• Zitat

    Im Endeffekt hat sie den Hund dafür gelobt, dass er ihr mehrfaches Rufen ignoriert hat und eine halbe Stunde nur hinter dem Hasen her war.


    Nö. Denn dafür hat sich der Hund die ganze Zeit schon selber belohnt, weil er dem Hasen nach ist. Er wurde dafür belohnt, dass er dann beim Rückruf auch kam. Habe ich mit meiner Hündin auch gemacht. Denn in dem Moment lobt man dafür, dass der Hund auf den Rückruf in diesem Augenblick reagiert. Das was davor war, spielt dann keine Rolle mehr.

    Zitat

    Meine Hündin würde hier eine ordentliche Ansage kriegen,


    Mach das mit meiner Hündin und sie würde nie wieder zu dir kommen, wenn du sie rufst.

    Zitat

    ngeleint und ohne nochmal wchnüffeln zu dürfen nach Hause gebracht.


    Nun überleg mal genau, was du da strafst! Der Hund wird das hier damit verbinden, dass er zu dir kam. Das was davor gewesen ist, wird der Hund damit nicht in Verbindung bringen. Denn das spielt in seinem Verständnis zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr.

    Zitat

    Zur Belohnung fliegt der Ball dann direkt in die entgegengesetzte Richtung des Jagdobjektes.So orientiert sich mittlerweile bei solch einer Aktion bei Anruf direkt zu mir.


    Und nun erkläre mir, wie ich es bei einem Hund so mache, der den Ball nicht als Belohnung ansieht, sondern der ihm egal ist. :) Ich kann sie nur damit "ködern" in dem es bei einem erfolgreichen Abruf (egal wann dieser Abruf erfolgt) etwas lohnenswertes für sie wartet. Ich würde mir mit nur einmal Schimpfen bei einem Rückruf die Arbeit von 6 Monaten kaputt machen. :ka:

  • Shit happens ;)

    Sowas passiert jedem mal, seid froh, dass alles gut ausging. Meine Erfahrung: Hund kommt wesentlich schneller zurück, wenn man nicht dauernd durch Rufen/Pfeifen signalisiert, dass man noch da ist.

  • Mir ist es, als Sara sich aus ihrem anscheinend zu lockeren Hasband befreit hat und den Rehe im Wald einen Besuch abgestattet hat, auch total schwer gefallen, nicht zu rufen. Aber Sara war zum Glück nur fünf Minuten weg. Aber was mir alles durch den Kopf geschossen ist. Jäger, Autobahn, alles mögliche! Danach habe ich mir erstmal nichts anderes gewünscht, als einen Schoßhund, der nicht jagt. Von mir aus hätte er alle Leute anbellen können. Aber wenn man nachdenkt wäre das ja auch total doof.

  • Was ne ätzende Situation, das habe ich auch gerade hinter mir.
    Ich rufe allerdings nicht, in der Hoffnung, dass meiner Angst bekommt, weil ich nicht mehr da bin und dann schneller zu mir zurück kommt.
    Aber bei uns ist, wenn seine Wunde verheilt ist, auch wieder die SL dran. Ich könnte jetzt schon in einem breiten Strahl k*****.

  • Zitat


    Nö. Denn dafür hat sich der Hund die ganze Zeit schon selber belohnt, weil er dem Hasen nach ist. Er wurde dafür belohnt, dass er dann beim Rückruf auch kam. Habe ich mit meiner Hündin auch gemacht. Denn in dem Moment lobt man dafür, dass der Hund auf den Rückruf in diesem Augenblick reagiert. Das was davor war, spielt dann keine Rolle mehr.


    Wenn das, was davor passiert ist, keine Rolle mehr spielen würde, so würde ihr Hund doch wohl kaum Beschwichtigungssignale aussenden, die der Threadersteller ja erwähnte. Hast du den Abruf generell so trainiert? Solange wiederholt Rufen, bis er kommt, dann loben, auch wenns es beim hundersten Mal erst geklappt hat?

    Zitat


    Mach das mit meiner Hündin und sie würde nie wieder zu dir kommen, wenn du sie rufst.


    Mumpitz, wieso sollte sie das nicht tun? Bindet sie so wenig an dich, dass sie nach einem Anschiss schon kein Verlangen mehr hat es dir recht zumachen?

    Zitat


    Nun überleg mal genau, was du da strafst! Der Hund wird das hier damit verbinden, dass er zu dir kam. Das was davor gewesen ist, wird der Hund damit nicht in Verbindung bringen. Denn das spielt in seinem Verständnis zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr.


    Das ist doch überhaupt nicht wahr. Beispiel: Als meine Hündin anfangs noch jagen ging, ähnlich wie es dem Threadersteller erging, und dann wiederkam-zuvor natürlich mein Rufen etc ignoriert hat- hat sie beim Widerkommen alle Beschwichtigungssignale rausgehauen, die wahrscheinlich in irgendeinem Lehrbuch zu stehen scheinen, nur um mich zu beschwichtigen. Also scheint sie doch zu wissen, dass sie große Scheiße gebaut hat. Belohne ich in diesem Moment ihr wiederkomme bestärke ich doch ihr Verhalten und behaupte, dass es gar nichts zu "entschuldigen"gäbe.

    Zitat


    Und nun erkläre mir, wie ich es bei einem Hund so mache, der den Ball nicht als Belohnung ansieht, sondern der ihm egal ist. :) Ich kann sie nur damit "ködern" in dem es bei einem erfolgreichen Abruf (egal wann dieser Abruf erfolgt) etwas lohnenswertes für sie wartet. Ich würde mir mit nur einmal Schimpfen bei einem Rückruf die Arbeit von 6 Monaten kaputt machen. :ka:


    [/quote]
    Mit so einem Hund wäre ich persönlich aufgeschmissen. Ich biete meiner Hündin ja die Jagd nach dem Ball als Triebersatz. Was deinen Hund einen besonderen Anreiz gibt kann ich dir nicht sagen, das solltest du wissen!


    Natürlich ist jeder Hund anders. Manch einer mag einen Anschiss weniger verkraften, manch einem mag dadurch die Seele brechen. Das Ausmaß sollte jeder Hundehalter für den jeweiligen Hund einzuschätzen wissen. Was ich aber eigentlich sagen wollte, dass das Belohnen dieses Abrufs kontraproduktiv ist.
    Ich sehe doch genau, wieviele Leute es nach diesem Schema handhaben und wie viele Hunde dadurch angeblich "echt gut hören". Im Endeffekt stromern sie doch rum wo sie wollen, ignorieren die ersten 4 Rufe des Hundehalters und kommen dann irgendwann angeschlichen um ihr Leckerchen abzuholen. Das kann meiner Meinung nach nicht die gute Ausführung eines Abrufs sein. Da hat wohl eher der Hund den Hundehalter konditioniert...


    Zitat


    @ vinceprinz
    Hätte ich meine Hündin angeschnauzt, wenn sie nach dem Jagen zu mir kam, dann wäre sie beim nächsten Mal nicht mehr zu mir gekommen, sondern hätte sich weit von mir entfernt aufgebaut :roll: . Ich habe sie daher nach dem Jagen wortlos aber freundlich angeleint und mitgenommen. Und sie hat auf diese Weise, ohne deutliche Ansagen, dafür aber mit sinnvollem Training gelernt, dass man nicht Jagen geht ;)


    Das ist doch der feine Unterschied der das Individuum des Hundes ausmacht. Die Methode ist doch aber letzlich die gleiche. Kein Belohnen, sondern sanktionieren.
    Sorry, war den ganzen Tag noch arbeiten:(

  • Zitat

    Wenn das, was davor passiert ist, keine Rolle mehr spielen würde, so würde ihr Hund doch wohl kaum Beschwichtigungssignale aussenden, die der Threadersteller ja erwähnte.


    Der Hund ist ein guter Leser von körperlichen Signalen. Da sind drei Menschen, die mit Sicherheit nicht gerade glücklich ausgesehen haben, als der Hund kam. Wenn ich mich recht erinnere ist davon noch einer in Tränen ausgebrochen. Aber trotzdem wird der Hund das Lob mit dem verbinden was er gerade in dem Moment ausführt: Das herkommen auf Zuruf.

    Zitat

    Hast du den Abruf generell so trainiert? Solange wiederholt Rufen, bis er kommt, dann loben, auch wenns es beim hundersten Mal erst geklappt hat?


    Nein. Ich wüsste auch nicht, dass ich behauptet hätte, man sollte so lange rufen bis der Hund sich dazu herabläßt zu kommen. Ich rufe nur einmal. Wenn der Hund nicht kommt, dann kann er sehen wo er bleibt. In einer nicht jagdlichen Situation (in dem Moment wäre ich meinem Hund eh egal) bedeutet es, dass ich dann auch nicht da rum stehe und auf den Hund warte, sondern ich gehe. Meine Hunde haben schnell kapiert das ein nicht erfolgtes Zurückkommen zu mir bedeutet, dass ich weg gehe und sie mir egal sind. Kommen sie, gibt es Lob (für meinen Rüden) und Leckerlie (für meine Hündin). Wenn meine Tussnella allerdings in den Jagdmodus schaltet, sind ihr in diesem Moment die besten Leckerlies der Welt egal. Weswegen ich ihre Jagderfolge damit dezimiere, indem ich meine Umwelt im Auge behalte und versuche jagdbare Objekte (in unserem Fall Kanninchen und Vögel) vor ihr zu sehen und sie davon umzulenken. Klappt gut, solange das Hirn noch bei uns ist und nicht schon in Jagd.

    Zitat

    Mumpitz, wieso sollte sie das nicht tun? Bindet sie so wenig an dich, dass sie nach einem Anschiss schon kein Verlangen mehr hat es dir recht zumachen?


    Weil es verschiedene Hunde auf dieser Welt gibt und auch Hunde, die nicht nur gutes in ihrem Leben erfahren haben, oder eine schlechte Konditionierung hatten, oder eine schlechte Sozialisierung zum Menschen erfahren haben? Meine Hündin hat eine sehr starke Bindung zu mir, nur hat sie in ihrem vorherigem Leben offenbar gelernt, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Stehe ich also da und gebe ihr eine Ansage wenn sie zu mir kommt, macht sie dicht und geht von mir weg und wird es sich beim nächsten Mal 2 Mal überlegen ob sie kommen soll. Desweiteren besitzt sie eines nicht. Nämlich den ausgeprägten "Will to please" wie mein Rüde ihn hat. Den könnte ich anbrüllen und vermöbeln und er würde noch alles tun was er kann, nur um es mir recht zu machen. Rosie ist da selbständiger, wobei sie mit Lob und Leckerlie bestechlich ist.

    Zitat

    hat sie beim Widerkommen alle Beschwichtigungssignale rausgehauen, die wahrscheinlich in irgendeinem Lehrbuch zu stehen scheinen, nur um mich zu beschwichtigen. Also scheint sie doch zu wissen, dass sie große Scheiße gebaut hat.


    Wie ich bereits schrieb: Hunde können ihre Menschen sehr gut lesen. Da sie dich nach einem ihrer Ausflüge sicherlich nicht mit einem großen Grinsen im Gesicht vorgefunden hat, wird sie schon wissen das etwas gerade falsch gelaufen ist. Aber ob sie es mit dem Jagdausflug in Verbindung bringt ist halt fraglich.

    Zitat

    Was deinen Hund einen besonderen Anreiz gibt kann ich dir nicht sagen, das solltest du wissen!


    Meinem Hund gibt es den Anreiz zu wissen, dass es sich lohnt zu mir zu kommen. Und zwar zu jeder Zeit. Nach ihrer Rehjagd (wo ich mir fast sicher bin, dass sie den Abruf nur deswegen ignoriert hat, weil die ganze Gruppe Hunde dem armen Tier nachgesetzt ist) wurde sie belohnt, als ich Sichtkontakt mit ihr hatte und sie darauf hin zu mir gerufen habe, worauf sie auch sofort zu mir kam. Da war sie aber schon nach der Jagd und hat das Kommen zu mir mit dem Lob verbunden, nicht die Jagd kurz vorher.

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