Knopflochmethode bei der Kastration

  • Interessant (für den Fall der Fälle).

    Hat das jemand hier schon machen lassen beim genannten Link? Also der Klinik in Düsseldorf?

    Wie teuer ist das ungefähr?

    Und: Nimmt man generell nur die Eierstöcke raus, außer die Gebärmutter ist auch öhm..... entzündet oder oder? Oder sucht man sich das aus? wo sind da die Vor- und Nachteile?

    Wie ist es bei der Knopflochmethode mit dem Inkontinenzrisiko? Oder hat das damit gar nichts zu tun?

    interessierte und unwissende Grüße!

  • Zitat

    Ich hatte die Gelegenheit mehrere Wochen täglich bei diesen OPs dabeizusein und ich muss ganz klar sagen - die Vorteile dieser OP-Methode überwiegen. Die Hunde spazieren schon eine Stunde nach der OP wieder aus der Praxis, als sei nichts gewesen. Postoperative Schmerzen werden auf ein Minimum begrenzt, da in der Bauchhöhle kaum rummanipuliert wird und die zwei OP-Zugänge in der Bauchdecke so klein sind, dass man sie häufig mit einem Hautkleber abdecken kann oder eben mit einer kleinen Naht. Die Hunde bekamen für den ersten Tag Schmerzmittel und bei der Nachkontrolle zwei Tage später brauchten die wenigstens noch eine weitere Behandlung mit Schmerzmittel.
    Es ist einfach erstaunlich wie gut die Hunde diese OP wegstecken - und das Schönste, sie dürfen auch kurz nach der OP eigentlich schon alles wieder machen wie vorher - ohne sich zu schonen.

    Genau diese Erfahung habe ich mit Skadi auch gemacht. Hätte sie nicht mit allergischer Reaktion auf die drei Fädchen in der Bauchdecke reagiert, wär sie am nächsten Tag schon völlig normal rum gelaufen. So hatte sie leider einen massiven Juckreiz an den Nähten und war dadurch eingeschränkt, aber das wär bei der herkömmlichen Methode ja nicht anders gewesen.
    Der Vorteil in diesem Fall bei dieser Methode: Ich habe vom Arzt das OK bekommen die Fäden schon am 2ten Tag nach der OP zu ziehen.
    Das wär mit einer Schnittnarbe nicht gegangen. Da hätte wieder aufgemacht und neu vernäht werden müssen.

    Mich hat übrigens mein Haustierarzt ausdrücklich zu seinem minimalinvasiv arbeitenden Kollegen geschickt, weil er mehrere dort operierte Hunde in Nachbenadlung (zum Fäden ziehen) hatte, und total begeistert vom körperlichen Zustand der Tiere war.
    Bei ihm selber wäre die Kastra im übrigen auch noch 40 Euro teurer gewesen. Ich hab also - trotz längerer Anfahrt zur Klinik - auch noch Geld gespart. ;)
    Sollte ich nochmal in die Verlegenheit kommen eine Hündin kastrieren zu lassen, würde ich mich jeder Zeit wieder für die Knopflochmethode entscheiden.

  • Hallo Leute,

    vielen Dank für eure Antworten..
    Ich werde mal zu unserem Tierarzt fahren um dort mit diesem zu reden..
    bei uns in Österreich kostet die Kastration meiner Maus 200€ -> aber Knopflochoperation.. find ich jetzt nicht so schlimm muss ich sagen!
    Ich hab ihm dann gleich gesagt (am Telefon), dass ich totale Angst habe und er hat mir ein paar Sachen vorgeschlagen die ich im Vorfeld machen kann, damit ich das Risiko minimiere . zB EKG und Blutabnahme .. was haltet ihr davon? Bin ich überfürsorglich? :-D
    Ist ja schließlich mein erster Wauzi..

    Lg

  • Ja - unsere Hündin ist dort kastriert worden. Man bringt den Hund morgens hin und holt ihn meistens so 2 Stunden später wieder ab. Meistens schicken sie die Leute einen Kaffee trinken und rufen dann an, wenn die OP fertig ist. Danach wird gewartet bis der Hund sicher wieder steht und dann darf er wieder ab nach Hause.

    Die Kosten sind individuell nach Größe und verbrauchten Material (Narkosemittel) - am besten telefonisch oder persönlich erfragen. Wir haben auch noch Röntgenbilder machen lassen und haben insgesamt für den Border 620 Euro bezahlt (also incl. Röntgenbilder).

    Zum Thema Gebärmutter: Es wird in der OP entschieden ob die Gebärmutter im Hund verbleibt oder herausgenommen wird. Standardmäßig nimmt man nur die Eiestöcke raus. Sollte die Gebärmutter verändert erscheinen, wird sie aber vorsichtshalber auch gleich herausgenommen.

    Das mit den Hautnähten stimmt übrigens - manchmal sind die Schnitte auch nur so klein, dass man sie sogar ohne Naht kleben kann.

    Das Inkontinenzrisiko ist bei dieser Methode genauso groß, wie bei der herkömmlichen.

  • Preislich hatte ich das so angesteuert, danke =)

    Aber (nochmal für Doofe) wieso nimmt man denn nur die Eierstöcke raus?

    Vielen Dank für deine Antwort =)

    (seeeeeehr hübscher Hund!)

    LG

    BC-Mix Baghira und ich ;)

  • Wieso willst du denn alles rausnehmen? ;)
    Wenn die Gebärmutter verbleibt "schrumpelt" sie zusammen und produziert evtl. noch winzige Restmengen an weiblichen Hormonen (Östrogen ...) - sie verbleibt im Prinzip aber inaktiv, das Risiko für Gebärmutterentzündungen tendiert gegen null.
    Früher hat man alles herausgenommen, neuere Studien haben allerdings ergeben, dass dies unnötig ist und sich keine Nachteile durch das Belassen des Uterus ergeben.

  • Zitat

    Früher hat man alles herausgenommen, neuere Studien haben allerdings ergeben, dass dies unnötig ist und sich keine Nachteile durch das Belassen des Uterus ergeben.

    Das ist interessant. Mein Denken war noch, warum Eierstöcke raus und nicht die Gebärmutter, wo sie sich doch entzünden kann.

    Danke dir =)

  • Zitat

    Das ist interessant. Mein Denken war noch, warum Eierstöcke raus und nicht die Gebärmutter, wo sie sich doch entzünden kann.

    Danke dir =)


    JA, so habe ich auch gedacht. Kyra haben wir deswegen auch auf "normalem" Wege kastrieren lassen. :/

  • Wir haben diese Methode bei unserer Hündin in der TK Hofheim machen lassen, haben ca 850,- Euro bezahlt und waren super zufrieden. Steril gearbeitet und somit kein Antibiotika, selbstauflösende Fäden - also keine Nachbehandlung und am nächsten Tag war sie topfit. Wir haben sie dann 2 Tage nicht ganz so wild toben lassen und alles war vorbei. Wir haben laparoskopisch nur die Eierstöcke entfernen lassen, da der Uterus ohne Hormone sowieso einschrumpft und keine Probleme mehr macht. Also wenn überhaupt Kastration bei einer Hündin, dann immer wieder nur so. Ist teurer, aber um so vieles schonender für die Hündin und das war uns wichtig.
    Das Inkontinenzrisiko ist um sehr vieles geringer, ich würde mal sagen bei fast Null, denn laparoskopisch nur die Eierstöcke entfernen bringt einen nicht mal in die Nähe der Blase und deren Umgebung. Richtig und zielsicher mit viel Erfahrung gemacht ist da narürlich die Vorraussetzung.

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