Unser Alltag - Was mache ich falsch ??

  • Hallo Ihr Lieben !!

    Ich brauche mal dringend euren Rat. Bin dankbar für jede Kritik, Anregungen und Tipps.

    Ben ist nun 10 Monate alt. Eine Mischung aus Border Collie, Münsterländer und Foxterrier. Er isr nicht kastriert und die Blutwerte könnten nicht besser sein. ;)

    Nun aber zu unserem Problem. Er steht immer unter Strom. Immer Power, nicht kaputt zu bekommen und hat so gut wie keine Konzentration. Er fängt irgendwas an. Macht das ganze zwei drei mal und dann ist das doof. Und dann gehts zum nächsten. Auch bei den Übungen der Grundkommandos. Er führt es zwei drei mal perfekt aus und dann hört er mir überhaupt nicht mehr zu und tut nichts mehr der gleichen. da kann die Wurst vor seiner Nase noch so lecker sein. Auch würde er sich nie von selbst hinlegen. Selbst wenn man ihn auf den Platz schafft geht das nur kurz und dann steht er sofort wieder spalier. Haben ihm nun ein Hundebett gebaut 1,20m x 80 cm und haben einen Haken angebracht und binden ihn nun nach dem Spazieren gehen immer mal im Hundebett an und dann legt er sich auch hin und schläft dann friedlich. Allerdings hat man ohne anbinden keine Chance. Selbst nachts räumt er mir immer alles um. Und schlafen ?? Neeeeeeeeeeee...

    Unsere Alltagsgestaltung sieht wie folgt aus :

    Der Tag beginnt halbs sechs. Gehe morgens eine Stunde mit den beiden raus. Gehen eine Stadtrunde, da da noch nicht soviel los ist und gehen dann in unseren Stadtpark. Da können die zwei dann spielen und rennen. Auf dem Rückweg gibt es Fuß Übungen und Sitzübungen. Dann gibt es Futter zuhause, Happy Dog Toskana ( Ich weiß , nicht das beste, aber habe soviel Futtersorten ausprobiert und damit kommen wir super klar ) und dann gehe ich zur Arbeit.

    Habe von elf bis eins Mittagspause. Da gehts dann immer auf zur großen Runde. Auch da dürfen sie den größten Teil des Weges frei gestalten, mache nur immer wieder Abrufübungen ( die er perfekt beherrscht. Er kommt immer sofort wenn ich rufe) und zum Schluss üben wir dann nochmal Sitz, Platz, Fuß und Co. Nachmittag geht es dann immer aufs Feld zu Apportierübungen und abends gehen wir nochmal die gleiche Runde wie morgens. Leider ist Wetterbedingt zur Zeit nur einmal in der Woche HuSchu. Dort macht er soweit auch ganz gut mit aber steht immer unter Strom. Er läuft auch ganz gut Fuß. Aber nur mit Leine und er ist immer wie zum Absprung bereit. Es ist nie ein entspanntes Fuß.

    Am Wochenende treffen wir uns viel mit Bekannten. SInd ne große Gruppe und gehen immer Samstag und Sonntagnachmittag lang raus. Sind dann meist 4 bis 6 Hunde und da wird ordentlich gespielt. Allerdings hat Ben die Angewohnheit jedem am Geschlechtsteil zu saugen. Besonders schlimm bei Rüden. Und unterwerfen tut er sich auch null und Respekt hat er gleich gar nicht. Und selbst nach diesen Runden ist er weder erschöpft noch kaputt. Wenn ich ihn dann wieder an seinem Platz fest mache, schläft er dann auch. Aber nur dann.

    Abends bekommt er meist Rind oder Pute und dazu gibt es Quark und Möhrchen.

    Was mache ich falsch ?? Und was kann ich machen damit ich ihn mehr auslaste?? Habe auch ein Denkspiel besorgt. Das macht er auch eine Minute und dann ist das doof und er will wieder andere Action.

    Liebe Grüße,
    die verzweifelte Laura mit dem hyperaktiven Ben.

  • Als ich die beteiligten Rassen gelesen habe wusste ich schon was euer Problem ist...

    Mach dir bloß keine Gedanken wie du den Hund noch mehr auslasten kannst...
    Eine so brisante Mischung aus aktiven Arbeitsrassen fährt dir jeder Grundschüler in Sekundenbruchteilen hoch...da brauchst du doch wahrscheinlich nur nen Ball in die Hand nehmen...
    Die Kunst ist diesen HUnd runterzufahren...und das schaffst du nicht mit noch mehr körperlicher Auslastung...der läuft nämlich so lange bis er tot zusammenbricht.
    Fahr das alles runter...ohne den Hund völlig ruhig zu stellen. Mach ihm, möglichst kleinschrittig den Unterschied zwischen "Ruhe" und "Aktivität" klar...evtl. auch mit einer Box.
    Dinge im Bereich Unterordnung, gemeinsame Aktivität etc. ganz,. ganz ruhig angehen...dreht er hoch brichst du das ab...und mach das vor allen Dingen nicht täglich und ständig...ich weiß selber wie sehr sich solche Hunde dazu anbieten, aber mach nicht den Fehler aus ihm einen absoluten Beschäftigungsjunkie zu machen...das geht blitzschnell und ihr seid auf einem "guten" Weg dahin... :/

  • Ja, du hast recht. Nehme ich den Ball in die Hand geht er übelst ab. Fährt sich total hoch. Ich lege ihn auch jedesmal ins "down". Und erst dann darf apportiert werden. Versuche grade auch bei Spaziergängen immer ruhig zu machen. Er sucht sich dann selbst immer Stöcke und rennt wie wild im Kreis und schmeißt sie mir immer vor die Füße. Das ignoriere ich. Irgendwann springt er mir dann richtig derbe in die Beine. Das unterbinde ich mit einem strengen Nein und lege ihn wieder ins down. Mache das alles immer und immer wieder. Aber er macht es auch immer und immer wieder und lernt nicht , bzw. ich denke er provoziert. Selbst bei gemeinsamen Kuschelversuchen bekommt man ihn nicht ruhig. Ja. An eine Box habe ich auch schon gedacht.

    Habe gedacht das ich vielleicht mehr Denkspiele einbringen sollte. Ich möchte ihn eben sehr gern runter fahren. Ich weiß nur absolut nicht wie... Er rennt auch selbst kurz vor dem Kreislaufkollaps noch. Da hast du recht.

    Danke für deine Antwort !!

  • Bin ich auch der Meinung.
    Viiiel zu viel Programm !!

    Ihr geht morgens eine Stunde und dann nachmittags auf die 'grosse' Runde?
    Und nachmittags apportieren und abends nochmal eine Stunde.

    So kann er niemals ruhiger werden.

    Mit so einem Hund würde ich ganz gezielt entspannungsübungen machen.
    Bisschen Suchspiele, und kaum UO.

    Und in ein paar Monaten, wenn er dann etwas ruhiger geworden ist,
    würde ich ihm eine ordentliche Arbeit suchen, die er ernst nehmen kann,
    und aufhören rumzuspielen.

    LG
    Chrissi

  • Nicht mehr, weniger Auslastung!
    Vermutlich kann Ben den Alltag nicht verarbeiten und dann gibt es am Wochenende noch mehr Programm.
    Wenn ein Hund Stress hat (such mal nach den Stressanzeichen, du wirst welche finden, wie z.B extremes Hecheln, Falten im Gesicht, Hyperaktivität etc.) dann braucht er eine ganze Weile, bis der aus dem Körper raus ist.
    Das kann auch positives sein, wie z.B Freilauf.
    Ich würde das Programm mächtig herunterfahren und einfach mal ein paar Wochen lang gar nichts machen, nur lockeres, langsames Spazieren laufen.
    Üb Entspannung mit ihm, dann wenn er schläft trainierst du ein Entspannungssignal. Das hilft ihm beim Runterkommen. Biete ihm beim Gassi Möglichkeiten zum Stressabbau, gerne genommen wird wildes umherennen, buddeln, wälzen und auch Bellen oder intensives Fiepen.
    Möglichst ohne viel Hunde, denen er begegnet, das ist auch Stress.
    Ist dein zweiter Hund eher ruhig oder ein hibbeliger? Wenn ja, getrennt gehen.

  • Ich hatte ja mit meiner Hündin ein ähnliches Problem...was da echt geholfen hat:

    Ignoranz zuhause...Aktivitäten finden auf dem Spaziergang statt und sonst nirgendwo...

    Viel gleichförmige Bewegung OHNE große Aufregung...Wanderungen, Radfahren etc.

    Unterordnung in winzigen Schritten aufbauen...auch wenn das doch eigentlich so toll ist...der Hund ist hochmotiviert und bietet drei Dinge gleichzeitig an...

    Apportierübungen: erstmal GAR NICHTS mehr werfen...das spricht ja völlig den Hetztrieb an...alles nur noch auslegen...den Hund WARTEN lassen (und hier peinlich genau auf die Ausführung des Kommandos achten...) und dann suchen lassen...
    Auch das kleinschrittig und nicht täglich!

    Meine Hündin ist heute acht Jahre alt und wir können völlig entspannt spazieren gehen...das war aber auch ein JAHRELANGER Weg bis dahin...und wenn ich es drauf anlegen würde könnte ich innerhalb von zwei Tagen aus ihr wieder einen völlig überdrehten, ständig sabbernden, mich anstarrenden Hund machen...und so "alltägliche" Dinge, wie mal ein Spielzeug auf den Spaziergang mitnehmen geht bei uns immer noch nicht und wird auch nie gehen...

  • Okay. Dann werde ich das ganze eine ganze Ecke runterfahren.

    Soll ich die Suchspiele eher draußen oder drinnen machen ?? Soll ich apportieren vielleicht eine zeitlang ganz lassen ??


    Meine Hündin ist total ruhig. Sie leidet zudem unter IBD und ist jetzt schon 7. Sie findet das Wetter außerdem ganz doof und ist ein absoluter Ruhepol. Sie sagt ihm auch deutlich wenn es zuviel wird und fängt dann immer an ihm die Ohren zu lecken. Da merkt man total das er sich runterfährt.

    Hecheln und Co. macht er gar nicht. Er ist halt immer wie eine gespannte Schnippschnur gepaart mit einem Flummi.

  • Okay. Dann habe ich ja eigentlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann... :gott:

    Leinenführigkeit kann ich aber trotzdem weiter üben, oder?? Denn das ist grad auch eins unserer Baustellen. Hauptsächlich gehe ich aber Wege bei denen sie ohne Leine laufen können. Aber grad in der Stadt ist es wichtig. Aber ich werde jetzt eine ganze Ecke runter fahren. Apportieren gibt es erstmal gar nicht und zuhause Ignoranz. Momentan ist er auch wieder auf seinem Platz an der Leine und schläft. Wäre er ohne Leine würde er die ganze Zeit wieder im Kreis rennen.

    Ich danke euch für eure Tipps und Ratschläge. Werde sie gleich heute noch in die Tat umsetzen.

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