Plötzliche Verhaltensveränderung
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Deuten kann man hier viel. Wenn man es nicht selber mit eigenen Augen gesehen, sollte man für alle Möglichkeiten offen bleiben. Auch dafür, dass die HH und hier TS ihren Hund kennt. :-)
Ansonsten verweise ich auf Theras Beitrag - der ist IMMENS wichtig!
LG
cazcarra - Vor einem Moment
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Hi,
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Hallo,
erstmal an Melanie: Danke, dass du nochmal geschrieben hast. Und die Entschuldigung nehme ich sehr gerne an und freue mich darüber :) Ich weiß, dass ich überempfindlich reagiert habe und dein erster Beitrag keinesfalls so schlimm war. Nur in meiner Situation hat es mich eben sehr verletzt, wenn jemand sagt, dass Campino schlecht erzogen sei. Seine schon recht gute Erziehung ist eben eines der Dinge, wo ich sehr zufrieden und glücklich mit bin. Mein Lichtblick, wenn er mal wieder sehr angstaggressiv reagiert hat.
@ Tanja: Ich habe mit Campino schon einen weiten Weg hinter mir und es ist schon gekippt. Mit ca. fünf Monaten hat er mehrfach geschnappt. Durch korrigieren, wenn er Aggressionen zeigte und ansonsten einfach Sicherheit geben hat sich seine Aggression immer weiter gesteigert. Als dann noch einfaches Schönfüttern hinzukam, passierte das, was Thera beschreibt. Campino ging zu nah an den Reiz ran und kam in so massiven Konflikt, dass er anfing zu schnappen, wenn der Reiz Futter wegfiel, da aufgefressen. Wir brauchen einen genauen Plan, damit es funktioniert. Campino braucht von mir ein ganz genaues Management, ansonsten regelt er selbst. In Watte packen gibt ihm zur Zeit sehr viel Sicherheit, jedes harsche Auftreten in diesen Situationen verunsichert ihn zutiefst und er macht eher Rück- als Fortschritte. Wir haben einfach schon zu viel miteinander durch gemacht, als dass eine Standartlösung wie ein souveränes Führung zeigen von meiner Seite noch ausreichen würde.
Ich habe jetzt meine dritte Trainerin und ein sehr gutes Gefühl bei ihr. Trainerin Nr.1 hat das Schönfüttern eingeführt und Bestrafung bei Knurren, welches völlig nach hinten los ging. Die nächste Trainerin sagte, dass er gar keine Angst hätte, sondern territorial aggressiv sei und er musste einfach immer unter Kommando bleiben. Also auf seinem Platz oder Absitzen neben mir. Das hinderte ihn aber nicht daran von seinem Platz aus Terror zu machen. Also sollte ich als nächstes die Rütteldose anwenden. Das brachte mich dann dazu die nächste Trainerin zu suchen. Sie ist auf aggressive Hunde spezialisiert und freut sich mit uns arbeiten zu können. Sonst hat sie eher die Fälle, wo der Hund vielleicht mal wie Campino angefangen hat, aber nun schon 2 oder 3 ist und inzwischen ein richtiger Beisser. Hier kann sie auch mal einen jungen Hund direkt in die richtigen Bahnen lenken, bevor es eskaliert. Dafür fährt sie 300km zu uns und es nicht gerade günstig durch die Fahrtkosten. Aber endlich ändert Campino mal sein Verhalten, zeigt sich entspannter und das mit rein positiver Bestärkung. Dabei ist sie kein Wattebauschwerfer, in anderen Situationen straft sie durchaus oder wird harscher. Aber bei Campino in diesen Situationen ist es das schlimmste, was man machen kann.
Thera: Nein, eine Spielaufforderung ist es sicher nicht. Ich meinte nur die Haltung, dass er mit dem Oberkörper heruntergeht und herumhopst. Es kann gut sein, dass es eine Übersprungshandlung ist. Wir stehen ja noch ganz am Anfang vom Training und er ist sicher verwirrt durch meine Änderung des Umgangs mit ihm und in den entsprechenden Situationen. Da weiß er zur Zeit vielleicht gar nicht so richtig wie er sich jetzt verhalten soll. Er bekommt aber als Alternativhandlung antrainiert zu mir zu kommen, wenn er unsicher ist und mein Auftrag ist es, das direkt wahrzunehmen und den Abstand zum Reiz dann zu vergrößern. Wenn er zu mir kommt, wird geclickert. Ich habe ja die Trainerin an meiner Seite, die schon seit vielen Jahren mit angstaggressiven Hunden mit dem Clicker arbeitet. Nächste Woche kommt sie wieder :) insgesamt achte ich extremst auf seine Körpersprache und darauf, dass der Reiz sich entfernt, wenn er Anzeichen von Unsicherheit zeigt. Aber ich lobe ihn auch für Kontaktaufnahme, die muss aber grundsätzlich von seiner Seite kommen und der beschnüffelte darf eigentlich noch nicht reagieren, nicht gucken und schon gar nicht anfassen. Deshalb kann ich auch nur mit ausgewählten, eingeweihten Menschen trainieren.
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Wenn der Reiz sich aber immer entfernt hast du das Postboten Syndrom, der Hund lernt das er Erfolg hat mit seinem Verhalten hat. Er muss zwischen durch lernen Situationen aus zu halten. Dies mache ich mit Milow seid fast einem Jahr und er ist zu einem tollen Junghund heran gewachsen.
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Nein, weil man Angst zum einen nicht bestätigen kann und zum anderen reagiert Campino ja zur Zeit gar nicht mit knurren. Ich clickere die Bewegung von Menschen, besonders, wenn sie auf ihn zugehen und er bleibt dadurch entspannt. Wenn der Reiz aber zu groß ist und er durch zurückgelegte Ohren, sträubende Nackenhaare oder eine tiefe Rute zeigt, dass er Angst hat, dann darf/soll er sich von dem Reiz entfernen oder ich sorge dafür, dass der Reiz sich entfernt. Damit zeige ich ihm, dass ich auf ihn achte, auf ihn aufpasse und er mir vertrauen kann. Das Vertrauen in diesen Situationen ist bei uns ja sehr gestört durch die vielen Methoden, die schon angewendet wurden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ich ihm jetzt endlich mal richtig beweise, dass er sich auf mich verlassen kann. Wenn wir später weiter sind im Training muss er vielleicht auch mal Situationen aushalten, aber das wird mir die Trainerin dann sicher sagen.
Beim Postboten-Syndrom hat der Hund ja keine Angst, sondern er bewacht sein Territorium.
Bei Milow waren vielleicht die Voraussetzungen ganz andere, so dass es bei ihm so funktioniert hat. Bei Campino führt es zu Rückschritten, wenn ich nicht oder negativ auf seine Angst eingehe. -
Zitat
Nein, weil man Angst zum einen nicht bestätigen kann und zum anderen reagiert Campino ja zur Zeit gar nicht mit knurren. Ich clickere die Bewegung von Menschen, besonders, wenn sie auf ihn zugehen und er bleibt dadurch entspannt. Wenn der Reiz aber zu groß ist und er durch zurückgelegte Ohren, sträubende Nackenhaare oder eine tiefe Rute zeigt, dass er Angst hat, dann darf/soll er sich von dem Reiz entfernen oder ich sorge dafür, dass der Reiz sich entfernt. Damit zeige ich ihm, dass ich auf ihn achte, auf ihn aufpasse und er mir vertrauen kann. Das Vertrauen in diesen Situationen ist bei uns ja sehr gestört durch die vielen Methoden, die schon angewendet wurden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ich ihm jetzt endlich mal richtig beweise, dass er sich auf mich verlassen kann. Wenn wir später weiter sind im Training muss er vielleicht auch mal Situationen aushalten, aber das wird mir die Trainerin dann sicher sagen.
Beim Postboten-Syndrom hat der Hund ja keine Angst, sondern er bewacht sein Territorium.
Bei Milow waren vielleicht die Voraussetzungen ganz andere, so dass es bei ihm so funktioniert hat. Bei Campino führt es zu Rückschritten, wenn ich nicht oder negativ auf seine Angst eingehe.Ich finde du machst das sehr gut und ich glaube, ihr werdet es schaffen. Ich finde es toll, dass du nicht aufgibst! Drücke euch alle Daumen!
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Finde ich gut, was ihr da jetzt macht.
Andere Frage (und falls ich schon gefragt haben sollte und/oder es hier irgendwo steht, entschuldige bitte - ich werd alt und hab jetzt keine Geduld zum Nachlesen...): Habt ihr mal die Schilddrüse checken lassen (großes Profil)?
cazcarra
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Danke! :)
Ja, wir haben ein Schilddrüsenprofil gemacht und auch ein großes Blutbild. Campino ist kerngesund, der Ursprung für sein Verhalten ist, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit, eine schlechte Sozialisation als Welpe - es war einfach zu reizarm.
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Nä du hast keinen schwierigen Hund. Was du schreibst klingt vertraut. Dein Hund hat Alter.
Clickern ist genau das richtige hier denn damit gibst du deinem Hund Sicherheit. Du kannst fremde Menschen schön clicken. Nimm dazu sehr gute Leckerlies aber erwarte nicht sofort springende Erfolge wie beim einüben eines Tricks.
Unser Hund ist auch so komisch zur Zeit. Ein mal macht sie Spielaufforderungen wie eine Doofe und manchmal steht sie nur da und fixiert. Gestern hat sie zum ersten mal einen fremden Hund angebellt. Wir machen zur Zeit fleißig zeigen und Benennen - also vom Reiz lösen.
Ich tue unsere Hündin zumindest nicht mit Reizen zwangsweise konfrontieren, wenn sie nicht will oder unser wird. In dem Fall wird der Abstand erhöht.Erwarte zumindest keine sofortige Besserung trotz Übung. Dein Hund wird sicher von Tag zu Tag anders drauf sein für die nächsten paar Monate. Du wirst aber merken, dass es besser wird :)
Olli
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