Knurrender Bürohund...

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    Was ich nur seltsam finde ist zum einen, dass er es bei Leuten macht, bei denen er sich eigentlich wohl fühlt (legt Kopf auf den Schoß und schließt die Augen beim Gestreicheltwerden), zum anderen, dass er es wirklich nur macht, wenn ich dabei bin. Dann knurrt er auch, wenn Leute sich schnell auf mich zubewegen ( er kommt dann zum Teil auch aus seiner Box und kommt mit dazu oder stellt sich dazwischen) oder wenn sie etwas von meinem Schreibtisch nehmen...

    Er verteidigt glaube ich nicht sein Territorium, sondern einfach nur die Distanz zu anderen Personen, die für ihn unterschritten wird.

    Es ist immer etwas anderes, ob du mit einem unsicheren Hund auf Leute zugehst oder in ihr Zimmer gehst, als wenn sich der unsichere Hund in einem Zimmer befindet und Leute auf IHN zugehen. Ist bei meiner auch so. Wenn wir draußen irgendwo sitzen und es kommt ein älterer Mann auf uns zu, knurrt sie, wir können aber auf ältere Männer zugehen und problemlos dran vorbeigehen ... das musst du dir immer vor Augen halten. Dein Hund sitzt quasi in seiner Box und es kommt jemand direkt auf ihn zu und er weiß noch gar nicht, dass die Person nichts von ihm will... das wird er mit der Zeit lernen

    Vllt. jetzt zu anfangs wenn er aus der Box ohne Kommando rauskommt, die Tür zumachen. Irgendwann ist er soweit, dass er entspannt auch bei offener Tür drin bleibt, aber der Sinn der Box ist ja, dass er lernt dort zu entspannen und dass ihm dort nichts passiert, er soll gar nicht die Möglichkeit bekommen in dieser Hinsicht zu agieren und auf Leute zuzugehen und zu knurren - diese Möglichkeit musst du ihm einfach nehmen

    Ich würde vorerst auf ignorieren setzen, hat bei mir prima funktioniert

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    (...) Normalerweise rufe ich dann und gehe mit ihm weiter, um ihn von der unangenehmen Situation wegzubekommen.


    So finde ich das richtig! Es baut Bindung zu dir auf, wenn er merkt, dass du die Situation managst.
    - Wenn er das auch im Büro denkt, wäre es perfekt, oder? (Hunde lernen situationsbezogen, es dauert, bis sie generalisieren viele Wiederholungen in unterschiedlichen Kontexten)

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    Vielleicht kurz noch zur Vorgeschichte:
    Er stammt vermutlich von Schäfern und wurde mit seiner Schwester über den Tierheimzaun geworfen.
    Dort verbrachte er dann die letzten Monate (Januar bis August).

    Hast Du ein Bild?
    (beispielsweise bei http://www.picr.de hochladen, auf die Maximalgröße 640 x 640 Pixel achten und dann den Link hier einfügen)
    Aus welcher Region in Italien kommt er denn?

    Denn wenn er von Schäfer stammt, könnte ja auch Herdenschutzhund drin sein.

  • Du, mein Büroschläferhund ist auch so eine Kandidatin gewesen. Rumänischer Straßenköter, der nix, aber auch nix kannte, Angst vor allem hatte und mit dem ich 15 Monate beim Training im Tierheim Schweiß und Tränen vergossen habe. Habe sie im letzten Dezember adoptiert und ab Januar unregelmäßig mit zur Arbeit genommen. Dieser Hund hat Angst vor Fremden, und Kinder sind besonders gruselig. Daher hab ich von Anfang an klargestellt, dass der Hund nicht angesprochen oder angefasst wird, das galt für alle, von der Chefin bis zu den Schülern (Nachhilfeschule). Das hatte Madame recht schnell spitz, sie lernte, ihre Individualdistanz nicht mehr verteidigen zu müssen, weil ich dies tue. Inzwischen hat die Dame eine eigene Decke, auf der sie zu liegen hat (= sie kommt nicht mehr mitten ins Geschehen rein, muss nichts bewachen, vor allem nicht sich selbst), und wenn die Kids kommen und gehen (sind feste Zeiten), kommt sie entweder an die Leine und bleibt direkt bei mir, oder, wenn das nicht möglich ist, sperr ich sie in einen leeren Klassenraum. Ich finde, dass du das mit der Box schon richtig machst, der Hund hat nun einmal seine Distanz, die er gewahrt haben möchte, und das sollte man respektieren. Zunächst. Diese Distanz kann scih nämlich verringern, wenn sich der Hund in seiner neuen Umgebung sicher und wohl fühlt. Gib dem Hund Zeit, sich einzugewöhnen, und so lange kannst du auch ruhig die Box schließen, wenn jemand kommt, damit der Hund sich nicht einmischen muss. ;)

  • Danke dir. Ich hab einfach geschrieben, wie wir's machen, und ich bin froh, dass es funktioniert. Heute pennt Madame im Nebenraum, weil die stellvertretende Chefin ihre Hündin auch dabei hat, und die zwei Weiber sich nicht riechen können. Beide Hunde sind ruhig, Tina neben dem Stuhl ihres Frauchens, meine Senta im Klassenraum nebenan, und ich bin so froh, dass das möglich ist. Vor einem Jahr wäre es das noch nicht gewesen. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf das schwarze Monster bin. :fondof:

    An die Threaderöffnerin: Ich hab wie gesagt 15 Monate mit meiner Hündin im Tierheim gearbeitet, bis sie adoptionstauglich war, also nimm dir auch Zeit, und freu dich über jeden Schritt nach vorn, den ihr macht.

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    Ich hab wie gesagt 15 Monate mit meiner Hündin im Tierheim gearbeitet, bis sie adoptionstauglich war, also nimm dir auch Zeit, und freu dich über jeden Schritt nach vorn, den ihr macht.

    ach du meine güte ... erzähl mehr!!! :book:

  • So, nachdem ich nun ein paar Tage keine Möglichkeit zum Schreiben hatte, erst einmal Danke für Eure Beiträge.
    Nein, ein Herdenschutzhund ist wohl nicht mit drinnen, ehr noch ein etwas Husky und auf jeden Fall etwas, das einen leichten Kinnbart vererbt hat...;)
    Fotos habe ich leider keine auf dem PC im Moment.

    Ich habe mich jetzt auch gegen die Sache mit dem Wasser entschieden und mache nun einfach wieder konsequent die Box zu.
    Solange Nico nur knurrt, wird er ignoriert, wenn er - wie neulich bei einem neuen Arbeitskollegen- richtig losbellt, unterbreche ich ihn.
    Und ich werde einfach weiter abwarten, was noch kommt.

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