Unsicher in der Hundeschule

  • Hallo miteinander,

    heute war unsere Stunde in der Hundeschule fast reine Zeitverschwendung.
    Begonnen haben wir als Übung mit dem Kommando Bleib (Leine beim Hund). Solange meine Hündin mich sieht, klappt das normalerweise auch prima. Wenn ich mich verstecke, dann reicht ihre Geduld momentan nur für eine halbe Minute. Allerdings nur, solange kein anderer Hund bei der Übung Blödsinn macht.
    Als einer der anderen (den meine Hündin gar nicht leiden kann) aufgestanden und auf sie zugegangen ist, hat sie ebenfalls Reißaus genommen (zu mir).
    Ab da ging fast nichts mehr. Die Leine habe ich gleich dran gelassen, sonst hätte sie sich in Richtung Ausgang abgesetzt und dort auf mich gewartet.
    Ein Stopp aus der Bewegung ging noch, beim zweiten Mal hat sie erst gar nicht mehr auf das Kommando gewartet, sondern sich gleich auf den Boden geworfen und ist nicht mehr so schnell aufgestanden.
    Den Rest der Stunde hat sie sich hinter mich gesetzt (mit Blick auf die Tür).

    Man sieht es ihr dann schon an, die Rute hängt, sie trottet in einem Omatempo an der Leine. Leider schaffe ich es nicht, sie aus ihrem Tief rauszuholen. Die einzigen Kommandos, die sie noch befolgt, sind dann die Kommandos, die sie machen kann ohne einen Schritt zu laufen (Sitz, Platz, Tot, Rolle).
    Leckerchen verschmäht sie dann übrigens auch.

    Habt ihr einen Tipp wie man einen Hund in der Stimmung wieder motivieren kann?

    LG, Andrea.

  • Hallo Andrea,
    wir haben das Gleiche Problem, Elli ist in der Huschu super unsicher. Sind in einer Kleingruppe, 6 Hunde, eine Spiel-und Spaßgruppe. Also Erziehung, Agility oder Nasenarbeit usw, spielen.
    Gestern zum 1. mal....Elli war total angespannt bei so vielen anderen Hunden und die Trainerin hat sie nach 2 Minuten raus genommen. Hat mich gebeten außerhalb der Huschu ein paar Minuten spazieren zu gehen, sie zu lockern. Dann wieder rein, in einen anderen Bereich mit nur einem Hund, dann langsam wieder zu den anderen und ab da sofort die Hündin abgeblockt, die Elli "anpöbelt". Beim Agility ging das dann ganz gut und ich bin immer zwischendurch einfach mal mit ihr auf dem Platz rumgelaufen, wir haben gespielt, klitzekleine Gehorsamsübungen gemacht und versucht, einfach Spaß aufzubauen. Als Elli unkonzentriert wurde sind wir dann halt ein paar Minuten früher gegangen. So versuchen wir, Schritt für Schritt Elli sicherer im Umgang mit den anderen zu machen.
    Ich würde dann auch versuchen, sie ohne Streß wieder zu motivieren, also ohne andere Hunde und dann auch Minischritte. Vielleicht ist Sitz, Platz, Tot und Rolle gar nicht verkehrt am Anfang, das kann sie, da fühlt sie sich sicher. Und mir wäre es ganz doll wichtig, dass der Trainer das erkennt und mich da unterstützt und Hundi die Zeit gibt, die sie braucht....Ich stell es mir schwierig vor, wenn ich Angst habe oder unsicher bin, dass ich dann auch noch irgendwo allein bleiben soll und dann noch, wenn da Leute (oder halt in dem Fall Hunde) sind, vor denen ich Angst habe.
    Liebe Grüße, Anja

  • Zitat

    Ja, indem man die HuSchu wechselt und eine aufsucht, in der auf das Individuum eingegangen wird. Wer sich nicht wohl fühlt, kann auch nicht lernen.

    Wir sind in dieser Hundeschule schon, seitdem sie ein Welpe war. Die Trainer sagen auch immer, wenn wir merken, dass der Hund sich nicht wohl fühlt, dann sollen wir etwas anderes machen und die Übung auslassen.
    Es ist nun so, dass eigentlich alle Übungen mit ihr sehr gut klappen, solange die anderen Hunde sie nicht stören (bei manchen Hunden akzeptiert sie auch eine Störung).
    Den Hund, der gestern aufgestanden ist, kann sie absolut nicht leiden (er hat noch einen Bruder und sie waren beim letzten gemeinsamen Spaziergang - alle Hunde der Hundeschule mit ihren Besitzern - sehr aufdringlich).
    Am Ende der Stunde dürfen die Hunde immer alle miteinander freilaufen. Das genießt sie eigentlich sehr und hat ein paar Favoriten, mit denen sie zusammen rennt. Aber sobald die beiden Brüder lästig werden, ist es aus. Wenn sie bei mir ist, dann blocke ich die zwei so gut wie möglich ab. Da habe ich aber einiges zu tun und meine Hündin ist dann fix und fertig.

    Zitat

    Hat mich gebeten außerhalb der Huschu ein paar Minuten spazieren zu gehen, sie zu lockern.


    Ich habe auch versucht, abseits von den anderen mit ihr ein wenig zu laufen. Das war aber eher so: ich laufe und ziehe sie hinter mir her. Wobei wir schon im Welpenkurs waren und jetzt im Junghundekurs auch schon einige Stunden dabei sind. Sie geht sehr gerne in die Hundeschule, freut sich und macht sehr gut mit bis dann sowas passiert. Dass da gelegentlich viele Hunde sind, stört sie nicht.

    Ich denke, das nächste Mal bin ich eher Zuschauer und versuche vielleicht mal mit dem Hundehalter des Rüdens spazieren zu gehen (die sind inzwischen kastriert), damit sie sieht, dass der Hund auch kein Ungeheuer ist.

    Ich sollte dazu sagen, dass meine eigentlich etwas größer und schwerer ist - aber vom Gemüt eben viel zu nett. Sie legt sich mit keinem Hund an und bis sie einem anderen mal die Zähne zeigt muss schon sehr viel passieren. Sie bräuchte eher einen Selbstverteidigungskurs :roll:

    LG, Andrea.

  • Wunderbar wie die/der Trainer die Verantwortung auf den Halter abwälzen. Man fragt sich, wozu sie da sind. Mehr als Sitz, Platz, Trallala scheint nicht im Programm zu sein.

    cazcarra

  • Möglicherweise braucht deine Hündin wirklich eine andere Ausbildungsumgebung.
    Totstellen und Rolle machen sind so Gimmicks für die Halter, die sich dann immer freuen wenn der Hund diese Dressurstückchen zeigt.
    Wichtig für ein Hundeleben scheinen sie mir nicht.

    Ich bin kein Trainer und auch kein absoluter Fan von Hundeschulen, musst du wissen.
    Training in sehr kleinen Gruppen und einzeln, haben mir und meinem Hund immer sehr gut getan.
    Kannst du Elli aus der Gruppe herausnehmen und erst mal alleine mit ihr üben, integriert in euren Alltag?
    Mach doch erst mal für dich eine Aufstellung was du mit Elli erreichen willst.

    LG, Friederike

  • Dein Hund ist in der Situation zu recht demotiviert.
    Du hast sie gezwungen, sich selbstständig zwischen zwei Reizen zu entscheiden.
    1. Dein Bleib-Kommando
    2. Stressor in Form eines ungeliebten Hundes.
    Während sie eigentlich eine Übung ausführen sollte, wurde sie belästigt und war dieser Belästigung "ausgeliefert".
    Da im Kommando stehend, konnte sie ja nicht frühzeitig ausweichen, als der Rüde sich näherte. Die Situation wurde so unangenehm, dass sie sich aus dem Kommando löste. Möglicherweise warst du darüber noch enttäuscht, was der Hund spürt. Schon hat der Hund auf das Ausführen des Kommandos hin eine doppelt negative Konsequenz erlebt.

    Logischerweise ist er beim nächsten Mal weniger motiviert, die Kommandos auszuführen, die sie wieder in eine unangenehme Lage bringen könnten.

    Abhilfe schaffst du, indem du deinem Hund die unangenehmen Situationen ersparst. Zum Beispiel indem du sie direkt abrufst, wenn sich ein anderer Hund aus dem Bleib löst.

    So wäre mein Vorschlag fürs Management.

  • Zitat


    Abhilfe schaffst du, indem du deinem Hund die unangenehmen Situationen ersparst. Zum Beispiel indem du sie direkt abrufst, wenn sich ein anderer Hund aus dem Bleib löst.

    :gut:
    Danke, das ist eigentlich eine gute Idee. Allerdings hatte meine Hündin die Leine dran, damit soll sie ja nicht durch die Gegend laufen. Aber für die nächste Stunde werde ich das direkt ohne Leine machen, dann kann ich sie herrufen. Bei ihr ist die Leine eigentlich nur Deko, da sie die Kommandos auch ohne Leine ausführt.

    Zitat


    Wunderbar wie die/der Trainer die Verantwortung auf den Halter abwälzen. Man fragt sich, wozu sie da sind. Mehr als Sitz, Platz, Trallala scheint nicht im Programm zu sein.


    Totstellen, Rolle, Pfote geben ... lernen wir nicht in der Hundeschule. Das eignet sich aber für meine Hündin gut als Beschäftigung, wenn ihr langweilig ist oder wenn ich sie ablenken will. Und ich sehe das schon so, dass der Halter selber Verantwortung hat. Von einer Hundeschule erwarte ich mir Tipps und eine angenehme Lernumgebung für den Hund und mich, aber nicht, dass die Trainer meine Hündin erziehen. Das ist meines Erachtens ganz klar die Aufgabe des Hundehalters.

  • Es geht hier weder um Tricks noch ums Erziehen.
    Es geht um die Verantwortung, die jeder Trainer in jeder HuSchu dieser Welt gegenüber den Lebewesen hat, die er auf seinem Platz oder draußen als Kunden hat und u.U. miteinander kombiniert.
    Und es geht darum, dass die von dir erwähnte "angenehme Lernumgebung" offensichtlich für DEINE Hündin NICHT existiert in der Art u Weise, wie dort eben nicht auf ihre Problematik eingegangen wird.

    cazcarra

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