Junghündin Frieda

  • Hallo ihr Lieben,

    wir haben seit Sonntag eine 10 Monate junge Doggen-Labrador-Mischlingshündin namens Frieda. Sie ist ein Tierschutzfall. Mit 5 Monaten ist sie aus Spanien nach Deutschland gekommen. Bis vor einem Monat war sie in einer Pflegestelle und den letzten Monat war sie bei einer Pflegefamilie bei uns in der Nähe. Dadurch sind wir auch auf sie aufmerksam geworden.

    Für mich ist es der erste Hund. Mein Verlobter ist schon mit Hunden quasi groß geworden.

    Für mich bzw. uns war aber klar, wir möchten keinen Welpenm, sondern einen Junghund. Aus dem Tierschutz hat sich jetzt so ergeben, weil ich selbst im Tierschutzbereich arbeite (bei der Veterinärbehörde). Für mich war klar, ich möchte einem Junghund ein schönes Leben bescheren.

    Sie spielt gerne mit anderen Hunden, mag Menschen und Kinder (laut Vorbesitzerin). Dass sie andere Hunde mag, kann ich bestätigen. Dass sie Menschen mag auch....aaaaaber:

    Ich war vorgestern 4 Stunden mit ihr im Büro, da ich einspringen musste. Hier hat sie sich brav unter den Schreibtisch gelegt und geratzt ;-) Wenn jemand ins Büro kam, hat sie neugierig geguckt und ist den Menschen auch neugierig entgegen gegangen.

    Wenn wir aber zu Hause spazieren (zu meinen Eltern zb, die nebenan wohnen) oder wenn Freunde kommen, hat sie Angst. Erst wenn die Freunde, Eltern etc. Frieda mit Leckerlis bestechen, taut sie auf.
    Ich hab im Nachhinein überlegt, dass es evtl. auch daran liegen kann, dass die Leute so auf sie zugegangen sind "ooooh frieda, bist du süß...haaalloooo...jaaaa du bist lieb, ne?!" Verschreckt sie sowas?

    Ich lese gerade das Buch:
    Hunde sind anders...Menschen auch

    Und da steht, dass Angst eine Stufe der Aggression ist. Hiiiilfe, seit dem kann ich nicht mehr schlafen....
    vielleicht beißt Frieda morgen jemanden?
    Was dann?

    Beruhigt mich...tut irgendwas ;)

    Erst habe ich überlegt mit ihr in die Hundeschule zu gehen, der Hundetrainer hat Samstag vorgeschlagen. Aber ich befürchte, dass würde sie derweil zu sehr stressen...
    meine Chefin (die eine 1a Hundetrainerin ist, aber leider keine Zeit hat, ständig mit mir zu trainieren) meinte auch, dass Hundeschule derzeit nicht das richtige wäre. Zumal nicht jede Hundeschule gute Methoden hat.

    Ach und Frieda hört nur wenn sie lustig ist. bzw. wenn sie ahnt, dass es Leckerlis gibt. Da ist sie wohl ganz der Labrador.
    Wie kann ich sie dazu bewegen, dass sie auch so auf mich hört?

    LG Himbeereis mit der süßen Frieda

  • Hallo! :smile:

    Erstmal: ruuuuhiiig Blut!
    Das Wuzzelchen ist erstmal gerade 4 Tage bei Euch...da ist soviel Neues!!! Neue Umgebung - Haus/Wohnung, neue Gassiumgebung, neue Hunde im Umfeld, neue Menschen...usw. usw.

    Das ist alles ein bißchen viel!

    Lass sie zur Ruhe kommen, ich denke dann legt sich dass auch mit der "Vorsichtigkeit" wenn andere so direkt auf sie zugehen. Zudem weißt Du mit Sicherheit nicht, wie Ihre Vorgeschichte ist, oder?! Was hat denn die Pflegestelle gesagt? Was sagt Dein Verlobter (der ist doch hundeerfahren)?

    Mach Dir keine großen Gedanken! Es ist gut, dass Du aufmerksam bist...aber kein Grund in Panik zu verfallen.

    Mit der Hundeschule würde ich wohl auch noch einen Moment warten, bis sie sich ein wenig eingelebt hat!

    Ansonsten ist doch sonst alles relativ ok...sie war sogar schon im Büro, war dort lieb...und gravierende Probleme habe ich jetz´t nicht gelesen! Das sie noch nicht 1a hört...nun...zu Euch muss sich auch erst eine Bindung aufbauen - sie kennt Euch doch kaum! Zudem ist sie mit den 10 Monaten eventuell auch in der Pubertätsphase "ich hab Karotten in den Ohren"...
    Leckerlies kann man nach und nach abbauen - dann klappts auch ohne!

  • Ich kann mich dem nur anschließen.
    Gib ihr Zeit und Raum. Ordne die Menschen an, sie erstmal in Ruhe zu lassen, es sei denn Frieda kommt auf sie zu. Schließlich ist sie ein Junghund, fremd und damit leicht zu überfordern. Angst ist etwas schreckliches für Hunde, ich würde sagen, dass schrecklichste, denn es blockiert alles. Damit sie keine Angst haben muss, schafft ihr ein klares Umfeld mit einem Platz, wo sie niemand stören darf (Körpchen/Hütte/Decke in ruhiger Ecke) und führt sie langsam an alle Hundeliebenden Mitmenschen heran. Ein Trainer ist natürlich auch nie schlecht :-) Training zumindest baut die Bindung auf und stärkt das Vertrauen in dich/euch und Frieda.

  • Hallo :smile:

    vielen lieben Dank für eure beruhigenden Worte.
    Mein Verlobter sagte im Prinzip ähnliches wie ihr. Aber ich musste bzw. wollte dennoch hier noch einmal nachfragen :ops:

    Die Pflegestelle sagte, dass sie meistens ein paar Minuten braucht, bis sie warm mit fremden Menschen wird. Ob ihr aber irgendetwas passiert ist, was diese Angst begründet, weiß man nicht. Das kann also in den ersten 5 Monaten (in Spanien) gewesen sein...
    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir jetzt die 3. Station für sie sind. Natürlich die 3. und letzte, aber das weiß Frieda ja nicht. Immer wenn sie sich gerade an jemanden gewöhnt hatte, wurde sie quasi abgegeben.

    Ja einen Trainer / Hundeschule werden wir in ein paar Wochen hinzu ziehen. Ansonsten benimmt sie sich ja auch wirklich lieb, bis auf, dass sie gestern in einem unbeobachteten Moment die Pfanne mit Essen vom Herd "geholt" und aufgefuttert hat :lachtot: aber das ist eben meine Schuld und nicht ihre :roll: ;)

    Tausend Dank nochmal.
    ich werde mal berichten, wenn es "Besserung" gibt.

    LG

  • Versuch deinem Besuch beizubringen, dass sie den Hund ignorieren.
    Erstens lernt der Hund so, dass er nicht an erster Stelle steht und zweitens hat er Zeit zu beobachten.
    Ich sag meinem Besuch auch, dass sie den Hund nicht beachten sollen, aber das aus dem Grund weil sie sich fast nicht mehr einkriegt vor lauter Freude.

  • Zu deiner Angst, sie könnte nach vorne gehen: Ich sehe da zum jetzigen Zeitpunkt, aus deinen Beschreibungen keine Dramatik, keine konkrete Gefahr.
    Dennoch hat natürlich jeder Hund Zähne ;)

    Was du tun kannst ist, dass du darauf achtest, dass dein Hund nicht bedrängt wird. Du kannst nachlesen/nachschlagen, wie ein ängstlicher Hund aussieht und auch Beschwichtigungssignale lesen lernen, die ein Hund in Bedrängnis zeigt.
    Und dann nimmst du deinen Hund aus der Situation heraus, die ihm unangenehm ist. Oft reicht schon, den Hund hinter sich zu stellen oder an die Seite, oder ihn zu Hause ihn in den Korb zu schicken.
    Positiver Effekt: Der Hund lernt, dass du Situationen für ihn regelst, er das nicht selbst tun muss. Das stärkt die Bindung.

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