Komplette Erziehung mit dem Clicker? Erfahrungen?
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Huhu,
du, ich bin genauso: ich fahr meine Schiene und pick mir das raus was für mich Sinn macht. Aber ich versteh eben wirklich nicht, wo du da die Einschränkung mit dem Clicker siehst.Weil du schreibst den Jagdhund ignorieren: ich kann doch beispielsweise genauso auf die Schlepp treten bevor der Hund abzischt? Ich versteh halt nicht, warum du denkst, dass man den Hund einfach ignoriert, deshalb hab ich nochmal was dazu geschrieben.
Klar ist so die seeeeehr grobe Aussage die immer wieder rumgeistert: unerwünschtes Verhalten wird ignoriert, erwünschtes bestärkt. Aber du kannst das auch einfach anders formulieren und dann sieht das ganz anders aus: Unerwünschtes Verhalten führt nicht zum Erfolg, Erwünschtes wird immer belohnt.
Wie du dem Hund die Tour vermasselts ist ja dann deine eigene Entscheidung

Ich kann doch trotz Clicker unerwünschtes Verhalten unterbinden! ich kann gerade beim Jagdhund doch sobald er beispielsweise bei Wildsichtung die Ohren aufstellt und wenn's super läuft kurz verharrt genau das bestätigen und ne rieeeesen Party schmeißen.
Wie gesagt, ich will dir nix aufschwatzen, ich kann nur die oben zitierte Aussage nicht nachvollziehen.
Sehe ich genauso.
Beim "Positive Reinforcement Training" (also dem eigentlichen Marker Training) geht es darum, dem Hund einen Handlungsablauf beizubringen, indem man ihn immer und immer wieder mit diesem Verhalten Erfolg haben lässt und möglich wenige Möglichkeiten zulässt, in denen er Misserfolg hat (Management!). Ob du nun einen Clicker oder ein Markerwort als sekundären Verstärker verwendest(auf Spaziergängen mit mehreren Hunden hat zum Beispiel bei mir jeder Hund sein eigenes Wort) ist schnurzpiepegal.Das wichtigste an dem ganzen Trainingsprinzip ist aber wie oben beschrieben: Nur die richtige (in diesem Sinne die gesellschaftlich akzeptierte) Verhaltensweise führt zum Erfolg, da (evolutionsbiologisch sinnvoll) erfolgreiche Verhaltensweisen verstärkt auftreten.
Das heißt aber auch Verhaltensweisen, die sich selbst belohnen, muss ich zuverlässig verhindern, solange bis der Hund die für diese Situation richtige (wieder: d.h. gesellschaftlich akzeptierte) Verhaltensweise gelernt hat und diese quasi eine neuronale Autobahn ist (so bald der Reiz auftaucht zeigt er dieses Verhalten) und das unerwünschte Verhalten dann quasi als Pendant ein neuronaler Trampelpfad (der Weg wird so gut wie gar nicht begangen und wuchert zunehmend zu).Das erfordert natürlich Management, Vorraussicht und Mühe. Mit einer Rappeldose zu schütteln ist natürlich einfacher.
Aber: Positiv aufgebaute Verhaltensweisen werden nciht nur freudiger ausgeführt, sondern auch zuverlässiger, denn der Hund hat gelernt, dass er Erfolg hat mit diesem Verhalten und nur mit diesem Verhalten. Wohingegen ein Verhalten, das unter Strafandrohung abtrainiert wurde auch immernoch angestrebt wird und bei hoher Reizlage die Strafe für den Hund evtl auch weniger "schlimm" erscheint, als die winkende Verstärkung durch das von ihm angestrebte Verhalten.Natürlich bin ich auch nur ein Mensch, klar kommt einem mal ein böses Wort über die Lippen und klar kann man Verhaltensweisen auch über Meideverhalten vernünftig aufbauen.
Aber man sollte sich doch immer darüber im Klaren sein, was man gerade tut und ob das auch wirklich sinnvoll ist, ob das Tier dadurch überhaupt lernen kann, was ich von ihm will... - Vor einem Moment
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Hallo,
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Was ich noch anmerken möchte .... ich mag auch kein einseitiges Training .... ich finde im Werkzeugköfferchen eines Trainers sollte noch etwas mehr drin sein als ein Clicker ... ob das bei der Trainerin so ist, wird aber erst die Arbeit mit ihr zeigen, genauso wie man nicht pauschal sagen kann, dass sie nun gut ist. Es kommt wie immer darauf an, wie nutzt sie dieses Werkzeug, wie flexibel ist sie, wie effektiv wendet sie es bei deinen Problemen an und wie intensiv kannst du dich auf ihre Arbeit einlassen und was tut sie, wenn du ihr aufzeigst, dass du in manchen Situationen dich damit nicht identifizieren kann ... hat sie dann einen Plan B, C, D, E oder Z für Dich?
Das wirst alles nur Du selber rausfinden können ... nur der Einsatz vom Clicker sagt noch nix über die Qualität des Trainings aus.
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Das wirst alles nur Du selber rausfinden können ... nur der Einsatz vom Clicker sagt noch nix über die Qualität des Trainings aus.
Das ist mal kurz auf den Punkt gebracht um was es im Grunde geht. -
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Ich bin halt ehrlich gesagt auch ein bisschen skeptisch, dass meine Hunde z.B. bei sehr starken Reizen abrufbar sind, nur weil ich clickere ...ich würde einerseits toll finden, wenn es klappt, aber ich möchte das viele Geld auch ungerne zum Fenster rauswerfen um es dann hinterher nochmal für einen "normalen" Hundetrainer auszugeben...??
Ich bin sehr unsicher, ob ich mich darauf einlassen soll...Also vielleicht steh ich gerade auch einfach nur auf der Leitung, aber ich verstehe immer nicht, warum "ich baue Kommandos mit Clicker auf" oftmals damit assoziiert werden, dass der Hund in Extremsituationen nur des Clickerns wegen gehorcht (oder es eben nicht tut, weil er - so der Gedanke - keine Strafe kennt).
Ich zumindest nutze den Clicker viel und gern - zum Fuß lernen, Sitz, Platz, in die Box gehen, Maulkorb tragen, etc. pp.
Aber auch wenn ich den Clicker nutze, heißt es doch nicht, dass mein Hund bei Ungehorsam dann einfach so "davonkommt". Ich habe nun das Herkommen nicht mit Clicker aufgebaut, aber nehmen wir mal an, der Name (und darauf herkommen) wurde per Clicker beigebracht. Wenn Hund dann nicht kommt, wenn man ihn ruft, weil das halbe liegengelassene Brötchen interessanter ist - oder weil das per Clicker beigebrachte "Nein" nicht zieht - dann clickere ich ja nicht, sondern setze sehr wohl meinen Willen durch und der Hund erfährt Bestrafung.Mit Clicker zu arbeiten heißt ja nur, das positive gezeigte Verhalten auch zu bestätigen. Das beschleunigt das Lernen halt ungemein. Aber es heißt mMn NICHT, den Hund nicht auch korrigieren zu dürfen.
Heutzutage wird leider oftmals sofort an "Erziehung mit ausnahmslos positiver Bestärkung" gedacht, wenn jemand mit dem Clicker daherkommt. Für mich ist der Clicker aber weniger ein Erziehungsmittel - denn Erziehung ist für mich nicht Sitz, Platz und Fuß - sondern einfach ein Hilfsmittel, um dem Hund Kommandos bzw. Tricks beízubringen.
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