Mein Bo attackiert andere Hunde

  • Hallo liebes Forum,

    seit 2 Monaten haben meine Freundin und ich und nun unseren Setter-Bretonen Mix. Bo ist jetzt ca. 1 Jahr. Leider hat der Kleine eine schlechte Kindheit gehabt und wurde mit 4 Monaten ausgesetzt und musste sich dann mehrere Monate auf der Straße in Spanien durchsetzten. Leider hat er aufgrund seiner Vergangenheit Probleme mit vielen Hunden die er nicht kennt. Wir laufen regelmäßig mit einer Hundegruppe bestehend aus 7 Hunden mit denen er kein Problem hat. An der Leine können wir Bo meist problemlos an fremden Hunden vorbeiführen. Nur wenn wir Ihn mal an einen Hund ranlassen fängt er nach wenigen Sekunden an den anderen Hund anzuknurren und zu beißen. Bo ist ansonsten ein eher ängstlicher und sehr zurückhaltender und liebevoller Hund. In seiner Pflegestelle, wo er zur Vermittlung war hatte er anscheinend keine Probleme da die damalige Rudelführerin den Kontakt mit fremden Hunden geregelt hat. Aber seit er bei uns ist hat er wohl die Aufgabe übernommen. Zur Zeit versuchen wir Ihn an der Leine an den anderen Hunden im Abstand vorbei zu führen, danach bekommt er ein Leckerli um eine positive Assoziation zu fremden Hunden zu bekommen. Keine Ahnung ob das was bringt. Kann mir jemand einen Weg aufzeigen was wir tun können damit Bo souveräner mit diesen Situation und anderen Hunden umgehen kann. In den letzten zwei Monaten haben wir festgestellt, dass Bo keine Probleme mit Hunden hat wo die Rangordnung bereits geklärt wurde. So z.B. gab es eine kurze Rangelei mit einem Münsterländer ohne Verletzungen - Bo hatte verloren und dies akzeptiert. Jetzt ist der Münsterländer eine Art großer Bruder für Ihn. freue mich sehr über Vorschläge und Erfahrungen von Euch.

  • Verstehe nicht wieso er sich zwangshaft mit fremden Hunden verstehen muss?
    Warum nicht einfach vorbeigehen? Kontakt an der Leine ist bei mir sowieso tabu.

    Aber warum soll er sich denn unbedingt mit anderen verstehen? An die Leine nehmen, vorbeigehen und gut. Ist doch toll wenn er das problemlos macht.

  • Weil nicht jeder Hundebesitzer verstanden hat, dass es einen Grund gibt warum ich meinen Hund anleine wenn ich einen fremden Hund entdecke. Es gibt auch Situation wo plötzlich ein Hund vor uns steht den ich zu spät entdeckt habe. Es wäre einfach auch für mich sehr entspannend nicht ständig alles nach fremden Hunden abzusuchen.

  • Wenn ein freier Hund einfach auftaucht- abblocken. So wird er auch schnell verstehen, dass du die Situation unter Kontrolle hast. Oder sonstwie vertreiben.

    Wenn die Hundebesitzer es nicht verstehen- Pech. Anleinen müssen sie trotzdem bzw. Hunde zu sich nehmen und das würde ich auch ganz klar zu verstehen geben. Ein "mein Hund beisst" veranlasst die meisten Hundebesitzer dazu ihre Hunde schnell einzusammeln.

  • Du kannst hier nach der Methode "zeigen und benennen" suchen und die Distanz zu fremden Hunden dann Schrittweise verringern. Triff dich mit souveränen Hunden und lass die dann den Erstkontakt übernehmen, so dass er das wieder als Sicherheit kennenlernt und bestätige jeden positiven Kontakt, den er dann danach hinbekommt.
    Spreche du den fremden Hund freundlich an, damit nicht durch deine Unsicherheit, seine negative Gefühle verstärkt werden.
    Verbessere den Grundgehorsam, er sollte unter allen Umständen von dir ins Sitz und Platz zu schicken sein. wenn er knurrt, musst du das unterbinden können und das erarbeitet man sich durch Geschwindigkeit und Konzentration. Arbeite in weniger stressigen Situationen, an der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Erst wenn er wie der Blitz ins sitz geht, auch auf Entfernung und dich dabei konzentriert über längere Zeit ansieht, dann kannst du das bei Hundebegegnungen als Bremse einsetzen.
    Ein Hund der Sitz kann weniger gut Stress anfangen und im Platz noch weniger. Platz ist aber Hochstress für einen sozialängstlichen Hund. Das darfst du nur machen, wenn garantiert ist, dass der andere Hund nett bleibt und ist eher für Situationen geeignet, wenn du das Gefühl hast, er hat Oberwasser und will den anderen gerne anstänkern.
    Mit Geduld und Training ist das sicher hinzubekommen, dass er bei fremden Hunden zumindest neutral bleiben kann, denn soziale Fähigkeiten hat er ja in vertrauten Gruppen, du musst also "nur" das anfängliche "Angriff ist die beste Verteidigung" abbauen. Oder hattest du eher den Eindruck, er beginnt, das knurren, wenn der andere hund eher zurückhalten reagiert? Versuche dich mal daran zu erinnern, wie der andere Hund sich benommen hat, wenn er anfängt mit knurren und beißen.
    Du kannst auch versuchen ihm das normale Sozialverhalten "zu befehlen". Also, wenn er seine Kumpel normal begrüßt. belegst du das mit einem Wort (bei uns ist es Hallo sagen), dann hältst du ihn zurück und lässt ihn erst mit diesem Befehl zu seinen Kumpeln. Dann wenn das richtig gut sitzt, versuchst du das bei Fremden Hundebegegnungen und beobachtest, ob sich quasi aus Reflex seine Einstellung zum Anfang der Begegnung ändert und er freundlicher auf den Hund zugehen kann. Das natürlich nur bei Hunden, die ihrerseits freundliche Ambitionen zeigen. Wenn das Hallo sagen, dann in einer Stänkerei vom anderen endet, wäre das natürlich Mist.

    Ich hoffe, du findest deinen Ansatz und die Spaziergänge gestalten sich entspannter für euch beide!
    Ich finde auch man sollte daran arbeiten, denn die Situation so, ist für Mensch und Hund unnötiger Stress. Jeder sollte seinen Hund davon abhalten können, eine Rauferei anzufangen, denn auf den eigenen Hund sollte man doch am meisten Einfluss haben. Und blocken und verscheuchen, ich würde eher annehmen, dass er dann eher draufgeht, weil Mensch ja auch der Ansicht ist, fremde Hunde sind doof und gefährlich ... ich komme besser damit klar, dass ich anderen Hunden gegenüber so freundlich bin, wie ich es mir auch von meinem Hund erwarte und wie ich mir auch den Umgang unter Hundemenschen vorstelle. Da kann man dann auch viel eher Hunde und Besitzer zum Üben gewinnen. Für die Übungszeit wäre vielleicht auch die Gewöhnung an einen Maulkorb gut, das wäre den anderen Besitzern gegenüber auch beruhigender. Das könnte man auch mit einer Hundeschule besprechen, dass man mit Maulkorb am Training in verschiedenen Gruppen teilnehmen darf. So lernt er viele Fremde Hunde in seiner Nähe zu akzeptieren und es wird normaler und die Trainerin kennt sicherlich souveräne Hunde, die sich auch mal anblaffen lassen, ohne zurückzustänkern, so dass du Abbruch und freundliches Verhalten üben kannst.

    Liebe Grüße Sockensucher

  • Super vielen Dank für den Tip. Ich werde mich da gleich mal reinarbeiten. Vieleb Dank auch für die lange und ausführliche Erklärung. Hast du mit dieser Methode bereits Erfahrung sammeln können.

  • Guck mal, hier gibt es zum zeigen und benennen einen Thread:
    https://www.dogforum.de/zeigen-und-ben…0und%20benennen

    Liebe Grüße
    Nele

    PS: Ich kann verstehen, dass du an dem Verhalten deines Hundes was ändern möchtest. Ich habe auch so eine kleine Zicke. Und ich weiß, wie stressig es sein kann, wenn es zu Hundekontakt kommt. Und den kann man eben nicht immer vermeiden. Was hilft es mir, wenn ich meinen Hund an der Leine zügig am anderen Hund vorbeilotse und der dann doch an ihrem Hintern hängt. So schnell kann man eben manchmal nicht blocken.

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