Samthandschuhe an oder "da muss er durch"?

  • Hallo, ich hätte mal gern eure Einschätzungen.

    Fény (fast 1 1/2 Jahre) weist allgemein momentan eine ziemlich niedrige Reizschwelle auf.
    Andere Hunde sind total out und das wird denen auch unmissverständlich klar gemacht- zum Beispiel wenn die es gewagt haben sich zu lange neben ihm aufzuhalten oder zu schnüffeln.
    An sich für mich okay, er soll und ich kann nicht verlangen, dass er mit jedem Hinz und Kunz gut Freund ist.

    Jetzt kam es schon vor, dass er auf menschliches Verhalten sehr heftig reagiert hat, so zB wenn er gerade nicht angefasst werden will.

    Wie seht ihr das? Samthandschuhe an und genau gucken was der Hund gerade will und wenn ers gerade nicht will, respektieren oder mehr "da muss er durch".

    Ich schreibe jetzt erstmal absichtlich nicht, wie ich das sehe, da ich gerne hören würde, wie ihr das handhaben würdet/handhabt. Vielleicht nur so viel: Fény ist ein sehr lieber Hund, sehr freundlich, sehr verkuschelt, sehr menschorientiert, besonders auf mich fixiert. Dennoch würde ich jetzt schon sagen, dass ich ihn nicht bedenkenlos mit einem Kind zB zusammenlassen würde (gut, "bedenkenlos" sollte das sowieso nie sein).

  • Wenn er von anderen Menschen nicht gerne angefasst werden will, sollte man das akzeptieren.
    Also von jedem x - beliebigen antatschen muss nicht sein.
    Einzige Ausnahme: Der Besuch beim Doc ... da muss er sich anfassen lassen.
    Aber ansonsten würde ich das antatschen unterbinden ... auch wenn er von Familienangehörigen / Besuch oder dergleichen angefasst werden will und er das nicht möchte, muss er auch nicht.
    Man sieht ja, wenn ihm die Person zu sehr auf' n Pelz rückt, dann kannst du schon *einschreiten* und der Person sagen, dass die Idee jetzt nicht so gut ist.

    Ein Hund muss sich nicht alles gefallen lassen ... du als Halter kannst da reagieren, bevor der Hund es tut.

  • Amy reagiert seit einiger Zeit auch schnell negativ auf Kinder. Nicht auf alle. Aber auf eher laute oder etwas hektischere. Das ist neu und wir stellen uns drauf ein. Lassen nur bedingt Kontakt zu, also unter Anleitung und nur wenn ich sehe sie ist entspannt und will den Kontakt. Merke ich, dass es ihr zuviel wird, dann sage ich dem Kind dass sie jetzt genug hat. Es kam schon vor, dass sie ein Kind auch angeknurrt hat. Was soll ich da machen ausser dem Kind zu erklären dass sie gerade nicht mag? Ich denke nicht dass sie da durch muss. Das kann auf Dauer nur nach hinten los gehen.

  • Okay. :)

    Allgemein ist Fény ein unsicherer Hund. Er macht gern sein eigenes Ding, schon seit immer, anderen Hunden kann man mal "Hi" sagen, Freunde zum Spielen gabs immer nur ne Handvoll. Irgendwo an der Seite alleine rumschnüffeln oder herumgucken findet er schön(er).

    Hundebegegnungen liefen IMMER SCHON so ab, dass er seinen "ich ertrage das mal"-Blick drauf hatte und während des Beschnüffelns ganz still hielt, sobald der Andere sich abwandte, haute Fény ab, bzw ging halt seines Weges. Neu ist das Verhalten, dass er, sobald ihm das alles nur eine Nanosekunde zu lang dauert eine "Beißerei" entsteht- es ist KEINE Beißerei, nur weiß ich nicht, wie ich das schlauer ausdrücken soll. Zähne sind nicht involviert, im Endeffekt ist es nur ein Riesengetöse. Das alles entsteht aus einer ganz stinknormalen Hundebegegnung ohne Bedrängen, Überfordeung, Mobben, sonstwas. Einfach nur zwei Hunde Nase an Nase, bzw Po an Po.

    Die Sache mit dem Menschen. Beispiel von letztens mit meinem Papa: Mein Papa sitzt auf dem Sofa, Fény kommt zu ihm, steht vor ihm und lässt sich streicheln. Mein Papa beugt sich runter um ihn hochzuheben. "Ararrararararuu", wehren von Fény. Eine Mischung aus Fiepen, Jaulen, Knurren, dabei kein gezieltes beißen oder so, aber.. äh.. ja.. nein, ich wills jetzt wirklich nicht beschönigen oder so, aber es ist ein "sich vom Leib halten" mittels Hundemaul.
    Schwierig zu beschreiben. Ich hoffe man kann es sich trotzdem mehr oder weniger vorstellen?

  • Zitat


    Jetzt kam es schon vor, dass er auf menschliches Verhalten sehr heftig reagiert hat, so zB wenn er gerade nicht angefasst werden will.


    Bei Fremden würde ich auf die "Stimmung" meines Hundes achten. Will er nicht gestreichelt werden - okay, dann nicht.
    Wie reagiert er bei Dir? Pflegemaßnahmen und Geschirr/Halsband anlegen ... sorry, da würde ich mich auf keinen Eiertanz einlassen! Das muß sein, auch wenn Herr Hund keinen Bock hat - um es mal etwas überspitzt auszudrücken.
    .
    VG Bianca

  • ich weiß zwar auch nicht was "heftig reagieren" bedeutet, dennoch denke ich, dass du einfach das Anfassen an sich verhindern solltest.

    Das es eben gar nicht dazu kommt dass sie heftig reagiert. Patsch mag sich auch nicht anfassen lassen (von fremden Menschen), aber das ist auch okay.

    Ich würde in Zukunft besser aufpassen und nicht die "da musser durch" Methode gehen, die kann nämlich böse nach hinten losgehen!

  • Zitat

    Wie reagiert er bei Dir? Pflegemaßnahmen und Geschirr/Halsband anlegen ... sorry, da würde ich mich auf keinen Eiertanz einlassen! Das muß sein, auch wenn Herr Hund keinen Bock hat - um es mal etwas überspitzt auszudrücken.

    Nein, das ist gar kein Problem. Ich kann den Hund auf den Kopf stellen und es macht ihm nichts aus. Einzig eine Situation gab es mal, die ich mir nicht erklären kann, wir haben gekuschelt und ich hab meinen Kopf dabei an ihn rangedrückt (er stand). Unabsichtlich habe ich ihn wohl umgeworfen oder keine Ahnung was war, jedenfalls kam dann auch bei mir diese Reaktion. Er sprang danach zur Seite und schaute mich total verwirrt an, zurückgelegte Ohren, schuldbewusster Blick, eingeklemmte Rute. Was da war hab ich nicht verstanden, sowas ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Ich war auch erst perplex, er kam zögernd zu mir an und dann wars auch gegessen. Vielleicht hat er sich doof den Fuß verdreht oder ich hab doch doller als beabsichtigt gemacht oder ich weiß auch nicht was.

    "Fremde"- so Halbfremde. Mein Papa, wie aus dem obigen Beispiel, allerdings wohne ich nicht mehr zuhause, bin aber alle paar Wochen für ein paar Tage da. Also, ja, Fény kennt ihn, aber er ist keine Vertrauensperson. Zudem ist mein Papa ziemlich laut und das verunsichert Fény meiner Einschätzung nach.

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