Knopflochmethode bei der Kastration

  • Hallo Leute,

    meine Amy ist nun 8 Monate alt und gerade am Ende ihrer Läufigkeit. Ich habe mich schon seit längerem für eine Kastration entschieden (auch wenn viele dagegen sind). Wollte mal wissen, ob von euch schon jemand mit der Knopflochmethode Erfahrungen hat? Hab nämlich schon ein wenig Angst was die OP angeht..

    Lg

  • Bei der minimalinvasiven Methode gibt es folgende Nachteile:

    - es kann sein, dass nicht alles "erwischt" wird und dass eine 2. OP von Nöten wird, bei der der Hund aufgeschnitten werden muss, da die Teile wuchern. Die OP wäre viel größer als die Kastration, denn so ein Teil ist nicht einfach zu finden
    - das Operationsgebiet ist schwierger einsehbar und bei Problemen muss trotzdem auf die offene Variante gewechselt werden
    - durch das Einblasen von Co2 ggf. postop-Schmerzen (bzw bleibendes "aufgepufftes" Aussehen)
    - Operationsmethode ist sehr abhängig von der Übung des Operateurs (ist ja eher neu)
    - beim Setzen der Nadel oder der Instrumente besteht das größte Risiko in der Gefahr einer Verletzung eines inneren Organs. A- ufgrund ihrer Lage ist die Milz dahingehend am meisten gefährdet und es kann dadurch zu Blutungen kommen.

    Vorteile gibt es auch. Ich habe mich damals für die klassische Methode entschieden. Bei meinem Hund war es aus gesundheitlichen Gründen nötig.

    Die Narkose, oder generell die OP ist immer ein Risiko.... das kann dir niemand nehmen...

  • Tut mir leid - aber das stimmt so nicht ganz. Ich habe schon bei einigen minimalinvasiv durchgeführten Kastrationen im OP assistiert und die Vorteile liegen einfach auf der Hand.

    Zitat

    - es kann sein, dass nicht alles "erwischt" wird und dass eine 2. OP von Nöten wird, bei der der Hund aufgeschnitten werden muss, da die Teile wuchern. Die OP wäre viel größer als die Kastration, denn so ein Teil ist nicht einfach zu finden

    Das kann ganz genauso bei einer konservativ durchgeführten OP passieren und hat nichts mit der OP-Methode zutun. Das ist wirklich Blödsinn. Der Vorteil der Laparoskopie ist, dass man mit der Kamera wirklich den kompletten Bauchraum darstellen kann (Leber, Milz, Nieren, Blase, Magen ... und das ganze völlig unblutig!!!) - alles nur durch ein "Knopfloch". Die Gebärmutter und die Eierstöcke sind IMMER zu finden und klar vom übrigen Gebewebe abgrenzbar. Höchstens bei hochgradig verfetteten Hunden muss man vielleicht länger "suchen".
    Im nomalen OP-Ablauf wird mit der Kamera eine "Rundumfahrt" durch die Bauchhöhle gemacht, wenn alle Organe "ok" sind, sucht man die Gebärmutter und die Eierstöcke. Diese werden mit einem Haken fixiert und begutachtet. Ist die Gebärmutter okay, belässt man sie drin, wenn nicht, wird sie einschließlich der Eierstöcke herausgenommen. Das Ganze dauert nur wenige Minuten. Das Entfernen ist ebenfalls total unblutig und wird mittels "Ligasure" durchgeführt. Das Gewebe wird durch ein kleines Loch in der Bauchdecke herausgezogen.

    Zitat

    - das Operationsgebiet ist schwierger einsehbar und bei Problemen muss trotzdem auf die offene Variante gewechselt werden

    Stimmt einfach nicht. Das Gebiet ist durch die Kamera sogar sehr gut einsehbar. Bei irgendwelchen unvorhersehbaren Problemen kann aber immer noch die Bauchdecke auf konservative Weise geöffnet werden - falls es nötig werden sollte. Ich habe bisher aber noch keinen solchen Fall miterlebt.

    Zitat

    - durch das Einblasen von Co2 ggf. postop-Schmerzen (bzw bleibendes "aufgepufftes" Aussehen)

    Das CO2 wird selbstverständlich vor dem Zunähen aus der Bauchhöhle entlassen und kein Hund sollte nach der OP "aufgeblasen" aussehen.

    Zitat

    - Operationsmethode ist sehr abhängig von der Übung des Operateurs (ist ja eher neu)

    Jupp stimmt. Das gilt aber für alle OPs.


    Zitat

    - beim Setzen der Nadel oder der Instrumente besteht das größte Risiko in der Gefahr einer Verletzung eines inneren Organs. A- ufgrund ihrer Lage ist die Milz dahingehend am meisten gefährdet und es kann dadurch zu Blutungen kommen.

    Das stimmt. Hin und wieder wird die Milz leicht verletzt, es ist aber nicht die Regel. Normalerweise stoppt die Blutung schon innerhalb der OP von ganz alleine und bedarf keiner weiteren Versorgung. Natürlich ist bei diesem Schritt Vorsicht und Erfahrung des Operateurs gefragt.


    Ich hatte die Gelegenheit mehrere Wochen täglich bei diesen OPs dabeizusein und ich muss ganz klar sagen - die Vorteile dieser OP-Methode überwiegen. Die Hunde spazieren schon eine Stunde nach der OP wieder aus der Praxis, als sei nichts gewesen. Postoperative Schmerzen werden auf ein Minimum begrenzt, da in der Bauchhöhle kaum rummanipuliert wird und die zwei OP-Zugänge in der Bauchdecke so klein sind, dass man sie häufig mit einem Hautkleber abdecken kann oder eben mit einer kleinen Naht. Die Hunde bekamen für den ersten Tag Schmerzmittel und bei der Nachkontrolle zwei Tage später brauchten die wenigstens noch eine weitere Behandlung mit Schmerzmittel.
    Es ist einfach erstaunlich wie gut die Hunde diese OP wegstecken - und das Schönste, sie dürfen auch kurz nach der OP eigentlich schon alles wieder machen wie vorher - ohne sich zu schonen.

    Weil mich diese Methode überzeugt hat, hat sich auch meine Schwester dazu entschieden, ihre Hündin minimalinvasiv kastrieren zu lassen. Wir haben es nicht bereut. Direkt nach der OP ging es ihr wie immer und wenn nicht das Fell am Bauch der Schermaschine zum Opfer gefallen wäre, dann hätte man ihr eine OP sicher nicht angesehen!

    Leider ist sie teurer als die konservative Methode - ihr Geld ist sie aber definitiv wert!
    Ich kann sie nur empfehlen - im Übrigen wird auch in der Humanmedzin zunehmend auf minimalinvasive Methoden gesetzt. Nicht ohne Grund. Infektionsrisiko ist kleiner und Rehabilitationzeit nach der OP viel kürzer, als bei herkömmlichen chirurgischen Eingriffen, bei denen große Scnitte in die Bauchdecke gesetzt werden müssen.

  • Zitat

    So hat jeder seine eigene Meinung und seine eigenen Erfahrungen.... ICH würde es nicht machen...

    Es kann ja auch jeder selbst entscheiden ;)

    Hast du denn negative Erfahrungen mit dieser Methode gemacht, oder warum lehnst du diese Technik so ab?

  • Zitat

    Ich hab mich sehr lange davor in unterschiedlichen Kliniken und bei unterschiedlichen Tierärzten erkundigt.. und nach lange Recherche überwogen die Nachteile ;)

    Da ist sicher auch das Problem, dass bisher sehr wenige Tierärzte mit der neuen Methode operieren und da wundert es mich nicht, woher der Wind weht.

    Für alle, die noch weitere Infos benötigen können auch mal hier schauen, da ist alles ziemlich gut erklärt.

    http://www.sanfte-kastration.de/sanfte-kastration/index.html

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