bescheiden, folgsam, fröhlich, verspielt. Wir haben ihn noch nie fordernd oder gar aggressiv erlebt.
In zwei Situationen flippt er aus: 1. wenn er allein gelassen wird. Dann schreit er wie ein Kind.
Worum es mir aber geht:
2. wenn wir uns körperlich irgendwie nahe kommen. Wenn sich meine Kinder umarmen, wenn ich die Kinder umarme, wenn mein Mann und ich uns umarmen, regt er sich sehr auf. Er versucht, uns zu trennen, indem er sich zwischen uns drängt, springt an uns hoch, umkreist uns, jault permanent und bellt auch ein bißchen. Er ist regelrecht kopflos und wirkt verwirrt.
Kann mir das jemand erklären und vielleicht sogar raten, wie wir uns verhalten sollen? - Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier Eifersucht? Oder? schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
ZU 1: Wie habt ihr denn das Alleine sein trainiert?
ZU 2: Es kann sich tatsächlich um Eifersucht oder zumindest um den Willen, die Situation zu kontrollieren, handeln. Wie genau verhaltet ihr euch denn, wenn sie sich zwischen euch drängen will, jault/bellt... usw?
-
Moin,
zu dem Problem mit dem Umarmen habe ich mal gelesen, dass das, was oft als Eifersucht fehlinterpretiert wird, im Grunde ein Versuch des Hundes ist, die Situation zu "entschärfen" und zu schlichten, weil er in der körperlichen Enge dabei einen Konflikt sieht

Dazu würde auch passen, dass er verwirrt wirkt, denn er kann euer Verhalten nicht wirklich einordnen.
Aber wie auch immer seine Gründe dafür geartet sind, würde ich daran arbeiten, dass er auf Kommando auf (s)einen Platz geht und ihn dann ruhig und kommentarlos auf diesen schicken, wenn er sich einmischt.Liebe Grüße
-
Zitat
ZU 1: Wie habt ihr denn das Alleine sein trainiert?
ZU2: Es kann sich tatsächlich um Eifersucht oder zumindest um den Willen, die Situation zu kontrollieren, handeln. Wie genau verhaltet ihr euch denn, wenn sie sich zwischen euch drängen will, jault/bellt... usw?
1. Eigentlich war er noch nie wirklich allein. Ich habe ihn zwei oder drei Mal vorm Rossmann angebunden, da hat er dann jedes Mal einen Menschenauflauf provoziert mit seinem Geschrei. Seitdem mache ich das nicht mehr. Allerdings will ich diese Woche mit Kleinigkeiten wie Briefkastengänge o.ä. beginnen, da er ab Januar einmal pro Woche 2h allein sein muss.
2. Wir haben " Nein." oder "Sitz" gerufen. Obwohl er es ja noch nicht so hat mit Kommandos
, hat er ganz gut gehört, nur eben nicht lang. Und er hat sich auch nicht beruhigt.ZitatMoin,
zu dem Problem mit dem Umarmen habe ich mal gelesen, dass das, was oft als Eifersucht fehlinterpretiert wird, im Grunde ein Versuch des Hundes ist, die Situation zu "entschärfen" und zu schlichten, weil er in der körperlichen Enge dabei einen Konflikt sieht

Dazu würde auch passen, dass er verwirrt wirkt, denn er kann euer Verhalten nicht wirklich einordnen.
Aber wie auch immer seine Gründe dafür geartet sind, würde ich daran arbeiten, dass er auf Kommando auf (s)einen Platz geht und ihn dann ruhig und kommentarlos auf diesen schicken, wenn er sich einmischt.Liebe Grüße
Was mir aufgefallen ist: Er scheint sich in einer Art Loyalitätskonflikt zu befinden. Was evtl. zu menschlich gedacht ist? Er macht alles gleichzeitig. Er leckt, er duckt sich, er bietet uns seinen Hintern an, er deutet ein Schnappen an, beißt aber nicht zu. Wenn wir ihn dann zur Ordnung rufen, fängt er an, wie blöd zu scharren. Stress? Ich kann da nichts eindeutiges sehen bzw. bin ich nicht erfahren genug, sein Verhalten einzuordnen.
Und noch etwas: er darf ja nicht auf die Couch. Sobald wir dort aber zu zweit sitzen, auch ohne uns zu berühren, flippt er aus und versucht mit aller Macht, auf die Couch zu springen, wobei er heult wie ein Wolf und fiept. Da wird er auch weg geschickt, es dauert aber mindestens 5 Minuten, bis er sich murrend trollt. -
Das ist ja wirklich merkwürdig.
Also das Verhalten, wenn ihr euch umarmt, würde ja doch zu der oben genannten These passen. Er beschwichtigt und zeigt Übersprungshandlungen aus Stress (Scharren, Abschnappen).
Das mit der Couch verstehe ich auch nicht so ganz. Wie verhält er sich denn sonst? Ist er sehr aufgedreht?
Ich denke, ein ruhiger Platz ist aber dennoch das Richtige.
Das hat auch gar nichts mit strafen oder abschieben zu tun, sondern du bietest ihm in seinem Stress ein gewünschtes Verhalten an, als Lösung für seinen Konflikt.
Dazu ist es aber wichtig, dass du den Platz nicht als Bestrafung benutzt - baue das Kommando dafür sauber auf, setze es konsequent um und bleibe immer ruhig
Wo ich das gerade lese - kann es vielleicht sein, dass ihr euch gegenseitig ein bisschen aufschaukelt? Wenn du schon Kommandos rufst (bist du dabei wirklich laut oder war das jetzt nur falsch formuliert), obwohl du nicht glaubst, dass er hört, kann ich mir schon vorstellen, dass du, wenn dein Hund aufdreht, auch nicht gerade allzu besonnen bist
Verstehe mich nicht falsch, aber vieles ist einfach "hausgemacht".Kommandos solltest du übrigens generell dann geben, wenn du denkst, dein Hund kann sie auch befolgen (wobei sich das "kann" auch darauf bezieht, ob ihr genug geübt habt, ob er nicht gerade eh zu aufgeregt ist, ect.) und wenn du im Zweifel in der Lage bist, sie auch durchzusetzen, sonst machst du sie dir kaputt.
Zum Alleinsein: Kannst du dich denn in der Wohnung unbehelligt bewegen oder klebt er dir da auch an den Fersen? Wenn ja, würde ich auch erst hieran arbeiten, bevor ich ihn richtig alleine lassen würde. Eine Anleitung, wie man das Alleinsein üben kann, findest du in der Knowledge Base des Forums, ist sehr schön geschrieben.
Übrigens, auch wenn es nicht zum Thema passt: Man sollte einen Hund nicht irgendwo anbinden, wo man ihn nicht im Blick hat. Es kommt gar nicht so selten vor, dass Hunde geklaut oder geärgert werden. Und die Menschen müssen es nicht mal böse meinen - ich habe mal vor einem Center ein älteres Paar gestopt, das einen dort angebundenen Hund mit Schokolade füttern wollte

Man kann manchmal einfach nicht blöd genug denken, deswegen ist Vorsicht besser als Nachsicht. -
-
Zitat
Sobald wir dort aber zu zweit sitzen, auch ohne uns zu berühren, flippt er aus und versucht mit aller Macht, auf die Couch zu springen, wobei er heult wie ein Wolf und fiept. Da wird er auch weg geschickt, es dauert aber mindestens 5 Minuten, bis er sich murrend trollt.
...bescheiden und ausgeglichen...ähh ja...

Du solltest schnell anfangen, klare Regeln aufzustellen , er sollte sich flott auf seinen Platz schicken lassen, und lernen, dass er nicht überall eine Geige spielt. Es hört sich so an, als drehe sich alles um ihn und als habe er 0 Frustrationstoleranz...
Wieso hast du das Alleine bleiben bisher so vernachlässigt?
Hast du ihn Rund um die Uhr bei dir oder gehst du nie weg ? -
Zitat
...bescheiden und ausgeglichen...ähh ja...

Du solltest schnell anfangen, klare Regeln aufzustellen , er sollte sich flott auf seinen Platz schicken lassen, und lernen, dass er nicht überall eine Geige spielt. Es hört sich so an, als drehe sich alles um ihn und als habe er 0 Frustrationstoleranz...
Wieso hast du das Alleine bleiben bisher so vernachlässigt?
Hast du ihn Rund um die Uhr bei dir oder gehst du nie weg ?Ich muss Muecke da zustimmen aus leidvoller Erfahrung. So fing es bei uns auch an, war ja süß, der Hund wollte immer dabei sein und mittendrin, auch beim Umarmen.
Drei Jahre später wollte er das immer noch, allerdings hat er dann direkt gemaßregelt und geknurrt. Wir haben zu Anfang auch an Eifersucht gedacht, im Endeffekt stellte es sich dann halt dummerweise eher als beginnender Kontrollwahn heraus.
Das Schreien bei Trennung war bei uns entsprechend auch Thema, wir hatten allerdings recht schnell den Eindruck, dass es keine Trennungsangst war, sondern eher die reine Wut darüber, nicht mitzukommen. Der Punkt ließ sich recht schnell korrigieren, als Joschi gemerkt hat, dass es nichts bringt.Dementsprechend würde ich mich Muecke da anschliessen, die Aufmerksamkeit herunterfahren und dringend an Frustrationstoleranz und Grenzen arbeiten. Was zu Beginn noch niedlich und vielleicht auch schmeichelhaft sein kann, wird im schlimmsten Fall später sehr lästig und zu einer echten Einschränkung.
-
Ich weiß, das mit dem Anbinden ist nicht ideal. Ich bin dann auch durch den Rossmann gerannt. Aber manchmal braucht man Drogeriekram eben richtig dringend.
Ich arbeite zu Hause, daher war er bisher nie allein. Wenn ich weg gehe, sind andere da, so richte ich es ein. Ob er mir in der Wohnung folgt, hängt davon ab, ob ich zuvor außer Haus war oder nicht. War ich weg, stalkt er hinterher ein paar Stunden.
Und was das Hochschaukeln angeht, nein, ich bin total ruhig, mich regt das auch nicht auf, wenn er sich so benimmt. Ich kann es mir eben nur nicht erklären. Vielleicht, wenn ich es könnte, würde ich Adjektive wie "bescheiden" und "ausgeglichen" nicht benutzen, aber so schätze ich ihn ein. Denn im Grunde sind es nur Situationen wie diese, in denen er sich so verhält. Bei der Couch guckt er wie " Warum dürft ihr, warum ich nicht? ", dann schiebt er Panik.
Was ich vergessen habe, was aber wohl nicht unerheblich ist: Er wurde als Welpe ausgesetzt, das wird sicher nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sein.Aber ganz klar, er wird konsequent auf seinen Platz verwiesen. Bis vor ca. 10 Tagen hat er dieses Verhalten nämlich auch gezeigt, wenn ein Familienmitglied nach Hause oder Besuch kam. Nun wird er immer auf seinen Platz geschickt und darf erst zur Begrüßung kommen, wenn er sich beruhigt hat. Das klappt sehr gut.
Ich danke euch
. -
Hallo,
ich kann dir auch nur raten, ganz schnell klare Regeln aufzustellen, denn es wird nicht besser, ich sprech aus eigener Erfahrung.
Chester war genau wie deiner, damals war ich noch dumm und hab mir nichts weiter gedacht, bis unser Enkelkind (19 Monate) geboren wurde
, da war dann der Stress richtig groß.
Wir mußten ihn wegsperren, denn sobald wir uns dem Enkel zugewandt haben flippte er aus, versuchte in den Fuß zu schnappen und schrie in den höchsten Tönen.
Mir tat er richtig leid, das er durch meine Unerfahrenheit weggesperrt werden mußte, Chester ist 5 Jahre alt und ich dachte das wird nie was, aber dann kam Lilly
unser Welpe und man glaubt es nicht, seit dem brauch ich ihn nicht mehr wegsperren wenn unsere Enkelin kommt, allerdings halten wir ihn sehr gut im Auge und lassen sie auch nicht allein.Du hast auch Kinder, wenn du jetzt nichts machst schnappt er in ein paar Monaten vielleicht nach ihnen. Dein Hund ist noch sehr jung und leicht zu führen, du mußt nur konsequent sein und zeigen wer das Sagen hat.
Viel Glück,
LG Ines -
Zitat
Hallo,
ich kann dir auch nur raten, ganz schnell klare Regeln aufzustellen, denn es wird nicht besser, ich sprech aus eigener Erfahrung.
Chester war genau wie deiner, damals war ich noch dumm und hab mir nichts weiter gedacht, bis unser Enkelkind (19 Monate) geboren wurde
, da war dann der Stress richtig groß.
Wir mußten ihn wegsperren, denn sobald wir uns dem Enkel zugewandt haben flippte er aus, versuchte in den Fuß zu schnappen und schrie in den höchsten Tönen.
Mir tat er richtig leid, das er durch meine Unerfahrenheit weggesperrt werden mußte, Chester ist 5 Jahre alt und ich dachte das wird nie was, aber dann kam Lilly
unser Welpe und man glaubt es nicht, seit dem brauch ich ihn nicht mehr wegsperren wenn unsere Enkelin kommt, allerdings halten wir ihn sehr gut im Auge und lassen sie auch nicht allein.Du hast auch Kinder, wenn du jetzt nichts machst schnappt er in ein paar Monaten vielleicht nach ihnen. Dein Hund ist noch sehr jung und leicht zu führen, du mußt nur konsequent sein und zeigen wer das Sagen hat.
Viel Glück,
LG Ines
Vielen Dank
Ich werde lieber noch einmal mit allen Familienmitgliedern reden. Ich habe nämlich den Verdacht, dass zwei meiner Kinder das sehr lustig finden, sich, wenn ich nicht dabei bin " extra" umarmen und dann lachen und ihn kuscheln, wenn er sich aufregt. Jedenfalls hat sich mein kleiner Sohn gestern etwas verplappert
. - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!