1x das volle Problemprogramm bitte...
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Hallo Dog'ers.
Meine Freundin und ich haben uns Ende Januar 2012 einen Hund aus dem Tierheim zu uns geholt.
Es handelt sich hierbei um Jack, ein 43cm (Widerristhöhe), 13,5kg leichter, schwarz-weiß gemusterter Pointer-Mix.Externer Inhalt s7.directupload.netInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Unser Zusammentreffen und das schnelle Zusammenfinden war wie Liebe auf den ersten Blick - meine Freundin wollte im örtlichen Tierheim neben ihrem Studium aushelfen, in dem sie mit den Hunden dort Gassi geht. Am ersten Tag bin ich mit ihr dort hin und wir wurden gefragt, welche Art von Hund, ob agil, ruhig etc. es sein darf. Wir haben gemeint, derjenige Hund, der am dringendsten raus muss ;-) und so wurde uns Jack zugewiesen.
Man merkte direkt, dass er total unsicher uns gegenüber war. Er hatte sich immer und immer wieder zum Tierheim umgedreht, obwohl er dort ständig am kreischen war (ja kreischen, er bellt nicht ;-)).So vergingen weitere 2 Wochen, wo meine Freundin sich explizit im Tierheim um Jack gekümmert hatte. Nach einem längeren Gespräch hatten wir uns geeinigt dort hin zu gehen und uns mehr Informationen zu Jack einzuholen. Er wurde vom Tierpfleger als sehr agil bezeichnet und als Hund, der nicht alleine bleiben kann. Danach erfuhren wir seine Vorgeschichte. Er war mit seinen geschätzten jungen 1 Jahr und 2 Monaten bereits 3x (!) im Tierheim abgegeben worden mit der Begründung, er könnte nicht alleine bleiben und würde die Möbel etc. zerfetzen. Wie wir dann aber erfahren haben ist das auch kein Wunder, wenn ein junges Pärchen sich einen Hund anschafft mit solch einem jungen Hundealter und ihn öfters über 12 Stunden alleine zu Hause lässt.
Kurz um, haben wir uns für ihn entschlossen und kamen den darauffolgenden Montag ins Tierheim und nahmen ihn mit.Als wir daheim waren, wusste er nicht wirklich, was er nun machen sollte. Irgendwann legte er sich auf die von uns bereitgelegten Decken, was vorerst sein Liegeplatz sein sollte, bis wir uns ein richtiges Hundekissen holen wollten. Die Eingewöhnungsphase ging dann von Tag zu Tag bei ihm schneller und er gewöhnte sich sehr schnell an uns.
Doch bereits nach circa 1,5 Monaten ist er richtig aufgetaut. In der Wohnung interessiert er sich sehr viel für uns (teilweise zuviel, sodass wir ihn auf seinen Platz schicken müssen). Anfangs wollte (oder kannte es nicht?) er nicht spielen. Mit garnichts! Kein Ball, kein Stock, kein Suchen, nichts. Doch das wurde immer besser. Wenn wir auf eine vom Gassiweg abgelegene Wiese zum Spielen gehen, freut er sich wie ein kleiner Keks und hüpft durch die Wiese.
Nun aber zu den eigentlichen Problemen (sorry, für den langen Text):
* Leinenführigkeit: tangiert bei ihm gegen null. Zeitweise klappts ganz gut, doch im nächsten Moment rennt er wieder in die Leine (was aber mittlerweile schon einigermaßen besser läuft)
* Aufmerksamkeit gegenüber dem Herrchen / Frauchen: siehe Leinenführigkeit. Mal kommt von ihm öfters was, mal nicht
* Aggresivität/Ängstlichkeit: Er ist gegenüber anderen Hunden total unsicher und er tendiert - wahrscheinlich hat er es nie anders gelernt - zur Strategie: Angriff ist die beste Verteidigung. Ich weiß, dass es bei ihm Unsicherheit ist, da ich dies neulich mal getestet habe. Sobald ein Hund in die Nähe kommt. Rute hoch, Kopf hoch und fixiert (so wie es ein Vorstehhund bei der Beute auch machen sollte). Dann fängt er mit seinem gekreische an. Ja, er bellt nicht richtig, er kreischt. Wir mussten ihm nach dem wir ihn aus dem Tierheim geholt hatten erstmal ein wenig Honig mit ins Essen mischen, da seine Stimmbänder wohl sehr angegriffen waren. (Nach so einer langen Zeit im TH kein Wunder!). Die Unsicherheit hat er aber gegen so viele Sachen. Es war neulich abends sogar so, dass er ein Güllefass, welches hinter ein paar Bäumen stand angebellt hatte und wir mussten mit ihm dahin gehen um ihm klar zu machen, dass es nichts schlimmes ist, aber auch gegen alles was sich bewegt ist er unsicher.
* Jagdtrieb: Wie es sich bei einem Pointer gehört, ist sein Jagdtrieb sehr ausgeprägt, was uns leider nicht ermöglicht ihn von der Leine zu lassen, da er sonst ohne weiteres nicht wieder kommt. Wir hatten es mal getestet und er hatte eine Fährte dann aufgenommen und lief circa 250m weit weg, was als Tierhalter unverantwortlich sein kann. Seitdem lassen wir ihn nur noch auf bestimmten Wiesen mit der Schleppleine spielen.
* alleine bleiben: Jack reagiert sehr unsicher auf das alleine bleiben. Wir hatten es mal aufgenommen, was in unserer Abwesenheit passiert. Er springt in der Küche auf den Herd oder einen anderen Schrank mit gleicher Höhe und versucht den Bio Mülleimer zu entleeren (auffuttern). Ist der Mülleimer nicht da, springt er auf verschiedene Tische und Fensterbänke um aus dem Fenster gucken zu können. Ich war mal einkaufen und hatte dann von der Straße aus gesehen, dass er im Wohnzimmer auf der Fensterbank saß und rausgeguckt hatte.
Zu der Unsicherheit / Aggressivität sei noch hinzugefügt, dass sein Verhalten auf alle Hunde in der Nachbarschaft zutrifft, bis auf den Zwergpinscher von der Mutter meiner Freundin. Der Zwergpinscher (weiblich) ist sehr unterwürfig und Jack sehr dominant (Kopf auf Nacken auflegen etc.)
Noch was zu mir und meiner Freundin. Sie hatte bereits 2 Hunde und sie hatte beide sehr gut trainieren können. Für mich ist es mein erster Hund.
Nun, das wars von meiner Seite. Sind solche Komplettproblempakete Einzelfälle oder ist dies vermehrt bei TH Hunden?
Vielen Dank und ich hoffe auf eure wertvollen Ratschläge.
Beste Grüße,
Thomas & Jack - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
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Dein "Komplettproblempaket" ist eigentlich nur ein einziges Problem, alles gehört zusammen und muß auch entsprechend gelöst werden. Für Secondhandhunde nicht untypisch, aber absolut lösbar.
Allerdings würde ich dir zu einem kompetenten Trainer vor Ort raten. Ein paar Einzelstunden werden euch sicherlich mehr zusammenbringen und das Training vereinfachen.
Nicht allzuweit weg gibts den Roten Hund, eine mir bekannte, gute Trainerin. Vielleicht fragst du sie mal unverbindlich.
Viel Erfolg
staffy -
Hallo staffy,
danke für deine Antwort. Auf die Trainerin bin ich auch bei meinen Recherchen bereits gestoßen, doch ich bin da sehr vorsichtig was die Trainerwahl angeht. Ich werde mich dann mal dort erkundigen. Vielen Dank :-)
Beste Grüße,
Thomas -
Hi, Thomas :-)
Super schön, dass ihr Jack einen hoffentlich letzten Neuanfang schenkt!!
Ich finde, deine Beschreibungen klingten gar nicht so schlimm.
Vor allem, dass das Alleinebleiben nicht komplett unmöglich scheint ist eine große Erleichterung, denn damit umzugehen kann sehr schwer sein.
Vielleicht wird er nie ganz von der Leine können aber das das tausend Mal besser ist, als im TH zu verrotten muss ich wohl nicht sagen!Die Problemansammlung ist völlig normal, übrigens keineswegs nur bei Tierheimschützlingen!
Zu den einzelnen Problemen will ich jetzt nicht viel sagen, da ist es vernünftiger, du liest die die einzelnen entsprechenden Threads durch.
Wichtig ist, dass ihr euch für jedes Problem eine Strategie überlegt, euch einigt und die dann konsequent (soll heißen: dabei bleibend und möglichst immer gleich auf gleiche Situation reagierend; keineswegs extra streng) durchzieht.
Dazu gehört natürlich auch eine allgemeine Herangehensweise, zum Beispiel, ob ihr nur belohnen oder auch bestrafen wollt, wenn ja, wie, etc.Ich wünsch euch viel Erfolg bei den Problemlösungen und vor allem viel Freude am Zusammenleben :-)
Lg Kiwi_Maja
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Ich finde die Probleme gar nicht so schlimm.
Also aus dem Fenster gucken tut meiner auch und er hat sogar extra eine Fensterbank. Er macht das auch, wenn ich da bin und er kann sehr gut alleine bleiben.
Alles andere ist reine Übungssache. Leineführigkeit, Antijagdtraining...
Stellt Euch einfach vor, Ihr habt einen Hund mit dem Ihr von vorne anfangt. Gerade dass er schon älter ist, erfordert einfach längeres Üben.Die Hundebegegnungen sollte sich vielleicht ma ein Trainer ansehen und dann Tipps geben zum Üben. Das läßt sich schwer vom Text her beurteilen.
Viel Spaß. Ich habe von einem Trainer gesagt bekommen, dass ein Hund 3 Monate erst mal nur zu Besuch ist. Dannach beginnt das wirkliche Zusammenleben.
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Hallo :)
Danke für eure Antworten. Ich habe mich mal an staffy's Rat gemacht und mich mit Fr. Friedrich in Verbindung gesetzt. Heute morgen kam eine E-Mail von ihr und wir werden, sofern zeitlich machbar, einen Termin im Laufe der kommenden Woche finden.
Beste Dank euch allen.Beste Grüße,
Thomas -
Dann hoffe ich,
daß ihr gut miteinander arbeiten könnt
und wünsche viel Erfolg ! :-)Gruß, staffy
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Viel Erfolg und um Berichterstattung wird gebeten
Dein Jack sieht entzückend aus
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So, habe es heute endlich zeitlich geschafft mit Fr. Friedrich einen Termin auszumachen.
Am 26.03. um 17 Uhr wissen wir dann mehr, was Fr. Friedrich zu ihm meint :-)Ich halte euch auf dem Laufenden.
Beste Grüße,
Thomas -
Hallo Thomas!
Meiner Meinung nach lassen sich viele eurer Probleme lösen in dem IHR die Rudelführer seit.
Mit kleinen "Tricks" und Konsequenz kann man das auch relativ leicht sein.Z.B. Jagdtrieb: Nimm doch mal die Vorfahren der Hunde her, das sind Wölfe, die Leben im Rudel wenn der Leitwolf eine Fährte aufgenommen hat, folgen ihm ALLE, da kann doch nicht jeder Wolf nur weil er etwas anderes riecht plötzlich abdrehen und in die andere Richtung laufen.
z.B. Alleine Bleiben: wie macht ihr das? Unsere Staffyhündin konnte es auch nicht, aber mit den richtigen Tricks, hat es in 2 Tagen geklappt - ohne gejaule.
z.B. Aufmerksamkeit an der Leine: wenn ihr die Rudelführer seit, wird er sich an euch orientieren.
Z.B. Andere Hunde: Das ist schon etwas schwieriger aber in dem dass ihr Rudelführer seit und es für ihn regelt und ihm sicherheit gebt, wird sich auch das legen!
Wenn du mehr wissen willst wie man das macht und so helfe ich dir gerne weiter und empfehle dir gerne ein Buch!
Lg
Tamara - Vor einem Moment
- Neu
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