Trennung-/Verlustangst

  • hi@all,

    ich habe einen Biewer-Yorksher im 4lebensalter. sie ist fast nie alleine zuhause. Sie hat Trennung-/Verlustangst. Sie läuft mir ständig hinterher, legt sich immer zu einem menschen, jault wenn ich die Tür hinter mir zu mache und das eig problem ... wenn ich die wohnung verlasse, höre ich kein geräusch, aber nach ca 45min (warum auch immer) fängt sie an zu bellen, jaulen und wimmern.
    das hört erst auf wenn ich nach hause komme.

    Was ich schon versucht habe?
    -beschäftigung verschaft
    -ignoriert wenn sie jault usw.
    -kurzes wohnung verlassen (da geht es ja)

    was kann ich machen bzw wie muss ich vorgehen damit sich das ändert?

    danke

  • Du schreibst, sie hört auf wenn du zurück kommst. Natürlich, dann hat sie ja auch was sie will: Ihr Mensch kommt zurück. Sie hat ja auch lang genug gerufen. Natürlich kann es auch Angst/Unsicherheit sein, aber meistens ist es einfach falsch bestärktes Verhalten. Versuch wirklich erst dann wieder in die Wohnung zu gehen, wenn sie sich beruhigt hat. Dann musst du aber auch ne wahnsinns Party machen und loben/belohnen was das Zeug hält.
    Sie darf nicht signalisiert bekommen, dass du kommst, wenn sie nur lange genug nach dir ruft.
    Zusätzlich kannst du ihr leise das Radio anlassen. Das hat bei den Hunden meiner Schwester gut funktioniert und vielleicht klappt es auch bei euch.

    Ich drück dir die Daumen :)

  • Nein! Party machen beim wieder nach Hause kommen halte ich für das falscheste was man tun kann. Rede nicht von einer kurzen ruhigen Begrüßen sondern ums loben in dieser Situation.

    Den Hund ignorieren wenn du reinkommst. Und wenn er sich nen Keks freut und Purzelbäume rückwärts schlägt...ich würde erst begrüßen wenn der Hund sich absolut beruhigt hat und sich irgendwo entspannt hinlegt.
    Oft den Hund aussperren. Jaulen ignorieren. Wieder zurückkommen...ohne den Hund zu beachten vorbei gehen und nächste Türe zu. Das wird viel Rennerei aber die Konsequenz wird sich lohnen.

    Was euer Hund lernen muss:
    1. Weggehen und wieder zurück kommen ist völlig normal nd Bedarf keinerlei Theater oder besonderer Beachtung.
    2. Es wird sich kein schwarzes Loch auftun und euch verschlingend wenn der Hund euch aus den Augen lässt..egal was der Hund tut..ihr geht euren Weg und ihr kommt auch immer wieder zurück sobald euch danach ist.

    Viel Erfolg

  • Ich sehe das anders. Der Grund für das "Party machen" ist, dass der Hund gerade zu Anfang bemerkt, dass es sich lohnt ruhig zu warten bis Herrchen wieder nach Hause kommt. So verknüpft der Hund sehr schnell, dass auf geduldiges Warten was ganz tolles folgt. Genau das muss beim Hund ankommen.
    Warum soll er für braves Warten dann auch noch ignoriert werden? Fehlverhalten wird ignoriert und Positives bestärkt.
    Wenn man merkt, dass der Hund es verstanden hat, kann man das "Party machen" Schritt für Schritt runterschrauben.
    So wie ich das verstanden habe, macht sie keine Probleme, wenn er zuhause ist und mal den Raum oder auch kurz die Wohnung verlässt, sondern nur wenn er länger (als 45min.) wegbleibt.

  • Zitat

    Ich sehe das anders. Der Grund für das "Party machen" ist, dass der Hund gerade zu Anfang bemerkt, dass es sich lohnt ruhig zu warten bis Herrchen wieder nach Hause kommt. So verknüpft der Hund sehr schnell, dass auf geduldiges Warten was ganz tolles folgt. Genau das muss beim Hund ankommen.
    Warum soll er für braves Warten dann auch noch ignoriert werden? Fehlverhalten wird ignoriert und Positives bestärkt.
    Wenn man merkt, dass der Hund es verstanden hat, kann man das "Party machen" Schritt für Schritt runterschrauben.
    So wie ich das verstanden habe, macht sie keine Probleme, wenn er zuhause ist und mal den Raum oder auch kurz die Wohnung verlässt, sondern nur wenn er länger (als 45min.) wegbleibt.


    Wenn du immer ne Party feierst beim Heim kommen entsteht bei dem Hund eine Erwartungshaltung. Dadurch wartet er die ganze liebe lange Zeit bis Frauchen nach Hause kommt und entspannt sich nicht!
    Das ist völlig kontraproduktiv, denn das längere Alleinbleiben soll ja Normalität sein, dementsprechend auch das wieder nach Hause kommen!

  • Hi, eine verzwickte Situation.

    Ich hab erstmal ein paar Fragen an dich. Woher weißt du, dass es ca 45 min sind? Und bist du dir sicher, dass es Verlustängste sind und nicht ärger so nach dem Motto "Hallo, ich warte hier schon eine Ewigkeit, jetzt reichts, wo bleibst dur?

    Zitat

    Sie läuft mir ständig hinterher


    Ich würde erstmal in der Wohnung anfangen mit ihr zu üben. Sie muss dir nicht ständig in der Wohnung hinterher laufen. Mach die Türen auch mal hinter dir zu wenn du den Raum wechselst. Du entscheidest, ob du gerade ihre Nähe möchtest oder nicht.

    Zitat

    legt sich immer zu einem menschen


    Hat sie einen schonen Ruheplatz, den sie auch mag und gerne annimmt? Den weiterhin positiv bestärken. Und sie auch ruhig da mal hinschicken. Auch hier wieder: Du entscheidest, ob sie gerade zu deinen Füßen liegen darf oder nicht.
    Damit meine ich nicht, dass du jetzt "Big Boss" wirst und ihr sagst wo und wie sie zu liegen hat. Ich denke wichtig ist, ihr beizubringen, dass sie nicht ständig an dir kleben muss und auch entspannen kann ohne in deine Nähe zu sein.
    Ich denke, dass alles spielt zusammen und ist mit verantwortlich für ihr Bellen beim allein bleiben.

  • Ich würde in der Jaulphase, also nach 45min. oder auch länger, heimkommen, einmal kommentarlos und ruhig durch die Wohnung laufen und wieder gehen. Und das ein paarmal wiederholen.
    Nie nach der Jaulphase heimkommen und dableiben. Und das täglich mehrmals wiederholen, falls machbar.

  • Zitat

    Wenn du immer ne Party feierst beim Heim kommen entsteht bei dem Hund eine Erwartungshaltung. Dadurch wartet er die ganze liebe lange Zeit bis Frauchen nach Hause kommt und entspannt sich nicht!
    Das ist völlig kontraproduktiv, denn das längere Alleinbleiben soll ja Normalität sein, dementsprechend auch das wieder nach Hause kommen!


    Ich habe ja nicht von immer gesprochen. Aber um beim Hund schnell die Verknüpfung herzustellen, dass ruhiges Warten mit was ganz schönem belohnt wird, muss man eben auch einen großen Anreiz bieten (bleibt schneller und besser im Kopf). So konditioniert man eben einen Hund (siehe Clickertraining etc). Wenn er etwas richtig macht, kann man ihn nicht auch noch mit Ignoranz "strafen"..
    Wenn die Verlinkung hergestellt ist, sollte man das wieder auf Normalzustand abbauen, denn natürlich muss weggehen und wiederkommen normal sein.
    Ich begrüße meine Hunde übrigens immer freudig, wenn ich nach Hause komme. Und deswegen lagen sie vorher trotzdem entspannt rum oder haben geschlafen.

    Chris2030: Viele Wege führen nach Rom. Ich wünsche dir, dass du den richtigen findest. Alles Gute

  • Ich würde ruhiges Warten gar nicht belohnen. Es soll Normalität werden. Ich bin mal da und mal nicht. Aber ich komme immer wieder. Es gibt kein Warten in dem Sinn. Demnach auch keine Party beim Wiederkommen.

    Belohne ich es, sitzt Hundi nur in freudiger Erwartung an der Haustür. Das soll er/sie aber nicht. Der Hund soll entspannen wenn ich weg bin und das kann er nur, wenn er nicht auf mich wartet.

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