Urinieren beim Leine anlegen

  • Hi Leute.

    Wie bei der Vorstellung geschrieben (https://www.dogforum.de/unsere-mitglie…144549-590.html) haben meine Freundin und ich im letzten Herbst eine 4 jährige deutsche Schäferhündinh aus dem Tierheim geholt. Die ärmste wurde scheinbar schwanger und daraufhin auf der Straße ausgesetzt. Sie wurde dann mit ihren Welpen ins Tierheim aufgenommen. Bevor wir sie aus dem Tierheim zu uns bekommen haben wurde sie sterilisiert (ca Oktober letzten jahres).

    So, die Hintergrundgeschichte:
    Sie hatte am anfang eine stark ausgeprägte unterwürfigkeit und man musste bei Befehlen aufpassen das man ihr keine Angst einjagt da sie ansonsten auf den Boden Uriniert hat. Das ging so weit das sogar ein "Sitz", sie legt sich hin, und ein "nein" (ohne dabei laut oder zu ernst zu werden) genug war um dies auszulösen. Sie hatte auch stark ausgeprägte trennungsangst und musste erstmal daran gewöhnt werden das wir auch manchmal beide nicht zuhause sind (wir sind beide Berufstätig, Freundin arbeitet aber wechselnde Schichten). Während wir nicht daheim sind, ist der Hund in einen Käfig in dem sie auch gefüttert wird und ist ziemlich ok damit. Während der Nacht schläft sie vor dem Schlafzimmer (mit offener Tür aber Baby-Gitter) damit sie ein Auge auf uns haben kann.

    Sie hat außerdem ziemlich stark ausgeprägte angst vor sämtlichen anderen Hunden. Beim gassi gehen ist sie dauerhaft auf der Ausschau nach einem anderen Hund und falls sie einen Hund sieht passiert eine Mischung aus Winseln und Bellen und sie zieht zu dem Hund hin. Egal welche art hund, welches Geschlecht und wie der andere Hund reagiert. falls man von dem Hund wegrennt, rennt sie so schnell wie kann an der leine vorraus und "zieht" den Leinenhalter regelrecht mit um von dem Hund wegzurennen. Wir sind derzeit dabei uns in einer Hundeschule einzuschreiben um dieses Verhalten abzutrainieren.

    So weit zu der Hintergrundgeschichte und nun zum eigentlichen Problem:

    Wenn wir mit ihr gassi gehen wollen, uriniert sie leider normalerweise auf den Boden so bald wir an das Halsband bzw das Geschirr (bleibt dauerhaft dran) greifen. Das ganze geht jetzt schon mehrere Monate, da wir am anfang dachten das geht mit der Änsgtlichkeit zu uns weg. Die einzige möglichkeit das zu umgehen ist wenn wir sie damit überraschen (z.b. Freundin kommt grad zur Tür rein und währenddessen "klick", ist die leine dran. Der Hund wird auch sehr aufgeregt so bald klar ist das es zum gassi geht. Sprich so bald wir schuhe / jacke anziehen. Sie rennt dann regelrecht zwischen Tür und uns hin und her. Falls wir versuchen sie zu beruhigen (ohne an das Halsband zu fassen) uriniert sie normalerweise auch.
    Wenn wir de-sensibilisierungs-training (leine während dem tag dran und wieder abmachen, so tun als ob man rausgeht bzw sogar mit ihr zufällig rausgehen) mit ihr machen wollen funktioniert das leider nicht, da die reaktionen nur auftauchen wenn sie auch selber weiß das es Zeit zum rausgehen währe. Es ist auch nicht das Problem das sie zu sehr muß, da sie nicht in die Wohnung pinkelt falls wir mal 30 minuten später mit ihr rausgehen oder wir versuchen 30 minuten früher mit ihr raus zu gehen.

    Wie gesagt sind wir leider etwas an unseren Grenzen was ideen um damit umzugehen betrifft. Dadurch das sie selber die Tageszeit abschätzen kann ist auch eine Veränderung der Routine vorm Gassi gehen ausgeschlossen da sie relativ schnell dahinter steigt (z.b. futter auf den boden und dann versuchen beim essen die Leine zu befestigen: hat 2 mal funktioniert und dann wusste sie was passiert).

    Das einzige was mir noch einfallen würde währe wirklich an unserem wochenende 1 mal pro stunde mit ihr raus zu gehen. so das überhaupt nichts in ihr drinne währe beim abend laufen, aber da hab ich die sorge, dass sie sich dran gewähnt so häufig raus zu gehen und dann ihr normaler rythmus durcheinanderkommt.

    jeder gute rat ist sehr willkommen! :sad2:

    Edit: wir haben leider >noch< keine Garten damit wir die leine erst im Vorgarten anlegen könnten. Jedoch beseitigt das das Problem ja nicht sondern würde nur die auswirkungen eliminieren.

  • Hallo,

    arme Maus, ich möchte nicht wissen was sie erlebt hat...
    Zu Deinen Problemen:
    lass ihr doch einfach mal die Leine am Geschirr dran.
    So kannst Du die Leine nehmen und sie einfach aufnehmen ohne an den Hund ran zu müssen.

    Bei den Hundebegegnungen:
    sie zieht also zu dem Hund hin und winselst und bellt, richtig?
    Was macht sie denn wenn sie bei dem anderen Hund ist?

    Ich würde Dir raten zu einem Trainer zu gehen der sich mit Angsthunden auskennt und euch zeigt wie ihr mit ihr umgehen müsst, beziehungsweise wie ihr mit ihr trainieren könnt.
    Wenn ich einen Hund habe, der so negativ auf gewisse Kommandos reagiert, dann bau ich alles nochmals neu auf mit neuen Kommandos und ausschließlich positiv.
    Ein Clicker kann so einem ängstlichen Hund auch sehr viel Hilfe leisten.

    Lass Dir da was zeigen von einem Trainer.

    Was passiert wenn ihr die Box auflasst und sie raus kann wenn ihr nicht da seid?
    Wie lange muss sie in der Box bleiben?

    Liebe Grüße

    Steffi

    PS: ich finde eine Box durchaus gut wenn sich der Hund sicher darin fühlt, diese gerne aufsucht aber auch verlassen kann wenn er möchte.

  • @ Steffi

    Joah, Wir sind davon überzeugt das ihr vorheriger Besitzer sie geschlagen hat und sie hat scheinbar sehr schlechte erfahrungen mit würgehalsbändern. Sie ist sehr liebesbedürftig und wenn sie nicht grade versucht dich oder deine Kleidung abzulecken versucht sie sich unter deine Hand zu drücken damit sie gekrault wird. :)

    Hmm, gute idee, weiß nicht ob sie dann vielleicht versucht auf der leine rumzukauen aber mal schaun, probieren kann mans ja.

    Sie hat bis jetzt noch keinen Hund richtig gebissen aber wird auch körperlich dominant und hat schon 2 mal richtung Schnautze der anderen Hunde gezwickt. Wir haben aber bisher noch keinen Hundebesitzer gefunden der ok währe einen bellenden deutschen Schäferhund so einfach in ihren Hund ran zu lassen. Wir haben einmal einen ~2 Stundigen gassi spaziergang mit einem Freund und dessen Hund gemacht. Zusammengefasst waren es im endeffekt 2 Stunden lang bellen und ziehen von ihr auch wenn sein Hund das ganze garnicht interessiert hat. Ich kann mir jedoch vorstellen das sie, wenn sie sich einmal mit einem anderen Hund in einem gebiet austoben kann, auf einmal das ganze besser sieht. Aber sowas ist halt auch gefährlich :(

    Das mit dem Trainer ist das Problem. Im Endeffekt hat der Trainer bei der Hundeschule sie mit starken zügen an der Leine mit einem Metalhalsband dazu gebracht sich neber ihm Hinzusetzen und die anderen Hunde zu ignorieren. Sprich Körperlich sich dominant gezeigt und sie hat dann die Klappe gehalten. Weiß nicht ob das das beste ist mit einem scheinbar traumatisiertem Hund. Leider gibt es hier nicht all zu viele Hundeschulen und wir sind uns nicht sicher ob wir eine andere aufsuchen sollen/müssen.


    Ist schon länger her das wir sie außerhalb der Box alleine gelassen haben. Durch ihre Angst alleine gelassen zu werden hat sie am anfang angefangen die Türen anzukratzen bzw dann einmal sich ein paar Bücher aus dem Bücherregal geschnappt und angefangen zu zerreißen. Sie geht aber auch von alleine während wir da sind in den Käfig und wir füttern sie, wie gesagt, auch im Käfig also hat sie keine Angst davor oder so.

  • Hallo,

    das sie Angst vor der Box hat meinte ich damit auch nicht.
    Es ist aber ein Unterschied ob der Hund in der Box Schutz sucht und sich geborgen fühlt, diese aber jeder Zeit verlassen kann, oder ob sie darin eingesperrt wird.

    Oftmals werden eben mit dem Einsperren nur die Symptome (Wohnung zerlegen usw) bekämpft, aber das Problem des Hundes (Trennungsangst, oder einfach nur nicht alleine bleiben können) werden dadurch nicht geheilt.

    Ich frag mich ob Deine Hündin wirklich Angst vor anderen Hunden hat, oder ob Du das nicht falsch einschätzt?
    Ein Hund der Angst hat und die Möglichkeit hat sich zu entfernen wird dies tun. Nur wenn er eben keine Möglichkeit hat und vom anderen Hund bedrängt wird (ihm der Raum fehlt), geht er nach vorne.
    Ein Hund der Angst vor anderen hat wird nicht freiwillig dahin ziehen, so meinte ich das.

    Wenn ihr sie zu dem Kontakt zwingt, dann kann es durchaus passieren dass sie nach vorne geht und den anderen beissen will.
    Wie ist es denn ohne Leine?
    Das würde ich mal testen und wenn Du zuviel Angst hast, dann würde ich sie an einen Maulkorb gewöhnen, oder einen Trainer holen der das Verhalten Deiner Hündin einschätzen kann.

    Es kann durchaus sein, dass ein Hund bei Menschen unterwürfig und ängstllich ist, aber bei Hunden auf Krawall gebürstet. Die Gründe (euch verteidigen wollen usw) sollte wirklich jemand herausfinden der Hunde lesen kann.

    Auf diesen Hundeplatz (und diesem Trainer) der mit Gewalt arbeitet würde ich nicht gehen, denn das ist kontraproduktiv bei einem ängstlichen Hund. Warum turg sie eigentlich eine Kette?

    Wie gesagt würde ich erstmal schauen was die wirklichen Motive sind die hinter dem Verhalten stecken.
    Ein Trainer der zu euch nach hause kommt ist meiner Meinung nach die bessere Wahl. Oftmals kennen diese auch Hundehalter, oder haben selbst Hunde und man kann in der gewohnten Umgebung trainieren und im Alltag.

    Übrigens:
    wenn ein Trainer einen Hund nimmt, dann verhält sich dieser meist anders als er es bei seinen Besitzern tut. Er kennt diesen Menschen nicht und hält sich erstmal zurück und schaut was passiert.
    Das ist nichts ungewöhnliches und keine Hexerei.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ja, kann gut sein das wir damit nur die Symptome bekämpfen. Vielleicht können wir die tage mal nochmal probieren wie es ist wenn wir weggehen aber sie druaßen lassen. Sie hat aber auch ein bett draußen und darf auf die couch sprich normalerweise liegt sie an diesen 2 orten wenn wir daheim sind und legt sich nicht freiwillig dauerhaft in den käfig.

    Kann gut sein das wir das falsch einschätzen. Wie gesagt: Sie ist jedoch realtiv glücklich wenn wir von dem anderen Hund wegrennen können. Von der Leine weg haben wir es bisher noch nie probieren können, wie gesagt aus angst dass sie den anderen Hund oder sich selber verletzen könnte. Ein gutes Beispiel das meine vermutung hervorgebracht hat ist auch das wenn direkt vor unserem Haus ein Hund vorbeigeht springt sie am fenster hoch. so bald wir ihr sagen nein kommt sie zu uns und vergräbt ihren Kopf. Draußen ist es auch schon vorgekommen das sie, wenn ein Hund weit genug vorbeigelaufen ist, sich direkt hinhockt und pinkelt und kontakt zu uns sucht. Aber ja, das bellen fängt schon von relativ weit weg an und ist nicht erst bei direkter Nähe.

    Sie hat generell ein Problem damit wenn ihr kopf fixiert wird. sei es beim spielen oder wenn man versucht ein halsband anzulegen. Ich denke ein Maulkorb wird extrem schwer anzulegen sein, sollte aber mit (ziemlich) viel gedult und spucke möglich sein. Sie wird aber nicht besonders glücklich sein damit und man muss es zu zweit machen. Es gibt hier leider keine "hundeparks" oder ähnliches wo wir sie dann mit einem anderen Hund zusammen frei lassen könnten. höchstens bei der Hundeschule oder so. Wir sind aber dabei derzeit eine neue wohnung/ haus zu finden und werden dort einen Garten haben. Ist dann aber bei ihrem zu hause, sprich wieder verteidigung also weiß ich nicht ob das so gut ist.

    Der Trainer hatte ein Würgehalsband und hat das mit seiner lederleine so bestigt, dass es nichtmehr würgt aber wie ein normales Halsband wird.

    Ich muss dazu sagen, dass wir in Paris wohnen und ein Hundetrainer der für ~2 stunden zu dir nach Hause kommt locker €300 kostet :/

  • den maulkorb könnt ihr mit leberwurst vollschmieren, dann dem hund hinhalten, so dass sie von innen die wurst ablecken muß ;)

    das halsband anlegen könnt ihr evtl auch über futter entspannter machen für den hund, also vorne füttern, dann klick..

    schau mal nach einer hundeschule anch anton fichtlmeier in der nähe.. ein trainer, der am halsband eines ägstlichen hundes rumruckt, das wäre für mich das allerletzte, sorry...

  • Wenn dein Hund zu andern Hunden hinzieht ist, ist das völlig normal!!!! Zeigt mir nur, dass da noch einiges an Wissen aufgeholt werden muss!!

    Geht mit dem Hund in die Hundeschule oder besorg dir nen Hundetrainer, der sich auf ängstliche Hunde spezialisiert hat. Kauft euch gute Hundebücher zur Hundeerziehung.
    Das Tier braucht Struktur und jemanden am anderen Ende der Leine, der weiß, was er/sie tut.


    völlig egal, was sie erlebt hat: der Hund wird sein, was IHR draus macht!!!


    bei meinem Angsthund haben in erster Linie drei Dinge geholfen: Entspannung - Entspannung - Entspannung

    Zeigt dem Tier, dass es bei euch zur Ruhe kommt: zuhause viele entspannende Massagen.
    Draußen: klare Regeln: Ritual beim Rausgehen: Hund sitzt an offener Tür ab. Setzt dich dazu, massier sie. Erst DANN, wenn sie entspannt ist, legst du IN ALLER RUHE die Leine an und gehst (dabei selber innerlich runig sein), gemütlich mit ihr raus.

  • kurze Ergänzung:
    es hat in den ersten Wochen auch geholfen, ne Hausleine (muss nicht so lang sein, möglichst nix dran, was Krach macht, wenn es über den Boden schleift (keine Ringe oder Karabiner) am Halsband (bei euch: am Geschirr) dran zu lassen, dann braucht man nur die Leine nur zu greifen und erschreckt das Tier nicht so. :)

    Mein Sammy hat anfangs auf JEDE etwas heftigere Bewegung verschreckt reagiert.
    Wenn die Leine schon dran ist, spart ihr euch das Anleinen vor dem Gassigehen ;)

  • zu den Hundekontakten:

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihr die Signale der Hunde völlig falsch deutet!!!
    Euch fehlen augenscheinlich die elementarsten Grundkenntnisse. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen ängstlichen Hund.

    Gibt es in Paris keine Alternative zu einem 300 Euro teuren Hundetrainer? :???:

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