Junghund fixiert auf unseren Sohn

  • Hallo ihr Lieben

    brauch mal wieder eure Tipps und will wissen ob das normal ist :smile:

    Unser Jack (so heißt er, kein Jack Russel :D ) kam als 2. Hund zu uns und ist jetzt 7 Monate alt.

    Unser Sohn (4 Jahre alt) und Jack lieben sich abgöttisch auch wenn Jack manchmal etwas zu stürmisch ist *g* bei seiner Größe (Schulterhöhe aktuell 63cm) ist das ab und zu recht "schmerzhaft" :smile:

    Vor 2 Wochen waren wir mit Jack im Bauhaus, damit er auch den Kontakt mit vielen Menschen um sich rum lernt.

    Ich hatte ihn an der kurzen Leine und mein Mann ging mit unserem Sohn einen Gang weiter, so dass Jack beide nicht mehr sehen konnte. Und Jack fing auf einmal an zu fiepsen. Hat er vorher noch nie gemacht.

    Wir haben dann ein bisschen weiter gemacht, erst ging mein Mann alleine weg, unser Sohn stand bei uns, Jack hat es nicht interessiert. Aber kaum war unser Sohn außer Sichtweite hat Jack angefangen zu fiepsen und wollte hinterher.

    Letzten Freitag habe ich unseren Sohn in den Kindergarten gebracht und Jack saß im Kofferraum. Kaum waren wir außer Sichtweite hat er angefangen zu jaulen. Wir hatten die Situation schon öfters und Jack hat noch nie gejault wenn wir kurz weg waren.

    Heute morgen wieder. Mein Mann brachte unseren Sohn in den Kindergarten, ich bin im Auto sitzen geblieben und kaum war unser Sohn außer Sichtweite hat er wieder zu fiepsen angefangen.

    Wenn Jack im Wohnzimmer was macht was er nicht soll und wir gehen in seine Richtung und schicken ihn auf seinen Platz legt er sich grundsätzlich vor unseren Sohn.

    Das ist doch nicht normal oder? und wenn doch wie weit soll ich das dulden? dass er auf unseren Sohn "aufpassen" möchte finde ich ja schonmal nicht schlecht aber dass er fiepst (und das ja erst seit 2 Wochen) finde ich nicht normal.

    Habt ihr einen Tipp?

    Gruß Mischlingsmama

    PS: daheim ist alles normal. Wenn unser Sohn aus dem Zimmer geht interessiert es Jack nicht, er bleibt liegen und gut ist. Das war jetzt nur außerhalb so.

  • Dür mich klingt das auch eher nach Kontrolle. Grundsätzlich ist es wirklich nicht schlecht, dass er ein Auge auf ihn hat, aber da euer Hund jetzt erwachsen wird, sollte es nicht in falsche Bahnen gelenkt werden. Er wird langsam erwachsen und dein Sohn ist eben der Welpe. Vielleicht solltest du mal Fachliteratur hinzuziehen?
    P.S.: Nicht zu viel Stress,ein Drama ist es ja nun nicht und euer Hund schlägt als Heranwachsender eben über die Stränge.

  • Erstmal ist das ja eine löbliche Eigenschaft, dass es ihm nicht egal ist, wo das Kind bleibt.
    Meine Aussie ist mein Schattenhund, aber wenn wir uns auf einem Spaziergang trennen, bleibt sie bei den Kindern und passt auf sie auf.
    Der Hund wird jetzt erwachsener und begreift Zusammenhänge besser und er übernimmt mehr Verantwortung. Hat sich sonst etwas verändert? Manchmal ist es so, dass Hunde so ausdrücken, dass es sehr stressig ist zuhause. viele Termine gehabt, hin und her?
    Außerdem zeigst du ihm ja durch deine Besorgnis, wenn er deinen Sohn umrennt, dass er besonders schutzbedürftig ist und er setzt das auf seine Weise um, könnte ich mir vorstellen.
    Ich würde also das Trennen trainieren, indem du ein Kommando einführst, wo der Hund weiß, dass das jetzt in Ordnung ist und eben ein Kommando, dass ihm das nachlaufen erlaubt. Indem du beide Sachen trainierst, habe ich die Erfahrung gemacht, dass Hunde schneller begreifen, was sie tun sollen, wenn man es ihnen aktiv beibringt und es aktiv unterbindet. Das kannst du zuhause trainieren, wo der hund ja schon gelernt hat, dass das Kind nicht verloren geht und dann trennt ihr euch auf einem Spaziergang und versucht wie beim Alleinebleibtrainung ein Zeitfenster zu schaffen, dass er aushalten kann. Kennt er schon bleib oder Warte oder ähnliches? Es wird angekündigt, dass das Kind geht. (Hinter einen Baum), dann wartet er und dann kommt das Kind wieder und geht ganz zu ihm hin. Er sollte dann nicht hinterherlaufen, sondern muss lernen, Kind kommt wieder. Dann umgekehrt, Kind geht, Hund darf suchen.
    Dann würde ich deinem Sohn öfter "Macht" geben, damit er deinem Hund nicht so schutzbedürftig vorkommt. Also (mit deiner Unterstützung natürlich) füttert er den Hund, er legt ihm die Leine an und darf auch mal führen (natürlich hältst du die Leine mit, aber das Kind ist am dichtesten am Hund), der Sohn sagt, er darf ins Auto einsteigen. Solche Alltagsdinge. Das wird auch die Aufmerksamkeit deines Junghundes auf deinen Sohn verbessern, wenn sie mehr miteinander arbeiten.

    Das jaulen selbst, ein Kommando für leise sein, ist auch immer nicht schlecht. Gibt es schon andere Situationen, wo er sich meldet und ihr das unterbrechen könnt? Wenn er so aufgeregt ist, weil das Kind weg ist, wird er wahrscheinlich nicht sehr aufnahmefähig sein, da muss man sich, wie beim trennen, meist erstmal andere Gelegenheiten suchen, wo der Hund lernfähig ist und dann mit einem schon etwas gefestigten Kommando ins Training der eigentlichen Situationen gehen.

    In der situation, möglichst versuchen das Verhalten nicht hochzuschaukeln, ablenken, möglichst kurz halten. Vielleicht versuchen wenn das Kind noch im Auto ist, mit einem Kauartikel den Hund zu beschäftigen.

    Das er sich, wenn er geschimpft wird, vor das Kind legt ist schon so ein Zeichen, dass er die Schimpfe recht bedrohlich findet. Vielleicht reicht schon weniger und er ist sensibler als er wirkt oder es eben noch bis vor kurzem nötig war.
    Und wie gesagt, ich würde mal so den Alltag der letzten Zeit betrachten und schauen, wie das Stresslevel so war. Meine alte Hündin zeigt mir auch, bevor ich es merke, dass ich sehr hektisch geworden bin und öfter mal durchatmen sollte.
    Mit Kind und Hund sowieso ein Dauerrat(d)schlag :smile:
    Und viel Erfolg, dass es sich so schnell wieder legt, wie es kam!

    Liebe Grüße!
    Sockensucher

  • @ Sockensucher

    Danke für deine ausführliche Antwort :smile:

    Wir haben vor 1,5 Wochen unseren 1. Hund einschläfern lassen müssen. Die Aktion im Bauhaus war zwar kurz davor (also als der alte Hund noch da war) aber kann es sein, dass Jack sich jetzt als "Beschützer" sieht?
    Er wird ja gespürt haben dass sich unser alter Hund nicht mehr gut fühlte oder? dass er somit die Rolle des Aufpassers übernommen hat?

    Ich meine ich habe echt nichts dagegen, wenn er den Kleinen im Auge hat, allerdings kannte ich einen Hund der sich knurrend vor das Kind gestellt hat, als die Eltern zu dem Kind wollten !!

    Und soweit möchte ich es natürlich nicht kommen lassen :headbash:


    "Macht" hat mein Sohn schon von Anfang an. Gibt ihm Kommandos wie Sitz (auf die Jack auch hört, sobald Sohnemann ein Leckerli in der Hand hat), gibt ihm Leckerlis und Fressen, hält die Leine, übt mittlerweile das Kommando wie Bleib, usw.

    und ich renne auch nicht sofort zu unserem Sohnemann wenn Jack ihn umrennt. Ich rufe ihm dann zu, dass nix passiert ist und er einfach wieder aufstehen soll.

    Aber deine Tipps mit den Kommandos find ich richtig gut. Das werde ich diese Woche noch umsetzen und anfangen zu trainieren :D

    Grüssle Mischlingsmama

  • Hallo Mischlingsmama

    Tut mir sehr leid mit eurem ersten Hund! Das waren sicherlich auch schon vorher harte Wochen und jetzt auch.

    Ich denke auch, dass der Althund erst schwach wurde und nun fehlt, wird einiges dazu beigetragen haben, dass er nun diese Rolle einnimmt. Es fehlt ja nun auch ein Rudelmitglied und er kann nicht wissen, was los ist, dass er nun Verlustängste hat, also nicht mehr das Vertrauen hat, jeder kommt schon wieder, ist dann auch verständlich, gerade in der Sensiblen Erwachsenwerdephase. Also schützt er den schwächsten.
    Und das mit dem Erwachsene fernhalten, kenne ich auch. Der Große Münsterländer meines Großonkels, ließ niemanden an mich heran, wenn ich es nicht wollte. Also habe ich mal bis in die Nacht im Sandkasten gesessen und ihn mit Sandkuchen gefüttert. Der Hund war jagdlich geführt und wie meine Mutter mir erzählte, ich war die größte Kränkung meines Onkels, noch Windeln tragen und "Boss" vom Hund. Das war natürlich nicht der Fall.
    Das beschützen liegt vielen Hunden im Blut und wenn ich nun oft Menschen von Hund und Kind berichten höre, finde ich, dass das etwas in Vergessenheit geraten ist.
    Wenn er sich vor das Kind legt, würde ich in jedem Fall ihn mit einem positiven Spiel aus dieser Position locken und weiterhin den Hund einfach mit viel Vertrauen großziehen. Der verlorene Althund muss erstmal verkraftet werden und das Vertrauen darin, dass der Schwächste im Rudel schon nicht verloren geht, erstmal wieder aufgebaut und dann noch die Lieben Hormone ...
    Das wird schon, einfach versuchen im Alltag vertrauensbildende Maßnahmen einzubinden und dann braucht es auch Zeit.

    Liebe Grüße
    Sockensucher

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