Der VDH und die Qualzuchten
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[Wie haben sie es denn dann geschafft mehrere Standarts zu ändern?
Überzeugungsarbeit im Ursprungsland?Natürlich kann man Rassestandards ÄNDERN!
Dazu reicht man einen Antrag auf Änderung ein, und wenn die Standardkommission der Änderung zustimmt, wird der Standard geändert.
Eigenmächtig hergehen und einen Rassestandard ändern kann kein Land.In der Standardkommission, die darüber entscheidet ob der Standard geändert wird oder nicht, sitzen dann auf jeden Fall Vertreter des Zuchtverbands des Ursprungslandes, Vertreter des Landesverbands des Ursprungslandes, Vertreter der FCI - darunter oft bsp. Prof. Denis (Professor für Tierzucht und Genetik).
Und dann wird darüber diskutiert ob die Änderungen durchgeführt werden sollen oder nicht.Wie schwer ist das zu verstehen?
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Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
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@ Gaby:
Soviel ist klar. Aber der VDH könnte doch, wenn er denn wollte, die Rassezuchtverbände ausschließen deren Standards oder deren Auslegung unter "Qualzucht" fällt. Oder liege ich da falsch?Nein, kann er nicht.
Der VDH ist, wie alle FCI-Verbände, verpflichtet, einen Rassestandard anzuerkennen, solange damit nicht geltendes Recht tangiert wird. Wie Gaby schon schrieb - würde im dt. TSchG explizit definiert werden, dass bsp. eine Wamme von 5 cm Länge als Qualzucht gilt, dann wäre der VDH durch geltendes Recht in D gezwungen, die Zuchtverbände darauf hinzuweisen, dass sie ihre Zuchtzulassung entsprechend zu ändern haben.
Auch was die Aufnahme neuer Rassen betrifft - solange es keine Vorgaben von Seiten des Gesetzes gilt, hat der VDH keine Handhabe - als Mitglied der FCI ist er verpflichtet, alle von der FCI anerkannten Rassen und deren Standards anzuerkennen. Ausnahme ..... siehe oben.
Wobei es eigentlich KEINEN Rassestandard gibt, der tatsächlich Qualzucht propagiert.
Eine Wamme ist nicht automatisch eine Qualzucht, hängende Lefzen, Schlappohren, ..... sind nicht automatisch Qualzucht.
Und das ist auch der Grund, warum hier mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass Du doch erst mal die Rassestandards lesen sollst, die Du anprangerst.
Und dann solltest Du dir nicht die extremsten Auswüchse heutiger Zeit ansehen, sondern den Standard mit Bildern von Hunden vergleichen aus der Zeit, als der Standard der Rasse ursprünglich mal erstellt wurde.Da tun sich teilweise Welten dazwischen auf - siehe die Shar Pei Bilder von den ursprünglichen Typen und dem, was heute so als Extrem gezüchtet wird, die ich weiter vorne mal eingestellt habe. Dann lies Dir das Kommentar aus dem Interview der Shar Pei Züchterin durch, das ich dazu geschrieben habe .....
UND dann überleg Dir, wie viel Einfluss ein Welpenkäufer auf die Zucht haben kann. Wir hatten mal ne Zeitlang bei uns im Verein zwei Shar Pei - die ältere Hündin entsprach genau dem "alten Typ". Wer diesen Hund als Qualzucht bezeichnet hätte, kann nur gegen jegliche Form von Hundehaltung im Allgemeinen und Hundezucht im Besonderen sein.
Der zweite Shar Pei war ein junger Rüde ..... der sämtliche Vorurteile hinsichtlich Qualzucht bei dieser Rasse bediente. Massive Falten, musste bereits als Junghund mehrfach an der Haut um die Augen operiert werden, da die Hautwülste über die Augen hingen. Hatte immer nur Probleme mit Ekzemen zwischen den Falten und und und ......Aber man wollte ja so einen knuffig aussehenden Hund, der irgendwie ganz anders war als alle anderen Hunde .......
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yane: Wieder mal Danke für die Infos. Welche Hunde züchtest du eigentlich, wenn ich fragen darf?
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Der Standard beschreibt mit wenigen Worten das Wesen, beschreibt dann das Exterieur vom Kopf über den Rumpf bis zur Rute. Bei manchen Rassen wird noch ein typisches Gangbild erwähnt, beim Neufundländer z. B. das "Rollen" des Bauches
Der Standard beschreibt den perfekten Hund.
Um das von Gaby Beschriebene noch zu "verfeinern" - Hunde sind Lebewesen, da gibt es keine Tausendstel Toleranzgrenzen. Deshalb kann auch ein Rassestandard nicht alles zu 100% "perfekt" beschreiben. Da muss schon noch Spielraum bleiben.
ZitatDer Hund, der diesem Standard(bild) am nächsten kommt, erhält die beste Formwertnote.
Oder auch nicht - aber das ist ein anderes Thema.
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Und leider eben auch der Geschmack der Züchter, der Käufer, der Richter.Nicht nur der individuelle Geschmack, sondern auch der "Zeitgeist", die "Mode".
Man stelle sich mal die Zeit des Barock und das damals vorherrschende Schönheitsideal vor und vergleiche das mit der heutigen Zeit ......ZitatMeiner Meinung nach, kann nur ein TschG, das dezidiert aufzeigt was unter Qualzucht zu verstehen ist, diese übertypisierten Zuchten verhindern.
Und da liegt der Hase im Pfeffer - ab wo beginnt die Qualzucht, bis wohin ist was tolerabel.
Und jetzt mal eine kleine Anekdote aus Ausstellungszeiten - wie unterschiedlich Hunde von Richtern bewertet werden können - durchaus auch anhand der allgemein gültigen Vorstellung.
Yanta war mit ihren 58 cm im Rassestandard. Nun - ich stellte sie auch ab und an in Frankreich aus. Frankreich als Standardführendes Land hatte seinerzeit ja die Obergrenze für Grosspudel auf 55 cm festgesetzt - durch langes Bohren und Ringen haben die GP-Züchter aller anderen Länder es geschafft, den 1936 festgelegten Standard dahingehend zu ändern, dass inzwischen als Obergrenze 60 + 2 cm gilt.
Also - das Yanti mit ihren 58 cm galt überall als völlig normal grosser GP. Tja - und eines Tages waren wir mal wieder in Frankreich auf einer Ausstellung - die französischen GPs konnte man in den 90er Jahren locker erkennen. Waren im Schnitt immer eher klein eben quasi so die 55er Hunde, gedrungen, wenig Hals .....
So - und dann das Yanti dazwischen ... mit ihren 58 cm grösser als alle anderen GPs auf der Ausstellung, Rüden eingeschlossen. Die Richterin ist fast vom Glauben abgefallen - sie hat mit dem Sonderleiter ewig diskutiert, dann noch in einem Schriftstück gewälzt, schätzungsweise der ausgedruckte Rassestandard - und Little Yanti dreimal nachgemessen. Mein Französisch ist ja nun bestenfalls als rudimentär anzusehen, aber soviel habe ich verstanden, dass sie nicht glauben konnte, dass dieses "Riesenkalb" noch im Standard sein soll.Tja - Yanti war grössenmässig im Standard und wir verliessen den Ring als "Bester Hund der Rasse". Zugegeben, das war verdient - und nein, es hat vermutlich nicht dazu geführt, dass in Frankreich jetzt die GPs alle grösser gezüchtet weden
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Es zeigt nur, dass auch Richter eine recht feste Vorstellung davon haben, wie ein Hund einer Rasse "auszusehen" hat. In diesem Fall war es recht einfach, zu zeigen, dass der Hund dem Rassestandard entspricht - aber das ist halt nicht immer so.
Im Prinzip muss man vor der Dame sogar den Hut ziehen, dass sie so flexibel war, und tatsächlich den Hund, der den Rassestandard auf dieser Ausstellung am besten repräsentierte, auch nach vorne stellte, obwohl sie uns zunächst beinahe wegen "Übergrösse" aus dem Ring geworfen hätte. -
ahh....okay, Großpudel scheinbar....
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Meine liebe Gaby - ich umarm Dich einfach mal virtuell und sage danke, das wußte ich wirklich nicht, ich habe mir zwar immer mal vorgenommen auf eine Ausstellung zu gehen, aber getan habe ich es doch nicht
Dann geh mal - aber denk immer an eines.
Der Hund, der da gerade so geschniegelt und gebügelt im Ring steht, planscht vielleicht am nächsten Tag im grössten Matschloch.
Zum Vergleich - erstes Bild und letztes Bild. Ist zwar nicht der gleiche Hund, aber der auf dem ersten Bild hat auf Ausstellungen auch so ausgesehen wie auf dem letzten Bild
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Bzgl. Standard und dessen Auslegung auf den Ausstellungen:
Das heißt also z.B. beim Mops, die Länge der Nase ist nicht festgeschrieben sondern da steht wie in einem vorherigen Post gelesen dann "ziemlich kurz". Und dieses "ziemlich" lässt sich natürlich nicht in cm festmachen. Und wenn der Trend rein optisch derzeit zu sehr kurz geht, weil die Leuten das extreme Kautschgesicht mit den Kulleraugen so niedlich finden und sich das gut verkauft, dann gefällt auch das auf den Ausstellungen obwohl es nicht gesund und der Hund nicht frei atmend ist.Richtig?
GENAU - und deshalb ..... lies den Standard bewusst und nicht mit dem Bild der heute auf Ausstellungen hochprämierten Hunde vor Augen, sondern mit dem Bild aus der Zeit als der Standard erstellt wurde.
DAS ist das Problem - aber dieses Problem alles ins Extreme zu übertreiben ist eine menschliche Angelegenheit. Da kann der VDH nichts dagegen machen, da müsste der gesunde Menschenverstand schon sagen "so nicht".
Im Standard kann man solche Sachen wie "kurze Nase" nicht in cm ausdrücken - denn dann müsste man sich auch explizit daran halten. Dann würde vielleicht ein Hund, der absolut toll ist, gesund und ein ansonsten wirklich idealer Rassevertreter von der Zucht ausgeschlossen, weil seine Nase 1 mm zu kurz ist ......
der eine Millimeter zu kurz macht nicht den kranken Hund aus.
Wenn der Züchter so vernünftig ist, und darauf achtet, dass der Hund mit der doch etwas zu kurzen Nase nicht wieder mit Hunden verpaart wird, die ebenfalls eher zu kurze Nasen haben, würde das absolut passen .... wie gesagt, sind Lebewesen, da gibt es nun mal keine Tausendstel Millimeter Toleranzgrenzen.
Deshalb sind Rassestandards in vielen Fällen eher "schwammig" geschrieben, damit eben auch eine grössere Bandbreite zur Verfügung hat.
Kritisch wird es dann, wenn die ganze Zucht in ein Extrem abdriftet.
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Was ist, wenn ein Züchter es nicht meldet?
Dann wäre es ja 'geschummelt'.Na - da muss der Zuchtwart aber schwer blind sein. Der Zuchtwart muss ja den Wurf und die Mutterhündin zumindest einmal bei der Abnahme sehen. Je nach Zuchtverband auch schon mal früher.
Und ne 8 Wochen alte Kaiserschnittwunde sieht man zumindest gut genug, um Fragen stellen zu können. -
Bezüglich Richter und deren Geschmack: Bei einer Chessieausstellung konnte man anhand von Fotos und den Ergebnissen erkennen, dass der Richter eher kleinere Wellen von der Fellzeichnung her bevorzugt - weil er selber ua. Curlies hat und sowas fließt vielleicht auch unbewusst mit ein?
Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich eigentlich kein VDH-Mensch bin und bis vor einem Jahr es mir niemals vorstellen konnte, mal einen Rassehund vom Züchter zu kaufen und damit für mich "produzieren" zu lassen. Ja, ich weiß das hat nichts mit der allgemeinen Hundepopulation zutun usw. aber es fühlte sich eben seltsam an.
Dummerweise habe ich mich aber in einen Typ Hund verguckt, den man hierzulange nicht oder nur sehr selten im Tierschutz findet, was mir auch wieder zeigt, dass die Züchter Verantwortung übernehmen und auch ältere Hunde zurücknehmen.
Ansonsten können vor einer Ausstellung keine Gesundheitsergebnisse vorliegen, da auch Junghunde ab 6 Monaten ausgestellt werden dürfen (was wir vermutlich auch tun werden) und Röntgen-Ergebnisse etc. gibt es eben erst viel später.
Aber auch der Züchter kann dann ja sehen, dass so und so viel % seiner Nachzucht auf Shows eine gute Figur abgeben und eben später dann auch im Arbeitsbereich zeigen, was sie können.
Und Leute, die z.b einen Schäferhund wollen, der im IPO-Sport ganz vorne dabei sein soll, und von dementsprechenden Elterntieren abstammt, die werden auch ne Mutterhündin nehmen, die auf Shows nur ein SG oder G bekommen hat, weil das eben nicht das entscheidene ist.
Ich würde auch bei einem Hund, der keine Arbeitsüberprüfung für die Zucht braucht (z.b Begleithunde) eher schauen, was der Deckrüde und die Mutterhündin außer hübsch auszusehen noch drauf haben und vor allem, ob und wie gesund sie sind. -
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Sach ma, Falbalalein, liest du schon oder erfindest Du noch?
Kann er eben NICHT. Aber anscheinend will das nicht in deinen Kopf.
Mit welcher Begründung?
Stellt sich mir die Frage, warum Du Dir so eine Qualzucht geholt hast, wenn die Toypudel-Zucht so verwerflich ist.
Ach und noch dazu von einem Nicht-FCI-Züchter sondern von einem "Züchter", der aus gutem Grund aus dem Zuchtverband - in eurem Fall mW dem Pudelzuchtverband der SKG geflogen ist.
nochmal - ich züchte keine Hunde. Dazu fehlt mir die Zeit und ausserdem .... wenn ich mir vorstelle, was da so an Welpeninteressenten kommt .... allein die Vorstellung, einer meiner Welpen würde an jemanden wie Falbala gehen *schüttel*
Ich hatte es mal mit Yanta angedacht - wäre vielleicht auch soweit gekommen, aber die Umstände waren nicht danach.
Das fing schon damit an, dass der Rüde, den Yanta's Züchterin zur Blutauffrischung gekauft hatte als HD C ausgewertet wurde. Tiger hätte zumindest vom Äusseren perfekt zu Yanta gepasst - allein schon dadurch, dass sie ihre Mängel zumindest rein äusserlich ausgeglichen hätten - ob das genetisch auch der Fall gewesen wäre, das kann man ja erst beurteilen, wenn die Nachzucht ausgewachsen ist.
Tja und dann noch dadurch, dass beide zumindest in den letzten 5-6 Generationen keinen gleichen Ahnen hatten, was ja bei den grossen Aprikosen damals eher eine Seltenheit war. Aber Tiger war ja auch ein "Taste of Magic" ;), eine Aprikose aus 7 Generationen nur schwarzer und weisser Vorfahren.
Der Rüde, den ich mir dann ausgesucht hatte, war von der Abstammung her ähnlich - nur fehlte mir letztendlich der Nerv, das Ganze wirklich durchzuziehen so von wegen nach Schweden fahren usw.
Jo - und dann gab es noch einige diverse private Gründe. - Vor einem Moment
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