Nach Umzug: (nächtliches) Anschlagen

  • Wir haben ein Problem :roll:

    Vor ca. 3 Wochen sind Leni und ich umgezogen. Die neue Wohnung hat sie von Anfang an super angenommen und zeigt sich von der ersten Minute an wesentlich entspannter als in der alten Wohnung. Auch die Nachbarn hat sie kennengelernt und zeigte sich ausnahmslos allen gegenüber gewohnt neugierig-interessiert und lieb. Soweit also eigentlich alles super.

    Leider reagiert sie aber plötzlich auf jede klitzekleinste Bewegung im Treppenhaus mit Bellen und Knurren, was sie bisher nie gemacht hat. Anfangs dachte ich, dass sie einfach noch etwas unsicher ist in der neuen Umgebung und es sich mit der Zeit legen wird. Leider ist das aber absolut nicht der Fall, es wird immer schlimmer :sad2: Rein körperlich sieht sie nichtmals aufgeregt aus, sondern bleibt auf ihrem Platz (der nicht direkt neben der Wohnugstür ist, sondern am anderen Ende der Wohnung) liegen, verändert nichtmals die Körperhaltung (bleibt also z.B. eingrollt) und hebt noch nicht einmal den Kopf teilweise. Aber es wird eben gebellt und geknurrt was das Zeug hält.

    Was ich probiert habe:
    - zur Tür gehen, nachschauen und ihr mit "alles okay" vermitteln zu versuchen, dass alles in Ordnung ist und es keinen Grund gibt sich aufzuregen. Überzeugt sie leider nur mittelmäßig. Solange ich unmittelbar an der Wohnungstür stehe, ist sie ruhig, aber wehe, ich wende mich wieder ab, bevor sie der Meinung ist, dass ich lange genug geguckt habe. Dann gehts weiter..
    - beruhigen mit "schhhhhhhht" (unser Entspannungssigal). Das klappt tagsüber relativ gut, solange ich das in Endlosschleife wiederhole, bis die Person im Treppenhaus wieder weg ist. Nachts zeigt es absolut gar keine Wirkung.
    - Abbruchsignal "nein". Fruchtet leider absolut gar nicht, sie nimmt mich gar nicht wahr.. selbst dann nicht, wenn ich direkt neben ihr stehe und sie anstupse..

    Das Problem ist nun, dass hier im Haus (8 Parteien) 3 Leute Nachtschicht arbeiten und dementsprechend auch nachts zu unterschiedlichen Zeiten im Treppenhaus unterwegs sind. Lässt sich das Anschlagen tagsüber noch einigermaßen in den Griff bekommen, flippt sie nachts völlig aus und bellt richtig laut und ausdauernd. Geht natürlich gar nicht, vor allem nicht 3x pro Nacht! Nachts reicht dann auch kein Nachgucken, kein Entspannungssignal, gar nichts.. in der Praxis sieht es so aus, dass ich ihr die Schnauze zu halten muss, was im Endeffekt natürlich zu keinem Lerneffekt führt und reines Management ist :/ Sie nimmt in der Situation keine Leckerchen, gar nichts.. ich schaffe es einfach nicht, ihre Aufmerksamkeit umzufocussieren. Weil mir nichts anderes mehr einfiel, habe ich es jetzt 2 Nächte mit Nassspritzen probiert - mit dem Ergebnis, dass sie allerhöchstens ab und an (!) mal empört in meine Richtung guckt, ohne dabei ihre Bellerei zu unterbrechen. Meistens hat sie das aber ebenfalls gar nicht wahrgenommen.

    Ich bin echt genervt langsam und meine Nachbarn sicher auch. Der einzige Ort, an dem sie ruhig bleibt, ist in meinem Bett. Da will ich sie aber einfach nicht drin haben, weil sie einem nachts wirklich massiv auf die Pelle rückt und außerdem 2/3 der Bettdecke für sich beansprucht :roll:

    Hatte irgendjemand schonmal ein ähnliches Problem und evtl. ein paar Ideen, wie ich ihr diese leidige Bellerei abgewöhnen kann? Sie hat das früher wirklich nie gemacht und sich höchstens irgendwo verkrochen, wenn ihr Geräusche aus dem Treppenhaus nicht geheuer waren, von daher wundert es mich umso mehr. Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass sie vor 5 Wochen kastriert wurde und seitdem generell etwas selbstbewusster auftritt (was prinzipiell nicht schlecht ist, da sie schon sehr extrem unsicher und ängstlich war immer). Kann es auch ein "Auswuchs" des veränderten Hormonhaushalts sein?

  • Na da häng ich mich doch sofort an, wir haben nämlich exakt das gleiche Problem seit vier Wochen. Auch was du über die bisherige Verhaltensweise und den Charakter deines Hundes schreibst, passt ziemlich genau auf Zoe.

    Sie war beim Umzug immer dabei, schon während der Renovierung kam als erstes eine ihrer Kudden in die neue Wohnung. Sie bellt auch manchmal laut, wufft bei jedem Geräusch im Haus oder wenn jemand nah am Haus vorbeigeht, vor sich hin. Dabei liegt sie in ihrer Kutte, verändert auch ihre Haltung nicht, mit auf den Platz schicken ist also nicht. Zum einen hat sie Stress, den ich ihr gerne ersparen würde, zum anderen nervt mich das mittlerweile ganz schön. Ich habe es mit ignorieren versucht, mit Abbruchsignal und bin auch mal etwas lauter geworden ("Schluss" mit drei Ausrufezeichen, was sie garnicht gewohnt ist). Auf Anraten meines Trainers habe ich eine Adaptil-Lösung in der Steck-dose, die geruchslos Pheromone verteilt. Diese produziert eine Hündin für ihre Welpen zur Beruhigung, soll auch bei erwachsenen Hunden helfen. Sie ist etwas entspannter geworden, ob es daran oder an der allmählichen Gewöhnung liegt, kann ich nicht sagen. Allerdings trau ich mich fast nicht mehr, sie auch nur für kurze Zeit allein zu lassen, weil ich natürlich keinen Ärger mit den neuen Nachbarn will.
    Ich habe extra eine Erdgeschosswohnung gewählt, mit einem kleinen Garten und Hecke drumrum, damit sie auch mal auf die Schnelle rauskann und wir uns zusammen dort im Sommer entspannt aufhalten können. Sie ist aber so mit Horchen und Gucken beschäftigt, dass sie ihre Geschäfte nicht erledigt. Und auch da bellt und grollt sie, wenn Leute vorbeigehen oder laut lachen oder auch wenn Hunde an der Hecke vorbeilaufen. DAS machte sie früher alles nicht und das geht so auch nicht. Ich schicke sie dann ohne Worte hinein und mache für ein paar Minuten die Terrassentür zu; wenn sie ruhig bleibt, lob ich sie natürlich. Unterwegs ist sie der freundlichste Hund wie bisher auch.
    Vielleicht hat hier ja jemand Tips und Erfahrungen, wie ich ihr (uns) helfen kann.
    *Lesezeichen setz*

  • kannst du sie nicht für ein paar wochen mit in dein bett nehmen (und ihr eine eigene decke geben :D )?

    sie wiegt sich in deinem bett in sicherheit und anscheinend nicht verantwortlich.
    wenn sie hier dieses verhalten also im bett nicht zeigt,
    wäre es die lösung,
    um dem hund die umgewöhnung zu erleichtern.
    du muss nicht ständig "rummaulen", was dieses verhalten sicher nicht bessert und
    sie lernt stressfrei die neuen geräusche einzuordnen.

    danach kannst du sie ja wieder rausschmeißen....

  • Hallo,

    also bei uns war es ähnlich.

    Wir sind zwei Wochen nachdem wir Paula aus dem Tierheim geholt haben auch umgezogen.
    In der alten Wohnung war Paula nachts total ruhig, ist nicht aufgestanden und rumgelaufen oder hat gebellt.

    In der neuen Wohnung war sie die erste Zeit deutlich unruhiger, hat mehrmals ihren Schlafplatz gewechselt und hat jede Person gemeldet, die durch das Treppenhaus lief. Ich habe dann nur meine Hand aus dem Bett hängen lassen - im Regelfall schläft sie direkt neben dem Bett auf ihrer Decke - und habe ihr signalisiert, dass es ganz normal ist, wenn auch Nachts jemand durchs Haus läuft.

    Tagsüber waren alle Geräusche, die außerhalb der Wohnung waren völlig egal.

    Inzwischen hat sie sich wohl umgewöhnt und wenn im Haus jemand Frühschicht hat ist das auch kein Aufschrecken mehr wert. Nur wenn sich jemand "außer der Regel" im Haus bewegt meldet sie das. Wir bekommen also fast jede Partynacht der Hausbewohner mit. ;)

  • Hm okay.. also meint ihr, dass es erstmal reicht, auf den Faktor Zeit zu setzen? Zuerst dachte ich das ja auch, mittlerweile habe ich aber Bedenken, dass sich diese Verhatensweise möglicherweise dauerhaft einschleicht, wenn ich es nicht sobald wie möglich abstellen kann. Zumal sie ansonsten auch wirklich keine Eingewöhungsschwierigkeiten zeigt.. im Gegenteil, sie ist in der alten Wohnung andauernd rumgelaufen, blieb kaum auf ihrem Platz liegen freiwillig und das ist hier alles anders, ich hab einen total tiefenentspannten Hund auf einmal. Sie bleibt sogar plötzlich kurze Zeiten alleine (ging vorher ja auch nur selten mal). Einziges Problem ist eben die Bellerei...

    Hund im Bett mag ich eigentlich nicht wirklich. Wie gesagt, sie rückt einem wirklich massiv auf die Pelle. Am liebsten schläft sie so, dass sie mit dem Kopf quer über meinem Hals liegt :D Jede Nacht 5x wegschieben bringt auch keinen wahnsinnig erholsamen Schlaf. Außerdem habe ich gefühlte Ewigkeiten gebraucht, bis sie endlich mal das Bett-Tabu verstanden hat und mag mir das nicht unbedingt wieder kaputt machen. Sie darf ja neben meinem Bett liegen und ich decke sie meinetwegen auch zu, aber im Bett will ich sie wirklich nicht (außerdem hatte sie gestern 4 Zecken.. wäääh.. allein die Vorstellung, dass ich da mal eine übersehe und die krabbelt dann durchs Bett.. igittigitt).
    Aber deine Erklärung Aaronima, dass sie sich da sicher und nicht zuständig fühlt, ist natürlich logisch und nachvollziehbar. Muss ich mal drüber nachdenken, wie ich nen Kompromiss daraus bastel (vielleicht Körbchen ans Fußende stellen oder so). Danke für den Gedankenanstoß schonmal!


    @vizlamaus
    Oh je, das klingt ja wirklich genauso wie bei uns. Vielleicht tatsächlich Eingewöhnung?? Im Garten stelle ich es mir ja auch sehr schade vor.. da hat man endlich einen und dann wird gewufft. Meine macht das auf dem Balkon auch. Gesterm hat ein Nachbar 2 Häuser weiter die Unverschämtheit besessen, seinen Rasen zu mähen - wurde direkt mal gebellt. Zum Glück lässt sie sich tagsüber aber schnell "abstellen", nur nachts ist es echt anstrengend momentan.
    Ich drück die Daumen, dass es bei euch bald besser wird!

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